Welterbe in Polen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Zum Welterbe in Polen gehören 14 Welterbestätten, davon 13 Kulturerbe und 1 Naturerbe. Drei Welterbestätten sind transnational. In Polen befinden sich 1,4 % aller Weltkulturerbestätten (Stand 2014). Die ersten zwei Welterbestätten wurden im Jahr 1978 eingetragen und gehörten damit zu den Erbestätten die im ersten Jahr des Bestehens der Liste auf dieser aufgenommen wurden.

Welterbestätten[Bearbeiten]

Aktuelle Welterbestätten[Bearbeiten]

Diese Liste zeigt die 14 UNESCO-Welterbe-Stätten in Polen in chronologischer Reihenfolge (K – Kulturerbe; N – Naturerbe).

Bild Datum K/N Name Beschreibung
Krakow rynek 01.jpg 1978 K Altstadt von Krakau Die Altstadt von Krakau gilt als das historische zentrale Viertel in Krakau. Es ist eines der berühmtesten alten Viertel im heutigen Polen und war das Zentrum des politischen Lebens in Polen von 1038, bis König Sigismund III. Wasa seinen Hof im Jahre 1596 nach Warschau verlegte. Die gesamte mittelalterliche Altstadt gehört zu den ersten Standorten für die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes, bezeichnet als historisches Zentrum Krakaus.[1]
Wieliczka.jpg 1978, erweitert 2013 K Salzbergwerk Wieliczka und Bochnia Das Salzbergwerk in Wieliczka, in der Stadt Wieliczka im Süden von Polen, befindet sich im Großraum Krakau. Die Mine stellte seit dem 13. Jahrhundert bis 2007 Kochsalz her, damals bekannt als eines der weltweit ältesten in Betrieb befindlichen Salzbergwerke. Für einen Großteil der Zeit war es ein Teil des Unternehmens »Zupy Krakowskie«. Es wird angenommen, dass es das weltweit 14.-älteste Unternehmen ist.[2]
Bundesarchiv Bild 175-04413, KZ Auschwitz, Einfahrt.jpgAuschwitz-birkenau-main track.jpg 1979 K Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau Auschwitz war ein Netzwerk von Nazi-Konzentrations- und Vernichtungslagern errichtet im vom Dritten Reich, während des II. Weltkrieges besetzten Polen. Es war das größte der deutschen Konzentrationslager, bestehend aus Auschwitz I (Stammlager oder Basislager), Auschwitz II-Birkenau (das Vernichtungslager), Auschwitz III-Monowitz, das auch als Buna-Monowitz (ein Arbeitslager) bekannt ist und 45 Außenlagern.[3]

Ursprünglich war er Komplex unter der Bezeichnung Auschwitz Concentration Camp in der Welterbeliste aufgenommen worden. 2007 wurde er dann umbenannt in Auschwitz Birkenau mit dem Untertitel German Nazi Concentration and Extermination Camp (1940-1945).[4]

