Wer bin ich?

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Das Spiel Wer bin ich? (auch Zettel vorm Kopf und Brett vorm Kopf genannt) ist ein Ratespiel, bei dem die Mitspieler eine bestimmte Person (oder auch Tier, Gegenstand etc.) verkörpern und durch geschicktes, deduktives Fragen herauszufinden suchen, wen oder was sie darstellen. Gespielt wird es häufig auf Partys oder anderen geselligen Treffen wie etwa Kindergeburtstagen etc.

Vorbereitung[Bearbeiten]

Benötigt werden Stifte, Zettel und Klebeband. Die Teilnehmerzahl, obwohl eigentlich nicht begrenzt, sollte aus Gründen des Spielspaßes höchstens 8 - 10 betragen, da ansonsten die Kommunikation leidet. Jeder Spieler schreibt einen Zettel mit einem bekannten Namen (z.B. „Helmut Kohl“, Winnetou oder „Bruce Willis“) und befestigt diesen auf der Stirn eines Mitspielers (Kleben, Befestigung mittels eines Stirnbandes etc.), ohne dass dieser die Information erfährt. Haben nun alle eine derartige nur für die Mitspieler sichtbare Information an sich heften, beginnt das Spiel.

Verlauf[Bearbeiten]

Ein Spieler beginnt nun, den anderen Fragen über sich zu stellen, die diese mit Ja oder Nein beantworten können. Das Spiel beinhaltet häufig Fragen wie zum Beispiel: „Bin ich weiblich/männlich?“, „Bin ich Sportler/Moderator/Schauspieler/Sänger/u.a.?“, „Lebe ich noch?“ und „Lebe ich in Deutschland/in den USA/u.a.?“. Ziel ist es, möglichst schnell die eigene Identität durch deduktive Fragen zu erraten. Wird eine Frage mit Nein beantwortet, ist der nächste Spieler im Uhrzeigersinn an der Reihe, Fragen zu stellen, um herauszufinden, wer er ist.

Das Spielende ist entweder dann erreicht, wenn alle erraten haben, wer sie sind, oder, wenn die Gruppe zu groß ist, der erste bzw. die ersten drei erraten haben, wer sie sind. Da es mehrere Varianten dieses Spieles gibt, sollte sich die Gruppe vorher auf eine Variante einigen.

Kommerzielle Verwertungen[Bearbeiten]

Einige Spieleautoren betteten die Spielidee in kommerzielle Spiele. So erfand der Autor Robert Abbott das Spiel Egghead (englisch: What’s That On My Head?), das dann 1986 nochmal unter dem Namen Code 777 in Deutschland herauskam. Hier war eine Zahlenkombination zu erraten. Zudem wurde ein kostenloses Browserspiel namens Akinator herausgebracht, das auf dem Spiel basiert; man muss sich aber die Person denken, die der Akinator dann basierend auf einem Algorithmus mithilfe von Fragen erraten muss.

Literatur[Bearbeiten]

In Knaurs Spielbuch aus dem Jahr 1953 ist das Spiel unter demselben Namen als Variation erwähnt. Dort werden innerhalb der Spielgruppe zwei Personen ausgewählt, aus dem Raum geschickt, ihnen nun seitens der Spielgruppe Namen gegeben, die Betreffenden wieder, zunächst einzeln, hereingebeten und den Namen des Gegenspielers genannt und dann aufgefordert zum Amüsement der Zuschauer herauszufinden, wen sie verkörpern.[1]

Adaption[Bearbeiten]

Im Film Inglourious Basterds lässt der Regisseur Tarantino dieses Spiel in der Tavernen-Sequenz von seinen Schauspielern spielen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johanna Preetorius: Knaurs Spielbuch, Th. Knaur Nachfolger, Verlag München 1953, Seite 239/240