Weltgeist
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Der Begriff Weltgeist als metaphysisches Prinzip ist zunächst berühmt als Zentralbegriff der spekulativen Philosophie Hegels: Für ihn ist die gesamte historische Wirklichkeit, die Totalität, der Prozess des Weltgeistes. Dadurch realisiere sich der „Endzweck“ in der Weltgeschichte, und zwar die „Vernunft in der Geschichte“[1].
In Napoleon z. B. sah er ihn exemplarisch verkörpert. Hegel sah in Napoleon die „Die Weltseele zu Pferde“, später oft verändert in das Wort vom „Weltgeist zu Pferde“.
Doch bereits in der Antike war die idealistische Vorstellung einer geistigen, wollenden, aus ihren Zielsetzungen heraus schaffenden Macht als Prinzip alles Wirklichen bekannt, nämlich durch Anaxagoras' und Platons, von Aristoteles übernommenen Lehre von der Weltseele (nous), die auch bei Plotin und Averroes nachwirkte.
In der christlichen Philosophie ersetzt Gott die Stelle dieser Weltseele. Das Prinzip einer Weltseele gewann erst wieder bei der Überwindung des cartesischen Dualismus von Geist und Materie an Bedeutung, etwa bei Herder und Goethe.
Marx und Engels knüpften eher kryptisch an die Hegelsche Bestimmung des Weltgeistes an. In der Deutschen Ideologie wenden sie den Begriff materialistisch und kritisch: Die Schikane des Weltgeistes bzw. die „List der Vernunft“ weise sich letztlich als Weltmarkt aus. Der ihnen verbundene Frühsozialist Moses Hess hingegen vertrat eine Art von Messianismus des Inhalts, dass mit der französischen Revolution ein neues Weltzeitalter begonnen habe.
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ vgl. P. Prechtl (Hg.): Philosophie, Stuttgart: Metzler 2005, S. 218.

