Weltuntergang

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Als Weltuntergang wird allgemein ein natürlich auftretendes, übernatürliches oder künstlich herbeigeführtes Ereignis bezeichnet, das die Menschheit, den Planeten Erde oder das Universum insgesamt vernichtet oder zumindest die herrschenden oder ansonsten mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu erwartenden Lebens- und Begleitumstände massiv und desaströs zum Negativen verändert.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Mehrdeutigkeit des Begriffs

Die Vorstellung vom Weltuntergang zielt auf ein zeitliches, zukünftiges Ereignis, während der Begriff Ende der Welt auch einen geografischen Endpunkt meinen kann. Der Weltuntergang als vorhergesehener finaler Zeitabschnitt im Rahmen religiöser Heilserwartungen ist die Endzeit. Die mythologische Darstellung der Angst vor dem Weltuntergang ist die Apokalypse.

Im weiteren Sinne sind Weltuntergangsszenarien auch solche, die „nur“ das „Auslöschen“ des größten Teils der Menschheit und ihrer Lebensumgebung, etwa durch Kriege mit Massenvernichtungswaffen, gehäuftes Auftreten von Seuchen in Form von Pandemien, oder Umweltzerstörung mit der Folge weltweiter Hungersnöte und Verteilungskriegen beschreiben. Solche Szenarien beruhen auf realen Gefahren, die oft von mythologischen Überlieferungen inspiriert sind, manchmal jedoch nur auf Verschwörungstheorien.[1]

[Bearbeiten] Geschichte

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Weltuntergangsprophezeiungen gab es schon in der Antike. Weltuntergänge wurden unter anderem von Philosophen und von religiösen Gruppen vorhergesagt.

Martin Luther, der Begründer der evangelischen Kirche, wird mit dem Satz zitiert Und wenn die Welt morgen unterginge – ... heute ein Apfelbäumchen pflanzen.

Das Sachbuch „So laßt uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen – Es ist soweit“ wurde 1985 vom deutschen Wissenschaftsjournalisten Hoimar von Ditfurth veröffentlicht. Es beschreibt globale Bedrohungen der Menschheit und wurde ein Bestseller; begünstigt unter anderem durch die Katastrophe von Tschernobyl ab April 1986, das damals noch zunehmende Waldsterben, das im Rahmen des Kalten Krieges noch anhaltende Wettrüsten zwischen West und Ost (siehe auch Strategic Defense Initiative (SDI) des damaligen US-Präsident Ronald Reagan in Verbindung mit wirtschaftlicher und politischer Agonie des Ostblocks.

Heutzutage werden Weltuntergangsvorstellungen hauptsächlich mit religiösen Gruppen in Verbindung gebracht. Sie werden von Ökonomen und Philosophen diskutiert (Eschatologie).

[Bearbeiten] 21. Dezember 2012

Vor allem im Internet kursieren verschiedenste Spekulationen, die den 21. Dezember 2012 betreffen. Bei einigen Menschen gilt dieses Datum als möglicher Weltuntergangstag,[2] andere vermuten einen Aufstieg der Erde in eine höhere Dimension.[3] Gestützt wird dies hauptsächlich auf das angebliche Ende des Maya-Kalenders (Siehe: „Weltuntergangstag“ im Maya-Kalender). Als weitere Ursache werden verschiedene astronomische Ereignisse angeführt, welche im Jahr 2012 eintreten sollen. Tatsächlich stellen sich diese jedoch sämtlich als frei erfunden oder als stets wiederkehrende Konstellationen, ohne einen besonderen Einfluss auf die Erde, heraus.[4][5]

Das Szenario vom Untergang im Jahr 2012 wurde unter anderem von Roland Emmerich für seinen Film 2012 aufgegriffen.

[Bearbeiten] Wahrscheinlichkeiten und Berechnungen

Wissenschaftler und andere Menschen versuchen, Wahrscheinlichkeiten für ein Ende der Menschheit anhand einer Analyse der ihnen bekannten Risiken zu beziffern. Viele dieser Schätzungen sind umstritten, beispielsweise die populärwissenschaftlichen Zahlen von Martin Rees.

Nach einer Überlegung des Astronomen J. Richard Gott und anderen spreche die Wahrscheinlichkeitsrechnung bereits ohne Analyse der Risiken gegen ein langfristiges Überleben der Menschheit auf einem Niveau / einer Weltbevölkerungszahl von mehreren Milliarden Individuen. Diese sehr umstrittene Überlegung wird als „Doomsday-Argument“ bezeichnet.

[Bearbeiten] Weltuntergangsszenarien

[Bearbeiten] Naturwissenschaftlich beschreibbare Szenarien

  • Vulkanausbruch mit VEI-Stärke 7 oder 8.
    Der Yellowstone gilt als Supervulkan und bricht alle 600.000 bis 700.000 Jahre aus, durch die großen Rauch- und Aschemengen in der Atmosphäre sinkt die Temperatur der Erde stark ab und ein großer Teil der Tier- und Pflanzenwelt geht zugrunde.
  • Einschlag eines ausreichend großen Kometen oder Asteroiden.
    Hier gibt es Anstrengungen, in einigen Jahrzehnten so weit zu sein, dass man gegen einen eventuellen Einschlag früh genug Gegenmaßnahmen ergreifen kann.
Die Entfernungen der sonnennächsten Sterne in einem Zeitraum von 20.000 Jahren in der Vergangenheit bis 80.000 Jahre in die Zukunft.
  • Kollision mit oder zumindest erhebliche Bahnstörung durch einen nahe vorbeifliegenden anderen Himmelskörper.
    Das Sonnensystem bewegt sich anscheinend auf einer recht stabilen Bahn um den Mittelpunkt der Milchstraße. Es gibt aber hin und wieder einzelne Ausreißer, die ihrerseits durch externe Effekte aus ihrer Bahn geworfen werden können. Die Wahrscheinlichkeit für solche Begegnungen steigt, wenn der Andromedanebel in zwei[6] bis zehn Milliarden Jahren mit der Milchstraße kollidiert. Eine grobe Einschätzung vermittelt die Abbildung mit den Distanzen zu den sonnennächsten Sternen in geschichtlicher Zeit.
  • Supernova in nächster Nähe.
    Eine Nova emittiert riesige Strahlenmengen, die bis zu einem gewissen Abstand durchaus zerstörerisch wirken können. Aufgrund der verschiedenen Nova-Mechanismen gibt es keinen festen Zahlenwert für einen sicheren Abstand.
  • Gammablitz (Gamma Ray Burst), der die Erde direkt trifft.
    Ein solches Ereignis in der Nähe des Sonnensystems (weniger als 3000 Lichtjahre entfernt) könnte zu einem Massenaussterben auf der Erde führen. Dies steht jedoch unter der Einschränkung, dass die Energie in einem engen Kegel abgestrahlt wird und dieser zufällig direkt auf die Erde gerichtet ist. Aufgrund der geringen Dauer eines Gammablitzes (meist wenige Sekunden bis einige Minuten) wäre von der direkten Strahlungseinwirkung nur eine Seite der Erde betroffen.
  • Die Entwicklung unserer Sonne zu einem Roten Riesen.
    Bisher wurde eine Zeitspanne von ca. 4 Milliarden Jahre geschätzt, bis die Sonne ein solches Stadium erreicht hätte. Neuere Rechnungen[7] legen aber nahe, dass die Sonne schon vorher ihre Strahlkraft langsam und kontinuierlich steigern wird, so dass in ca. 1 Milliarde Jahren aufgrund der Hitze kein (höheres) Leben auf der Erde mehr möglich sein wird.

[Bearbeiten] Science-Fiction-Szenarien

[Bearbeiten] Religiöse Szenarien

[Bearbeiten] Mythologische, literarische Szenarien

[Bearbeiten] Verarbeitung in der Kunst

[Bearbeiten] Musik

Im Jahr 1954 wurde das Lied „Am 30. Mai ist der Weltuntergang“ vom Golgowski-Quartett zu einem Nummer-1-Hit in Deutschland. Es war eine parodistische Würdigung einer damals einigen Presserummel verursachenden Prophezeiung.

