Weltpolitik

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Weltpolitik bezeichnet zum einen alle politischen Vorgänge in der internationalen Politik insgesamt, zum anderen den Versuch, auf all diese Vorgänge entscheidenden Einfluss zu nehmen, wie etwa beim Versuch der Begründung einer neuen Weltordnung oder auch nur den Versuch einer Regionalmacht, auch außerhalb ihrer Region Einfluss zu gewinnen.

Weltpolitik als innerer Zusammenhang aller politischen Vorgänge auf der Welt ist erst im Verlauf der Neuzeit entstanden. Sie manifestierte sich in den beiden Weltkriegen und insbesondere in der Blockbildung im Kalten Krieg ab 1947.

Weltpolitik als Versuch, eine Weltordnung zu schaffen, wurde von Großbritannien mit seinem Empire in Ansätzen, im Ersten Weltkrieg insbesondere von Woodrow Wilson durch seinen Einsatz für eine Weltfriedensordnung, wie sie im Völkerbund ohne die USA nur sehr unvollkommen entstand, nach 1945 von den beiden Supermächten USA und Sowjetunion durch die Bildung der Vereinten Nationen und nach 1990 von den USA bei ihrer Abkopplung von der UNO betrieben.

Weltpolitik als Versuch, über die eigene Region hinaus Einfluss zu gewinnen, ist typisch für die europäischen Mächte im Zeitalter des Imperialismus[1], bezeichnet aber auch die Situation des heutigen China auf dem Weg zur Weltmacht.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst-Otto Czempiel: Weltpolitik im Umbruch. Das internationale System nach dem Ende des Ost-West-Konflikts. 2., neubearbeitete Auflage, München (C. H. Beck), 1993, ISBN 3-406-37827-7.
  • Werner Link: Die Neuordnung der Weltpolitik: Grundprobleme globaler Politik an der Schwelle zum 21.Jahrhundert. München (C. H. Beck) 2001.
  • Rudolf A Mark: Im Schatten des Great Game. Deutsche Weltpolitik und russischer Imperialismus in Zentralasien 1871 - 1914. Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2012, ISBN 978-3-506-77579-5.
  • Volker Rittberger, Andreas Kruck, Anne Romund (Hg.): Grundzüge der Weltpolitik. Theorie und Empirie des Weltregierens. Wiesbaden (VS Verlag) 2010, ISBN 978-3-531-16352-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. die Äußerung des deutschen Reichskanzlers Bernhard von Bülow: „Mit einem Worte: wir wollen niemand in den Schatten stellen, aber wir verlangen auch unseren Platz an der Sonne.“ in Fürst Bülows Reden nebst urkundlichen Beiträgen zu seiner Politik. Mit Erlaubnis des Reichskanzlers gesammelt und herausgegeben von Johannes Penzler. I. Band 1897–1903. Berlin: Georg Reimer, 1907. S. 6–8 (in Wikisource)