Weimar

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Dieser Artikel befasst sich mit Weimar in Thüringen; zu weiteren Bedeutungen dieses Begriffes siehe Weimar (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Weimar
Weimar
Deutschlandkarte, Position der Stadt Weimar hervorgehoben
50.97944444444411.329722222222208Koordinaten: 50° 59′ N, 11° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Höhe: 208 m ü. NHN
Fläche: 84,26 km²
Einwohner: 63.315 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 751 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 99423–99428
Vorwahlen: 03643, Taubach: 036453Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: WE
Gemeindeschlüssel: 16 0 55 000
Stadtgliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schwanseestr. 17
99423 Weimar
Webpräsenz: www.weimar.de
Oberbürgermeister: Stefan Wolf (SPD)
Lage der Stadt Weimar in Thüringen
Weimar Eisenach Suhl Gera Jena Landkreis Altenburger Land Landkreis Greiz Tschechien Saale-Holzland-Kreis Freistaat Sachsen Freistaat Bayern Saale-Orla-Kreis Landkreis Sonneberg Niedersachsen Hessen Sachsen-Anhalt Landkreis Eichsfeld Landkreis Saalfeld-Rudolstadt Landkreis Hildburghausen Landkreis Schmalkalden-Meiningen Ilm-Kreis Landkreis Weimarer Land Erfurt Landkreis Gotha Wartburgkreis Landkreis Sömmerda Kyffhäuserkreis Unstrut-Hainich-Kreis Landkreis NordhausenKarte
Über dieses Bild
Der Stadtkern mit Herderkirche und Stadtschloss

Weimar ist eine kreisfreie Stadt in Thüringen in Deutschland, die vor allem für ihr kulturelles Erbe bekannt ist. Weimar liegt an einem Bogen der Ilm südöstlich des Ettersberges, des mit 478 Metern höchsten Berges im Thüringer Becken. Die Stadt ist nach Erfurt, Jena und Gera die viertgrößte Thüringens und liegt etwa auf halbem Wege zwischen Erfurt im Westen und Jena im Osten.

Weimar ist ein Mittelzentrum, das zum Teil Funktionen eines Oberzentrums erfüllt und seit 2004 offiziell als Universitätsstadt bezeichnet wird. Neben der Bauhaus-Universität beherbergt die Stadt die Hochschule für Musik Franz Liszt und die Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Außerdem haben in Weimar zahlreiche Behörden ihren Sitz, zum Beispiel das Thüringer Oberverwaltungsgericht, der Thüringer Verfassungsgerichtshof und das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie.

Zum kulturellen Erbe der Stadt gehören neben den Traditionen der Weimarer Klassik um Wieland, Goethe, Herder und Schiller auch das Bauhaus und die Nationalversammlung von 1919, von der sich der Name der Weimarer Republik herleitet. Das „klassische Weimar“ wurde im Dezember 1998 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Entscheidung wurde begründet mit der „großen kunsthistorischen Bedeutung öffentlicher und privater Gebäude und Parklandschaften aus der Blütezeit des klassischen Weimar.“[2]

Außerdem war Weimar seit 1572 Hauptstadt von Sachsen-Weimar, später Sachsen-Weimar-Eisenach. Dies war der erste Staat Deutschlands, der sich eine Verfassung gab (1816). Von 1920 bis 1948 war Weimar die Hauptstadt des Landes Thüringen. 1999 war sie Kulturhauptstadt Europas.

Geographie[Bearbeiten]

Die Ilm bei Tiefurt
Weimar mit dem Ettersberg
Karstlandschaft bei Schloss Belvedere (Weimar)
Travertin-Steinbruch in Weimar-Ehringsdorf
Das Ochsenauge, eine der Leutraquellen im Park an der Ilm

Weimar liegt in rund 200 Metern Höhe in der Mitte Thüringens. Die Landschaft wird durch fünf Regionen bestimmt. Durch die Stadt verläuft die Ilm in einem Bogen. Sie tritt bei Taubach im Südosten ins Stadtgebiet ein, fließt weiter durch Oberweimar und die Altstadt, bevor sie unterhalb Tiefurts das Stadtgebiet in nordöstlicher Richtung verlässt. Nach Westen erstreckt sich vom Ilmtal an das Thüringer Becken als zweite Landschaftskomponente. Es handelt sich um eine fruchtbare, sanft hügelige Lößlandschaft, in der die Ortsteile Gaberndorf, Tröbsdorf und Niedergrunstedt liegen.

Das nördliche Stadtgebiet wird vom Ettersberg eingenommen. Er ist mit 481,6 Metern der höchste Berg im Thüringer Becken und erstreckt sich über rund acht Kilometer von Ottstedt am Berge im Westen bis nach Schöndorf im Osten. Der Ettersberg ist mit Buchen- und Eichenmischwald bestanden. Auf der Weimar abgewandten Seite liegt dort die Gedenkstätte Buchenwald.

Im südlichen Stadtgebiet erhebt sich die Ilm-Saale-Platte, eine mächtige, trocken-verkarstete Muschelkalk-Formation.[3] Sie bricht zum Ilmtal hin steil ab, was in einigen Stadtbereichen gut sichtbar ist, beispielsweise im Park Tiefurt. Südwestlich außerhalb des Stadtgebietes liegt die Buntsandstein-Formation des Tannrodaer Sattels. Auf ihr liegt der Ortsteil Süßenborn. Höchste Erhebungen sind hier der 380 Meter hohe Rosenberg und die 363 Meter hohe Gelmerodaer Höhe. In diesem Bereich verläuft die Bundesautobahn 4. Nördlich von ihr liegt der Ortsteil Gelmeroda sowie südlich die Dörfer Legefeld und Possendorf. Der Belvederer Forst ist hier neben dem Ettersberg das zweite Waldgebiet der Stadt.

Die Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung etwa 13 Kilometer und in West-Ost-Richtung etwa neun Kilometer. Nachbarstädte sind Erfurt etwa 20 Kilometer westlich, Jena etwa 20 Kilometer östlich, Apolda etwa 15 Kilometer nordöstlich und Bad Berka etwa 10 Kilometer südlich. Dadurch nimmt Weimar auf der Thüringer Städtekette eine Verbindungsfunktion zwischen den beiden größten Städten Thüringens, Erfurt und Jena, ein.

Geologie[Bearbeiten]

Weimar befindet sich im Zentrum der Thüringer Mulde, einer sedimentären Struktur des Zechstein und der Trias. Der oberflächennahe geologische Untergrund der Stadt wird geprägt von den Gesteinen des Muschelkalks und des Keupers. Etliche Verwerfungen im Stadtgebiet wie die Weimarer Störung und die Oberweimarer Störung, die in Nordost-Südwest-Richtung verlaufen, und durch Faltung entstandene Rücken komplizieren den geologischen Bau. Entlang des Ilmgrabens, der durch die Störungen entstandenen Senke, fließt seit dem Mittelpleistozän die Ilm, die dort für den Eintrag alluvialer Schotter sorgte. Travertin und Löß aus dem Pleistozän und Holozän bilden Deckschichten, während sich in der Kaltzeit des Pleistozän Solifluktionszungen in Nordwestrichtung bildeten.[4] Das Weimarer Stadtgebiet ist im Bereich des anstehenden Muschelkalks reich an Karstformen. Durch die Auslaugung von Gips im Mittleren Muschelkalk unter den Kalken des Oberen Muschelkalks sind nach Einsturz von Höhlen an der Oberfläche schüssel- bis trichterförmige Karstsenken und Erdfälle entstanden. Zahlreiche Beispiele befinden sich auf dem Ettersberg, südwestlich von Belvedere und südlich von Possendorf. Im Quartär reichte während der Elster-Kaltzeit die südlichste Eisrandlage nachweislich bis etwa Schloss Belvedere. Dort wurde zur Erinnerung ein Denkmal mit Metalltafel errichtet, auf der die Lage des südlichsten Eisrandes zu sehen ist. Weitere „Eisrandsteine“ stehen auch an anderen repräsentativen Orten, z. B. im Gothaer Schlosspark. Bis zu dieser Linie wurden erratische Blöcke und Geschiebe festgestellt. Weiter nördlich blieb nur der Ettersberg eisfrei. Bedingt durch die Verwerfungen treten an den Rändern des Ilmtals zahlreiche, zum Teil stark schüttende, Quellen aus, so die Leutraquellen im Ilmpark oder die Herzquelle. Die Stadt konnte sich lange Jahre aus diesen Quellen selbst versorgen.

Klima[Bearbeiten]

Weimar gehört aufgrund seiner Lage zur Vegetationszone des sommergrünen Laubwaldes im humiden Klimagebiet. Beeinflusst wird das lokale Klima durch die Lage „hinter“ dem Ettersberg, der die Stadt nach Norden und Nordwesten abschirmt. Dadurch wird das Klima etwas wärmer und trockener als in anderen Regionen Mittelthüringens. Der Niederschlagsdurchschnitt liegt bei 574 mm/Jahr (DWD).

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Stadtgliederung

Der älteste Siedlungskern Weimars ist der Bereich zwischen Graben, Schillerstraße und Stadtschloss mit dem Marktplatz und dem Herderplatz als Mittelpunkte. Noch im Mittelalter wurde das Jakobsviertel nördlich des Grabens bis zur Friedensstraße in die Stadtbefestigung einbezogen. In der Neuzeit wuchs die Stadt über ihre mittelalterlichen Grenzen hinaus und die Stadtmauern wurden abgetragen. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wuchs die Stadt sehr rasch in alle Himmelsrichtungen. Zwischen der Altstadt und der Thüringer Bahn entstand die Nordvorstadt mit den Straßen nach Ettersburg und Buttelstedt als Hauptstraßen, im Westen zwischen Schwanseestraße und Humboldtstraße die Westvorstadt, im Süden die Südstadt zwischen Berkaer Straße und Belvederer Allee. Im Osten entstand entlang der Jenaer Straße die Parkvorstadt. Bedingt durch den hohen Anteil an Beamten und Angestellten, der nur wenigen Arbeitern gegenüberstand, bestehen in diesen Vierteln vor allem Villen und verhältnismäßig wenige im Block gebaute Mietskasernen. Zwischen den einzelnen Stadtteilen erstrecken sich von der Altstadt bis zum Stadtrand ausgedehnte Grünflächen. Zwischen Erstem und Zweitem Weltkrieg entstanden zahlreiche Siedlungen am Stadtrand, die teilweise in erheblicher Entfernung zum Zentrum liegen (z. B. Ettersbergsiedlung fünf Kilometer nördlich). Für die Zeit der DDR ist in Weimar kein Bevölkerungswachstum zu verzeichnen; es gab auch keine bedeutende Industrie und folglich blieb der Wohnungsbau im Vergleich zu anderen Städten in geringem Umfang. Es entstanden die Plattenbaugebiete Weimar-West hinter der Berkaer Bahn, Weimar-Nord hinter der Thüringer Bahn und Waldstadt nördlich der Stadt am Ettersberg. Die Gewerbeflächen konzentrieren sich auf den Bereich hinter dem Bahnhof und in geringerem Ausmaß auch im Westen an der Erfurter Straße. Neubaugebiete entstanden nach 1990 insbesondere in den neu hinzugekommenen Stadtteilen Gaberndorf, Süßenborn und Legefeld. Dort wurden großflächige Wohn- und Gewerbegebiete errichtet. Fernstraßenprojekte wie die Nordumfahrung Weimars und der dreispurige Ausbau der BAB 4 führten zu weiterem Flächenverbrauch.

