Werder (Havel)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Werder (Havel)
Werder (Havel)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Werder (Havel) hervorgehoben
52.37805555555612.93531Koordinaten: 52° 23′ N, 12° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Potsdam-Mittelmark
Höhe: 31 m ü. NHN
Fläche: 115,99 km²
Einwohner: 23.506 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 203 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14542
Vorwahlen: 03327, 033202
Kfz-Kennzeichen: PM
Gemeindeschlüssel: 12 0 69 656
Stadtgliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Eisenbahnstraße 13–14
14542 Werder (Havel)
Webpräsenz: www.werder-havel.de
Bürgermeister: Werner Große (CDU)
Lage der Stadt Werder (Havel) im Landkreis Potsdam-Mittelmark
Bad Belzig Beelitz Beetzsee Beetzseeheide Bensdorf Borkheide Borkwalde Brück Buckautal Golzow Görzke Gräben Havelsee Kleinmachnow Kloster Lehnin Linthe Linthe Michendorf Mühlenfließ Niemegk Nuthetal Päwesin Planebruch Planetal Rabenstein/Fläming Rosenau (Brandenburg) Roskow Schwielowsee Seddiner See Stahnsdorf Teltow Treuenbrietzen Wenzlow Werder (Havel) Wiesenburg/Mark Wollin Wusterwitz Ziesar Groß Kreutz BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Werder (Havel) ist eine Stadt im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Als staatlich anerkannter Erholungsort ist Werder überregional auch durch das frühjährliche Baumblütenfest bekannt, das zu den größten Volksfesten in Deutschland zählt.

Geographie[Bearbeiten]

Luftbildaufnahme von Werder/Havel (Sommer 2006)

Die Stadt liegt rund 10 km bzw. 40 km südwestlich der Stadtzentren von Potsdam und Berlin im Nordosten der von der letzten Eiszeit geprägten Landschaft Zauche. Die Kernstadt liegt auf einer Insel in der dort 700 bis 1400 m breiten Havel auf 38 m ü. NHN. Davon leitet sich auch der Stadtname ab, denn Werder bedeutet – ähnlich wie Werth oder WörthInsel im Fluss. Außerdem ist Werder von den Havelseen Schwielowsee, Glindower See, Großer Plessower See und Großer Zernsee umgeben.

Ortsteil Petzow, Schlosspark von Lenné, Schwielowsee im Hintergrund

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Neben der Kernstadt Werder gibt es nach der Hauptsatzung die folgenden Ortsteile[2] und Wohnplätze:[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt Werder wurde urkundlich erstmals 1317 erwähnt (1375 Werder, 1450 Wehrder, 1580 Werder). Auf der über eine Brücke (1317 erwähnt) zu erreichenden Havelinsel sind unter anderem Funde von slawischen Scherben auf dem Mühlenberg am südwestlichen Ufer des Werders und 3,5 km nordnordwestlich von Werder am westlichen Havelufer bekannt (Siedlungen nur vermutet); im Süden von Werder wird ein slawischer Burgwall angenommen, (ohne archäologischen Nachweis). Der „Kiez“ in der Gegend Fischerstraße war wohl die alte Fischersiedlung.

Lithographie von 1881
Heilig-Geist-Kirche und Bockwindmühle
Inselteil Ende April, Baumblütenfest

Werder ist wahrscheinlich aus dem Zusammenwachsen des Marktortes mit dem sich anschließenden Kirchort entstanden. Eine förmliche Stadtgründung ist nicht bekannt, ebenso wenig wie eine Ummauerung. Infolge einer späten Ersterweiterung ist wenig über die hochmittelalterlichen Ortsherren bekannt. Am 7. Juli 1317 verkaufte Ritter Sloteke, Truchsess des Markgrafen Waldemar, Werder auf Geheiß seines Herren für 244 Mark Brandenburgischen Silbers an das Kloster Lehnin. Diese Verkaufsurkunde stellt die Ersterwähnung dar. Die Rechtsbezeichnungen der Stadt Werder sowie Siedlungsbezeichnungen geben für die Jahre 1317, 1330, 1375 oppidum, 1459 Stadt, 1474 Flecken, 1542 civitas, sonst Städtlein (1339, 1580), 1768 Mediatstadt, 1801 Stadt, an. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt 1637 und 1641 durch schwedische Truppen geplündert.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde 1943 ein kleines KZ-Außenlager des KZ Sachsenhausen errichtet. Diese Häftlinge sowie Kriegsgefangene, die im Lichau-Keller auf der Friedrichshöhe sowie auf einem Havelkahn untergebracht waren, mussten Zwangsarbeit verrichten. Vor dem Krieg und während des Krieges befand sich im Norden der Stadt ein Flugplatz, der zusammen mit Einrichtungen in Wildpark West als Luftkriegsschule III für die Fliegerausbildung diente, bis diese im Mai 1944 nach Oschatz in Sachsen verlegt wurde. Nach Kriegsende ließ sich auf diesem Gelände die Rote Armee nieder. (Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland), die zu Zeiten der DDR bis zum endgültigen Abzug 1992 dort stationiert waren. 1945 bei Kriegsende wurde die Brücke zur Inselstadt gesprengt.

