Welzow
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Brandenburg | |
| Landkreis: | Spree-Neiße | |
| Höhe: | 121 m ü. NN | |
| Fläche: | 23,91 km² | |
| Einwohner: | 4059 (31. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 170 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 03119 | |
| Vorwahl: | 035751 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SPN | |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 71 408 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Poststraße 8 03119 Welzow |
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| Webpräsenz: | ||
| Lage der Stadt Welzow im Landkreis Spree-Neiße | ||
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Welzow (niedersorbisch Wjelcej) ist eine Stadt im brandenburgischen Landkreis Spree-Neiße in der Niederlausitz. Auf dem Höhepunkt der städtischen Entwicklung wohnten etwa 7500 Menschen in Welzow, heute sind es noch rund 4100.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Die Stadt liegt im Südosten des Landes Brandenburg westlich der Spree. Die Region ist geprägt durch die Lausitzer Heidelandschaft: Seen, Flüsse, Flachmoore, ausgedehnte Kiefernwälder, aber auch durch Laub- und Mischwälder. Trugen ursprünglich Urstromtäler und Endmoränen der vergangenen Eiszeit zur Gestaltung der Landschaftsform wesentlich bei, so stellen sich heute große Teile der Region infolge des seit Jahrzehnten intensiv betriebenen Braunkohleabbaus als zerstörte Landschaften dar, die durch Neugestaltung wieder aufgewertet wurden. Durch die zahlreichen Tagebaurestseen entstand Deutschlands größte Rekultivierungsbaustelle, die Lausitzer Seen Landschaft. Direkt in der Nachbarschaft der Stadt Welzow findet man den Tagebau Welzow-Süd mit der größten beweglichen Arbeitsmaschine der Welt, die Förderbrücke F60.
[Bearbeiten] Geschichte
Der Name Welzow (Welcze) wird erstmals am 12. Dezember 1547 in den Spremberger Stadtbüchern erwähnt. Oft ist noch fälschlicherweise die Jahreszahl 1280 zu finden. Vermutlich handelt es sich bei diesem Datum um einen frühen Schreibfehler, da zweifelsfreie Nachweise hierfür nicht existieren.[1]
Die Stadt war geprägt vom Braunkohlenbergbau, der jetzt in der Stadt darniederliegt. Bis zum Untergang der DDR existierten noch weitere größere Industriebetriebe wie die Baumaschinen Welzow und der Braunkohlenbohrungen- und Schachtbau. Heute finden sich in Welzow hauptsächlich Dienstleistungs-, Bau- und Handwerksgewerbe. Auf dem Flugplatz Welzow lagen 1944 - 1945 zahlreiche Jagd-Einheiten der Luftwaffe, die bei der Reichsluftverteidigung eingesetzt wurden.
Während des Zweiten Weltkrieges mussten Kriegsgefangene aus der Sowjetunion und Frankreich sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern Zwangsarbeit verrichten: in der Zentralwerkstatt, in der Germaniahütte und in der alten Brikettfabrik, dem späteren Alfred-Scholz-Werk. Viele von ihnen gingen an der unmenschlichen Behandlung zugrunde.
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen wurde am 14. Juli 2005 genehmigt.
Blasonierung: „In Rot zwei schräggekreuzte silberne Berghämmer, oben bewinkelt von einer silbernen Glasschale, unten von drei gestürzten silbernen Fruchtähren.“[2]
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
Welzow mit seiner bergbaulich beeinflussten Umgebung ist mit dem Projekt Nr. 4 - „Landschaft im Wandel“ Bestandteil der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land: Während der Rekultivierung des Tagebaus Welzow wird in der wandernden Wüste des fortschreitenden Tagebaus eine innenliegende Fläche als Oase kultiviert.
[Bearbeiten] Bauwerke
In der Liste der Baudenkmäler in Welzow stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Denkmäler.