Weimar gliedert sich in zehn statistische Stadtteile in der Kernstadt und elf eingemeindete Ortsteile. Sie sind in der Liste der Stadtteile von Weimar detailliert aufgeführt.

Die Nachbargemeinden Weimars liegen alle im Landkreis Weimarer Land. Sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordwesten genannt: Berlstedt, Ettersburg, Kleinobringen, Heichelheim, Großobringen, Wohlsborn, Kromsdorf, Umpferstedt, Mellingen, Vollersroda, Buchfart, Hetschburg, Bad Berka, Troistedt, Nohra, Daasdorf am Berge, Hopfgarten und Ottstedt am Berge.

Geschichte[Bearbeiten]

Weimar ist reich an Geschichte und dies im Guten und im Schlechten. Eine große Deutschland-Ausstellung des Britischen Museums in London 2014 fasst dies in dem "Komplex Goethe, Bauhaus, Buchenwald" zusammen.[5]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

In Ehringsdorf, einem Stadtteil im Südosten Weimars, wurde 1925 das Skelett des Ehringsdorfer Urmenschen gefunden, dessen Alter auf etwa 200.000 bis 250.000 Jahre geschätzt wird. Dabei handelt sich um die fossilen Überreste einer etwa 20- bis 30-jährigen Frau. Im selben Steinbruch wurden bereits 1908 menschliche Schädelknochen entdeckt.

In einem Torfstich bei Possendorf wurde 1850 ungefähr 6 m tief ein großer, stark abgenutzter Kupferkessel gefunden, der mehrfach repariert worden war. Um ihn herum waren sieben Gefäße angeordnet. Dabei lag auch eine anthropomorphe Holzfigur mit eingesteckten Armen. In der Nähe fand sich eine große Eiche und dabei ein menschliches Skelett. Der Kessel wird in die Zeit zwischen dem 4. und dem 1. Jahrhundert v. Chr. datiert, das einzige erhaltene Tongefäß wird um die Jahrhundertwende vom 2. zum 1. Jahrhundert angesetzt. Eine längere Nutzung des Platzes ist nicht festzustellen. Es könnte sich um eine rituelle Vergrabung von Kultgerät handeln.[6]

Mittelalter[Bearbeiten]

Die ältesten Aufzeichnungen über Weimar reichen bis ins Jahr 899 zurück. Der Name änderte sich im Laufe der Jahrhunderte von „Wimares“ über „Wimari“ zu „Wimar“ und letztlich zu „Weimar“, was aus den altgermanischen Worten wih für heilig bzw. geweiht und dem althochdeutschen mar für See, Sumpf oder Moor abgeleitet wird.

Zwischen 946 und 1346 existierte die Grafschaft Weimar (später als Grafschaft Weimar-Orlamünde) als eigenständige politische Einheit. Kaiser Otto II. erwähnte auf einer am 3. Juni 975 für das Kloster Fulda ausgestellten Urkunde die Siedlung Burg Weimar; diese gilt als „Geburtsurkunde der Stadt“, obwohl nicht ganz sicher ist, ob mit „Wimares“ wirklich die heutige Stadt gemeint ist. Es könnte auch der Ort Wechmar gemeint gewesen sein, der sich viel besser in den vermuteten Reiseweg Ottos einfügt. Sicher dagegen ist, dass, obwohl es sich bei der Burg keineswegs um eine steinerne, sondern nur um eine mit Palisaden versehene Wallanlage handelte, diese verhältnismäßig sicher gewesen sein muss. Sowohl die Truppen von König Otto III., die 984 den Grafen Wilhelm II. in seiner Burg bedrängten, als auch im Jahre 1002 die um die Vorherrschaft in Thüringen kämpfenden Ekkehardiner mussten die Belagerung erfolglos aufgeben. Zerstört wurde sie im Winter 1173/74 durch den Landgrafen Ludwig III. aus dem Hause der Ludowinger, die inzwischen zur Territorialmacht in Thüringen aufgestiegen waren. Allerdings wurde sie schnell wieder aufgebaut, denn im Jahr 1214 fand eine erneute Belagerung der diesmal ausdrücklich als castrum Wimar bezeichneten Anlage statt.

Im Jahr 1250 ist dann auch erstmals die Rede von einer Siedlung, die sich aber schon früher im Schutze der Burg gebildet haben musste. Zwischen 1245 und 1249 wurde die spätere Stadtkirche erbaut und spätestens 1254 dem Apostel Peter und bis 1433 beiden Aposteln Peter und Paul geweiht. Das Patronat der Stadtkirche wurde am 16. September 1284 dem Deutschritterorden übergeben, der die Geistlichen bis zur Reformation stellte. Der Orden, der der Diözese Mainz unterstellt war, verfügte über einen ausgedehnten Grundbesitz um die Stadtkirche herum und in der Rittergasse, der 1525 der Stadt zufiel. Spätestens seit 1307 war der Ritterorden mit dem Schulwesen betraut,[7] mit der Krankenpflege ab 1383 in einem Spital an der Stelle des heutigen Marstalls.[8]

Nach dem Aussterben der Ludowinger im Jahr 1247 konnten sich die Grafen von Weimar-Orlamünde nur schwer gegen die Wettiner halten, die nach dem thüringisch-hessischen Erbfolgekrieg den Großteil Thüringens übernommen hatten. Zuerst verkauften sie Orlamünde an das Haus Wettin und schließlich mussten sie nach der Niederlage im Thüringer Grafenkrieg im Jahre 1365 auch Weimar als Lehen an die Wettiner abtreten. Seit der Leipziger Teilung war es in der Hand der ernestinischen Linie der Wettiner und ab 1547, nach der Wittenberger Kapitulation und dem damit verbundenen Verlust der bisherigen Hauptstadt Wittenberg, deren Hauptsitz.

Stadtplan Weimar von Johannes Wolf, 1569

Erst im Jahr 1410 hatte Weimar die Stadtrechte und damit eine den anderen wettinischen Städten vergleichbare Rechtsstellung erhalten. Jedoch bereits ab etwa 1350 unter den Grafen von Orlamünde und ab etwa 1406 unter Friedrich dem Friedfertigen von Thüringen bis zur Gründung einer Thüringer Landesmünzstätte in Weimar nach 1444 hatte die Stadt eine städtische Münzstätte.[9] Der auf die Vergabe der Stadtrechte folgende Aufschwung wurde aber bald im Jahr 1424 von einem verheerenden Stadtbrand zunichtegemacht. Den Wiederaufbau versuchten die Wettiner durch mehrmaligen Steuererlass, Zinsbefreiungen und Verleihung zusätzlicher Marktrechte zu fördern. Als wichtigste Maßnahme wurden die vorher bereits vorhandenen unbedeutenden Befestigungen der Burganlage auf die ganze Stadt ausgedehnt. Es entstand eine doppelte Stadtmauer in Form eines Doppelringes im Abstand von acht bis zehn Metern mit zehn Türmen und vier zusätzlich befestigten Toranlagen. Reste dieser Stadtbefestigung sind heute noch vorhanden, so unter anderem der Kasseturm am Goetheplatz.

Neuzeit[Bearbeiten]

Weimar um 1650

1552 machte Herzog Johann Friedrich der Großmütige Weimar zur Hauptstadt des Herzogtums Sachsen-Weimar (später Sachsen-Weimar-Eisenach). Sie blieb Haupt- und Residenzstadt dieses Staates bis 1918.

Von 1561 bis 1681 kam es auch in Weimar zu Hexenverfolgungen. Sechs Menschen wurden in Hexenprozessen angeklagt. Besonders bekannt wurden 1628 die Ereignisse um den Landesfürsten Herzog Johann Friedrich von Sachsen-Weimar, der einen Pakt mit dem Teufel gestand und einen Tag später tot in seiner Zelle aufgefunden wurde.[10] Zwei Frauen wurden 1669 und 1676 enthauptet und verbrannt.[11]

Am 4. Oktober 1653 fand zum ersten Mal der Weimarer Zwiebelmarkt statt, ursprünglich ein Markt für Obst und Feldfrüchte, der sich heute zu einem Volksfest von überregionaler Ausstrahlung gewandelt hat.

„Goldenes Zeitalter“[Bearbeiten]

Stadtplan Weimars von Franz Ludwig Güssefeld, 1784

Eine wichtige Rolle spielte die Stadt als Ort der Weimarer Klassik während der Regentschaft der Herzogin Anna Amalia und unter ihrem Sohn Herzog Carl August Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts durch die Anwesenheit Wielands, Goethes, Herders, Schillers und Falks sowie anderer wichtiger Persönlichkeiten der Epoche. Carl August war zum einen bereit, an seinem Hof Künstler zu beschäftigen, zum anderen ließ er ihnen aber auch die Freiheiten, das zu verwirklichen, woran sie selbst glaubten. Herzog Carl August galt als tolerant und aufgeklärt; er war 1816 auch der erste Monarch Deutschlands, der seinem Staat eine Verfassung gab. Das Wartburgfest deutscher Studenten von 1817 fand auf seinem Territorium statt.[12]

„Silbernes Zeitalter“[Bearbeiten]

Stadtplan von Weimar (1894)

Unter der Großherzogin Maria Pawlowna und ihrem Sohn Carl Alexander sowie dessen Frau Großherzogin Sophie erlebte die Stadt auf künstlerischer und kultureller Ebene einen neuen Aufschwung. 1842 wurde Franz Liszt zum Kapellmeister berufen; 1849 floh Richard Wagner zu seinem Förderer und späteren Schwiegervater nach Weimar, bevor er sich in die Schweiz absetzte; Liszt setzte 1850 die Uraufführung von Wagners Lohengrin in Weimar durch.[13]

Aber nicht nur die Musik wurde gefördert; 1860 gründete Carl Alexander die Großherzoglich-Sächsische Kunstschule Weimar, an der Persönlichkeiten wie Arnold Böcklin, Franz Lenbach und Reinhold Begas unterrichteten. Die von ihnen geprägte realistische Kunstströmung ging als Weimarer Malerschule in die Kunstgeschichte ein. Das Andenken an die Weimarer Klassik war ein weiteres Anliegen Carl Alexanders und seiner Frau: Die in seinem Auftrag errichteten Denkmale Goethes, Schillers, Herders und Wielands sind noch zu besichtigen. 1859/60 wurde das Lesemuseum (heute Niketempel) auf Maria Pawlownas Kosten für die 1831 gegründete Lesegesellschaft erbaut, deren Anliegen es war, ihren Mitgliedern und der Öffentlichkeit den Zugang zu Zeitschriften zu ermöglichen.[14]

Im „Silbernen Zeitalter“ nahm die Arbeiterbewegung einen Aufschwung, so auf kulturellem Gebiet mit der Gründung des Freundschafts-Sängerbundes 1885, der durch den Hofchorsänger und Chordirigenten Emil Steiniger seit 1907 zu kultureller Blüte geführt wurde und verschiedene Folgegründungen von Arbeitergesangvereinen im Umland bewirkte. Bei der Einweihung des ersten Thüringer Gewerkschaftshauses, des „Volkshauses“, mit einer Ansprache des Reichstagsmitglieds August Baudert am 26. April 1908 sang auch der Freundschafts-Sängerbund.

