Wenzelskrone
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Die Wenzelskrone (St. Wenzelskrone, Krone des hl. Wenzel, tschechisch Svatováclavská koruna) ist die Königskrone des ehemaligen Königreichs Böhmen. Sie ist der älteste Bestandteil der böhmischen Krönungsinsignien. Von diesen sind außer der Krone noch der königliche Apfel, die königliche Lanze und der Königsmantel erhalten.
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[Bearbeiten] Die Krone
Die Krone ist aus 21 bis 22-karätigem Gold gefertigt. Sie wiegt etwa 2,5 Kilogramm, ihre maximale Höhe und ihr Durchmesser betragen 19 cm. Ihre Form ist an ältere Kronen der Přemysliden und der französischen Könige angelehnt. Sie besteht aus vier am Reif befestigten Seiten, die jeweils in einer großen Lilie enden. Zwei Bögen, welche die Seiten verbinden, sind mit Teilen eines älteren Schmuckstücks besetzt. An der höchsten Stelle, dem Kreuzungspunkt der beiden Bögen, ist ein goldenes Kreuz mit einer Saphir-Kamee angebracht. Die Krone ist mit 19 Saphiren, 44 Spinellen, 1 Rubin, 30 Smaragden und 20 Perlen besetzt.
[Bearbeiten] Geschichte und heutige Aufbewahrung
Karl IV. ließ die Krone anlässlich seiner Krönung 1347 anfertigen und widmete sie anschließend dem ersten Landespatron, dem Heiligen Wenzel. Sie sollte als Staatsjuwel bei der Krönung aller nachfolgenden böhmischen Könige verwendet werden. Bis zu seinem Tod 1378 ließ Karl die Krone mit Edelsteinen ergänzen, die in seinen Besitz gelangten.
Nach einem Befehl Karls IV. sollte die neue Königskrone dauerhaft im Veitsdom aufbewahrt werden. Doch bereits sein Sohn Wenzel IV. ließ die Krönungsjuwelen auf die Burg Karlštejn überführen. Seitdem wechselte der Aufbewahrungsort vielfach, im 18. Jahrhundert gelangten sie sogar nach Wien.
Seit 1791 befinden sie sich in einer besonderen Kammer in der St.-Wenzels-Kapelle des Veitsdomes in Prag. Sowohl die Tür der Kammer als auch der Panzerschrank, in dem die Juwelen ruhen, sind mit sieben Schlössern ausgestattet. Um sie zu öffnen, müssen alle sieben Besitzer der Schlüssel zusammenkommen. Über die Öffnung entscheidet ausschließlich der Präsident der Republik.
Eine Replik der Krone ist normalerweise in der Prager Burg zu besichtigen. Anlässlich der Niederösterreichischen Landesausstellung im Jahr 2009 ist diese in Horn im Waldviertel zum 20-jährigen Fall des Eisernen Vorhanges ausgestellt.[1]
[Bearbeiten] Verwendung und Mythos
Viele Personen wurden mit der Krone zum König von Böhmen gekrönt, darunter der Wittelsbacher „Winterkönig“ Friedrich von der Pfalz. Die Krone wurde im 19. Jahrhundert zum Symbol für die böhmischen Staatsrechte und die Selbstständigkeit.
Um die Wenzelskrone rankt sich die Legende, dass jeder, der sie zu Unrecht trägt, binnen eines Jahres eines gewaltsamen Todes stirbt. Angeblich setzte sich im Wissen um diese Legende der amtierende Reichsprotektor und eine der Schlüsselfiguren des Holocaust, Reinhard Heydrich, bei einer symbolischen Schlüsselübergabe in der Krönungskammer neben dem Prager Veitsdom am 19. November 1941 kurz die Wenzelskrone auf, um das Allerheiligste des Tschechentums zu entweihen und die Legende zu widerlegen. Für diese Geschichte gibt es jedoch keine Beweise. Es handelt sich wahrscheinlich auch nur um eine Legende, die erst nach dem Tod Heydrichs an den Folgen eines Attentats am 26. Mai 1942 aufkam.
[Bearbeiten] Literatur
- Pavla Obrazová, Jan Vlk: Maior Gloria. Svatý kníže Václav. Paseka, Praha Litomyšl 1994. ISBN 80-85192-94-2
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Replik der Wenzelskrone in Horn angekommen abgerufen am 7. April 2009

