Wenzeslaw Konstantinow

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Wenzeslaw Konstantinow, 2011

Wenzeslaw Konstantinow (auch Ventseslav Konstantinov geschrieben, bulgarisch Венцеслав Константинов; * 14. September 1940 in Sofia) ist ein bulgarischer Schriftsteller, Aphoristiker und Übersetzer deutschsprachiger Literatur.

Leben[Bearbeiten]

Konstantinow, 2004

Konstantinow wurde als Sohn eines Musikprofessors in Sofia geboren. Er graduierte in germanischen Studien und Philosophie und schrieb eine These über Einwirkungen des deutschen literarischen Expressionismus auf die bulgarische Dichtkunst der Zwischenkriegszeit. Seit 1987 war er Lehrbeauftragter für Übersetzung deutschsprachiger Dichtung an der Universität Sofia.[1]

1991-1992 hielt sich Konstantinow in Berlin im Rahmen des Berliner Künstlerprogramms des DAAD auf.[2] Er hatte Vorträge und Konferenzteilnahmen in Berlin, Leipzig, Marburg, Wien, Prag, Bern, Zürich, und Lausanne.[3] 1993-1994 verbrachte Konstantinow in Geneseo, Livingston County (New York), an der dortigen State University of New York.[4]

Er veröffentlichte Gedichte, Aufsätze und Hörfunkbeiträge zur deutschen, österreichischen, schweizerischen und bulgarischen Literatur sowie Publikationen über Hans Sachs, Goethe, Schiller, Hölderlin, E.T.A. Hoffmann, Nikolaus Lenau, Thomas Mann, Hermann Hesse, Franz Kafka, Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger, Stefan Zweig, Ödön von Horváth, Elias Canetti, Max Frisch, Friedrich Dürrenmatt, Heinrich Böll, Alfred Andersch, Martin Walser, Hans Magnus Enzensberger und, Christoph Meckel.[1]

Seine Buchübersetzungen belaufen sich auf 70 Volumina.

Konstantinow lebt in Sofia und dem Dorf Solischta im Rhodopen-Gebirge als freiberuflicher Schriftsteller und Übersetzer.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1993: Der Übersetzerpreis des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur, Wien.
  • 2006: Der Preis des Bulgarischen Übersetzerverbandes für das Gesamtwerk.
  • 2013: Der Literaturpreis der Stadt Sofia für die Anthologie Die Grossen Deutschen Dichter vom 12. bis 20. Jh. (2012).

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

  • 2007: Schriftsteller über das Kunstwerk. Sofia, LiK, 276 S.
  • 2010: Die Flöte des Traums. Literarische Studien. Sofia, Ciela, 288 S.
  • 2011: Gobelin, mit Teufelschwänzen bestickt. Essays. Sofia, Ciela, 148 S.
  • 2012: Das Geheimleben des Regens. Aphorismen. Sofia, Ciela, 278 S.
  • 2013: Die unsichtbaren gewißen Dinge. Gedichte. Sofia, Ab, 32 S.
Die Grossen Deutschen Dichter vom 12. bis 20. Jh., 2012

Anthologien[Bearbeiten]

Essays (auf Deutsch)[Bearbeiten]

Herausgeber[Bearbeiten]

Thomas Mann, Briefe, Bd. I, 1988
  • Rainer Maria Rilke, Ausgewählte Lyrik. 1979
  • Max Frisch, Tagebücher. 2 Bde. 1979
  • Ödön von Horvath, Der ewige Spießer. Ausgewählte Prosa. 1983
  • Ilse Aichinger, Spiegelgeschichte. Ausgewählte Prosa. 1984
  • Stefan Zweig, Der europäische Gedanke. Ausgewählte Essays. 1985
  • Thomas Mann, Briefe. 2 Bde. 1988-1989

Herausgeber und Übersetzer[Bearbeiten]