Neues Weimar[Bearbeiten]

Auch Carl Alexanders Sohn Wilhelm Ernst verpflichtete sich u. a. der Förderung der Bildenden Kunst; unter seiner Regierung wurde Weimar zu einem Zentrum der Moderne. Im Jahre 1910 erhob er die von seinem Vater gegründete Großherzoglich-Sächsische Kunstschule Weimar in den Rang einer Hochschule. Bereits 1905 hatte er die Weimarer Bildhauerschule unter der Leitung von Adolf Brütt gegründet. 1907 folgte die Gründung der Großherzoglich-Sächsischen Kunstgewerbeschule Weimar auf Initiative des belgischen Architekten Henry van de Velde, der schon 1905/06 den dafür notwendigen Kunstgewerbeschulbau errichten ließ und von 1904 bis 1911 ebenso für die Planung des gegenüberliegenden Jugendstil-Gebäudes der Kunstschule Weimar verantwortlich zeichnete. 1903 entwarf van de Velde das Interieur für das Nietzsche-Archiv in der Villa Silberblick in Weimar und erbaute 1907–1908 für sich und seine Familie das Haus Hohe Pappeln in der Belvederer Allee.

1846 erhielt Weimar Anschluss an die Eisenbahn (Strecke Halle–Erfurt). Eine weitere wichtige Bahnstrecke war die 1876 eröffnete Weimar-Geraer Bahn nach Jena und Gera. 1887 folgten die Weimar-Rastenberger Eisenbahn nach Buttstädt (seit 1946 stillgelegt) und die Ilmtalbahn nach Bad Berka. Dennoch kam es in Weimar nicht zu dem großen industriellen Aufschwung, wie er in anderen Städten Thüringens nach dem Bahnanschluss eintrat. Weimar blieb weiter eine Verwaltungs- und Residenzstadt. Am 9. November 1918 verzichtete Wilhelm Ernst nach Verhandlungen mit August Baudert für sich und seine Nachkommen auf den Thron des Großherzogtums und zog mit seiner Familie nach Heinrichau (heute: Henryków) um.[15]

Weimarer Republik[Bearbeiten]

Gedenktafel zur Weimarer Nationalversammlung am Großen Haus des Deutschen Nationaltheaters

Im Jahre 1919 fand im Deutschen Nationaltheater in Weimar die verfassungsgebende Versammlung der Nationalversammlung statt. Basierend auf diesem Ereignis wurde die dann folgende Ära von 1919 bis 1933 als Weimarer Republik bezeichnet. Weimar wurde außerdem am 1. Mai 1920 Landeshauptstadt des neu gegründeten Landes Thüringen. 1919 wurde in Weimar auch das Bauhaus durch die Vereinigung der Kunstschule in Weimar mit der 1907 von Henry van de Velde gegründeten Großherzoglich Sächsischen Kunstgewerbeschule Weimar gegründet.

Während des Kapp-Putsches reaktionärer Militärs gegen die verfassungsmäßige Ordnung beteiligten sich hunderte Weimarer Arbeiter an einem Generalstreik zur Verteidigung der demokratischen Republik. Als sie sich am 15. März 1920 zu einer Kundgebung im Volkshaus versammelten, schossen putschende Soldaten der Reichswehr auf sie und töteten neun Demonstranten. Nachdem der Putsch niedergeschlagen war, errichtete im Auftrag des örtlichen Gewerkschaftskartells der Direktor des Bauhauses, Walter Gropius, ein Denkmal zu Ehren der Toten, die in Erinnerung an jenen Tag im März seither die „Märzgefallenen“ genannt werden – in Anlehnung an die Opfer der Revolution von 1848 aus dem gleichen Monat. Das Denkmal, im Volksmund „Der Blitz“ genannt, wurde am 1. Mai 1922 eingeweiht.

Im Vorfeld des Nationalsozialismus lieferten sich die Kulturschaffenden Weimars regelrechte „Publikationsschlachten“. Insbesondere die Auseinandersetzungen zwischen der freigeistigen Gruppe um Harry Graf Kessler (aus der das Bauhaus hervorging) und der völkisch-nationalistischen Gruppe um Adolf Bartels (die den geistigen Weg zur Macht Adolf Hitlers bereitete) hielten die Stadt in ständiger Polarität. Dies führte 1925 auch zum Umzug des Bauhauses von Weimar nach Dessau.

Bauhaus-Museum am Theaterplatz
Reste einer Wahlwerbung von März 1932 für den Kandidaten der KPD als Reichspräsidenten

Politisch entwickelte sich Weimar zwischen den Kriegen zu einem Zentrum konservativer und nationalistischer Strömungen. 1926 hielt die NSDAP ihren zweiten Parteitag nach der Neugründung vom 3. bis 4. Juli 1926 in Weimar ab. Auf diesem Parteitag wurde am 4. Juli 1926 offiziell die Hitlerjugend gegründet.[16] Für die Nationalsozialisten war Weimar von doppelter symbolischer Bedeutung: als Gründungsort der verhassten Republik und als Zentrum der großen deutschen Kulturtradition. Hitler selbst besuchte Weimar über 40 Mal.[17] 1939 war die Hälfte aller Erwerbstätigen der Stadt als Beamte in der Verwaltung tätig. Auch als Alterswohnsitz erfreute sich die Stadt zwischen den Weltkriegen großer Beliebtheit.

Trotz schwacher Industrie wuchs die Bevölkerung schnell, von etwa 37.000 im Jahr 1914 auf etwa 50.000 Einwohner im Jahr 1928. Auch der Tourismus entwickelte sich gut. Dennoch wurde die dominierende Mittelschicht durch die Wirtschaftskrise 1923/24 getroffen. Die Vermögensverluste durch die Inflation und die Arbeiterunruhen verstärkten die Distanz der Mittelschicht zur Weimarer Republik. Die Weltwirtschaftskrise 1929 bewirkte in angespannter Lage einen deutlichen Rückgang des Tourismus.

Vor diesem Hintergrund entwickelte sich ein national-konservatives Milieu, von dem vor allem die DVP und die DNVP profitierten. Unterstützt wurde diese Entwicklung von Strömungen innerhalb der evangelischen Kirche. So war Weimar während der Zeit des Nationalsozialismus eine Hochburg der Deutschen Christen.

Nicht nur im bekannten Nürnberg fanden Reichsparteitage der Nationalsozialisten statt. Schon auf dem ersten Parteitag der neu gegründeten NSDAP im Juli 1926 in Weimar wurde auf einer Sondertagung für Jugendfragen im Vereinslokal „Armbrust“, dem heutigen Kino in der Schützengasse 14, die „Großdeutsche Jugendbewegung“ (GDJB) in „Hitlerjugend, Bund deutscher Arbeiterjugend“ umbenannt.[18] Zur Erinnerung an dieses Ereignis wurde an der Außenfassade vom „Armbrust“ eine Gedenkplatte angebracht. Diese wurde jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 wieder entfernt.

Schon im März 1930 war mit Innen- und Volksbildungsminister Wilhelm Frick der erste NS-Minister in einer Landesregierung aufgetreten, was in Weimar zu einer Infiltration der Polizei mit Nationalsozialisten führte. Zunehmend etablierte sich die NSDAP auch in Weimar und trat schließlich 1932 gemeinsam mit DNVP und DVP zu den Stadtratswahlen an. Bei den Reichspräsidentenwahlen im März bzw. April 1932 erzielte der Kandidat der NSDAP Hitler bereits 34,5 % bzw. 42,8 % aller Stimmen in Weimar, während der Kandidat der KPD Ernst Thälmann immerhin noch 10,5 % bzw. sieben Prozent bekam.[19] Im August 1932 übernahm die NSDAP unter dem in Weimar residierenden NSDAP-Gauleiter Fritz Sauckel die Regierung in Thüringen.

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

VdN-Ehrenhain für überlebende Opfer des Faschismus

Wie überall im Reich begann mit der Übergabe der Kanzlerschaft an Adolf Hitler die Verfolgung von politischen und humanistischen Gegnern. Am 1. April 1933 wurden jüdische Geschäfte und Einrichtungen boykottiert. Am 21. Juni 1933 fand im heutigen Ortsteil Niedergrunstedt bei der Sonnwendfeier des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes in Nachahmung der „Aktion wider den undeutschen Geist“ eine Bücherverbrennung statt. Zahlreiche Gegner des Nationalsozialismus wurden zu Gefängnis- und Zuchthausstrafen verurteilt und in die ersten KZ Nohra und Bad Sulza und später in das KZ Buchenwald verbracht. Dennoch bildeten sich kommunistische und sozialdemokratische Widerstandsgruppen, die Aufklärungs- und Sabotagearbeit leisteten. Auch Geistliche und andere Anhänger der Bekennenden Kirche stellten sich gegen Maßnahmen des NS-Regimes.

In Weimar wurden auch Todesurteile gegen Feinde der Nationalsozialisten vollstreckt oder solche durch den Volksgerichtshof im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet. Nach dem Novemberpogrom von 1938 verließen zahlreiche jüdische Weimarer die Stadt zur Emigration, und die in der Stadt verbliebenen wurden ab 1942 mit Reichsbahn-Transporten in die östlichen Vernichtungslager deportiert. In der Gestapozentrale Marstall wurden Gefangene grausam gefoltert und getötet. Beim Abzug von SS und Gestapo im April 1945 wurden 149 Gefangene, darunter sieben Frauen, im Webicht ermordet. Nach dem Krieg wurde den Opfern dort ein Gedenkstein errichtet. In den Krankenhäusern der Stadt wurden Zwangssterilisationen durchgeführt und Behinderte in „Euthanasie“-Anstalten verlegt. Hunderte von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen fanden den Tod und wurden auf dem Hauptfriedhof bestattet. An der Stelle, wo 114 unbekannte Häftlinge des KZ Buchenwald in einem Gemeinschaftsgrab bestattet sind, befindet sich heute ein am 12. September 1948 eingeweihter „Ehrenhain für die Opfer des Faschismus“, auf dem überlebende Widerstandskämpfer ein Ehrengrab bzw. eine Gedenktafel bekamen.

