Wellendingen

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Dieser Artikel befasst sich mit der Gemeinde Wellendingen im Landkreis Rottweil. Ein Ort gleichen Namens gehört zu Bonndorf im Schwarzwald.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wellendingen
Wellendingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wellendingen hervorgehoben
48.1477777777788.7008333333333638Koordinaten: 48° 9′ N, 8° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Rottweil
Höhe: 638 m ü. NHN
Fläche: 17,47 km²
Einwohner: 2999 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 172 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78669
Vorwahl: 07426
Kfz-Kennzeichen: RW
Gemeindeschlüssel: 08 3 25 064
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schlossplatz 1
78669 Wellendingen
Webpräsenz: www.wellendingen.de
Bürgermeister: Thomas Albrecht
Lage der Gemeinde Wellendingen im Landkreis Rottweil
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Über dieses Bild

Wellendingen ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Rottweil.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Wellendingen liegt auf dem „Kleinen Heuberg“ am Fuße der Schwäbischen Alb zwischen Rottweil, Tuttlingen und Balingen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenz im Westen an Rottweil, im Nordosten an Schömberg im Zollernalbkreis, im Osten an Deilingen, im Südosten an Gosheim und im Süden an Frittlingen, alle drei im Landkreis Tuttlingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Wellendingen besteht aus den Ortsteilen Wellendingen und Wilflingen. Die Ortsteile sind räumlich identisch mit den früheren Gemeinden gleichen Namens. Die Ortsteile bilden die beiden Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung Wohnbezirk Wellendingen und Wohnbezirk Wilflingen. Der Ortsteil Wellendingen - Wilflingen bildet zugleich die Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung Wilflingen mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender.[2]

Zum Ortsteil Wellendingen gehören das Dorf Wellendingen, der Weiler Stungen, und die Höfe Katzensteig (Wannenhof), Untere Mühle und Ziegelhütte. Zum Ortsteil Wellendingen - Wilflingen gehört das Dorf Wilflingen.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

1258 wurde Wellendingen erstmals urkundlich erwähnt. Im 13. Jahrhundert war der Ort Sitz eines gleichnamigen Adelsgeschlechts, die Lehensleute der Grafen von Hohenberg waren. 1441 erfolgte die erstmalige Erwähnung einer Kirche in Wellendingen (Filiale der St. Pelagius-Pfarrei in Rottweil-Altstadt). 1540 wurde Wellendingen, das den Ifflinger von Granegg gehörte, in der Landenbergischen Fehde verwüstet. Von 1548 bis 1608 war Wellendingen nun im Besitz der Familie Humpis von Waltrams. Der zum Ritterkanton Neckar-Schwarzwald gehörige Ort befand sich 1608/09 bis 1805 im Besitz der Freiherren von Freyberg. Es war damit eine inkorporierte Ortschaft im Ritterkanton Neckar-Schwarzwald. Von Tübingen kommend passierte 1797 Johann Wolfgang Goethe auf einer seiner Reisen in die Schweiz den Ort. Er soll im Gasthaus Adler gespeist haben.

Die Landeshoheit über Wellendingen gelangt 1805 an Württemberg. Von nun an war Wellendingen Teil des seit 1806 bestehenden Königreichs Württemberg im neu gegründeten Oberamt Rottweil. Thaddäus von Freyberg verkaufte 1824 seine Wellendinger Güter und Gebäude an die Gemeinde Wellendingen.

Wilflingen[Bearbeiten]

Karte der Hohenzollerschen Lande (1930) mit der Exklave Wilflingen

Das heute zur Gemeinde Wellendingen gehörtende Wilflingen (erste urkundliche Erwähnung 1095) gehörte seit dem 15. Jahrhundert den Schencken von Stauffenberg und später als preußische Exklave seit 1850 zum Regierungsbezirk Sigmaringen (Hohenzollernsche Lande) und dort zum Oberamt Hechingen.

Am 1. Januar 1974 erfolgte die Eingemeindung der Gemeinde Wilflingen in die Gemeinde Wellendingen.