Białowieski Park Narodowy03 23a.jpg 1979, rwetert 2006 und 2014 N Białowieża-Urwald Der Urwald von Białowieża ist ein uraltes Waldgebiet an der Grenze zwischen den beiden Ländern Polen und Weißrussland. Der Urwald liegt 70 km (43 Meilen) nördlich von Brest (Weißrussland) und 62 km (39 Meilen) südöstlich von Białystok (Polen). Es ist eines der letzten und größten noch verbliebenen Teile des riesigen Urwalds, der einst in der gesamten Europäischen Tiefebene verbreitet war. Das erste aufgezeichnete Gesetz über den Schutz des Waldes geht bis 1538 zurück. Es ging um das Dokument von König Sigismund I. dem Alten, welcher für die Wilderei an Wisenten die Todesstrafe eingeführt hat.[5]
Warsaw - Royal Castle Square.jpg 1980 K Warschauer Altstadt Die Altstadt von Warschau wurde im 13. Jahrhundert gegründet. Ursprünglich von einem Erdwall umgeben, wurde sie noch vor 1339 mit einer Stadtmauer aus Ziegeln befestigt. Die Stadt wuchs ursprünglich rund um das Schloss der Herzöge von Masowien, die später das Königshaus wurden. Der Marktplatz (Rynek Starego Miasta) wurde irgendwann im späten 13. oder frühen 14. Jahrhundert angelegt, entlang der Hauptstraße, die das Schloss mit der Neustadt im Norden verbindet.[6]
Ormianska1.JPG 1992 K Zamość Jan Zamoyski beauftragte die italienischen Architekten Bernardo Morando, die Stadt, die auf dem anthropomorphen Konzept basieren würde, zu entwerfen. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale der Altstadt sind seit ihrer Gründung gut erhalten. Sie umfassen die regelmäßigen Großer Marktplatzflächen von 100 x 100 Metern mit dem herrlichen Rathaus und den sogenannten armenischen Häusern, sowie die Fragmente der ursprünglichen Festung und Festungen, darunter auch aus der Zeit der russischen Besatzung im 19. Jahrhundert.[7]
Panorama of Malbork Castle, part 4.jpg 1992 K Marienburg (Ordensburg) in Malbork (dt.: Marienburg) Die Marienburg wurde in Preußen durch den Deutschen Orden - ein deutscher römisch-katholischer Orden der Kreuzritter - erbaut, in der Form einer Ordensburg Festung. Der Orden nannte es Marienburg. Die Stadt, die um sie herum wuchs hieß und heißt ebenfalls Marienburg. Das Schloss ist ein klassisches Beispiel für eine mittelalterliche Festung. Bei seiner Fertigstellung im Jahre 1406, war das Schloss die weltweit größte Burg der Backsteingotik. Heute ist es der größte Backsteinbau in Europa.[8]
Torun01CenterWithWall level corr.jpg 1997 K Mittelalterliche Stadt in Toruń (Thorn) Toruń/Thorn hat viele Denkmäler der Architektur zu Beginn des Mittelalters, darunter 200 militärische Strukturen. Die Stadt ist dafür berühmt, dass sie eine mittelalterliche Raumaufteilung besitzt. Viele gotische Gebäude sind aus Backstein gebaut. Darunter befinden sich monumentale Kirchen, das Rathaus und viele Bürgerhäuser, welche fast vollständig erhalten sind. Aufgrund von häufigen Überschwemmungen wurde die Stadt im Jahre 1236 an den heutigen Standort der Altstadt verlegt. Im Jahre 1264 wurde die nahe gelegene Neustadt gegründet. Im Jahr 1280 trat die Stadt (oder wie es damals war, beide Städte) der merkantilen Hanse bei und wurde somit zu einem wichtigen mittelalterlichen Handelszentrum.[9]
POL Kalwaria Zebrzydowska.jpg 1999 K Franziskaner-Kloster in Kalwaria Zebrzydowska Die Stadt ist nach dem religiösen Komplex (Kalvarienberg), durch den Gouverneur von Krakau Mikołaj Zebrzydowski gegründet, vom 1. Dezember 1602 benannt. Der Komplex ist als Kalwaria-Zebrzydowska-Park bekannt. Die Stadt Zebrzydów wurde 1617 gegründet, um die wachsende Zahl der Pilger zu beherbergen, die den religiösen Komplex besuchen.[10]
Jawor Kościół Pokoju.jpg
Swidnica - Kosciol Pokoju 1.jpg

2001 K Friedenskirchen von Jawor (dt.: Jauer) und Świdnica (dt.: Schweidnitz)

(oben: Kirche von Jawor
unten: Kirche von Świdnica)

Die Friedenskirchen in Jawor und Świdnica in Schlesien wurden nach dem Westfälischen Frieden von 1648 benannt, welcher den Lutheranern erlaubte, in dem römisch-katholischen Teil Schlesiens drei evangelische Kirchen aus Holz, Lehm und Stroh zu erbauen. Die Kirchen wurden ohne Zuhilfenahme von Steinen oder Nägeln außerhalb der Stadtmauern gebaut und besitzen weder Kirchtürme noch Kirchenglocken. Die Bauzeit war auf ein Jahr beschränkt. Trotz dieser schweren Einschränkungen der Bauweise entstanden imponierende Bauwerke.[11]
Kosciol Debno.JPGSekowa drewniany kosciol.jpg 2003 K Holzkirchen im südlichen Kleinpolen Der Holzkirchen-Stil der Region im späten Mittelalter, der aus dem späten 16. Jahrhundert stammt, begann mit gotischen Ornamenten und polychromen Details. Da es jedoch Holzbaukonstruktionen waren, waren die Struktur, die allgemeine Form und das Gefühl völlig verschieden von der gotischen Architektur der polnischen Gotik (in Stein oder Backstein).

Zu den sechs auf der Liste genannten Kirchen gehören: Die Pfarrkirche des Erzengels Michael in Binarowa (kościół św. Michała Archanioła w Binarowej), die Allerheiligen-Pfarrkirche in Blizne (kościół Wszystkich Świętych w Bliznem), die Pfarrkirche des Erzengels Michael in bDębno Podhalańskie (kościół św. Michała Archanioła w Dębnie), die Filialkirche Mariä Himmelfahrt in Haczów (kościół Wniebowzięcia NMP w Haczowie), die Friedhofskirche St. Leonhard in Lipnica Murowana (kościół św. Leonarda w Lipnicy Murowanej) und die Filialkirche St. Philippus und Jakobus in Sękowa (kościół św. Filipa i św. Jakuba w Sękowej).[12]