Anfang der 1950er Jahre bildete sich eine aktive Oppositionsgruppe von Jugendlichen gegen DDR-Regime und sowjetische Besatzungsmacht. Ein sowjetisches Militärtribunal verhängte 8 Todesurteile, von denen 7 durch Erschießen in der Lubjanka in Moskau vollstreckt wurden (1952). 17 weitere Jugendliche wurden zu 10 bis 25 Jahren Zwangsarbeitslager verurteilt. Es folgte eine weitere Gruppe von 6 Jugendlichen mit mehrjährigen Haftstrafen. 1997/99 erfolgte die Rehabilitierung aller Verurteilten durch die russische Militärstaatsanwaltschaft.[4]

Zum 31. Juli 1992 wurde das Amt Werder geschaffen, in dem zunächst sieben kleinere Gemeinden (Bliesendorf, Glindow, Grube, Golm, Kemnitz, Phöben, Plötzin und Töplitz) des Kreises Potsdam-Land in der näheren Umgebung der Stadt Werder zu einem Verwaltungsverbund zusammengefasst waren. Die Verwaltungsgeschäfte dieser Gemeinden wurden von der Stadt Werder (Havel) übernommen, der Bürgermeister der Stadt war gleichzeitig auch Amtsdirektor des Amtes Werder. Die amtsangehörigen Gemeinden wurden im Verlauf der nächsten elf Jahre entweder in die Stadt Werder (Havel) oder die Landeshauptstadt Potsdam eingegliedert; das Amt Werder wurde 2003 wieder aufgelöst.

Anlässlich der Gebietsverwaltungsreform im Lande Brandenburg 1993 kam Werder zum neugebildeten Kreis Potsdam-Mittelmark mit der Kreisstadt Belzig. Die Nähe zu Potsdam und das Konzept der dezentralen Konzentration ließen Werder, obwohl es sich um die einwohnerstärkste Gemeinde im Kreisgebiet handelt, dabei als Sitz der Kreisverwaltung aus dem Rennen fallen.

Entwicklung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Der Ort Petzow wurde bereits am 1. Januar 1926 eingemeindet.[5] Am 1. Januar 1957 wurde die damals noch selbständige Gemeinde Göttin in die Gemeinde Neu-Töplitz eingegliedert.[5] Am 14. März 1974 schlossen sich Alt-Töplitz, Leest und Neu-Töplitz zur neuen Gemeinde Töplitz zusammen.[5] Zum selben Zeitpunkt wurde Plessow in die Gemeinde Plötzin eingegliedert.[5] Durch einen Bürgerentscheid schloss sich Bliesendorf am 31. Dezember 1998 der Stadt Werder (Havel) an.[6] Zum 31. Dezember 2000 wurde die Gemeinde Plötzin in die Stadt Werder eingegliedert.[7] Am 31. Dezember 2001 wurden Glindow, Kemnitz und Phöben eingemeindet.[8] Derwitz[9] und Töplitz[10] folgten am 26. Oktober 2003. Dem Wunsch der Eingemeindung von Golm, den sowohl die Einwohner des Ortes als auch die Stadt Werder hegten, wurde nicht entsprochen und löste einen großen Streit zwischen den Befürwortern, dem Innenministerium, und der Stadt Potsdam aus, die Golm schließlich aufnehmen durfte.[11] Werder hätte mit dem neuen Ortsteil den Titel Universitätsstadt (Universität Potsdam, Max-Planck-Institut und Fraunhofer-Gesellschaft sind dort ansässig) tragen können.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Werder zeigt bei der Bevölkerungsentwicklung das Bild einer durchschnittlichen Brandenburger Gemeinde. Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts steigt die Bevölkerungszahl proportional zur Bevölkerungsentwicklung Brandenburgs. Nach dem Zweiten Weltkrieg steigt die Bevölkerung durch die Flüchtlinge aus den Ostdeutschland deutlich an. Zur DDR-Zeit stagniert die Bevölkerung. Seit der deutschen Einheit zeigt Werder das Bild einer Berliner Randgemeinde mit stark steigender Bevölkerung. Die Bevölkerungsprognose, die davon ausging, dass sich die Bevölkerungszahl Werders bei ca. 23.000 stabilisieren würde, ist bei weiterer Zunahme bereits überschritten.

Werder (Havel):
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen (2013)
Jahr Einwohner
1875 9 271
1890 11 415
1910 12 925
1925 14 342
1933 16 470
1939 19 699
1946 21 124
1950 20 469
1964 18 250
1971 18 017
Jahr Einwohner
1981 18 069
1985 18 159
1989 17 957
1990 17 838
1991 17 885
1992 17 949
1993 18 460
1994 18 729
1995 19 404
1996 19 809
Jahr Einwohner
1997 20 376
1998 20 983
1999 21 801
2000 22 218
2001 22 284
2002 22 290
2003 22 341
2004 22 611
2005 22 874
2006 23 015
Jahr Einwohner
2007 23 145
2008 23 129
2009 23 004
2010 23 017
2011 23 297
2012 23 506

Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[12].

Kurz nach der politischen Wende 1990 lebten auf 26 km² etwa 10.300 Menschen. 1992 wohnten in der Stadt Werder selbst 10.822 Personen, während es im sonstigen Amtsgebiet 8.259 Einwohner waren. Sechs Jahre später belief sich die Bevölkerungszahl insgesamt auf 22.464 Bürger, von denen 13.383 Einwohner der Stadt waren. Durch die hervorragende Lage zu Potsdam und Berlin, das durch den Regierungsumzug einen Bedeutungsaufschwung erlebte, wuchs die Einwohnerzahl immer weiter. Infolge der Gemeindegebietsreform wurden einige Gemeinden Teil der Stadt, für andere wiederum änderten sich die Zugehörigkeiten. Dadurch bedingt lebten nach der Reform im Oktober 2003 22.500 Einwohner auf 116 km² Gemeindegebiet.

