Weinbau in Ägypten

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Darstellung des ägyptischen Weinbaus aus dem Grab TT261

Der Weinbau in Ägypten hat schon eine jahrtausendealte Tradition. Dies wird durch die Darstellung der Weinherstellung in verschiedenen Reliefen belegt.

Antike[Bearbeiten]

Hauptartikel: Wein im Alten Ägypten

Einer der ersten ägyptischen Herrscher, der Pharao Skorpion I. wurde um 3150 v. Chr. mit 700 Krügen Wein als Grabbeigabe beigesetzt. Dieser Wein war aus der südlichen Levante importiert wurde, die zu dieser Zeit eine der bedeutendsten Anbauregionen für Wein war.[1] Eine ägyptische Weinproduktion, die allerdings nur einen begrenzten Umfang hatte, ist ab 3.000 vor Christus nachweisbar. Für sein leibliches Wohl wurde dem Pharao Tutanchamun (um 1350 v. Chr.) auch Wein in Krügen mitgegeben, von denen 26 erhalten waren. Auf diesen sind genau das Weingut, oft sogar die Parzelle der Herkunft sowie der Winzer verzeichnet. So ist beispielsweise auf Krug Nr. 571 die Inschrift Süßwein des Hauses Aton aus Karet, Kellermeister Ramose zu lesen.[2] 23 Krüge enthielten Weine aus den Jahren 4, 5 und 9 der Herrschaft Tutanchamuns.

In der römischen Zeit Ägyptens wurden große Mengen Wein nach Rom exportiert.

Neuzeit[Bearbeiten]

Heute wird Wein auf etwa 57.000 Hektar Fläche vor allem zur Erzeugung von Tafeltrauben angebaut. Ursache ist, dass den Moslems der Alkoholgenuss verboten ist, lediglich die ethnisch-religiöse Minderheit der christlichen Kopten konsumiert Wein, insbesondere auch zu liturgischen Zwecken. So beträgt die jährlich produzierte Menge an Wein lediglich 27.000 Hektoliter in hauptsächlich verstaatlichten Weingütern. Die bedeutendste Rebsorte ist Muscat d’Alexandrie. Ohne künstliche Bewässerung wäre in Ägypten kein Weinanbau möglich.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weinbau in Ägypten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Dreyer, Günter, Um El-Qaab I, Das prädynastische Königsgrab U-j und seine frühen Schriftzeugnisse, S. 92
  2. Manfred Dworschak: Weinbau – Rasterfahndung unter der Erde. Spiegel 23/2006, S. 175