Welt-AIDS-Konferenz

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Die Welt-AIDS-Konferenz (englisch International AIDS Conference) wird regelmäßig von der International AIDS Society abgehalten. Es handelt sich dabei um das bedeutendste Treffen von Wissenschaftlern und Nichtwissenschaftlern zum Thema HIV und AIDS.

Ein wichtiges Charakteristikum der Konferenz ist das Global Village als Treffpunkt von Betroffenen, Angehörigen und Vertretern der helfenden und heilenden Berufe, in dem oft schon Todkranke durch künstlerische Darbietungen ihren Überlebenswillen demonstrieren und sich die weltweite Community der Infizierten trifft und austauscht. Hoffnung trotzdem lautet die Devise des bunten Spektakels, das an den Karneval in Rio, die Paraden zum Christopher Street Day oder den Life Ball erinnert. Die Konferenzen wurden zunächst jährlich, ab 1994 alle zwei Jahre abgehalten. 2012 fand die Veranstaltung vom 22. bis 27. Juli in Washington, D.C. statt. Die diesjährige Welt-AIDS-Konferenz findet vom 20. bis 25. Juli 2014 in Melbourne statt.

Geschichte[Bearbeiten]

Höhepunkte[Bearbeiten]

Die erste Konferenz fand 1985 in Atlanta, Georgia in den Vereinigten Staaten statt. Weitere in den USA geplante Konferenzen konnten dort – aufgrund des Einreiseverbots für Menschen mit HIV und AIDS – nicht abgehalten und mussten kurzfristig nach Amsterdam bzw. Vancouver verlegt werden.

Während in den 1980er Jahren das Verständnis um die Wirkung des Virus auf den Organismus und den Verlauf der Krankheit im Mittelpunkt der Konferenzen stand, waren die frühen 1990er geprägt von ersten Erfolgen der Kombinationstherapie und der Frage, wie die Therapie am sinnvollsten und wirkungsvollsten eingesetzt werden kann.

Während sich schon die frühen Welt-AIDS-Konferenzen um gesellschaftliche Akzeptanz und gegen Diskriminierung bemühten, gelang der weltweite Durchbruch gegen das Schweigen erst im Jahr 2000 in Durban. Nachdem der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki wissenschaftliche Erkenntnisse in Frage gestellt und „Sympathien für die Thesen der AIDS-Kritiker um Peter Duesberg hatte erkennen lassen“,[1] erklärten über 5.000 Wissenschaftler und Ärzte aus über 50 Ländern, unter ihnen ein Dutzend Nobelpreisträger, dass HIV eindeutig die Ursache von AIDS sei.[2] Auch Mbekis Vorgänger, Nelson Mandela, stellte sich in seiner Schlussrede unmissverständlich auf die Seite der Wissenschaftler.

Liste aller Konferenzen[Bearbeiten]

Nr. Jahr Ort Titel Website
01 1985 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Atlanta
02 1986 FrankreichFrankreich Paris
03 1987 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Washington, D.C.
04 1988 SchwedenSchweden Stockholm
05 1989 KanadaKanada Montréal Die wissenschaftliche und soziale Herausforderung von Aids
06 1990 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten San Francisco Aids in den Neunzigern: Von der Wissenschaft zur Politik
07 1991 ItalienItalien Florenz Die Wissenschaft fordert Aids heraus
08 1992 NiederlandeNiederlande Amsterdam Eine Welt vereint gegen Aids
09 1993 DeutschlandDeutschland Berlin
10 1994 JapanJapan Yokohama Die globale Herausforderung von Aids: Gemeinsam für die Zukunft
11 1996 KanadaKanada Vancouver Eine Welt, eine Hoffnung
12 1998 SchweizSchweiz Genf Bridging the Gap (Die Lücke überbrücken) www.hon.ch/aids98
13 2000 SudafrikaSüdafrika Durban Das Schweigen brechen
14 2002 SpanienSpanien Barcelona Wissen und Verpflichtung für Handlung
15 2004 ThailandThailand Bangkok Zugang für alle www.aids2004.org
16 2006 KanadaKanada Toronto Time to Deliver www.aids2006.org
17 2008 MexikoMexiko Mexiko-Stadt Universal Action Now www.aids2008.org
18 2010 OsterreichÖsterreich Wien Rights Here, Right Now www.aids2010.org
19 2012 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Washington, D.C. Turning the Tide Together www.aids2012.org
20 2014 AustralienAustralien Melbourne Stepping up the Pace www.aids2014.org

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: International AIDS Conference – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Welt-Aids-Konferenz: HIV-Theorie bekräftigt. Deutsches Ärzteblatt 2000; 97(28-29): A-1932 / B-1628 / C-1524
  2. The Durban Declaration. In: Nature. 406, Nr. 6791, 2000, S. 15-6. PMID 10894520. - Volltext.