In den Jahren der DDR wurden in der Stadt mehrere Wohnviertel in Plattenbauweise errichtet. Dazu gehören die Jugendhöhe (1980), die sich auf der zentralen Anhöhe Werders befindet, sowie das Wohngebiet Wachtelwinkel (1979) in direkter Nähe zum Stadtzentrum. Beide wurden schon einige Jahre nach der Wende vollständig renoviert. Ursprünglich gab es auf der Jugendhöhe Straßennamen wie Straße der DSF,Straße der Jugend und Hanns-Beimler-Straße. Im Jahre 1990 wurden dort alle Straßen nach klassischen Musikern benannt. Im Wachtelwinkel wurden Städtenamen genutzt, wie Hamburg, Mainz. Siegburg, Oppenheim (siehe Partnerstädte) und Köln.

Die Wohnblöcke der ehemaligen Flugschule aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, von der Bevölkerung auch Fliegersiedlung genannt, die später von der Sowjetischen Armee als Unterkunft für die Soldaten und ihre Familien genutzt worden waren, wurden vollständig rekonstruiert und bieten am nördlichen Rand des Stadtgebietes ein ruhiges Wohnumfeld. In diesem Viertel befinden sich heute besonders Beamten- und Eigentumswohnungen. Auch die Vorkriegsbauten in der Bernhard-Kellermann-Straße und die Neubauten am Ende der Brandenburger Straße wurden wieder hergerichtet.

Neben den vielen Rekonstruktionsmaßnahmen der Stadt gibt es auch neue Wohnparks in der Stadt. Einige erweiterten bereits bestehende Gebiete, wie das Wohnviertel am Wachtelberg, das den Wachtelwinkel ergänzte. Ebenso wie dieses Gebiet ist auch der Scheunhornweg und das Gebiet um die Adolf-Kärger-Straße, die sich direkt am Havelufer befinden, mit vielen großzügigen Grünanlagen und kleinen Teichen bestückt.

Bereits recht früh in den 1990er Jahren entstand zwischen der Kemnitzer Straße und dem Elsebruchweg ein Viertel mit Reihenhäusern nach dänischem Vorbild. Nicht weit entfernt, gegenüber der Jugendhöhe, wurde ein neues Viertel mit Doppelhaushälften und Reihenhäusern errichtet. Hier sind die Straßen nach Vögeln benannt. Der Kemnitzer Straße weiter folgend, gelangt man am Wohnviertel Finkenberg, in dem besonders die soziale Förderung im Vordergrund stand, vorbei.

Kleinere, neu errichtete Häuserkolonien befinden sich gegenüber dem Neuen Friedhof und im Kesselgrund. Weiter außerhalb der Stadt selbst ist das Wohngebiet Havelauen zu finden, das 1995 eingeweiht wurde. Neben einigen Betrieben, wie der Havelbus Verkehrsgesellschaft, Versandunternehmen und einigen kleineren Bürovertretungen größerer Unternehmen sind hier ebenfalls Doppelhaushälften angelegt worden. Die Straßennamen auf dem ehemaligen Flugplatzgelände sind von Luftfahrtpionieren, wie Otto Lilienthal, abgeleitet. Im Süden der Stadt, am Einkaufszentrum Werder-Park, wurden Einzelhäuser und kleinere Wohnblöcke errichtet. Die Straßennamen sind eng mit dem Obstbau, der früher auf dem Areal betrieben wurde, verbunden.

Stadtentwicklungspolitik[Bearbeiten]

Abendlicher Blick auf die Inselstadt, Herbst 2007

Nach 1990 wurden der Stadtkern unter Einschluss der Inselstadt zum Sanierungsgebiet erklärt. Dem folgte die Renovierung bzw. Restaurierung eines Großteils der vorhandenen Bausubstanz. Alle Hauptstraßen, die in Obhut der Stadt liegen, wurden neu ausgebaut und instand gesetzt. Fast die gesamte Stadt ist an das zentrale Abwassernetz angeschlossen. Ein modernes Gasheizwerk versorgt die Einwohner mit Fernwärme.

Werder ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[13]
Wahlbeteiligung: 50,0 %
 %
50
40
30
20
10
0
47,6 %
16,1 %
13,1 %
9,6 %
4,2 %
3,9 %
3,8 %
1,6 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d Aktion Freie Bürger
e Bürger Bund Töplitz

Werders Bürgermeister ist seit 1990 der CDU-Politiker Werner Große, der schon zu Zeiten der DDR die Position des Stellvertreters besetzte. Bei der Bürgermeisterwahl 2010 wurde Große mit 81,77 % der Stimmen in seine vierte Amtszeit gewählt.[14]

Die direkt gewählte Abgeordnete im Landtag Brandenburg Saskia Ludwig (CDU) ist für Werder (Havel) zuständig.

Stadtverordnete[Bearbeiten]

In der Stadtverordnetenversammlung (SVV), die alle zwei Monate tagt, sind seit der Kommunalwahl vom 28. September 2008 insgesamt 29 Stadtverordnete plus Bürgermeister vertreten. Davon entfallen 16 auf Mitglieder der CDU, 5 Sitze auf die Fraktion SPD/Die Grünen, ebenfalls 5 Sitze auf die Die Linke und auf die Aktion Freie Bürger (AFB) 3 Sitze.

In fünf Ausschüssen beraten berufene Bürger mit Verordneten aus der SVV Einzelheiten für bestimmte Vorhaben. Es existieren unter anderem der Hauptausschuss unter Vorsitz des Bürgermeisters, der Ausschuss für Finanzen und ein Rechnungsprüfungsausschuss. Der Ausschuss für Soziales, Bildung, Kultur und Sport, ist unter anderem für die von der Stadt getragenen und ansässigen Schulen zuständig. Eine besondere Rolle fällt dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen zu, der die Entwicklung des Stadtbildes entscheidend mitbestimmt.

In den acht Ortsbeiräten kommen je nach Größe zwischen drei und neun ehrenamtliche Politiker zusammen, um die Belange der Ortsteile zu erörtern und der Stadt später Vorschläge, Meinungen und Kritiken unterbreiten zu können.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 26. März 1993 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber gespalten; vorn am Spalt ein roter goldbewehrter halber Adler; hinten pfahlweise drei grüne Kleeblätter.“[15]

Blasonierung: Das Wappen der Stadt Werder (Havel) zeigt einen Schild, gespalten, Silber, vorn ein goldbewehrter roter halber Adler am Spalt, hinten drei grüne Kleeblätter pfahlweise. Der Schild deckt eine dreitürmige, sandsteinfarbige Mauerkrone. Die Form des Schildes ist nach spätgotischem Muster rechteckig und unten abgerundet.[2]

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Stadt ist Grün - Weiß - Rot gestreift und mittig mit dem Stadtwappen belegt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Mühle im November 2008

Bekannt geworden ist Werder vor allem durch den Obstanbau. Ihm verdankt die Stadt mit dem Baumblütenfest auch eines der größten Volksfeste Deutschlands. Schon die Mönche des Zisterzienserklosters in Lehnin betrieben hier Obstanbau. Angebaut werden größtenteils Kirschen, Äpfel und Erdbeeren. Aber auch Gemüse, besonders Tomaten, werden in den Gewächshäusern gezüchtet. Gegenwärtig vertreiben zwei größere Unternehmen die Produkte der Region: zum einen „Werder Frucht“, das vor allem Säfte und das Obst selbst vertreibt, zum anderen „Werder Feinkost“, das sich auf die Herstellung von Ketchup, Fruchtweine und Brotaufstriche spezialisiert hat. Doch schon während der DDR-Zeit, in der viele LPG und andere Genossenschaften die Aufzucht der Pflanzen kontrollierten, waren die Produkte aus Werder mehr als beliebt. Neben der Verwendung als sog. „Bückware“ wurden mit den Spezialitäten der Umgebung mehrere Spitzenhotels (z. B. das „Neptun“ in Rostock) beliefert. Bereits seit Beginn der Industrialisierung, die schnellere Transportmöglichkeiten hervorbrachte, wurden Obst und Gemüse per Dampfschiff über die Havel in das sich immer rascher entwickelnde Berlin transportiert.

Neben den traditionsreichen Lebens- und Genussmittelherstellern werden im ortsansässigen Schaltgerätewerk vor allem für die Eisenbahnindustrie Schaltanlagen produziert. Seit Anfang 2004 befinden sich die Produktionsstätten der Fa. Alexander Schuke, eines großen, international tätigen Orgelbaubetriebs, in der Havelstadt.

Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts war die Backsteinproduktion, vor allem in Glindow, bedeutsam, die Produkte wurde per Kahn direkt in die aufstrebenden Städte verfrachtet.

Weinanbau[Bearbeiten]

Alter Weinberg auf Töplitz
Rotweinlehrpfad auf dem Werderaner Wachtelberg

Der Weinanbau ist neben der Fischerei eines der ältesten Gewerbe der Stadt. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde in Werder Wein auf einer Fläche von mehr als 100 Hektar angebaut. Die damaligen Rebsorten waren „Weißer Elbling“, „Weißer und Roter Schönedel“ und der „Rotfranke“. Es soll jedoch immer mehr Rotwein als Weißwein angebaut worden sein.

Auf der Insel wurde Wein am Mühlen- und am Gottesberg angebaut. Das Weinlaub wurde früher zum Einwickeln von Obst, speziell von Aprikosen und Pfirsichen verwandt. Die Früchte konnten so schonend in den Obsttienen transportiert werden. 1887 wurde noch von zwei Weinbergen berichtet. Mit dem Erfrieren der letzten Weinstöcke im Winter 1955/56 endete vorläufig die Weinanbauperiode in Werder. Erst 1985 begann die Gärtnerische Produktionsgenossenschaft (GPG) „Obstproduktion“ auf dem Werderaner Wachtelberg mit dem Anlegen eines Weinberges auf einer Fläche von 4,8 Hektar. Heute wachsen dort auf einer Fläche von fast sieben Hektar circa 30.000 Rebstöcke. Im Rahmen der Bundesgartenschau in Potsdam wurden Weinlehrpfade auf dem Wachtelberg angelegt. Hier wachsen heute 38 Rot- und 40 Weißweinsorten.