Weimar als Gauhauptstadt des „Schutz- und Trutzgaus Thüringen“ erfuhr durch die NS-Gauleitung mit der Errichtung von Wehrmachtskasernen auf der Lützendorfer Flur eine militärische Aufwertung. Einer ihrer literarischen prominenten Rekruten war der Dichter Wolfgang Borchert, der hier im antimilitaristischen Impetus seiner Werke bestärkt wurde.

Durch die kulturelle Bedeutung Weimars erhielt die Stadt Hitlers besondere Aufmerksamkeit. Eine weitreichende Neugestaltung der Stadt wurde durch den Architekten Hermann Giesler geplant und in Teilen umgesetzt. Der Gauleiter von Thüringen, Fritz Sauckel, ließ dazu einen Teil des Stadtviertels Asbachgrünzug und das Viadukt abreißen, um ein Gauforum zu bauen. Wichtige Bauten dieser Zeit waren:

  • Hotel Elephant
  • NS-Pressehaus, 1934/1935, heute „Thüringische Landeszeitung“/Redaktion
  • Landesamt für Rassewesen, 1934/1935, heute Bauhaus-Universität Weimar
  • Haus der NS-Ärztekammer, 1935, heute Bauhaus-Universität Weimar
  • Gauforum Weimar mit
  • Haus der Gliederungen der NSDAP, ab 1936, heute Haus 3 des Thüringer Landesverwaltungsamtes (TLVwA)
  • Halle der Volksgemeinschaft, ab 1937, heute Einkaufszentrum
  • Gebäude der Deutschen Arbeitsfront, 1937, heute Haus 2 des TLVwA
  • Gebäude des Reichsstatthalters und der Gauleitung, ab 1938, heute Haus 1 des TLVwA
  • Kreishaus der NSDAP, 1936/1937, heute Stadtverwaltung Weimar
  • Emmy Göring-Stift, 1936/1937, heute Marie-Seebach-Stift/Anbau
  • Nietzsche-Gedächtnishalle, ab 1937, heute leerstehend
  • Viehauktionshalle, 1937, heute für Kulturveranstaltungen genutzt
  • Villa Sauckel – Dienstwohngebäude des „Reichsstatthalters“ Fritz Sauckel, 1937/1938, heute Bildungszentrum der Bundesagentur für Arbeit
  • Gästehaus der Stadt Weimar, 1939/1940, heute Studentenwerk/Internat
  • Ersatzwohnungsbauten X-Straße, 1937/1939, heute Ferdinand-Freiligrath-Straße
  • Verwaltungsgebäude des Wehrkreises IV, um 1934/1935, heute Verwaltungsgericht Weimar
  • NS-Wohnbebauung im Bereich Windmühlenstraße, 1930er Jahre

Im Sommer 1937 wurde mit der Errichtung des Konzentrationslagers Buchenwald auf dem Ettersberg begonnen. Von den etwa 250.000 Häftlingen wurden dort bis 1945 mehr als 56.000 ermordet. Am 11. April 1945 erreichten die US-amerikanischen Truppen die Nähe des Lagers. Der zunehmende Kampflärm und die Auslösung von Feind-Alarm führten zur Flucht der meisten Wachleute. In dieser Situation konnte das Internationale Militärkommando (IMK) den Befehl zur Überwältigung der verbliebenen Wachleute geben.[20] Vorher war eine Selbstbefreiung durch die Gefangenen nicht möglich. Zwar hatten die US-Truppen am 8. April einen Hilferuf per Funk aus dem Lager empfangen, jedoch konnten die Häftlinge erst nach dem Eintreffen der US-Armee in der Weimarer Region die verbliebenen SS-Leute entwaffnen.[21] Der US-Sergeant Paul Bodot berichtete dem Stab der III. US-Armee am 11. April, dass sich das Lager in der Hand eines gut organisierten Häftlingskomitees befände.[22]

Bei Bombenangriffen – fast ausschließlich der US Air Force – auf Weimar am 9. und am 27. Februar sowie am 10. März 1945 wurde die Innenstadt schwer in Mitleidenschaft gezogen. 965 Tonnen Bomben wurden abgeworfen. Allein am 9. Februar 1945 verloren bei einem Tagesangriff von 198 B-17-Bombern („Fliegenden Festungen“) aus etwa 6.000 Meter Höhe etwa 460 Einwohner ihr Leben.[23] [24] Unter ihnen waren 80 von 90 Kindern des Kindergartens der NSV (heute Kita „Hufeland“).[25] Insgesamt 1254 Einwohner und 600 Buchenwald-Häftlinge starben bei den Luftangriffen.[26] 325 Gebäude wurden zerstört und weitere 210 schwer beschädigt. Darunter waren die Herderkirche, das Gelbe Schloss, Jägerhaus, Zeughaus, Wittumspalais, Tempelherrenhaus im Goethepark, Kulissenhaus am Theaterplatz, Landesmuseum, Nationaltheater, Hofapotheke, Stadthaus, Fürstenkeller und Gasthof zum Erbprinz. In Mitleidenschaft gezogen wurden auch: Goethehaus, Vulpiushäuser, Schillerhaus, Residenzschloss, Goethes Gartenhaus, Kirms-Krakow-Haus, Sächsischer Hof und Deutschritterhaus. Diese kulturell wertvollen Gebäude wurden größtenteils wieder aufgebaut, nicht wenige – trotz des allgemeinen Mangels – bereits kurz nach dem Krieg.

Denkmäler – so das Goethe-Schiller-Denkmal vor dem Theater – waren wegen der drohenden Luftangriffe „eingehaust“ worden. Bewegliches Kulturgut wurde nach außerhalb verlagert. So verbrachte man Museumsbestände nach Schloss Schwarzburg, auf die Veste Wachsenburg bei Arnstadt, auf die Dornburger Schlösser und in die Staatliche Schnitzerschule in Empfertshausen/Rhön. Dort wurden allerdings unter der amerikanischen und insbesondere der sowjetischen Besatzung wertvolle Gegenstände, vor allem viele Gemälde, entwendet.

Weimar in der SBZ und DDR[Bearbeiten]

Blick über die Dächer Weimars zur Stadtkirche St. Peter und Paul (Herderkirche), im Hintergrund der Jakobskirchturm (Foto von ca. 1963)

Am 12. August 1945 wurde auf dem Gelände des Konzentrationslagers Buchenwald das sowjetische Speziallager Nr. 2 Buchenwald von der Geheimpolizei des NKWD in Betrieb genommen. Bis zur Auflösung des Speziallagers im Februar 1950 kamen dort etwa 7.000 der 28.000 Inhaftierten ums Leben.

Weimar blieb nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst Landeshauptstadt des 1945 um die preußischen Gebiete um Erfurt vergrößerten Landes Thüringen. Nach der mit alliierten Kontrollratsbeschluß Nr. 46 auch juristisch vollzogenen Auflösung des Staates Preußen im Februar 1947 wurde am 7. Juli 1948 Erfurt zur Landeshauptstadt Thüringens erklärt. Mit der Bildung der Bezirke in der DDR 1952 verlor das Land Thüringen, wie auch die anderen Länder der SBZ, seine Funktion. Weimar war nun Stadtkreis im Bezirk Erfurt.

Am 17. Juni 1953 und am 18. Juni streikten im VEB Mähdrescherwerk in Weimar 3.000 Betriebsangehörige. Sie forderten eine Senkung der Arbeitsnormen und den Rücktritt der Regierung. Ein Auszug zu Demonstrationen in der Stadt wurde an beiden Tagen durch mit Gewehren bewaffnete Wacheinheiten der Volkspolizei und durch einen Zug der Sowjetarmee mit zwei Schweren Maschinengewehren am Werkstor verhindert. Am 18. Juni rief der sowjetische Stadtkommandant den Ausnahmezustand in der Stadt und im Landkreis aus. Starke Kräfte der Sowjetarmee wurden an allen öffentlichen Gebäuden und „wichtigen Objekten“ stationiert. Vergebliche Hauptforderung der Streikenden am 18. Juni war die Freilassung der am Vortag von ihnen gewählten und in der Nacht verhafteten 17 Vertreter („Rädelsführer“).[27] In Weimar wurde am 18. Juni 1953 der 26-jährige KFZ-Schlosser Alfred Diener aus Jena von der Sowjetarmee standrechtlich erschossen. [28]

Weimar war in der DDR ein gepflegtes und auch gegenüber dem Ausland vorweisbares „Schmuckstück“, jedenfalls an seinen touristischen Schwerpunkten. Es wurde darauf geachtet, dass der Oberbürgermeister während der gesamten Zeit der DDR nicht der SED (aber immer sein Stellvertreter), sondern der CDU angehörte. Einer von ihnen war Luitpold Steidle, der ein Albert-Schweitzer-Denkmal durchzusetzen vermochte, das einzige der DDR. In dieser Zeit wurden auch in Weimar neue Stadtteile in Plattenbauweise mit Tausenden von Wohnungen am Stadtrand gebaut: ab 1962 Weimar-Nord, ab 1978 Weimar-West und ab 1986 Schöndorf-Waldstadt.

In und bei Weimar befand sich bis Anfang der 1990er Jahre eine der stärksten Garnisonen der sowjetischen Streitkräfte in Thüringen. Besonders lästig für die Bevölkerung waren die im benachbarten Nohra stationierten Kampfhubschrauber.

Auch in der Friedlichen Revolution in der DDR 1989/90 spielte Weimar eine Rolle. Zuvor hatten die gefälschten DDR-Kommunalwahlen vom 7. Mai 1989 für Empörung und Protest gesorgt – Pfarrer Erich Kranz war in Weimar einer der ersten, die die Ergebnisse anzweifelten und das Gespräch mit den Verantwortlichen suchten. Erich Kranz war es auch, der wenige Monate später mit dem Bibelwort „Suchet der Stadt Bestes“ am 4. Oktober 1989 zur offenen Diskussion in die Jakobskirche einlud – weil der Menschen-Andrang sehr groß war, wich man in die größere und dann ebenfalls überfüllte Stadtkirche St. Peter und Paul aus.[29] Beginnend am 24. Oktober 1989 und ausgehend vom Platz der Demokratie fanden – jeweils am Dienstag – Großdemonstrationen statt, am 31. Oktober wurde die Teilnehmerzahl auf 15.000 geschätzt. Die Demonstrationszüge führten zu staatlichen Dienststellen, auch und besonders zur Kreisdienststelle des Ministeriums für Staatssicherheit. Angeführt wurden die Demonstrationen von Pfarrer Christoph Victor, Diakon H. J. Olbrecht und Aktivisten des Neuen Forums. Zunächst wurden Demokratie in der DDR und Öffnung der Stasi-Archive, später die Wiedervereinigung Deutschlands gefordert.[30]

Jüngste Geschichte[Bearbeiten]

Theater-Kubus im Ilmpark, Spielstätte im Kulturstadtjahr 1999
Das Welterbe-Emblem, seit 1996 auch in Weimar
Abgebrannter Dachstuhl der Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Am 5. November 1993 beschlossen die EU-Kulturminister, Weimar für das Jahr 1999 zur Kulturhauptstadt Europas zu ernennen. Dies war eine besondere Herausforderung, da die Stadt Weimar 1995 praktisch bankrott war und in Weimar als erster deutscher Gemeinde mit Horst Krautter ein externer Controller [31] eingesetzt wurde. Der aus Württemberg stammende Krautter wurde zusammen mit dem früheren Stadtkämmerer Egbert Geier durch die staatliche Kommunalaufsicht eingesetzt, um die städtischen Finanzen zu sanieren. Ansonsten hätte Weimar die Einsetzung eines Staatskommissars gedroht.

Weimars besondere kulturgeschichtliche Bedeutung über verschiedene Epochen hinweg wurde bereits mehrfach von der UNESCO gewürdigt. 1996 wurde der Eintrag Bauhaus und seine Stätten in Weimar und Dessau in die Welterbeliste aufgenommen, wobei Weimar mit drei Objekten vertreten ist: mit der ehemaligen Kunstgewerbeschule Weimar, dem heutigen Hauptgebäude der Bauhaus-Universität Weimar sowie dem Haus Am Horn. 1998 folgte ein weiterer Eintrag, der das Ensemble Klassisches Weimar aus insgesamt elf verschiedenen Denkmälern der Stadt zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärte. 1999 wurde mit dem Kolleg Friedrich Nietzsche der Klassik Stiftung Weimar ein Ort geschaffen zur freien Auseinandersetzung mit Philosophie, Wissenschaft und Kultur. 2001 wurde der literarische Nachlass von Goethe aus dem Goethe- und Schiller-Archiv in das Weltdokumentenerbe (Memory of the World) aufgenommen.

Seit dem 1. Mai 2004 ist die Stadt Weimar Trägerin des Beinamens Universitätsstadt. Die Bauhaus-Universität Weimar wurde 1996 von einer Hochschule zu einer Universität erweitert.

2004 und 2008 erhielt die Stadt beim Bundeswettbewerb Unsere Stadt blüht auf eine Goldmedaille.

Am Abend des 2. September 2004 zerstörte ein Brand in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek 50.000 Bücher. Dabei gab es erhebliche Verluste von Werken des 16. bis 20. Jahrhunderts. Unmittelbar danach begannen die Arbeiten zum Wiederaufbau der Bibliothek wie auch zur Rekonstruktion beschädigter, aber nicht völlig verbrannter Werke. Die Wiedereröffnung fand am 24. Oktober 2007 im Beisein des Bundespräsidenten Horst Köhler statt.

Seit dem 7. Mai 2008 erinnern 15 von dem Kölner Aktionskünstler Gunter Demnig vor ihren letzten Wohnstätten verlegte Stolpersteine an die Schicksale jüdischer Einwohner Weimars, die von den Nazis verfolgt und Opfer der Shoa wurden.

Am 23. September 2008 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Im Jahr 1955 erreichte die Einwohnerzahl der Stadt Weimar mit knapp 67.000 ihren historischen Höchststand. Die Bevölkerungszahl ist seit Ende der 1930er Jahre relativ stabil geblieben und schwankte die ganze Zeit – trotz hoher Arbeitslosigkeit und Geburtenrückgang seit der Wende in der DDR im Jahre 1989 – zwischen 60.000 und 67.000. Entscheidend für die Bevölkerungsentwicklung Weimars nach der Wende war unter anderem die Eingemeindung der heutigen Ortsteile Gaberndorf, Gelmeroda, Legefeld, Niedergrunstedt, Possendorf, Süßenborn, Taubach und Tröbsdorf im Jahre 1994. In den letzten Jahren konnte Weimar allerdings das höchste Bevölkerungswachstum einer thüringischen Kommune verzeichnen. Dafür sorgt neben einer nahezu ausgeglichenen Geburtenbilanz vor allem eine positive Wanderungsbilanz (2008: +266; 2007: +317; 2006: −29; 2005: +175; 2004: +160). In den Jahren 2001 bis 2003 waren die Wanderungsgewinne besonders hoch, da zuvor eine Zweitwohnsitzsteuer eingeführt wurde, die vor allem Studenten dazu veranlasste, ihren Zweitwohnsitz in einen Erstwohnsitz umzuwandeln.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Einwohnerentwicklung
aktuelle Bevölkerungsentwicklung und Prognosen
Die Stadtverwaltung Weimar in der Schwanseestraße
Jahr Einwohner
1779 6.041
1818 8.000
1. Dezember 1834 ¹ 10.638
1. Dezember 1850 ¹ 12.798
3. Dezember 1861 ¹ 13.887
3. Dezember 1864 ¹ 14.300
3. Dezember 1867 ¹ 14.800
1. Dezember 1871 ¹ 16.000
1. Dezember 1875 ¹ 17.500
1. Dezember 1880 ¹ 19.944
1. Dezember 1885 ¹ 21.565
1. Dezember 1890 ¹ 24.546
2. Dezember 1895 ¹ 26.700
Jahr Einwohner
1. Dezember 1900 ¹ 28.479
1. Dezember 1905 ¹ 31.117
1. Dezember 1910 ¹ 34.582
1. Dezember 1916 ¹ 32.733
5. Dezember 1917 ¹ 32.717
8. Oktober 1919 ¹ 37.200
16. Juni 1925 ¹ 45.957
16. Juni 1933 ¹ 49.327
17. Mai 1939 ¹ 65.916
1. Dezember 1945 ¹ 62.768
29. Oktober 1946 ¹ 66.659
31. August 1950 ¹ 64.452
31. Dezember 1955 66.675
Jahr Einwohner
31. Dezember 1960 63.996
31. Dezember 1964 ¹ 63.943
1. Januar 1971 ¹ 63.634
31. Dezember 1975 63.004
31. Dezember 1981 ¹ 63.725
31. Dezember 1985 63.373
31. Dezember 1988 63.412
31. Dezember 1990 60.326
31. Dezember 1995 62.122
31. Dezember 2000 62.425
31. Dezember 2005 64.594
31. Dezember 2010 65.479
31. Dezember 2011 65.542

¹ Volkszählungsergebnis

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[32][33]
Wahlbeteiligung: 49,6 % (2009: 54,0 %)
 %
30
20
10
0
23,6 %
19,4 %
18,1 %
15,5 %
14,4 %
3,2 %
2,9 %
2,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+0,4 %p
-0,5 %p
+4,5 %p
+0,1 %p
-4,0 %p
-3,2 %p
+2,9 %p
-0,3 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
e weimarwerk bürgerbündnis e.V.

Stadtrat[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:

CDU: 10 (±0)
LINKE: 8 (+2)
SPD: 8 + 1 (OB-Stimme) (±0)
FDP: 1 (-2)
GRÜNE: 7 (+1)
weimarwerk bürgerbündnis: 6 (-2)
NPD: 1 (±0)
PIRATEN: 1 (+1)

Oberbürgermeister[Bearbeiten]

Stefan Wolf (SPD) setzte sich am 21. Mai 2006 bei einer Stichwahl mit 58,3 % gültigen Stimmen als Oberbürgermeister durch. Die Amtsübergabe fand am 1. Juli 2006 im Weimarer Rathaus statt.[34] Am 6. Mai 2012 setzte er sich abermals in einer Stichwahl mit 56,2 % der abgegebenen gültigen Stimmen gegen den Gegenkandidaten des Bürgerbündnisses weimarwerk e.V. durch und bekleidet somit das Amt des Oberbürgermeisters für weitere sechs Jahre.[35]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In einem goldenen, mit roten Herzen übersäten Schild ein rot gezungter, steigender schwarzer Löwe.

Der Löwe im herzbestreuten Schild ist das Wappen der Grafen von Orlamünde, dessen ursprüngliche blaue Tingierung auf die dänische Prinzessin Sophia, die Gemahlin Siegfrieds III. (1176–1206), zurückgeht und der nach Übergang der Grafschaft in wettinischen Besitz in schwarz umgefärbt wurde. In der Zeit von 1938 bis 1945 wurde ein neues Stadtwappen verwendet: ein aus vier Adlerköpfen gebildetes, altrotes Hakenkreuz in Goldfassung, über das ein goldenes, vierspeichiges Rad gelegt wurde.[36] Die jetzige Wappenform wurde 1975 im Rahmen der 1000-Jahr-Feier eingeführt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • Hämeenlinna, Finnland, seit 6. September 1970
  • Trier, Deutschland, seit 24. Mai 1987
  • Siena, Italien, seit 15. April 1994
  • Blois, Frankreich, seit 18. Februar 1995
  • Zamość, Polen, seit 25. Mai 2012[37]

Städtefreundschaft[Bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten]

Das „congress centrum neue weimarhalle“ von gmp

Durch seine zahlreichen Klassikerstätten, durch weitere Museen, Galerien und Baudenkmale sowie Kulturstätten (Theater, Studenten- und Alternativ-Kultur) ist Weimar das bedeutendste Ziel für Städtetourismus in Thüringen. Bedeutend ist vor allem der Bildungstourismus. Die Stadt ist mit Führungen in den einzelnen Museen und mit zahlreichen thematischen Stadt- und Kostümführungen darauf eingerichtet. Des Weiteren zählt die Gedenkstätte für das KZ Buchenwald und das Speziallager Nr. 2 Buchenwald zu den am meisten frequentierten touristischen Zielen Thüringens. Weimar ist aber auch Tagungsstadt. Neben dem 1999 eröffneten congress centrum neue weimarhalle für Konferenzen, Tagungen, Fachmessen, Konzerte, Ausstellungen etc. sind noch weitere Bildungs- und Tagungsstandorte vorhanden. Den Tourismusfunktionen ist auch das Beherbergungsangebot angepasst, das vom Hotel höchster Kategorie bis zu mehreren Jugendherbergen reicht. In Weimar sind allein 28 Hotels angesiedelt, darunter zwei Fünfsternehotels.

Weimar liegt unter anderem am 124 Kilometer langen Ilmtal-Radweg und ist gut in das in Thüringen bestehende Netz aus Wanderwegen eingebunden. Das Goethehaus in Weimar ist beispielsweise der Anfangspunkt des historischen Goethe-Wanderwegs nach Großkochberg. Außerdem ist Weimar ein Haltepunkt an der Thüringer Klassikerstraße, die entlang der Bundesstraße 7 quer durch den Freistaat führt. Auch die thüringisch-bayrische Bier- und Burgenstraße entlang der Bundesstraße 85 zwischen Bad Frankenhausen und Passau führt durch Weimar. Die Stadt kann mit urigen Bieren aufwarten wie dem 1533 Schwanenblond, das in Weimars ältester Gaststätte, dem Weißen Schwan ausgeschenkt wird.

Kulturelle Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Nationaltheater[Bearbeiten]

Das Deutsche Nationaltheater mit der Staatskapelle Weimar ist der bedeutendste Theaterbetrieb Weimars. Es handelt sich dabei um eine Doppelinstitution, bestehend aus dem Bühnenbetrieb Deutsches Nationaltheater und dem Orchester Staatskapelle Weimar.

Schlösser und Palais[Bearbeiten]

Stadtschloss Weimar mit Schlossturm

Seit dem Mittelalter besitzt Weimar ein Stadtschloss, das mehrmals erneuert wurde. Aus der Zeit der Weimarer Klassik stammt dagegen das Wittumspalais, in dem Anna Amalia ihre letzten Jahre verbrachte. Schloss und Park Belvedere, außerhalb des Stadtzentrums gelegen, waren ursprünglich die Sommerresidenz der Weimarer Fürsten. Eine besondere Bedeutung hatten Schloss und Park Tiefurt als Lieblingsresidenz Anna Amalias und Treffpunkt ihres literarisch-musischen Kreises. Auch Schloss und Park Ettersburg hatten zu dieser Zeit eine ähnliche Funktion und gehören heute zur Klassik Stiftung Weimar.

Siehe auch Rotes Schloss (Weimar)

Kirchen[Bearbeiten]

Stadtkirche St. Peter und Paul

Die größte Kirche Weimars ist die Stadtkirche St. Peter und Paul, die im Wesentlichen um 1500 erbaut wurde. Sie ist auch als Herderkirche bekannt; dieser Name geht auf das Wirken des Theologen und Philosophen Johann Gottfried Herder zur Zeit der Weimarer Klassik zurück. Das Altarbild wurde von Lucas Cranach dem Älteren und dem Jüngeren geschaffen.

Die barocke Jakobskirche, die ehemalige Hofkirche, ist die Traukirche Johann Wolfgang Goethes. Auf ihrem Kirchhof sind die Grabmale mehrerer berühmter Persönlichkeiten zu sehen.

Die katholische Herz-Jesu-Kirche wurde 1891 im Neorenaissancestil erbaut.

Im Jahre 1899 wurde die Kirche Saint Michael and All Angels in der heutigen Shakespearestraße für die damalige anglikanische Gemeinde im Stil der anglikanischen Spätgotik errichtet. Sie ging 1927 in den Besitz der Weimarer Stadtkirchengemeinde über, wurde 1928 als Kreuzkirche neu geweiht, erhielt in den 1950er Jahren einen seitlich stehenden Turm, darauf 1962 ein Geläut und wurde ab 1972 von dem Architekten Kaufmann innen neu gestaltet.[38]

Der Stadtteil Gelmeroda hat eine Dorfkirche, die durch den Maler Lyonel Feininger bekannt ist.

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Goethes Wohnhaus am Frauenplan
Schillers Wohnhaus in der Schillerstraße
Gedenkstätte Buchenwald
Neues Museum Weimar

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Kunstmuseen und -galerien[Bearbeiten]

Zeitgenössische Kunst wird sowohl im Neuen Museum Weimar ausgestellt, einer Einrichtung der Klassik Stiftung Weimar, als auch in der von einem Verein betriebenen Galerie Eigenheim und in der Kunsthalle Harry Graf Kessler. Das Bauhaus-Museum zeigt rund 500 Exponate der im Jahre 1919 in Weimar gegründeten Kunstschule Bauhaus, darunter Werke von Walter Gropius und Johannes Itten.[39] 2015 soll gegenüber dem congress centrum Neue Weimarhalle ein Museum für Bauhaus-Architektur und -Design entstehen und damit das Provisorium auf dem Theaterplatz ablösen. Aus einem internationalen Wettbewerb ging die Berliner Architektin Heike Hanada als Siegerin hervor.[40]

Geschichtsmuseen[Bearbeiten]

Das Thüringische Landesamt für Archäologische Denkmalpflege unterhält in Weimar das Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens.

Die Geschichte der Stadt selbst wird im Stadtmuseum dargestellt, das sich im Bertuchhaus befindet. Die Ausstellung beginnt mit den Spuren der frühesten Besiedelung und behandelt als Schwerpunktthemen unter anderem das Wirken Johann Sebastian Bachs und Friedrich Justin Bertuchs in Weimar sowie die Nationalversammlung 1919 und die Weimarer Republik.

Das Weimarhaus, ein privates „Geschichts-Erlebnismuseum“, zeigt wichtige historische Ereignisse in Form von unterhaltsamen Dioramen.

Archive[Bearbeiten]

Bibliotheken[Bearbeiten]

Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Weitere Museen[Bearbeiten]

Kulturzentren[Bearbeiten]

Jugendzentrum mon ami am Goetheplatz
  • Neue Weimarhalle, 1999 entstanden als Nachfolgebau der 1932 errichteten und 1997 abgerissenen Weimarhalle, „gehört zu den schönsten Veranstaltungs- und Kongresshäusern Europas“[43] – das MDR Fernsehen sendete am 1. Dezember 2013 eine ausführliche Dokumentation über das Haus und seine Geschichte[44]
  • ACC Galerie Weimar – Autonomes CulturCentrum − mit Galerie für zeitgenössische Kunst, Veranstaltungen und einem Restaurant/Caféhaus
  • C-Keller & Galerie, Markt 21 – Café, Bar, Kunstgalerie, Veranstaltungsort
  • E-Werk Weimar mit Straßenbahndepot
  • Gaswerk – Projektwerkstatt und Veranstaltungsort
  • Gerber 1 und Gerber 3 – Haus für Soziokultur
  • Mon Ami – Jugend- und Kulturzentrum
  • Studentenclub Schützengasse – Studentenclub (geschlossen)
  • Volkshaus (Weimar)

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Neptun vor dem Weimarer Rathaus
  • Weimarer Zwiebelmarkt: Am zweiten Oktober-Wochenende findet jedes Jahr der Weimarer Zwiebelmarkt statt, dessen Traditionen bis in das Jahr 1653 zurückreichen. Der Zwiebelmarkt erstreckt sich über das gesamte Altstadtgebiet und zieht jährlich bis zu 350.000 Besucher an. Neben den Verkaufsständen sorgen Bühnen mit Musik und Performances für Unterhaltung.
  • Weimarer Rendezvous mit der Geschichte: Seit 2009 veranstaltet die Stadt Weimar ein Geschichtsfestival nach dem Vorbild der Rendez-vous de l’histoire in der Partnerstadt Blois. An einem Wochenende im November finden Vorträge, Podiumsdiskussionen, ein Filmfest und weitere Veranstaltungen zu einem Rahmenthema statt. Die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats sowie die Teilnehmer an den Veranstaltungen entstammen in der Regel den Ländern des Weimarer Dreiecks.
  • „Weimarer Meisterkurse“ Seit mehr als 50 Jahren bietet die Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar im Sommer Meisterkurse an. Dazu werden Studierende weltweit eingeladen, in öffentlichen Kursen bei international anerkannten Musikern Unterricht zu nehmen. Die Meisterkurse haben sich inzwischen mit zahlreichen öffentlichen Konzerten zu einem Musikfestival entwickelt.
  • „Genius Loci Weimar“ ist ein Festival für ortspezifisch entwickelte audiovisuelle Kunst mit dem speziellen Fokus auf Fassadenprojektionen. Erstmals fand das Festival vom 10.-12. August 2012 statt. An der Fassade des Fürstenhauses in Weimar, dem heutigen Haupthaus der Hochschule für Musik „Franz Liszt“, wurde eine Produktion des Istanbuler Künstlerkollektivs NERDWORKING präsentiert. Das Festival soll jährlich stattfindenden.
  • Kunstfest pèlerinages: Ende August bis Mitte September findet alljährlich das Kunstfest pèlerinages in Weimar statt. Das Festival steht für eine Reflexion des Jetzt-Zustandes klassisch orientierter Kultur. Für die Jahre 2004 bis 2013 ist Nike Wagner künstlerische Leiterin des Weimarer Kunstfestes, das maßgeblich durch das Thüringer Ministerium für Bildung Wissenschaft und Kultur und die Stadt Weimar finanziert wird.
  • „Yiddish Summer Weimar“ ist ein jährlich stattfindender internationaler Kurs für Klezmer-Musik und zugleich ein Musikfestival. Der YSW gehört zu den wichtigsten Klezmer-Meisterkursen weltweit. Gründer und Leiter des Yiddish Summer ist der Musikwissenschaftler und Musiker Dr. Alan Bern. Aus dem Yiddish Summer heraus entstand das Projekt THE OTHER EUROPEANS, das eine einzigartige Verbindung von Lautari- und Klezmermusik schuf. Über das Projekt berichtet ein im Jahr 2012 in den Kinos gestarteter Dokumentarfilm „Der zerbrochene Klang“, der von 1Meter60Film aus Weimar produziert wurde.
  • „Bachbiennale:“ Festival für barocke Musik und historische Aufführungspraxis. Seit 2012 wurde die Bachbiennale um ein Kindermusikfestival erweitert, das einzige deutsche Barockmusikfestival für Kinder.
  • Zur Langen Nacht der Museen werden jedes Jahr im Sommer die Kultureinrichtungen in Weimar und im Weimarer Land bis weit nach Mitternacht geöffnet. Interessierte können hier Museen, Galerien, Archive und Kirchen besichtigen, an Führungen teilnehmen und Konzerte und Vorträge anhören.
  • Kleinkunst-Festival: Seit 2004 findet jedes Jahr von Mai bis Juni ein sechswöchiges Kleinkunst-Festival auf dem Beethovenplatz in Weimar statt. In dem dafür auf der Wiese errichteten „Köstritzer Spiegelzelt“ präsentieren Künstler aus verschiedenen Ländern ein Programm aus Musik, Theater und Kabarett. Erstmals wurde 2010 der Publikumspreis Marlene am Ende des Festivals verliehen. 35 Künstler standen in 40 Vorstellungen zur Auswahl. Gewonnen haben Malediva.
  • Fête de la Musique: Am 21. Juni eines jeden Jahres beteiligt sich Weimar an der internationalen Fête de la Musique.
  • Klassisches Open-Air-Konzert: Der Weimarhallenpark ist Anfang Juli jeden Jahres Schauplatz für ein klassisches Open-Air-Konzert der Staatskapelle Weimar. Die Thematik des Events bezieht sich auf die Musik einer bestimmten Nation (2007: „Eine Ungarische Nacht“, 2008: „Eine Französische Nacht“, 2009: „Eine Amerikanische Nacht“). Die Musiker spielen auf einer schwimmenden Bühne auf dem Teich, während die bis zu 3000 Zuschauer auf Terrassen und Wiesen des illuminierten Parks Platz nehmen.
  • Seit über 20 Jahren findet im August vor Goethes Wohnhaus ein Weinfest statt. Immer zu Goethes Geburtstag trifft man sich hier, um den Dichterfürst bei einem guten Tropfen zu ehren.

Sport[Bearbeiten]

Der bekannteste Verein der Stadt ist der Fußballverein SC 1903 Weimar, früher Motor Weimar. Er hat zu DDR-Zeiten meist in der DDR-Liga (2. Liga), kurzzeitig auch in der Oberliga (1. Liga) gespielt, befindet sich zurzeit in der Thüringenliga. Die Heimspiele werden im reinen Fußballstadion Am Lindenberg ausgetragen, welches an der Ausfallstraße Richtung Jena liegt.

Zentraler, genauer zwischen Zentrum und Weimar West, liegt die größte Ballung von Sportstätten der Stadt, bestehend aus Schwanseebad, Johannes-Schwimmhalle, Wimaria-Stadion, Tennisgelände und Drei-Felder-Halle. Dazu existieren weitere Anlagen, wie z. B. die Falkenburg, ein Fußballhartplatz inklusive Drei-Felder-Halle, das Bootshaus als Kanusportzentrum an der Ilm sowie die für die Vereine ab Nachmittag freigegebenen Schulsporthallen.

Weimarer Erfolge, mit Siegen auf Landes-, Bundes- und DDR-Ebene bzw. Zugehörigkeit zur höchsten Spielklasse, gab es in überraschend vielen Sportarten. Ein Beispiel dafür ist der Wildwasserkanusport im KGC 66 Weimar, den Weimarer Athleten in der DDR zeitweise dominiert hatten. Auch im Tennis, Volleyball, Schach, Boxen, Fechten, Judo, Basketball, Turnen, Tischtennis, Rettungsschwimmen und Altherrenfußball verfügt Weimar über Mannschaften oder Einzelsportler auf gutem Amateurniveau.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der VEB Weimar-Werk 1974

In Weimar arbeiten 11,2 % der Beschäftigten im produzierenden Gewerbe und 87,7 % im Dienstleistungssektor. Davon entfallen allein 37,6 % auf Gastronomie und Handel. 2002 gab es in Weimar 3.344 Betten in 37 Hotels mit insgesamt 435.677 Übernachtungen bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 1,9 Tagen.

Größtes Industrieunternehmen ist die Bayer Weimar GmbH und Co. KG, ein Tochterunternehmen der Bayer HealthCare, mit etwa 500 Beschäftigten. Weiterhin befindet sich in Weimar ein Abfüllbetrieb von Coca-Cola, der 1991 aus dem Erfrischungsgetränkehersteller VEB Limona Weimar hervorging. Auf dem Gelände des 1898 gegründeten Waggonwerk Weimar, das während der DDR-Zeit als VEB Weimar-Werk verschiedenste Landmaschinen herstellte, befindet sich heute ein Standort der Hydrema-Gruppe, die in Weimar Baumaschinen herstellt. Der Einzelhandels-Discounter Aldi-Nord ist mit einer seiner Regionalniederlassungen und einem großflächigen Zentrallager in Weimar ansässig.

In Weimar befand sich von 1896 bis 1935 die Orgelbauwerkstatt Heerwagen.

Verkehr[Bearbeiten]

Luftposttransport zwischen Berlin und Weimar im Februar 1919

In Weimar treffen die Thüringer Bahn, die Ilmbahn und die Holzlandbahn aufeinander. Der Bahnhof Weimar ist ein wichtiger Bahnhof in Thüringen und IC-Systemhalt der Linie 50 (Abschnitt Frankfurt am Main–Erfurt–Leipzig) und der zumeist von IC-, teilweise von ICE-Zügen bedienten Linie 51 (DüsseldorfKassel–Erfurt–LeipzigBerlin (IC)/Dresden (ICE)). In Weimar halten einzelne ICE der Verbindung EisenachBerlinHamburg. Die Anbindung ans Nachtzugnetz besteht mit dem CNL Semper von/nach Frankfurt am MainZürich.

Im Nahverkehr ist Weimar im Takt des Regionalexpress Göttingen – Erfurt – Weimar – JenaGlauchau/Zwickau oder Erfurt – Weimar – JenaGera/Altenburg alle zwei Stunden erreicht, dazu sind die Regionalbahn Eisenach – Erfurt – Weimar – Naumburg – Halle (Saale) und die Regionalbahn Weimar–Kranichfeld wichtige Anbindungen.

Im Stadtgebiet befinden sich die zwei Bahnhöfe: Weimar und Weimar Berkaer Bahnhof sowie fünf Haltepunkte: Oberweimar, Weimar West, Nohra (b Weimar), Holzdorf, Legefeld. Obgleich nicht auf Weimarer Flur gelegen gehört auch die Station Obergrunstedt zum Tarifbereich Weimar. Der Bahnhof Weimar, in Weimar als „Hauptbahnhof“ ausgeschildert, wurde 2005 von der Allianz pro Schiene als Bahnhof des Jahres in der Kategorie Klein- und Mittelstädte ausgezeichnet.

Der öffentliche Personennahverkehr wird von der Stadtwirtschaft Weimar GmbH mit einem Stadtbusnetz durchgeführt. Die zentrale Umsteigehaltestelle am Goetheplatz wird von allen acht Stadtbuslinien bedient. Weitere wichtige – jedoch nicht von allen Linien angefahrene – Umsteigehaltestellen befinden sich am Hauptbahnhof, in der Gropiusstraße und am Wielandplatz. In der umliegenden Region, also im nordwestlichen Weimarer Land und im Landkreis Sömmerda, wird der ÖPNV von der Verwaltungsgesellschaft des ÖPNV Sömmerda und Weimar mbH betrieben.

Zwischen 1899 und 1937 verkehrte in der Stadt die Straßenbahn Weimar. Ihr Liniennetz mit 1000 Millimetern Spurweite wurde zu Gunsten von Bus und Oberleitungsbus stillgelegt, sodass Weimar die größte Stadt ohne Straßenbahnnetz in den neuen Bundesländern ist. Der Obusbetrieb Weimar bestand von 1948 bis 1993. Am 1. April 2006 wurde in den Städten Erfurt, Jena, Weimar, Apolda und im nördlichen Landkreis Weimarer Land der einheitliche Verbundtarif Mittelthüringen eingeführt. Alle öffentlichen Verkehrsmittel der Region besitzen seitdem einen einheitlichen Tarif.

Vom Flugplatz am Lindenberg aus flog die Deutsche Luft-Reederei ab Februar 1919 einen regelmäßigen Luftpostdienst zwischen Weimar und Berlin.

Seit 30. Juni 2011 bietet der bei Erfurt gelegene Verkehrsflughafen Erfurt-Weimar Ferienflugverbindungen sowie eine vom Land Thüringen subventionierte Linienverbindung zum Flughafen München an die von Cirrus Airlines mit der Dornier Do328 bedient wird.

Die Anschlussstelle Weimar der A 4 ist die Anbindung zur Stadt, die Abfahrten Apolda aus östlicher und Nohra aus westlicher Richtung ergänzen diese. In der Stadt kreuzen die Bundesstraßen 7 (West-Ost-Richtung von Erfurt nach Jena) und 85 (Nord-Süd-Richtung von Bad Frankenhausen nach Rudolstadt). Die B 7 von Erfurt in die Stadt kommend umgeht in west-nördlicher Richtung auf einer teilweise zweispurig ausgebauten Umgehungsstraße. Der Bau einer weiteren Ortsumgehung in nord-östlicher Richtung nach Jena durch das Ilmtal bei Taubach ist immer in der örtlichen Diskussion.

Weimar liegt am Ilm-Radweg, am Radfernweg Thüringer Städtekette und am Lauraradweg. Der Goethewanderweg führt von Weimar nach Großkochberg.

Medien[Bearbeiten]

Weimar ist Medienstandort.

  • Sitz der Thüringischen Landeszeitung (TLZ). Außerdem gibt es eine Lokalausgabe der Thüringer Allgemeinen (Erfurt)
  • Ausbildungsstätte für medientechnisches Know-How (u. a. eigene Fakultät Medien an der Bauhaus-Universität Weimar)
  • Sitz des regionalen Fernsehsenders Salve.TV
  • Sitz des lokalen nichtkommerziellen Rundfunksenders Radio Lotte
  • Sitz des Einrichtungsrundfunks Bauhaus.FM am Lehrstuhl für Experimentelles Radio der Bauhaus Universität Weimar
  • Sitz der privaten Radiosender Antenne Thüringen und Radio Top40
  • Standort des Filmtechnikdienstleisters Maier Bros.
  • Ort eines freien, selbst verwalteten und nicht kommerziellen Netzwerkes – Weimarnetz auf der Basis von Freifunk
  • vier Filmtheater (Cinestar, Lichthaus Kino, Kommunales Kino im Kulturzentrum mon ami, Cinemagnum im Weimarer Atrium)
  • Weimarer Filmfest[45]
  • Internationales Studentisches Filmfest backup[46]
  • Sitz der Filmproduzenten Ostlicht Filmproduktionen GmbH, 1Meter60Film, Gruppe Weimar, Makido Film, Nivre Film & Studio GmbH

Energie[Bearbeiten]

Die Energieversorgung in Weimar ist zunehmend durch Erneuerbare Energien geprägt. Neben Photovoltaik spielen insbesondere interkommunale Windprojekte eine Rolle. 2014 wurde Weimar zur "Energiekommune" ernannt.[47]

Bildung[Bearbeiten]

Friedrich-Schiller-Gymnasium 2009

Schulen[Bearbeiten]

  • Gymnasien: „Friedrich Schiller“ / „Johann Wolfgang v. Goethe“ / „Humboldt“ / Musikgymnasium Schloss Belvedere
  • Gemeinschaftsschule: Staatliche Gemeinschaftsschule Weimar
  • Regelschulen: „Carl August Musäus“/ "Weimar-Schöndorf" / „Parkschule“ / „Johann Heinrich Pestalozzi“
  • Grundschulen: „Johann Heinrich Pestalozzi“ / „Louis Fürnberg“ / „Johannes Falk“ / „Albert Schweitzer“ / „Parkschule“ / „Lucas Cranach“ / „Weimar-Schöndorf“ / „Legefeld“
  • Berufsschulen: SBBS für Wirtschaft, Verwaltung und Ernährung „Friedrich Justin Bertuch“ / Staatliches Berufsbildungszentrum Weimar – (Kompetenzzentrum für Gesundheit, Soziales und Technik), zu DDR-Zeiten u.a. die Medizinische Fachschule „Walter Krämer
  • Schulen in freier Trägerschaft: Thuringia International School Weimar (ThIS) / Freie Waldorfschule Weimar / „Johannes Landenberger“ Schule (Förderschule für geistig Behinderte)
  • Sonstige Schulen: Thüringenkolleg Weimar (2. Bildungsweg) / Musikschule „Ottmar Gerster“ / Herderschule (staatliches regionales Förderzentrum) / Volkshochschule Weimar

Universitäten/Hochschulen[Bearbeiten]

Büchereien[Bearbeiten]

Herzogin Anna Amalia Bibliothek 1991
  • Stadtbibliothek
  • Umweltbibliothek der Grünen Liga
  • Katholische Öffentliche Bücherei
  • DDR-Bücherstube Taubach[48]

Literarische Gesellschaften[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe: Liste Weimarer Persönlichkeiten

Ehrenbürger der Stadt Weimar[Bearbeiten]

Gedenkstein für Friedrich Caspar von Geismar, Weimars ersten Ehrenbürger

Seit 1814 verleiht Weimar die Ehrenbürgerschaft an verdienstvolle Persönlichkeiten.

