Werbeblocker

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Ein Werbeblocker (auch: Werbefilter) ist ein Programm, das Werbung auf einer Webseite entfernt. Werbung auf Webseiten kommt in verschiedenen Arten vor, etwa in Bildern, Animationen, Text und Pop-ups.

Geschichte[Bearbeiten]

Werbeblocker kamen in den 1990er Jahren für das Fernsehen auf, indem über einen parallelen Übertragungsweg (z. B. RDS, später durch das WWW) simultan Werbeunterbrechungen signalisiert wurden. Die Anwendung Fernsehfee konnte im Jahr 1999 als erste Werbung in Echtzeit aus Videoaufnahmen entfernen. Bekanntheit erlangte sie vor allem durch die einstweilige Verfügung, welche der Verband der Privaten TV- und Radiosender anstrebte. Die Hersteller wehrten sich hiergegen und nach einem Prozessmarathon verlor RTL im Sommer 2004 vor dem Bundesgerichtshof.[1] Im April 2013 brachte die TC Unterhaltungselektronik AG erneut einen live TV Adblocker auf den Markt, diesmal auf Android-Basis in Form eines Sat-Receivers.[2] Mit dem Programm WebWasher gab es im Jahr 1999 den ersten kommerziellen aber für den privaten Gebrauch kostenlosen Werbeblocker für den PC. Dieser beseitigte Werbung aus Webinhalten.[3]

Funktionsweise[Bearbeiten]

Da es Standards für die Größen der Werbegrafiken gibt, ist eine Methode der Blockierung, Grafiken mit bestimmten Abmessungen auszublenden.

Ein weiteres Verfahren ist, Werbung anhand ihrer Internetadresse (genauer: URL) zu erkennen. Dazu werden Mechanismen wie schwarze und weiße Listen sowie Reguläre Ausdrücke verwendet. Dabei werden Bilder, Skripts und andere eingebettete Objekte blockiert, wenn ihre URL einen in der benutzten Filterliste enthaltenen Ausdruck, etwa /adserv/, /ads/ usw. enthält. Dabei steht das „ad“ für englisch advertising = Werbung.

Die meisten Werbeblocker für das WWW kombinieren inzwischen beide Verfahren.

Eine weitere Möglichkeit ist die Filterung anhand der DOM-Struktur. Der Vorteil ist, dass auch Textwerbung entfernt werden kann.

Da Werbung im Internet heutzutage oft technisch aufwändig ist (Flash-Animationen, Layer Ads) und daher ohne unterstützende Programmiersprachen nicht angezeigt werden kann, hilft gerade gegen Bewegtwerbung oft das Ausschalten von JavaScript mittels eines Scriptblockers wie NoScript.

Nutzen[Bearbeiten]

Der unmittelbare Nutzen eines Werbeblockers liegt in einer Webseitendarstellung frei von ablenkender Werbung. Außerdem wird der Seitenaufbau beschleunigt und weniger Ressourcen verbraucht. Wenn bereits das Übertragen der Werbung verhindert wird kommt es auch zu Kapazitätseinsparungen beim Internetverkehr. In diesem Fall können Werbeblocker das automatische Sammeln der Besucherdaten durch Werbeunternehmen und andere Parteien unterbinden und so zum Datenschutz beitragen.

Nachteile[Bearbeiten]

Für werbefinanzierten Dienste entsteht der Nachteil, dass durch Werbeblocker wesentliche Einnahmen entfallen können. Der Anteil und Umfang des Verlustes ist schwer zu beziffern. Es besteht jedoch der Vorwurf, dass Onlinemedien durch Werbeblocker existenziell bedroht werden.[4] Einen Hinweis auf den nicht unerheblichen Schadensumfang liefern diverse Kampagnen von Onlinemedien gegen Werbeblocker.[5][6]

Als Folge dieses mutmaßlichen Schadens setzen manche Websites Abwehrtechniken ein, um Nutzer von Werbeblockern von der Dienstleistung auszuschließen oder über die Nachteile zu informieren.[6]

Beispiele[Bearbeiten]

Bekannte Werbeblocker sind zum Beispiel AdBlock, Adblock Plus (Add-on für die Browser Firefox, Chrome und Opera (freie Software)) und Proxomitron, auch Privoxy eignet sich zum Filtern und Modifizieren von Webseiten, besonders auf zentralen Rechnern; Greasemonkey eignet sich für spezielle Modifikationen einzelner Seiten, womit man die bei manchen Seiten leer bleibenden Felder, wo einmal die Werbebanner gewesen sind, entfernen kann (z. B. beim Yahoo-Webmailer).

Siehe auch[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Hanno Beck: Internet und Multimedia-Anwendungen, Heidelberg 2011, S. 251
  2. Jens Ihlenfeld: http://www.golem.de/news/werbeblocker-fernsehfee-2-0-kommt-mit-android-1301-96727.html
  3. Hanno Beck: Internet und Multimedia-Anwendungen, Heidelberg 2011, S. 232
  4. Werbevermarkter wollen Adblocker blocken, Golem.de am 3. Februar 2014
  5. Pro7 geht mit Strumberg gegen Adblock-Nutzer vor, Golem am 23. April 2014
  6. a b Nachrichten-Websites bitten: Adblocker abschalten, Heise.de am 13. Mai 2013