  • Bodo Uhse, Ausmarsch im September. Ausgewählte Erzählungen. 1967
  • Erich Kästner, Ist der Existentialismus heilbar? Ausgewählte Erzählungen. 1968
  • Lion Feuchtwanger, Das Haus am Grünen Weg. Ausgewählte Erzählungen. 1981
  • Franz Kafka, Die Verwandlung. Ausgewählte Erzählungen. 1982
  • Martin Walser, Ein fliehendes Pferd. Ausgewählte Erzählungen. 1982
  • Bertolt Brecht, Die Trophäen des Lukullus. Ausgewählte Erzählungen. 1983
  • Christoph Meckel, Hotel für Schlafwandler. Ausgewählte Gedichte. 1984
  • Hermann Hesse, Der gestohlene Koffer. Ausgewählte Erzählungen. 1986
  • Kurt Tucholsky, Interview mit mir selber. Gedichte und Erzählungen. 1986
  • Heinrich Böll, Der Zwerg und die Puppe. Ausgewählte Erzählungen. 1987
  • Alfred Andersch, Diana mit dem Flötenspieler. Ausgewählte Erzählungen. 1988
  • Erich Kästner, Sachliche Romanze. Lyrik und Prosa. 2009
  • Franz Kafka, In der Strafkolonie. Ausgewählte Erzählungen. 2010
  • Heinrich Böll, Ausgewählte Erzählungen. 2012

Buchübersetzungen[Bearbeiten]

  • Bertolt Brecht, Das Leben des Galilei. Schauspiel. 1964
  • Bertolt Brecht, Kalendergeschichten. Gedichte und Erzählungen. 1975
  • Bertolt Brecht, Kleines Organon für das Theater. Essay. 1985
  • Bertolt Brecht, Das Verhör des Lukullus. Hörspiel. 1985
  • Max Frisch, Stiller. Roman. 1978, 1982, 2011
  • Max Frisch, Homo Faber. Roman. 1973, 1981, 1995, 2012
  • Max Frisch, Der Mensch erscheint im Holozän. Erzählung. 1984
  • Max Frisch, Don Juan oder die Liebe zur Geometrie. Komödie. 1979
  • Friedrich Dürrenmatt, Der Verdacht. Roman. 1972, 1984, 1989
  • Friedrich Dürrenmatt, Der Tunnel. Erzählung. 1981
  • Elias Canetti, Hochzeit. Drama. 1980
  • Stefan Zweig, Schachnovelle. 1973, 1987, 2013
  • Walter Benjamin, Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. Essay. 1989
  • Hans Magnus Enzensberger. Der Untergang der Titanic. Eine Komödie. 1990
  • Erich Maria Remarque, Der Himmel kennt keine Günstlinge. Roman. 1972, 1985, 2009
  • Katja Mann, Meine ungeschriebenen Memoiren. 1989
  • Friedrich Christian Delius, Mogadischu Fensterplatz. Roman. 1992
  • Henrik Ibsen, Baumeister Solness. Drama. 1979
  • Peter Hacks, Der Frieden. Ein Stück. 1985
  • Peter Hacks, Die schöne Helene. Ein Stück. 1986

Übersetzte Autoren[Bearbeiten]

Alphabetische Liste der von Wenzeslaw Konstantinow übertragenen deutschsprachigen Autoren:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wenzeslaw Konstantinow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Венцеслав Константинов, LiterNet 2001-2009. Besucht am 13. Februar 2001
  2. Ein Gespräch mit Wenzeslav Konstantinov über deutsche Klassiker in Bulgarien, Wilhelm Tell, Faust und Lorelei, Zitty, Berlin, Nr. 4, 13. Februar 1992
  3. Hans Mühlethaler - Dürrenmatt für Bulgarien, Der Bund, Bern, Freitag, Nr. 49, 28. Februar 1992
  4. Maureen Hegarty - Fulbright Scholar-in-Residence to Focus on Thoreau during Tenure on Campus, The Geneseo Compass, Geneseo, New York, U.S.A., Vol. 23, No. 9, May 7, 1993