Das Lied Der Weltuntergang des Liedermachers Franz Hohler beschreibt, wie in unserer heutigen Welt das Aussterben einer einzigen Käferart ausreichen könnte, um den Weltuntergang herbeizuführen; nämlich, indem auf mehreren Ebenen der sprichwörtliche Tropfen genügt, um das Fass zum Überlaufen zu bringen. Die Schlussfolgerung Hohlers war: "… ich selber habe mich anders besonnen, ich bin sicher, der Weltuntergang, meine Damen und Herren, hat schon begonnen." Dieses Lied, das er bereits 1974 geschrieben hatte, wurde 1997 zum Preislied der Liederbestenliste gekürt. Auch unzählige zeitgenössische Death-, Thrash- und Black-Metal-Bands befassen sich mit dem Thema Weltuntergang in verschiedensten Varianten.

[Bearbeiten] Literatur

Die Kurzgeschichte Die sieben letzten Tage der Erde von Jörg Zink beschreibt eindrücklich ein Weltuntergangsszenario, welches komplementär zur Schöpfungsgeschichte des Alten Testaments angelegt ist. Das bekannteste Gedicht des Expressionisten Jakob van Hoddis, Weltende, behandelte 1911 ironisch ein Untergangsszenario.

[Bearbeiten] Bildende Kunst

Johannes Schreiter gestaltete im Ulmer Münster 2001 ein großes Glasfenster zum Thema "Weltgefährdung". Dieses "Weltgefährdungsfenster" thematisiert die moderne Option eines Weltuntergangs dadurch, dass Menschen den künftigen Bestand der Erde in Gefahr gebracht haben.

[Bearbeiten] Film

Ganze Filmgenres – vor allem aus dem Science-Fiction-Bereich und der Endzeitfilm – beschäftigen sich mit drohenden Apokalypsen, deren Bekämpfung (beispielsweise durch Atomraketen gegen anfliegende Kometen) und der Zeit danach, in der typischerweise wenige Menschen durch eine zerstörte Welt irren und nur noch niederste Instinkte herrschen, wie in Mad Max oder Waterworld. Die Apokalypse wird dabei teilweise auch durch Aliens herbeigeführt.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Franz Graf-Stuhlhofer: Ursachen einer Erwartung des nahen Endes. Psychologische Faktoren geschichtlicher Vorgänge. In: Geschichte der Psychologie. Nachrichtenblatt der Fachgruppe Geschichte der Psychologie in der Deutschen Gesellschaft für Psychologie 16 (1999) H. 2 (= Nr. 35), S. 15-19.
  • Maarten Keulemans : Exit Mundi: Die besten Weltuntergänge. Deutscher Taschenbuch Verlag; 2010; ISBN 9783423346177

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Siehe das Kapitel „Pralaya – Ragnarök“ in Claus Dettelbacher (2008), Im Maulbeerhain: Die Lehre von den 4 Weltzeitaltern: Einführung in die Spuren der zyklischen Zeit. Rezeption, Schnittstellen, Geschichtsphilosophie – mit ständiger Rücksicht auf Julius Evola. BoD, Norderstedt, ISBN 978-3-8370-6253-3, S. 61–68 (Erweiterte Diplomarbeit an der Universität Wien).
  2. www.21dezember2012.org
  3. z.B. http://www.saint-germain-eolia.de/channeling/Energiearbeit-Lichtarbeit/Aufstieg-Erde-2012-Dimension.html
  4. Alles dreht sich, alles bewegt sich: 2012, die Sonne und die Milchstrasse, Astrodicticum Simplex
  5. Weltuntergang 2012: Fragen und Antworten, Astrodicticum Simplex
  6. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,599560,00.html SPIEGEL-ONLINE-Artikel zu neuen Berechnungen der Größe der Milchstraße
  7. C. Bounama, W. v. Bloh, S. Franck; Spektrum der Wissenschaft, 10/2004, S. 52
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