Puecklerpark.jpg 2004 K Fürst-Pückler-Park Bad Muskau Der Muskauer Park ist der größte und einer der bekanntesten englischen Gärten von Deutschland und Polen. In der historischen Oberlausitz bedeckt der Park in Polen eine Fläche von 3,5 Quadratkilometern (1,35 Quadratmeilen) und 2,1 km² (0,81 mile²/sq mile) in Deutschland. Die UNESCO hat den Park in die Liste des Weltkulturerbes, als exemplarisches Beispiel für grenzüberschreitende kulturelle Zusammenarbeit zwischen Polen und Deutschland hinzugefügt. Kulturerbe zusammen mit DeutschlandDeutschland Deutschland.[13]
Centennial Hall in Wrocław and Zoo Wrocław 1.jpg 2006 K Jahrhunderthalle (Breslau) Die Jahrhunderthalle (ehemals Volkshalle), ist ein historisches Gebäude in Breslau. Es wurde nach den Plänen des Architekten Max Berg zwischen 1911 und 1913 errichtet, als die Stadt Teil des Deutschen Reiches war. Vorbild für die Kuppel war die Frankfurter Festhalle. Als einer der ersten Wahrzeichen von Stahlbeton-Architektur, wurde es als UNESCO Weltkulturerbe gelistet.[14]
Chotyniec2.jpg 2013 K Holzkirchen aus den polnischen und ukrainischen Karpaten Die Holzkirchen in den nördlichen Karpaten wurden zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert erbaut. Es handelt sich um griechisch-orthodoxe oder ost-katholische Kirchengebäude, die größtenteils von der dort ansässigen ukrainischen Bevölkerung genutzt wurden. [15] Zu den acht Kirchen gehört die Kirche Sankt Paraskeva in Radruż, die Kirche zur Geburt der heiligen Jungfrau Maria in Chotyniec, die Kirche des Erzengels Michael in Smolnik, die Kirche des Erzengels Michael in Turzańsk, die Jakobuskirche in Powroźnik, die Kirche zur Fürsorge der Jungfrau Maria in Owczary, die Kirche Sankt Parasekeva in Kwiatoń und die Kirche des Erzengels Michael in Brunary.[16]

Als Welterbe nominierte Stätten[Bearbeiten]

In der sogenannten Tentativliste der UNESCO werden Stätten eingetragen, welche nach Ansicht der jeweiligen Regierung potentiell für die Auszeichnung als Welterbe geeignet sind. Dies sagt nichts darüber aus, ob eine spätere Kandidatur auch tatsächlich erfolgreich abgeschlossen werden kann. Derzeit (2014) sind in der Liste vier Stätten aus Polen eingetragen.

Bild Datum K/N Name Beschreibung
Old town panorama3.jpg 2005 K Danziger Altstadt Ein vorheriger Antrag wurde 1998 von der ICOMOS abgelehnt, ein weiterer Versuch wurde 2007 vorerst von Polen zurückgezogen.
Bulwar w Augustowie.JPG 2006 K Augustów-Kanal Der Antrag wurde 2010 von Polen vorerst zurückgezogen und wurde nicht bearbeitet.
Przełom Dunajca a1.jpg 2006 N Schlucht des Dunajec in den Pieninen.
Tarnowskie Góry, Komora Srebrna - fotopolska.eu (339183).jpg 2013 K Tarnowskie Góry - Blei-Silber Mine und das unterirdische Bewässerungssystem

Ehemalige nominierte Stätten[Bearbeiten]

Diese Einträge rangierten auf der nominativen Liste von Polen, sind aber nicht mehr gelistet [17].

Bild Datum K/N Name Beschreibung
Jasna Góra - widok do NE.jpg 1991 K Jasna Góra mit dem Paulinenkloster Das Kloster beherbergt die schwarze Madonna. Der Antrag wurde 1991 vertagt, um den künstlerischen Wert zu überprüfen.
Wrocław - Archikatedra św. Jana Chrzciciela1.jpg 2002 K Kathedrale St. Johannes des Täufers auf

Ostrów Tumski, der Dominsel von Breslau.

Pinge.jpg 2002 K Neolithische Feuersteingruben in Krzemionki Opatowskie
Krzeszów church.jpg 2002 K Krzeszów. Kloster der Zisterzienser
Dolina Prądnika.jpg 2002 K/N Tal des Pradnik im Nationalpark Ojców

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Welterbe in Polen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch
  2. Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch
  3. Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch
  4. World Heritage Committee approves Auschwitz name Change World Heritage Committee vom 28. Juni 2007 (engl.)
  5. Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch
  6. Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch
  7. Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch
  8. Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch
  9. Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch
  10. Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch
  11. Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch
  12. Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch
  13. Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch
  14. Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch
  15. Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch
  16. Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch
  17. http://whc.unesco.org/archive/2003/whc03-27com-08ae.pdf