Zu den wichtigsten Weinlagen in Werder zählen heute neben dem Werderaner Wachtelberg auch der Wachtelberg in Phöben und der Werderaner Galgenberg, deren Ertrag seit 2012 wieder unmittelbar in Werder gekeltert wird.[17]

2007 wurde auch der Alte Weinberg auf der zu Werder gehörenden Insel Töplitz wiederbelebt; das daraus entstandene Weingut Töplitz gilt als das nördlichste Bio-Weingut in der EU.[18]

Brauereiwesen[Bearbeiten]

1784 gab es in Werder bereits 21 Brauer und zwei Brauknechte. Die erste Werdersche Braumanufaktur von Rasenack entstand in unmittelbarer Nähe zum Gesellschaftshaus am Markt auf der Insel.[19] 1854 gab es in Werder vier große Brauereien. Das Werdersche Bier wurde als „Gesundheitsbier“ überall angepriesen und auch weit über Werders Grenzen, insbesondere nach Berlin, geliefert. 1896 kam es zu einem Zusammenschluss der vier Brauereien unter dem Namen „Vereinigte Werdersche Brauereien“, aus der dann die „Brauereigenossenschaft Potsdam Werder, Zentrale Werder a. H.“ wurde. Sie musste aber 1909 Konkurs anmelden.

Verkehr[Bearbeiten]

Linienausschnitt RE1
   
S-Bahnhof
Berlin-Wannsee
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
S-Bahn Berlin Berlin S7.svg
S-Bahnhof
Potsdam Hauptbahnhof
Bahnhof, Station
Potsdam Charlottenhof
Bahnhof, Station
Potsdam Park Sanssouci
Bahnhof, Station
Werder (Havel)
Bahnhof, Station
Groß Kreutz
Bahnhof, Station
Götz
Bahnhof, Station
Brandenburg Hauptbahnhof
   
S-Bahnhof
Magdeburg Hauptbahnhof

Werder ist über die Bahnstrecke Berlin–Magdeburg mit der Regional-Express-Linie RE 1 der DB mit Berlin (Fahrzeit nach Berlin Hauptbahnhof etwa 40 Minuten), Frankfurt (Oder), Eisenhüttenstadt oder Brandenburg, Genthin und Magdeburg im 30-Minuten-Takt verbunden.

Busverbindungen bestehen in die Landeshauptstadt Potsdam sowie nach Golm beziehungsweise Töplitz, Kemnitz, Glindow beziehungsweise Bliesendorf und in Richtung Lehnin. Innerhalb Werders verkehrt eine Citybuslinie, die das Durchqueren der gesamten Stadt für 0,50 € ermöglicht.

Wasserstraßen der Region um Werder

Die Stadt Werder wird im Norden von der Unteren Havel-Wasserstraße mit dem Sacrow-Paretzer Kanal tangiert. Durch die Stadt fließt die Potsdamer Havel, ebenfalls eine Bundeswasserstraße. Fahrgastschifffahrtsunternehmen bieten in der Saison Ausflugslinien auf den Havelseen der Umgebung sowie regelmäßige Schiffsverbindungen nach und von Potsdam an.

Mit dem Auto ist Werder aus Richtung Potsdam oder Brandenburg über die Bundesstraße 1, eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen, erreichbar. Von der Autobahn aus ist Werder über mehrere Abfahrten erreichbar. Dazu zählen die Abfahrten Glindow (AS 20, südlich des Stadtzentrums), Groß Kreutz (AS 22, westlich gelegen) und Phöben (AS 23, im Norden der Stadt). Sie alle sind Teil des Berliner Rings (A 10). Das Autobahndreieck Werder (AS 21) verbindet diesen mit der A 2 in Richtung Magdeburg.

Kirche auf der Insel im April 2010
Das Kircheninnere

Ansässige Unternehmen (Auswahl)[Bearbeiten]

Eine Auswahl an Unternehmen, die über die Stadtgrenzen hinaus bekannt sind.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Kirche in Plötzin

Zehn Kindergärten, darunter die Integrationskita Anne Frank, die sich sowohl in öffentlicher als auch privater Trägerschaft befinden, sorgen für die jüngsten Einwohner. Für Schulkinder gibt es in der Stadt mehrere Horte. Ebenso existieren mehrere Begegnungsstätten für Jung und Alt wie Jugendclubs und Senioreneinrichtungen. Gemeindezentren in den Ortsteilen (z. B. Kemnitz, Plötzin) stehen auch den Bürgern und Vereinen für private und öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung.

Die stadteigene Bibliothek befindet sich seit einigen Jahren mit erweitertem Medienangebot in einem neuen Gebäude.

Für ärztliche Betreuung sorgen viele einzelne Praxen von Allgemein- und Zahnärzten. Eine chirurgische Gemeinschaftspraxis befindet sich mit Kinderarzt, Augenarzt, Zahnärzten, einer Logopädiepraxis und weiteren Fachmedizinern im örtlichen Ärztehaus. Direkt an dieses angegliedert ist eine von vier Apotheken. Sie setzt die Tradition der Adlerapotheke von der Insel fort. Es gibt Reformhäuser in den einzelnen Ortsteilen und viele Physiotherapiepraxen. Der Malteser Hilfsdienst unterhält direkt am Ärztehaus eine Rettungswache.

Die Polizeiwache Werder gehört zum Schutzbereich Brandenburg.

Die Deutsche Post AG betreibt in der Filiale eines Supermarktes eine Außenstelle. Außerdem gibt es ein kleines Verteilerzentrum, das die Ortschaften mit Briefen und Paketen versorgt.

Staatliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Im Ortsteil Plessow befindet sich der Dienstsitz Plessow des Bildungs- und Wissenschaftszentrums der Bundesfinanzverwaltung.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Die Stadt besitzt in ihrem Zentrum zwei Grundschulen, die nach Franz Dümichen (Grundschule I), einem ehemaligen Bürgermeister der Stadt, beziehungsweise nach Karl Hagemeister (Grundschule II), einem bekannten Landschaftsmaler, benannt sind.

Die Grundschule I erhielt ihren aktuellen Namen 1997, da die Realschule bzw. Oberschule, die sich auf dem gleichen Gelände im Zentrum der Stadt befindet, ebenfalls den Namen Carl von Ossietzky trug. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass beide Schulen zu DDR-Zeiten als eine Bildungsstätte arbeiteten.

Die Grundschule II befindet sich im Wohngebiet „Jugendhöhe“ und besitzt eine etwas größere Kapazität als ihr Pendant in der Innenstadt. Aufgrund der Tatsache, dass keine der Schulen trotz rückläufiger Schülerzahlen die Kapazität besitzt, um alle Schulanfänger aufzunehmen, wechseln sich beide Schulen mit der Eröffnung zweizügiger Jahrgänge ab. In der jeweils anderen Schule wird dann nur eine einzelne erste Klasse eröffnet.

Zusätzlich zu den innerstädtischen Grundschulen befinden sich in den Ortsteilen Glindow und Töplitz zwei weitere, wesentlich kleinere Einrichtungen. Besonders in der Inselschule Töplitz ist dies zu beobachten, da hier jahrgangsübergreifend unterrichtet wird.

Die Stadt besitzt weiterhin eine allgemeine Förderschule, die einzige derartige Einrichtung im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Sie ist rechtlich erst mit dem Schuljahr 2004/2005 eröffnet worden. Die am selben Standort ansässige Förderschule ist zusammen mit der Förderschule für Körperbehinderte in Glindow aufgelöst worden. Zeitgleich wurde dann die allgemeine Förderschule eröffnet. Mit diesem bisher einmaligen Vorgang, bei dem eine Schule für körperlich und eine für geistig behinderte Kinder in eine allgemeine Förderschule übergingen, wurde auch der Umbau des Schulgebäudes in der Kemnitzer Chaussee abgeschlossen.

In relativ kurzer Entfernung zu dieser Schule befindet sich das ortsansässige Ernst-Haeckel-Gymnasium, in dem ca. 700 Schüler mit 50 Lehrern den Weg zum Abitur gehen. Es ist in der Umgebung das einzige Gymnasium. Die gymnasialen Oberstufen der Schulen in Ziesar und Lehnin wurden mit dem Beginn des Ausbaus, der von Protesten begleitet war, geschlossen. Der Altbau der ehemaligen „erweiterten Oberschule Ernst Haeckel“, der 1968 fertiggestellt worden war, wurde mit Ende des Schuljahres 2002/2003 außer Dienst gestellt, da die für den Betrieb notwendige Genehmigung nicht mehr ausgestellt worden war. Im Sommer 2004 folgte dann der Abriss. Das Gebäude war nicht mehr notwendig gewesen, da die Stadt als Träger der Schule bereits zwei neue Trakte auf dem Gelände errichtet hatte und das Schüleraufkommen mit diesen bewältigt werden kann. Am 15. Mai 2008 wurde auf dem Standort der Grundstein einer neuen Zwei-Felder-Turnhalle gelegt, welche am 18. November 2009 eingeweiht wurde und die stark gealterte Halle ersetzt.

Das Oberstufenzentrum der Stadt, das eine Außenstelle in Groß Kreutz besitzt, bietet neben dem allgemeinen Abitur eine Möglichkeit, das Fachabitur zu erlangen. Da das OSZ Werder das einzige seiner Art im Land ist, an dem Garten- und Landschaftsbau als Fach belegt werden kann, besitzt es ein Internat in dem die Schüler unterkommen können. 2005 wurden umfangreiche Renovierungs- und Erneuerungsarbeiten am Schulgebäude vorgenommen.

Die Freie Schule am Zernsee bietet den Schülern der Umgebung eine alternative Unterrichtsform auf der Basis der Pädagogik Rudolf Steiners. An diese Schule ist ein Kindergarten und ein Hort angeschlossen. Derzeit werden die Schüler hier bis zur 12. Klasse geführt. Das Abiturvorbereitungsjahr können die Schüler an der Waldorfschule in Potsdam oder Berlin besuchen und dort die Abiturprüfung ablegen. Am 1. September 2012 wurde die Schule in Freie Waldorfschule Christian Morgenstern umbenannt.[20]

Freizeit und Sport[Bearbeiten]

Für Sportvereine stehen in Werder zwei Feldersporthallen mit Zuschauerplätzen auf Schulgeländen bereit. Für viele andere Sportarten gibt es in der Stadt mehrere Betätigungsstätten, wie z. B. kleinere Turnhallen, eine Regattastrecke mit einer Länge von 1500 m, einen großen Sportplatz mit Tartanbahn (Arno-Franz-Sportplatz), eine Tennisanlage, zwei Sportzentren sowie ein Bowling- und Kegelzentrum.

Im Ortsteil Phöben sind Europas größte Indoor-Reithalle, ein Polo-Club und ein 18-Loch-Golfplatz nebst Verein angesiedelt.

Im Ortsteil Bliesendorf entsteht auf fast 30.000 m² die sowohl größte, als auch die erste deutsche Cricket-Anlage mit einer Rasen-Pitch (neben Amsterdam die einzige derartige Anlage in Kontinental-Europa). Initiiert und gebaut vom Nordostdeutschen Cricket Verband (NOCV – in Werder beheimatet) ist das zukünftige „DCB-Leistungszentrum des NOCV“ sportliche Heimat des „Havelländischen Cricket Club Werder e. V.“.