Ehrenbürger der Stadt Weimar sind aktuell folgende Personen (Stand: November 2013): 1814: Friedrich Caspar von Geismar; 1824: Johann Daniel Falk; 1825: Julius August Walther Goethe; 1839: Carl Wilhelm von Fritsch; 1842: Johann Gottfried Zunkel; 1848: Karl Friedrich Horn; 1857: James Patrick von Parry; 1857: Ludwig Schaller; 1857: Ernst Rietschel; 1857: Hanns Gasser; 1857: Ferdinand von Miller; 1860: Franz Liszt; 1865: Carl August Schwerdgeburth; 1866: Wilhelm Bock; 1867: Gottlob Töpfer; 1868: Christian Bernhard von Watzdorf; 1869: Friedrich Preller; 1874: Hugo Fries; 1875: Adolf Donndorf; 1876: Gustav Thon; 1878: Robert Härtel; 1902: Bruno Schwabe; 1910: Louis Döllstädt; 1917: Wilhelm Heller; 1917: Paul von Hindenburg; 1925: Richard Strauss; 1926: Eduard Scheidemantel; 1930: Martin Donndorf; 1937: Walter Felix Mueller (zurückgegeben 1946[53]); 1944: Anton Kippenberg; 1944: Paul Schultze-Naumburg (zurückgegeben 1946[54]); 1946: Rudolf Paul; 1949: Thomas Mann; 1949: Heinrich Lilienfein; 1952: August Frölich; 1953: Hermann Abendroth; 1958: Henry Manhès; 1959: Louis Fürnberg; 1961: Bruno Apitz; 1965: Iwan Kolesnitschenko; 1973: Luitpold Steidle; 1979: Walter Bartel; 1991: Erich Kranz; 1994: Jutta Hecker; 1998: Hans Eberhardt; 2007: Helmut Schröer; 2009: Bertrand Herz; 2011: Ottomar Rothmann.[55][56]

Sonstiges[Bearbeiten]

Die Einwohner Weimars werden als Weimarer bezeichnet, wobei noch Johann Wolfgang von Goethe die Einwohner Weimars als Weimaraner bezeichnete.[57] Heute versteht man unter Weimaraner eine Hunderasse, die im 19. Jahrhundert hier gezüchtet wurde.

Adjektivisch oder adverbial werden sowohl Weimarer (dann meist in Bezug auf die Stadt), als auch Weimarische/-r/-s (dann meist in Bezug auf das Land Sachsen-Weimar/Sachsen-Weimar-Eisenach) gebraucht (z. B. Weimarer Bürgermeister, Weimarischer Staatsrat).

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weimar – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Weimar – Reiseführer
 Wikinews: Themenportal Weimar – in den Nachrichten
 Wiktionary: Weimar – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. vgl. Deutsche UNESCO-Kommission e.V.: Klassisches Weimar, Internetseite
  3. Hydrogeologische Karte Thüringens der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (PDF; 4,37 MB) (Landkreisweise sind noch feinere Karten erhältlich.)
  4. Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte, S. 143ff.
  5. Gina Thomas: Interview mit Neil MacGregor: Stellt Euch vor, ihr seid Deutsche. faz.net, 14. Oktober 2014, abgerufen am 14. Oktober 2014
  6. Bemman / Hahne S. 35 mit weiterer Literatur.
  7. Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte, S. 91
  8. Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte, S. 293
  9. vgl. Rudolf Feustel , Herausgeber: Alt-Thüringen, Jahresschrift des Museums für Ur- und Frühgeschichte Thüringens, 15. Band, Weimar 1978. Darin: Günther Röblitz: Die Gepräge der Münzstätte Weimar (Tabelle S. 111). (PDF; 828 kB)
  10. Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 247f.
  11. Wilhelm Möller: Richtstätten und Hinrichtungen in der Stadt Weimar. Beiträge zur Geschichte der Stadt Weimar. Heft 21, Bimaria Verlag, Weimar, S. 21
  12. Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte, S. 73
  13. Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte, S. 477f.
  14. Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte, S. 276
  15. Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte, S. 496.
  16. Historisches Lexikon Bayerns – Hitlerjugend
  17. Jens Schley: Nachbar Buchenwald. Die Stadt Weimar und ihr Konzentrationslager 1937–1945. Köln, Weimar, Wien 1999. ISBN 3-412-15298-6. S. 12
  18. Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Weimar 1998, S. 383, ISBN 3-7400-0807-5
  19. Guido Dressel: Quellen zur Geschichte Thüringens. 75 Jahre Freistaat Thüringen. Wahlen und Abstimmungsergebnisse 1920-1995, S. 100ff.
  20. Jorge Semprun in der „Glocke vom Ettersberg“ II/1997, S. 11
  21. Die Befreiung des KZ Buchenwald
  22. Modern military archives, Washington, 4. armored division, 604-2.2-daily reports, June 1944 – May 1945
  23. Protest gegen Aufmärsche. Thüringische Landeszeitung, 8. Februar 2013
  24. Joachim Lattke:Zur Mittagszeit versank alles im Schutt. Thüringische Landeszeitung, 9. Februar 2013
  25. Gedenken an Bombenopfer. Thüringische Landeszeitung, 10. Februar 2012
  26. Joachim Lattke:Zur Mittagszeit versank alles im Schutt. Thüringische Landeszeitung, 9. Februar 2013
  27. Geheimer Bericht der Bezirksbehörde Erfurt der Volkspolizei vom 29. Juni 1953 über die Ereignisse am 17. Juni und den Folgetagen
  28. Der Schrei nach Freiheit. 17. Juni 1953 in Thüringen. Katalog zur Ausstellung der Stiftung Ettersberg zum 50 Jahrestag des 17. Juni 1953. Zuletzt gezeigt im Thüringer Landtag in Erfurt im Juni 2012
  29. http://www.horch-und-guck.info/hug/archiv/1996-1999/heft-25/02506-voigt/
  30. Christoph Victor: Oktoberfrühling. Die Wende in Weimar. Hrsg. Stadtmuseum Weimar, 1992 und 2009. ISBN 3-910053-25-4
  31. [1]: Beispiel Weimar Von Stefan Schulz Berliner Morgenpost vom 19. November 2002 (nur für Online-Abonnenten zugänglich)
  32. Wahlen in Thüringen. Abgerufen am 4. August 2014.
  33. Wahlen in Thüringen. Abgerufen am 18. September 2013.
  34. Wahlergebnisse der Oberbürgermeisterwahlen (PDF)
  35. Wahlergebnisse der Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters am 6. Mai 2012 (PDF; 2,2 MB)
  36. Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte, S. 427
  37. Weimar schließt Partnerschaft mit Zamosc in Polen. In: Thüringer Allgemeine, 26. Mai 2012
  38. Weimar-Lexikon, S. 261
  39. Weimar.de – Tourismus: Bauhaus-Museum
  40. Weimar baut neues Bauhaus-Museum. Abgerufen am 18. September 2013.
  41. Bibliothek der Hochschule für Musik
  42. Bibliothek der Gedenkstätte Buchenwald
  43. http://www.mdr.de/musiksommer/spielorte/artikel75906.html
  44. http://www.mdr.de/tv/programm/sendung331730.html
  45. Weimarer Filmfest
  46. Internationales Studentisches Filmfest backup
  47. Weimar: Engagiert in Windprojekten vom 29. August 2014
  48. DDR-Bücherstube Taubach. Abgerufen am 19. August 2011.
  49. Christoph Victor (Hg.): Der Mut zum aufrechten Gang – Erinnerungen an den Weimarer Pfarrer und Ehrenbürger Erich Kranz. Weimar 2013
  50. http://weimar.tlz.de/web/lokal/leben/detail/-/specific/300-Jahre-Weimarer-Jakobskirche-Pfarrer-Erich-Kranz-mit-Buch-gewuerdigt-161675229
  51. http://www.kirchenkreis-weimar.de/attachment/1e04a530a4a2ea84a5311e0b398655a31b0aa30aa30/1e2918b2edf1342918b11e2818e0505d069a37ba37b/jahresprogramm2013_web.pdf
  52. Ehrenbürger von Weimar
  53. http://www.weimar.de/fileadmin/Redaktion/Leben/Bilder/Kulturstadt/Hoehepunkte/Preise_und_ehrungen/Ehrenbuerger/ehrenbuergeruebersicht_2013.pdf
  54. http://www.weimar.de/fileadmin/Redaktion/Leben/Bilder/Kulturstadt/Hoehepunkte/Preise_und_ehrungen/Ehrenbuerger/ehrenbuergeruebersicht_2013.pdf
  55. http://www.weimar.de/fileadmin/Redaktion/Leben/Bilder/Kulturstadt/Hoehepunkte/Preise_und_ehrungen/Ehrenbuerger/ehrenbuergeruebersicht_2013.pdf
  56. Gitta Günther: Ehrenbürger der Stadt Weimar – ein Beitrag zur Stadtgeschichte. Weimar 2011, ISBN 978-3-941830-10-3 – Aus der Verlagsmeldung: In der Zeit von 1814 bis 2011 hat die Stadt Weimar an 61 Personen eine Auszeichnung verliehen, für die wir heute den Begriff „Ehrenbürgerschaft“ verwenden. Die vorliegende Publikation stellt eine Frau und 50 für ihre Verdienste um die Stadt geehrte Männer in Kurzbiografien vor. (...) Die erste komplette Übersicht über Weimars Ehrenbürger schließt eine Lücke in der bisherigen Stadtgeschichtsschreibung.
  57. Johann Wolfgang von Goethe, Zahme Xenien 5
  58. http://d-nb.info/969591713