Als bemerkenswerte Bauten sind die beiden Kirchen zu nennen. Die Evangelische Kirche wurde 1740 errichtet. Das Kirchenschiff wurde aus Stein gesetzt, der Glockenturm erhielt eine Holzkonstruktion. 1908 wurde der hölzerne durch einen Zwei-Glocken-Turm aus Stein ersetzt. Die kleinere Glocke wurde wahrscheinlich um 1430 gegossen. Die katholische Kreuzkirche Welzow ist mit ca. 150 Sitzplätzen eine eher kleine Diasporakirche.
[Bearbeiten] Museen
- Flugplatzmuseum Welzow, Flugplatz Welzow - ganzjährig
- Museum „Alte Mühle“ im Ortsteil Proschim - ganzjährig
[Bearbeiten] Geschichtsdenkmale
- Sowjetischer Ehrenfriedhof innerhalb des Friedhofs der Stadt für Soldaten sowie 44 (nach anderen Angaben 68) umgekommene Kriegsgefangene aus der Sowjetunion
- Ehrengrabanlage für fünf Welzower Bürger, die dem Terror der Nationalsozialisten zum Opfer fielen. Vor einer Gedenkwand erinnert ein Gedenkstein an sie
- Erinnerungstafel in der Gaststätte Kumpelklause in der Spremberger Straße 77 an den Arbeitersportler Alfred Scholz, der hier 1928 von Streikbrechern ermordet wurde
- Gedenktafel für Alfred Scholz an der Förderschule Slamer Höhe 22, die zu DDR-Zeiten nach ihm benannt war
- Gedenkstätte auf dem Friedhof des Ortsteils Altwelzow am Ende des Liesker Weges für vier umgekommene Zwangsarbeiterinnen aus der Sowjetunion und Polen, die namentlich genannt werden
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Verkehrsanbindung
Welzow erreicht man über die Bundesautobahn 13 bzw. Bundesautobahn 15 sowie über die Bundesstraße 156 oder Bundesstraße 169.
[Bearbeiten] Flugplatz
Der Verkehrslandeplatz Welzow ist als Flugplatz seit 1996 als ziviler Verkehrslandeplatz zugelassen. Ab 1925 erfolgte seine Nutzung als Segel- und Motorflugplatz, ab 1935 als deutscher Militärflughafen. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand er bis zur Wende unter Befehl der sowjetischen Armee. Bekannt in der Umgebung ist das Welzower Flugplatzfest, welches alljährlich im Sommer stattfindet. Besonders lohnt sich dabei ein Besuch des Flugplatzmuseums Welzow, welches seit dem Jahr 2002 seine Pforten geöffnet hat.
Im März 2009 wurde bekannt, das Vattenfall Europe im Dezember 2008 große Teile des Verkehrslandeplatzes vom Land Brandenburg erworben hat. Nach Aussage eines Firmensprechers des Unternehmens wird Vattenfall jedoch keine Anteile der Flugplatzbetreibergesellschaft erwerben. Teile des Verkehrslandeplatz Welzow sollen mittelfristig durch den Tagebau Welzow-Süd überbaggert werden[3]. Die Gesamtfläche des Verkehrslandeplatzes von 600 Hektar gehört nun 3 Eigentümern. Dies sind mit 523 Hektar Vattenfall Europe, 57 Hektar die Flugplatzvertriebsgesellschaft Welzow und mit 20 Hektar die Stadt Welzow selbst.[4] Die Gesamtfläche der Start- und Landebahn sowie der notwendigen Rollwege beträgt etwa 250 Hektar.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
Siehe: Welzower Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Literatur
- Fliegerhorst Welzow, 1935-1945, Einsatz- und Ausbildungsstätte der deutschen Luftwaffe
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Fußnoten
- ↑ Autor: Joachim Schneider, Hans Gorgk von der Wolfsgegend, 2005, Dresden, Broschüre
- ↑ Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
- ↑ Vattenfall kauft Verkehrslandplatz Welzow. In: LR-Online, 21. März 2009
- ↑ Artikel der Lausitzer Rundschau vom 30. März 2009
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