Weltherrschaft
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Weltherrschaft ist die Herrschaft über die Welt
- als Menschheit
- als Gesamtheit aller Staaten (politischer Kontext)
- als Schöpfung Gottes (christlicher Kontext)
Inhaltsverzeichnis |
Weltherrschaft im politischen Kontext
Weltherrschaft ist im politischen Kontext die Herrschaft einer einzelnen Person, eines Staates oder einer Gruppe über die Gesamtheit aller Staaten.
Im Jahre 117 n. Chr. hatte das Römische Reich seine größte Ausdehnung erreicht. Bis dahin besetzten die Römer über viele Jahrhunderte hinweg große Landstriche, vom heutigen England bis an die Nordküste Afrikas, vom heutigen Portugal bis zur heutigen Türkei. Sie hatten somit damals fast die gesamte, ihnen bekannte Welt erobert und somit die "Weltherrschaft" übernommen.
Ein anderer großer Herrscher, der fast die komplette, zu seiner Zeit bekannte Welt oder zumindest einen sehr großen Teil davon erobert hatte, war Alexander der Große (356–323 v. Chr.), der vom heutigen Mazedonien aus Ägypten, das Perserreich und Gebiete im heutigen Pakistan und Afghanistan erobert hat.
Auch das Kaiserreich China herrschte in der Tang-Dynastie über weite Teile Zentralasiens und war 3000 Jahre lang die Hegemonialmacht Asiens.
In Mittel- und Südamerika beherrschten die Reiche der Azteken und Inkas große Teil der ihnen bekannten Welt.
Neben Alexander dem Großen versuchten weitere Herrscher, wie Dschingis Khan, Napoleon oder Hitler, die Weltherrschaft zu erringen. Keiner hat dies jedoch geschafft. Obwohl diese über größere Gebiete herrschten, als jene in der Antike. Spanien war im 16. und 17. Jahrhundert die führende Weltmacht mit Kolonien auf jedem Erdteil, ehe es von Großbritannien abgelöst wurde. Die größte Ausdehnung erreichte das Britische Imperium v.a. im 19. Jahrhundert, siehe auch Pax Britannica.
Die „Protokolle der Weisen von Zion“ geben vor, Geheimdokumente zu sein, mit denen das Judentum die Weltherrschaft errichten will. Tatsächlich handelt es sich aber um eine Zusammenstellung mehrerer fiktionaler Texte. (Siehe auch: Weltjudentum)
Weltherrschaft in den Medien
Weltherrschaft taucht oft in einschlägigen Romanen und Filmen auf. Historische Herrscher, die angeblich die Weltherrschaft anstrebten, geben immer wieder Inspiration für entsprechende Figuren in der Literatur und insbesondere im Film. Die Weltherrschaft kann man also als künstlerisches Motiv ansehen.
Herausragende Beispiele sind:
Bekannt ist auch die Unterhaltung zwei weißer Labormäuse nach der Zeichentrickserie Pinky und der Brain von Steven Spielberg:
- Brain: „Komm, Pinky, wir müssen uns auf morgen Abend vorbereiten ...“
- Pinky: „Was machen wir denn morgen Abend, Brain?“
- Brain: „Das Selbe wie jeden Abend, Pinky. Wir versuchen, die Weltherrschaft an uns zu reißen!“
Weltherrschaft im christlichen Kontext
Im christlichen Kontext wird Jesus Christus als (letzter) 'Weltherrscher (auch:Weltenherrscher) bezeichnet. Damit ist gemeint, dass er im geistlichen Sinne (siehe Auseinandersetzung mit Pontius Pilatus: Mein Reich ist nicht von dieser Welt) bereits jetzt ewiger König sei (Christkönig). Als wiederkommender Messias soll er aber auch Weltenherrscher werden und den zuvor mit Hilfe von Satan herrschenden Antichristen ablösen.
Siehe auch
- zu 1. : Imperialismus, Kolonialismus, Weltmacht, Weltreich, Messianismus
- zu 2. : Pantokrator, Majestas Domini, Rex gloriae
Literatur
- zu 1.:
-
- Hubertus zu Löwenstein: Traianus. Weltherrscher im Aufgang des Christentums, 1981
- Peter Chrisp: Alexander der Grosse Weltherrscher der Antike, 2000
- G. A. Lehmann: „Weltherrschaft und Weltfriedensgedanke im Altertum“, in: Mitteilungen der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig 8, 1973, S. 42-51.
- zu 2.:
-
- Christus, der ewige König, der kommende Messias und sein Reich, und sein Gegner, der Antichrist, und dessen Ende, 1899
- Herbert Alexander Stützer: Vom guten Hirten zum Weltherrscher. Das Christuslied im Wandel der Frühen Kirche, 1992; 1993
- Ernst Dreher: Der Antichrist und der letzte Weltherrscher. Zwei verschiedene Personen, 1958

