Wengern (Turawa)

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Wengern
Węgry
Wengern  Węgry führt kein Wappen
Wengern  Węgry (Polen)
Wengern  Węgry
Wengern
Węgry
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Oppeln
Landkreis: Opolski
Gmina: Turawa
Geographische Lage: 50° 45′ N, 18° 1′ O50.74305555555618.018888888889Koordinaten: 50° 44′ 35″ N, 18° 1′ 8″ O
Einwohner: 950 ([1])
Postleitzahl: 46-023
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: OPO
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Katowice
Die Kirche
Wegkapelle mit Glockenturm
Feuerwehrgebäude mit Gedenkstein zur 700-Jahr-Feier

Wengern (polnisch: Węgry) ist eine Ortschaft in Oberschlesien. Wengern liegt in der Gemeinde Turawa im Powiat Opolski (Landkreis Oppeln) in der polnischen Woiwodschaft Oppeln.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Wengern liegt vier Kilometer westlich vom Gemeindesitz Turawa und elf Kilometer nordöstlich von der Kreisstadt und Woiwodschaftshauptstadt Opole (Oppeln). Nördlich von Wengern fließt die Malapane.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Nachbarorte von Wengern sind im Westen Kollanowitz (Kolanowice), im Norden Königshuld (Osowiec), im Südosten Klein Kottorz (Kotórz Mały) und im Südwesten der Weiler Borek und Sowade (Zawada).

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde am 17. November 1295 erstmals urkundlich als "Wangri" erwähnt. Wengern war lange Zeit im bischöflichen Besitz. 1865 hatte der Ort 16 Bauern-, 11 Gärtner-, neun Ackerhäusler- und 52 Häuslerstellen. Ferner waren im Ort ein Müller, ein Kretschmer (Gastwirt), ein Krämer, zwei Fleischer, zwei Bäcker, drei Schuhmacher, vier Schmiede, zwei Schneider und ein Stellmacher ansässig. Außerdem wird zu diesem Zeitpunkt eine katholische Schule mit 86 Kindern erwähnt.[2][3]

Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten 275 Wahlberechtigte für einen Verbleib bei Deutschland und 340 für Polen.[4] Wengern verblieb beim Deutschen Reich. 1924 wurde die Notkirche errichtet und Wengern, das vorher nach Groß Kottorz eingepfarrt war, wurde zu einer eigenen Pfarrgemeinde. 1925 lebten im Ort 932 Einwohner. Am 1. April 1938 wurde der Ort nach Königshuld eingegliedert. 1939 wurde die massive neuerbaute Kirche fertiggestellt. Bis 1945 befand sich der Ort im Landkreis Oppeln.

1945 kam der bisher deutsche Ort unter polnische Verwaltung und wurde in Węgry umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. Die Eingliederung nach Königshuld wurde wieder aufgehoben. 1950 kam der Ort zur Woiwodschaft Oppeln. 1999 kam der Ort zum wiedergegründeten Powiat Opolski. Am 8. März 2012 erhielt der Ort zusätzlich den amtlichen deutschen Ortsnamen Wengern.

Sehenswürdigkeiten und Denkmale[Bearbeiten]

  • Moderne katholische Josephskirche, erbaut in den Jahren 1934 bis 1939. Sie ersetzte die 1924 errichtete Notkirche aus Fachwerk, die zuvor in Lamsdorf stand.
  • Wegkapelle mit Glockenturm aus dem Jahr 1837 mit einer Figur des Heiligen Urban. Diese wurde 1937 in ein Gefallenendenkmal einbezogen. Von 1936 bis 1937 wurde eine weitere baugleiche Wegkapelle mit Glockenturm erbaut, die eine Figur der Heiligen Maria besitzt. Beide Wegkapellen wurden mit einer Mauer verbunden. An diese Mauer wurden die 1937 gestifteten Tafeln für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs angebracht. 1993 wurden diese ergänzt mit Gedenktafeln für die Gefallenen und Opfer des Zweiten Weltkriegs. Zwischen den beiden Wegkapellen steht ein hölzernes Kreuz.
  • Brücke über die Malapane aus dem Jahr 1903.
  • Gedenkstein für die 700-Jahr-Feier des Ortes im Jahr 1995
  • Hölzernes Wegkreuz
  • Bildstock, bestehend aus einem Holzstamm und einer Figur des Heiligen Joseph

Vereine[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wengern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Internetseite der Gemeinde Turawa, Sołectwa, osiedle i ich Gospodarze, abgerufen am 27. Mai 2012
  2. Vgl. Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Breslau 1865
  3. Internetseite der Gemeinde
  4. Vgl. Ergebnisse der Volksabstimmung in Oberschlesien von 1921