Wendebach-Stausee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wendebach-Stausee
Wendebachstausee
Wendebachstausee
Lage: Landkreis Göttingen
Zuflüsse: Wendebach
Abflüsse: Wendebach mit Mündung in den Fluss Leine
Größere Orte in der Nähe: Niedernjesa und Reinhausen
Wendebach-Stausee (Niedersachsen)
Wendebach-Stausee
Koordinaten 51° 28′ 12″ N, 9° 56′ 43″ O51.47019.9451583333333Koordinaten: 51° 28′ 12″ N, 9° 56′ 43″ O
Daten zum Bauwerk
Bauzeit: bis 1973
Höhe über Gründungssohle: 15 m
Bauwerksvolumen: 70.000 m³
Kronenlänge: 260 m
Daten zum Stausee
Wasseroberfläche 8,5 hadep1
Speicherraum 1,52 Mio. m³

Der Wendebach-Stausee liegt 6 bis 10 km südlich von Göttingen östlich von Niedernjesa und staut seit 1973 den Wendebach, einen Zufluss der Leine. Der Stausee mit einem Erddamm dient der Naherholung. Der Wendebachstausee ist eine landeseigene Anlage, die in der Zuständigkeit der Betriebsstelle Süd des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit Sitz in Göttingen und Braunschweig liegt.

Den angestrebten zusätzlichen Hochwasserschutz durch den Wendebachstausee gab es nie; mit dem geplanten Umbau ergibt sich mehr Sicherheit für die Region, weil der bestehende Erddamm einer hohen Flutwelle nicht standhalten kann. Nach dem Umbau ist der Abschlussdamm in der Mitte etwa sieben Meter niedriger als jetzt, der Wasserstand liegt nach wie vor bei 4,65 Meter (gemessen an der Sperrstelle) und eine moderne Hochwasserentlastungsanlage sorgt dafür, dass auch ein sehr großes und seltenes Jahrtausend-Hochwasser die Talsperre so sicher passieren kann, wie es die aktuellen Technischen Regelwerke vorsehen - nach denen solche Anlagen wie der Wendebachstausee geplant, gebaut und betrieben werden.

Naherholung[Bearbeiten]

Der angestaute Wasserfläche gehört zum Naherholungsbereich des Zweckverbandes Erholungspark Wendebach. Dagegen steht der Staudamm im Eigentum des Landes Niedersachsen. Der See befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinden Gleichen und Friedland. Träger des Zweckverbandes sind der Landkreis Göttingen sowie die Gemeinden Gleichen und Friedland.

Am See richteten den Landschaftserlebnispfad Wendebach-Stausee folgende Institutionen an:

  • Landschaftspflegeverband Landkreis Göttingen e. V.
  • Zweckverband Erholungspark Wendebach
  • Regionales Umweltzentrum (RUZ) Reinhausen

Im Laufe des Erlebnispfades rund um den Stausee finden sich vielfältige Lebensräume dicht nebeneinander. An verschiedenen Stationen im Gelände wurden markante Objekte errichtet, die in direktem Zusammenhang zu einem dieser Lebensräume stehen. Eine Insel inmitten des Sees ist Nistplatz für Vögel und darf nicht betreten werden.

Der See ist durch einen Parkplatz und einen Rundweg erschlossen. Auf dem Gelände befinden sich verschiedenen Freizeiteinrichtungen, wie Informationstafeln, Spielwiesen, Grillplatz, Grillhütte und eine DLRG-Wachstation. Während der Schulferien im Sommer und bei gutem Wetter wird der Badebereich des Sees von Rettungsschwimmern der DLRG bewacht. Im und am See kann man baden, Boot fahren, angeln und grillen. Häufig findet FKK und Nacktbaden statt, was toleriert wird. Der See wird im Winter regelmäßig entschlammt.

Problemlage und Zukunft[Bearbeiten]

Der Erddamm ist undicht und deshalb für den Hochwasserschutz nicht geeignet. Das Land Niedersachsen befürchtet, das bei extremem Hochwasser der Erddamm brechen und den Ort Niedernjesa sowie die Bundesstraße 27 zerstören könne. Daher plante das Land den Rückbau des Stausees, da er seine geplante Staufunktion nicht erfülle und bei Hochwasser Gefahr bestehe. Dieses Vorhaben war vor allem wegen der Erholungsbedeutung des Sees vor Ort umstritten[1] [2] und ist inzwischen vom Tisch [3] [4].

Anfang Juli 2011 bestätigte Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander bei einer Ortsbesichtigung, dass der Wendebachstausee als Naturparadies und Naherholungsgebiet erhalten bleibe und dass der Haushaltsausschuss des Landtages die erforderlichen 5,5 Millionen Euro für den Umbau freigegeben habe. Der See werde im Badebereich für 180.000 Euro entschlammt, und das Land Niedersachsen trage die jährlichen Unterhaltungskosten von immerhin 26 000 Euro. Der 15 Meter hohe Damm werde auf sieben Meter gekappt, und in der Mitte bekomme er eine neue Überlaufrinne, die bei Starkregen so viel Wasser durchlasse, dass der Damm halte, Unterlieger aber nicht gefährdet würden. Die Hochwasserentlastungsanlage soll dafür sorgen, dass ein Jahrtausend-Hochwasser gefahrlos den Stausee passieren kann. Sander ist sich allerdings „nicht ganz sicher, ob in den 5,5 Millionen auch ein besserer Hochwasserschutz für Niedernjesa mit drin ist“.[5] Mit den Umbauarbeiten wird im Jahre 2013 begonnen. 2014 sollen sie abgeschlossen sein.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Arbeitsgruppe Dorfchronik der Ortschaft Niedernjesa (Hrsg.): Unser Dorf. Niedernjesa gestern und heute. Selbstverlag 1992.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. wiki-goettingen.de
  2.  Paradies bleibt erhalten. In: Extra-Tip. 31. Mai 2009 (pdf; 877 kB, goettingen.dlrg.de, abgerufen am 26. Januar 2014).
  3. GT vom 18. August 2010
  4. GT vom 17. November 2010
  5. Ulrich Schubert: Minister bestätigt Rettung des Wendebachstausees. In: Göttinger Tageblatt. 8. Juli 2011, abgerufen am 26. Januar 2014.

Weblinks[Bearbeiten]