Infrastruktur[Bearbeiten]

1871 wurde in Wellendingen die Pflichtfeuerwehr gegründet, 1911 wurde der Ort mit elektrischem Licht versorgt. Mitte der 1920er Jahre erfolgte der Bau der Bahnstrecke Rottweil-Balingen mit 27,546 km Länge. Der Bahnbetrieb wurde am 24. September 1971 eingestellt.

Religionen[Bearbeiten]

Die in der Mitte des Ortes freistehende, sehr stattliche St.-Ulrich-Kirche, ursprünglich gotischen Stils, wurde in den Jahren 1863 bis 1864 stilgemäß gegen Osten durch ein Querschiff und einen neuen, rechteckigen Chor vergrößert. Im Jahre 1937 wurde ein Teil des Gebäudes abgebrochen und durch einen Kirchenneubau ersetzt. Die Kirche Wellendingen ist 1441 erstmals erwähnt, eine Filiale der St.-Pelagius-Pfarrei in Rottweil-Altstadt. Eine eigene Pfarrei ist zwischen 1500 und 1600 entstanden. Um 1555 wird ein Capellanus (Kaplan) Michael Burkatz genannt.

Die evangelischen Gläubigen sind in die Kirchengemeinde Rottweil im Kirchenbezirk Tuttlingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg eingepfarrt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 brachte folgendes Ergebnis:

  1. FWV 63,2 % (-29,5) - 11 Sitze (-2)
  2. CDU 27,2 % (+27,2) - 5 Sitze (+5)
  3. SPD 9,6 % (+2,3) - 1 Sitze (=)

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Wellendingen.svg

Das Wappen der Herren von Wellendingen war ein dreieckiger und auf der Spitze stehender Schild, dessen obere Hälfte einen „nach rechts schauenden Löwen“ zeigte. Dieses alte Adelswappen diente der Gemeinde als Vorlage für das ihr im Jahre 1971 vom Innenministerium des Landes Baden-Württemberg verliehene Gemeindewappen, mit dem Unterschied allerdings, dass die Heraldiker festgestellt haben, bei dem Wappentier handle es sich, da „nach rechts schauend“, nicht um einen Löwen, sondern um einen Leoparden. So zeigt das heutige Gemeindewappen in Silber über erhöhtem blauem Wellenschildfuß einen schreitenden roten Leoparden: die Gemeindefarben sind, wie einst von den Herren von Wellendingen, rot-weiß (silber).

Bis 1970 führte die Gemeinde Wellendingen im Dienstsiegel eine Tanne. Die Archivdirektion Stuttgart hat jedoch festgestellt, dass dies kein rechtsgültiges Wappen der Gemeinde ist, und hat angeraten, davon abzusehen, künftig die Tanne in ein zu genehmigendes Wappen mit aufzunehmen, da bereits in anderen gültigen Gemeindewappen viele Tannen vorkämen. Daraufhin wurde das jetzige Wappen der Gesamtgemeinde ausgearbeitet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Wellendingen war durch die Bahnstrecke Balingen–Rottweil an das überregionale Streckennetz angebunden. Am 26. September 1971 wurde der Personenverkehr auf der Strecke zwischen Schömberg und Rottweil eingestellt sowie die Strecke offiziell stillgelegt und abgebaut.

Wellendingen liegt an der Kreisstraße 5545 und 5546 sowie an der Landesstraße 434, die von der Bundesstraße 14 bei Aldingen­-Neuhaus abzweigt und nach Schömberg verläuft.

Bildung[Bearbeiten]

Bis zum Sommer 2010 gab es in Wellendingen eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, heute gibt es eine Grundschule, die seit dem Sommer 2010 Neuwiesschule heißt.[4]

Weiterführende Schulen werden hauptsächlich in Rottweil und Gosheim beziehungsweise Wehingen besucht.

Zudem gibt es in Wellendingen einen gemeindlichen Kindergarten mit Außenstelle in Wilflingen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Wellendingen vom 5. Februar 1999
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 495–496
  4. Homepage der Neuwiesschule

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wellendingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien