Weingut Schlossgut Diel

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Das Weingut Schlossgut Diel auf Burg Layen ist ein Weingut im deutschen Weinbaugebiet Nahe. Inhaber ist Armin Diel, Journalist, Weinkritiker und bis 2009 Herausgeber des „Gault Millau Wein-Guide Deutschland“, Kellermeister ist seit 1998 Christoph Friedrich. Auf den fast 17 Hektar Rebfläche in der Gemeinde Dorsheim werden 70 Prozent Riesling und jeweils rund 10 Prozent Grauburgunder, Weißburgunder, Spät- und Frühburgunder angebaut. Die besten Lagen sind Dorsheimer Goldloch, Pittermännchen und Burgberg. Jährlich werden rund 90.000 Flaschen Wein produziert.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Burg Layen liegt auf einem Felsenrücken im Trollbachtal am Unterlauf der Nahe und wurde im 11. Jahrhundert erbaut. Die Familie Diel treibt bereits seit dem 16. Jahrhundert Weinbau im Nahetal. 1802, während der Besatzung der Naheregion durch Napoleon, erwarb Johann Peter Diel (1750-1811) Burg und Weingut von Freiherr Wolfgang Heribert von Dalberg, das die Familie bereits jahrzehntelang gepachtet hatte.

Das Gut[Bearbeiten]

Das Weingut ist Mitglied im VDP. Das Schlossgut verfügt über eine Vinothek, ein Kelterhaus, einen aus der Gründungszeit des Schlosses stammenden Schlosskeller mit Barrique-Keller, einem Tankkeller, in dem die Stahltanks untergebracht sind sowie einem Bereich für die teuersten Raritäten des Gutes. Das Weingut ging vom Großvater Jakob Diel auf den Sohn Dr. Ingo Diel und schließlich vor rund 15 Jahren an den derzeitigen Inhaber Armin Diel über.

Der Weinkeller[Bearbeiten]

Diel ließ den Tankkeller auf Burg Layen 1987 Jahre auf besondere Weise von dem Berliner Künstler Johannes Helle gestalten: Als ein „lebendes Kunstwerk“, denn der Meister kommt jedes Jahr im Spätsommer zurück, um seine Gemälde an den Decken, Wänden und Stahlfässern auszubessern und neue Kunstwerke einzubringen.

Lagen[Bearbeiten]

Die besten Lagen des Weinguts sind Dorsheimer Goldloch, Pittermännchen und Burgberg. In der historischen Lagenkarte von 1901 wurden die Weinberge im preußischen Gebietsteil der Naheregion in drei Grundsteuerkategorien eingeteilt. Zu den Lagen Erster Klasse zählten damals bereits die drei Spitzenlagen Goldloch, Burgberg und Pittermännchen, deren größter Besitzer heute Schlossgut Diel ist. 1997 legten die Prädikatsweingüter der Nahe (VDP) in ihrem Lagenstatut fest, dass diese Weinbergsnamen nur in Verbindung mit der Rebsorte Riesling und unter Einhaltung strenger Qualitätskriterien eingesetzt werden dürfen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Das Weingut ist seit 1993 Mitglied im Verband deutscher Prädikats- und Qualitäts-Weingüter (VDP) (wo Inhaber Diel als Vorsitzender für das Weinbaugebiet Nahe fungiert) und bekannt für seine trockenen und feinherben Weißweine, die in großen Fässern aus Hunsrückeiche und Edelstahltanks ausgebaut werden. Das Weinmagazin Vinum nahm das Gut 2004 in seine Aufstellung der 111 besten Weingüter der Welt auf. In den Jahren 2006, 2007 und 2011 wurde das Weingut von Wein-Plus für die Kollektion des Jahres ausgezeichnet.[1] Als einziger Nahewinzer ist Armin Diel (Gründungs-)Mitglied in der Winzervereinigung „Deutsches Barrique-Forum“.

Kritik[Bearbeiten]

Seit den 1990er Jahren war Diel zusammen mit Joel B. Payne Chefredakteur und Herausgeber des Gault Millau Wein Guide. 2009 trat er von dieser Position zurück, weil ihm Winzerkollegen eine unzulässige Verquickung von Marketing und Wein-Journalismus vorgewarfen. Der Weinführer wollte für künftige Bewertungen Geld verlangen. Diel dagegen sah sich als Opfer „einer Kampagne”. [2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hugh Johnson, Steven Brook: Der große Johnson: Die Enzyklopädie der Weine, Weinbaugebiete und Weinerzeuger der Welt, Hallwag im Gräfe und Unzer Verlag, 2009, ISBN 978-3-83381621-5, S. 263

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schlossgut Diel bei Wein-Plus
  2. Chefredakteur von Weinführer Gault Millau geht, in: Die Welt vom 9. Juni 2009