Viele Sportvereine, zum Beispiel für das Rudern, Segeln, Windsurfen, Wasserwandern, Angeln können sich der Wasservielfalt der Umgebung bedienen.

Weiter bestehen ein Tennisverein „TC Werder Havelblick“, ein Heimatverein, ein Hundesportverein, der Verein Historischer Weinberg, der Karnevalsclub Werder, ein Schützenverein, der Kegelverein (KV Werder), der Werderaner FC Viktoria 1920 e. V., der Werderaner VV 1990 e. V. und die Werderaner Bogenschützen.

Ortsteil Glindow, Ziegeleimuseum

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Das Obstbaumuseum auf der Insel informiert über die Geschichte des Obstanbaus in Werder.

Das Zwei- und Motorradmuseum befindet sich im Wohngebiet Havelauen und bietet ein großes Sortiment von antiken Fahrrädern und legendären Motorrädern.

Die von vielen als einzige verbliebene Ziegelei im Ortsteil Glindow ist heute ein Museum. Der Keramikkünstlerverein Gebrannte Erde engagiert sich dort für Veranstaltungen. Der mit Kohlenstaub befeuerte Ringofen wird heute noch zum Brennen der Kunstwerke oder von Ziegelspezialanfertigungen genutzt.

Seit 2008 befindet sich im Schützenhaus Werder im Haus Uferstrasse 10 die Stadtgalerie „Kunst-Geschoss“, die auf 230 Quadratmetern wechselnde Ausstellungen beherbergt. Kurator der Galerie ist der Künstler Frank W. Weber. Jährlich besuchen rund 6000 Besucher die Galerie.[21]

Geschichtsdenkmäler[Bearbeiten]

Gedenktafel an der Carl-von Ossietzky-Schule
  • Gedenkstätte von 1975 auf dem Neuen Friedhof an der Kemnitzer Straße für sowjetische Soldaten, KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, von denen 20 namentlich genannt werden. Daneben befindet sich ein Denkmal für die Opfer des Faschismus, welches nach 1989 von zentraler Stelle in der Stadt hierher umgesetzt wurde.
  • Gedenktafel von 2004 für sieben im Jahre 1952 in Moskau hingerichtete Jugendliche aus Werder in der Carl-von Ossietzky-Realschule: Namen der fünf Männer und zwei Frauen. Text weiter: „Vielen Ungenannten wurden wertvolle Jahre ihres Lebens durch Zwangsarbeit und Zuchthaus gestohlen“.
  • Gedenkstätte von 2008 auf dem Insel-Friedhof für eine Widerstandsgruppe gegen den Stalinismus (1952), siehe Bild.
Altes Rathaus

Bauwerke[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

  • Die Inselstadt Werder mit ihren kleinen Gassen, alten Fischerhäusern und der Bockwindmühle, zu Land einzig zu erreichen durch die mehrmals erneuerte Brücke über die Föhse, dem schmalen westlichen Havelarm, weist zwei Kirchbauten auf. Die evangelische Heilig-Geist-Kirche mit anschließendem Friedhof wurde 1734 auf Veranlassung Friedrich Wilhelm I. an Stelle einer älteren, vermutlich aus dem 13. Jahrhundert stammenden Kirche auf deren Feldsteinsockel erbaut. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts führen häufige Reparaturen an den Dächern zu Erwägungen, eine neue Kirche zu bauen. 1852 zeichnete August Stüler zwei Entwürfe in neugotischen Formen. Nach einer 1854 erfolgten Baugrunduntersuchung dauerte es noch zwei Jahre bis zum Abbruch der alten Kirche. Die neue Kirche wurde von 1856 bis 1858 unter Einbeziehung des unteren Teil des Turmes im neugotischen Stil errichtet. Der Turm wurde auf 45 Meter erhöht.
  • Die katholische Kirche Sankt Maria Meeresstern wurde 1905/1906 im neuromanischen Stil mit 35 Meter hohem Turm erbaut.
Kirche Maria Meeresstern in Werder (Havel)

Weiteres[Bearbeiten]

  • Das Alte Rathaus auf dem Mühlenberg, der höchsten Erhebung der Inselstadt, entstand 1879 durch Umbau aus einer alten Fachwerkschule; es wurde 1992-95 saniert. Im nebenliegenden ehemaligen Stadtgefängnis, das 1896 aus dem alten Leichenhaus am Friedhof entstand, befindet sich seit 1994 das Obstbaumuseum.
Lendelhaus
  • Das Lendelhaus (Am Markt 21) ist nach F. W. Lendel benannt, der seit 1916 auf dem Gelände Obstwein, Säfte und Marmeladen produzierte. Erbaut wurde das Wohnhaus 1789 als Stadtpalais für die Petzower Gutsherrschaft Kaehne. Die Ziegelbauten der Fabrikanlage stammen aus dem 19. Jahrhundert.
  • In der Innenstadt am zentralen Plantagenplatz liegt das heute als Café genutzte ehemalige Scharfrichterhaus. Die Stadtverwaltung ist in einer repräsentativen Industriellenvilla aus den 1920er Jahren untergebracht.
  • In den Ortsteilen sind mehrere historische Dorfkirchen sehenswert.
  • Die drei historischen Ausflugsgaststätten Bismarckhöhe (Hoher Weg), Friedrichshöhe (Hoher Weg 80) und Wachtelburg (Potsdamer Str. 35) entstanden Ende des 19. Jahrhunderts, als das Baumblütenfest seinen heutigen Bekanntheitsgrad erreichte.

Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Werder (Havel) und Liste der Bodendenkmale in Werder (Havel).

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Wichtigstes Fest im Jahr ist das Baumblütenfest, das über den 1. Mai gefeiert wird. Beginn ist dabei immer das letzte Wochenende im April. Am Freitag vor dem Wochenende wird auf dem Baumblütenball die Baumblütenkönigin gekürt. Dabei dürfen nur Frauen im Alter von über 18 Jahren antreten, die in mehreren Prüfungen ihr Wissen über die Stadt und den Obstanbau unter Beweis stellen müssen. Am Samstag des ersten Wochenendes eröffnet die frisch gekürte Königin nach dem traditionellen Umzug, bei dem sich die Vereine und die Stadt präsentieren, das Baumblütenfest. Während im Stadtzentrum der Rummel dominiert, überwiegt in den Randgebieten des Zentrums und der Stadt – in den Gärten und auf den Plantagen der Obstbauern – eine gemütliche Atmosphäre. An die besten Obstweinproduzenten verleiht eine Jury die Auszeichnung Goldene Kruke. Der Werderwein ist berüchtigt für sein süffiges Aroma, das eher an Fruchtsaft erinnert und seine oft unterschätzte, fatale Wirkung, die er auf seine Konsumenten ausübt. Die ca. 500.000 Gäste des Festes, die diesen Obstwein während des Festes aus Sicherheitsgründen nur in Plastikflaschen erwerben können, werden am letzten Sonntag um 22 Uhr mit einem großen Höhenfeuerwerk verabschiedet.

Einzelne Ortsteile veranstalten in jedem Jahr ihre eigenen Orts- bzw. Dorffeste, die auch viele Gäste aus dem Umland anziehen. Besonders das Kirsch- und Ziegelfest in Glindow ist neben dem Baumblütenfest bekannt.

Jeden Freitag findet der Wochenmarkt in der Stadt statt. Die Stände verteilen sich hierbei vor allem über die Straße Unter den Linden, die sich direkt im Zentrum befindet.

Der Schützenverein Werders veranstaltet in jedem Jahr ebenfalls ein Fest, das über die Stadtgrenzen hinaus Besucher anzieht.

Bedingt durch die großzügigen Wasserflächen in der Umgebung der Stadt wird seit einigen Jahren das Wasserfest ausgetragen. Mit Drachenbooten werden hierbei Rennen auf der Föhse ausgetragen und die Wassersportvereine präsentieren sich.

Kulturelle Einrichtungen[Bearbeiten]

Kino Scala, ehemals Fontane Lichtspiele

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Kitschke: Kirchen in Potsdam. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1983, 1. Auflage
  • Autorenkollektiv: Heimatgeschichtliche Beiträge. div. Jahrgänge aus den 1980ern
  • Roland Fröhlich: Am Polarkreis des Weinbaus. Der Werderaner Wachtelberg. Vacat Verlag, 2001, ISBN 978-3-930752-17-1
  • Günter Nagel: Mühlenimport nach Werder und nach Saalow. In: Die Mark Brandenburg, Heft 53. Marika Großer Verlag, Berlin 2004, ISBN 978-3-910134-32-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Werder (Havel) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Hauptsatzung der Stadt Werder (Havel) vom 09.03.2009 PDF
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung - Stadt Werder (Havel)
  4. Anne Kaminsky (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR. Links-Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-86153-443-3, S. 215–216
  5. a b c d Beitrag zur Statistik Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005 19.11 Landkreis Potsdam-Mittelmark PDF
  6. Eingliederung der Gemeinde Bliesendorf in die Stadt Werder (Havel). Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 22. Dezember 1998. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 10. Jahrgang, Nummer 5, 9. Februar 1999, S.70.
  7. Eingliederung der Gemeinde Plötzin in die Stadt Werder (Havel). Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 12. Dezember 2000. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 2, Potsdam, 10. Januar 2001, S.43 PDF
  8. Eingliederung der Gemeinden Glindow, Kemnitz und Phöben in die Stadt Werder (Havel). Mitteilung des Ministeriums des Innern vom 14. Dezember 2001. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 52, Potsdam, 27. Dezember 2001, S.901 PDF<
  9. Eingliederung der Gemeinde Derwitz in die Stadt Werder (Havel). Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 20. Februar 2003. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 14. Jahrgang, 2003, Nummer 9, Potsdam, 5. März 2003, S.275 PDF
  10. Eingliederung der Gemeinde Töplitz in die Stadt Werder (Havel). Bekanntmachung des Ministeriums des Innern Vom 30. April 2002. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, 2002, Nummer 22, Potsdam, 29. Mai 2002, S.561 PDF<
  11. Warten auf Golm. Berliner Zeitung newsticker, 28. Dezember 2001
  12. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  13. statistik-berlin-brandenburg.de (PDF)
  14. Bürgermeisterwahl 2010
  15. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  16. a b c d e f Partnerstädte von Werder (Havel) auf werder-havel.de
  17. pnn.de
  18. weingut-toeplitz.de
  19. pnn.de
  20. Potsdamer Neueste Nachrichten, 1. September 2012, pnn.de, abgerufen am 1. September 2012
  21. der Galerie