Wentorf bei Hamburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wentorf bei Hamburg
Wentorf bei Hamburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wentorf bei Hamburg hervorgehoben
53.49305555555610.25333333333348Koordinaten: 53° 30′ N, 10° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Herzogtum Lauenburg
Höhe: 48 m ü. NHN
Fläche: 6,87 km²
Einwohner: 11.939 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1738 Einwohner je km²
Postleitzahl: 21465
Vorwahl: 040
Kfz-Kennzeichen: RZ
Gemeindeschlüssel: 01 0 53 129
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 16
21465 Wentorf
Webpräsenz: www.wentorf.de
Bürgermeister: Matthias Heidelberg (CDU)
Lage der Gemeinde Wentorf bei Hamburg im Kreis Herzogtum Lauenburg
Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Kreis Segeberg Kreis Stormarn Lübeck Lübeck Albsfelde Alt Mölln Aumühle Bäk Bälau Basedow (Lauenburg) Basthorst Behlendorf Berkenthin Besenthal Bliestorf Bliestorf Börnsen Borstorf Breitenfelde Bröthen Brunsmark Brunstorf Buchholz (Herzogtum Lauenburg) Buchhorst Büchen Dahmker Dalldorf Dassendorf Düchelsdorf Duvensee Einhaus Elmenhorst (Lauenburg) Escheburg Fitzen Fredeburg Fuhlenhagen Geesthacht Giesensdorf Göldenitz Göttin (Lauenburg) Grabau (Lauenburg) Grambek Grinau Groß Boden Groß Disnack Groß Disnack Groß Grönau Groß Pampau Groß Sarau Groß Schenkenberg Grove (Schleswig-Holstein) Gudow Gülzow (Lauenburg) Güster (Lauenburg) Hamfelde (Lauenburg) Hamwarde Harmsdorf (Lauenburg) Havekost (Lauenburg) Hohenhorn Hollenbek Hornbek Horst (Lauenburg) Juliusburg Kankelau Kasseburg Kastorf Kittlitz (Lauenburg) Klein Pampau Klein Zecher Klempau Klinkrade Koberg Köthel (Lauenburg) Kollow Kröppelshagen-Fahrendorf Krüzen Krukow (Lauenburg) Krummesse Kuddewörde Kühsen Kulpin Labenz Labenz Langenlehsten Langenlehsten Lankau Lanze (Lauenburg) Lauenburg/Elbe Lehmrade Linau Lüchow (Lauenburg) Lütau Mechow Möhnsen Mölln Mühlenrade Müssen Mustin (bei Ratzeburg) Niendorf bei Berkenthin Niendorf a. d. St. Nusse Panten Pogeez Poggensee Ratzeburg Ritzerau Römnitz Rondeshagen Roseburg Sachsenwald Sahms Salem (Lauenburg) Sandesneben Schiphorst Schmilau Schnakenbek Schönberg (Lauenburg) Schretstaken Schürensöhlen Schulendorf Schwarzenbek Seedorf (Lauenburg) Siebenbäumen Siebeneichen Sirksfelde Sierksrade Steinhorst (Lauenburg) Sterley Stubben (Lauenburg) Talkau Tramm (Lauenburg) Walksfelde Wangelau Wentorf (Amt Sandesneben) Wentorf bei Hamburg Wiershop Witzeeze Wohltorf Woltersdorf (Lauenburg) Worth Ziethen (Lauenburg)Karte
Über dieses Bild

Wentorf bei Hamburg ist eine Gemeinde im Kreis Herzogtum Lauenburg im Süden Schleswig-Holsteins.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Wentorf bei Hamburg liegt mit ihrer Gemarkung im südwestlichen Teil des Kreises Herzogtum Lauenburg. Sie grenzt im Süden und Westen an Hamburg, im Norden an die jenseits der Bille gelegene, zum Kreis Stormarn gehörende Stadt Reinbek und im Osten an die Gemeinden Wohltorf und Börnsen. Das Gemeindegebiet umfasst 686,6 ha. Bei Wentorf entspringt die Schulenbrooksbek.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde erstmals im Jahre 1217 unter dem Namen Wenetdorp urkundlich erwähnt. Die Bedeutung des Namens liegt auf der Hand: „Wendendorf“ war ein von Slawen bewohntes Dorf. Im Laufe seiner wechselvollen Geschichte hat sich Wentorf grundlegend gewandelt. Zusammenhänge zwischen ferner Vergangenheit und Gegenwart sind nur noch vereinzelt zu erkennen.

Im Mittelalter gehörte Wentorf zum Kloster Reinbek, nach der Reformation zum herrschaftlichen Amt Schwarzenbek. Nach den Verwaltungsreformen von 1889 setzte eine Strukturänderung in dem alten Bauerndorf ein. In der Nähe der Bille und des Bahnhofs entstand ein Villenviertel. In anderen Ortsteilen siedelten sich Handwerker und Arbeiter an. Bis zum Jahre 1910 hatte sich das Dorf Wentorf mit seiner landschaftlich schönen Lage zu einem Vorort von Hamburg mit 1200 Einwohnern entwickelt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts war der Ort durch Eisenbahn und Landstraße mit der Großstadt Hamburg verbunden. Dadurch war Wentorf an das Wirtschafts- und Handelszentrum Hamburg herangerückt und erhielt ganz andere Entfaltungsmöglichkeiten als die meisten ihren ländlichen Charakter wahrenden Nachbargemeinden.

Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden in Wentorf Kasernen errichtet, die über 3000 Soldaten beherbergten. Nach 1945 wurde die Anlage für „Displaced persons“ und von 1952 bis 1960 als Durchgangslager für Flüchtlinge aus der DDR genutzt.

Von 1960 bis Mitte der 1990er Jahre war Wentorf Bundeswehr-Standort. In der Bose-Bergmann-Kaserne und der Bismarck-Kaserne war ein Großteil der Panzergrenadierbrigade 16 stationiert.

Religion[Bearbeiten]

In Wentorf gibt es eine evangelisch-lutherische Kirchengemeinde, 1952 wurde die Martin-Luther-Kirche errichtet.

Die katholische Gemeinde Wentorfs gehört seit dem Zusammenschluss der katholischen Kirchengemeinden aus Reinbek, Glinde und Trittau am ersten Januar 2006, der Gemeinde „Seliger Niels Stensen“ an, deren Hauptkirche die Herz-Jesu-Kirche in Reinbek ist.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinde erfüllt für ihren Verflechtungs- bzw. Nahbereich übergemeindliche Aufgaben, und zwar neben der Abwasserbeseitigung insbesondere im Bereich der Bildung (Gymnasium, Realschule, Hauptschule, Grundschule, Schulkindergarten), aber auch auf den Gebieten Sport, Kultur, Umweltschutz. Die Bauleitplanung der Gemeinde ist auf ein weiteres kontinuierliches Anwachsen der Einwohnerzahl bis zu höchstens 14.000 Einwohnern ausgerichtet.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Gemeindewahl 2013[2]
Wahlbeteiligung: 47,4 %
 %
30
20
10
0
28,6 %
23,4 %
23,1 %
18,3 %
6,5 %

Die 23 Sitze in der Gemeindevertretung verteilen sich seit der Kommunalwahl am 26. Mai 2013 folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

Bürgervorsteher ist Andreas Hein (CDU).

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold ein sechsspeichiges schwarzes Wagenrad unter einem grünen Rautenkranz im Schildhaupt.“[3]

Die Wappenfarben Gold, Schwarz und Grün wurden den Farben der Askanier, der Herzöge von Sachsen-Lauenburg, entnommen, die die Geschichte der Gemeinde Wentorf bei Hamburg fünf Jahrhunderte hindurch bestimmten. Das Wagenrad kennzeichnet die Bedeutung, die diese Erfindung für die wirtschaftliche Entwicklung Wentorfs besaß und besitzt. Es erinnert an die Spanndienste, die der Hufner seinem Herrn jahrhundertelang zu leisten hatte, an die Holzwirtschaft der Bauern und den Handels- und Transitverkehr auf der ehemaligen Frachtstraße zwischen Lübeck und Hamburg, der heutigen Bundesstraße 207. Der grüne Rautenkranz im Schildhaupt über dem Wagenrad stellt den Bezug zur Geschichte Wentorfs her und legt die Eindeutigkeit des Rades als Sinnbild der Gemeinde fest. Der grüne Rautenkranz ist ebenfalls aus dem Wappen der askanischen Vorfahren überliefert. Die Herzöge von Sachsen-Lauenburg sahen ihn als Sinnbild des Wohlergehens ihres Landes - und damit ihrer Landsleute - an.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Wentorf bei Hamburg stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Heute ist Wentorf zentraler Ort (Stadtrandkern 2. Ordnung) mit über 11.000 Einwohnern. Unter den erwerbstätigen Einwohnern befinden sich viele Berufspendler, die vorwiegend in Hamburg arbeiten.

Die Wirtschaft ist überwiegend von Kleingewerbe und Handwerk geprägt, zudem befindet sich auch die Europazentrale von Sanrio in Wentorf.

Bildungswesen[Bearbeiten]

In Wentorf gibt es eine Grundschule, eine Regionalschule sowie ein Gymnasium. Die Regionalschule Wentorf ist ein Zusammenschluss aus der Fritz-Specht-Schule (Hauptschule) und der Realschule. Die Zusammenlegung fand im Schuljahr 2010/2011 statt. Ein zusätzliches Angebot der Regionalschule ist die Offene Ganztagsschule.

In Wentorf gibt es außerdem das Landesförderzentrum Sprache (ehemals Staatliche Internatsschule für Sprachbehinderte).

Wentorf hat acht Kindergärten. Die Gemeindebücherei hält etwa 19.000 Bände vorrätig, die schwerpunktmäßig Kinder bis 12 Jahren ansprechen sollen.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch die Buslinie 235 erhält Wentorf Anschluss an den Hamburger Verkehrsverbund (HVV). Die Busse verkehren zwischen dem S-Bahnhof Reinbek, S- und Fernverkehrsbahnhof Hamburg-Bergedorf, sowie dem S-Bahnhof Nettelnburg. Vom Reinbeker Bahnhof ist die Hamburger Innenstadt innerhalb von 26 Minuten zu erreichen.

Außerdem hat Wentorf Anschluss an die Buslinie 8810. Diese verbindet, von Bergedorf kommend, den Ort mit den Nachbarortschaften Börnsen, Dassendorf, Schwarzenbek und endet schließlich in Mölln ZOB.

Wentorf wird von der Bundesstraße 207 durchquert, die nach Hamburg-Bergedorf in die eine bzw. nach Mölln und Ratzeburg in die andere Richtung führt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ralf Heese, Wolfgang Stabenow, William Boehart (Hrsg.): Vom Süden Wentorfs zu Wentorf Süd. Viebranz-Verlag, Herbst 2004, ISBN 3-921595-45-2
  • Hildegard Ballerstedt, Wolfgang Blandow, William Boehart: Wentorf bei Hamburg. Reihe Archivbilder, Sutton Verlag, Februar 2006, ISBN 978-3-89702-925-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wentorf bei Hamburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://ftp.wentorf.de/wahl/Gemeindewahl_2013.html
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein