Werner Grissmann

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Werner Grissmann Ski Alpin
Nation OsterreichÖsterreich Österreich
Geburtstag 21. Jänner 1952
Geburtsort Lienz
Größe 183 cm
Gewicht 86 kg
Beruf Rauchfangkehrer
Karriere
Disziplin Abfahrt
Status zurückgetreten
Karriereende 1982
Medaillenspiegel
WM-Medaillen 0 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
FIS Alpine Skiweltmeisterschaften
Bronze Garmisch-Partenkirchen 1978 Abfahrt
Platzierungen im alpinen Skiweltcup
 Debüt im Weltcup 23. Jänner 1970
 Weltcupsiege 1
 Gesamtweltcup 8. (1974/75)
 Abfahrtsweltcup 2. (1974/75)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Abfahrt 1 4 5
 

Werner Grissmann (* 21. Jänner 1952 in Lienz, Osttirol) ist ein ehemaliger österreichischer Skirennläufer. Er bestritt vor allem Abfahrten.

Skikarriere[Bearbeiten]

Er ist unvergessen einer der „buntesten Vögel“, die der an Persönlichkeiten so reiche Skiweltcup in seiner langjährigen Geschichte bis dato hervorbrachte.

In einem ÖSV-Abfahrtsteam mit unzähligen Stars wie Franz Klammer, Josef Walcher, David Zwilling, Reinhard Tritscher, Peter Wirnsberger, Harti Weirather, Klaus Eberhard, Helmut Höflehner, Anton Steiner, Uli Spieß, Leonhard Stock, Bartl Gensbichler, Karl Cordin und Erwin Resch war Werner Grissmann der „Paradiesvogel“.

Obwohl der Vollblutrennfahrer bei Zwischenzeiten oft vorne lag, erreichte er nur einen Weltcupsieg in der Abfahrt am 11. Februar 1973 in St. Moritz. Auch holte er 1978 bei den Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen Bronze in der Abfahrt. 10 Top-Drei-Plätze und 46 Top-Ten-Plätze bei Weltcupabfahrten von 1973 bis 1981 zeugen davon, dass er einer der ganz großen Abfahrtsspezialisten der Weltcupgeschichte ist. 1974 wurde er Österreichischer Meister in der Abfahrt. 1980, bei den Olympischen Winterspielen in Lake Placid wurde er Siebenter in der Abfahrt, ehe er 1982 seine Karriere beendete.

Motorsport[Bearbeiten]

Nach seiner Karriere als Skirennläufer betrieb Grissmann auch noch Rallyesport. Dabei war sein bestes Ergebnis ein 5. Platz bei der San Remo Rallye. Walter Röhrl und sein Co-Pilot Christian Geistdörfer standen Grissmann bei seinem Rallye-Debüt stark zur Seite. Von ihnen hatte Grissmann auch die Roadmap, die die Fahranweisungen einer Rallyestrecke beinhalteten. Werner Grissmann pilotierte einen Audi Quattro. Seine Rallyekarriere beendete er nach der Geburt seines Sohnes Niki.

Eine Eintragung in das Guinness-Buch der Rekorde bescherte ihm ein 24-Stunden Geschwindigkeits-Weltrekord für Serienfahrzeuge, den er gemeinsam mit Franz Doppler und Horst Felbermaier 1990 aufstellte. Mit einem Porsche 928 S fuhr er gemeinsam mit seinen Kollegen 6.175 Kilometer in 24 Stunden; inklusive Tankstopps bedeutete dies eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 267,5 km/h.

Sportmanagement[Bearbeiten]

1987 etablierte Werner Grissmann den Red Bull Dolomitenmann, einen bis heute erfolgreichen Extremsport-Wettbewerb in den Lienzer Dolomiten. 2005 wurde in Kapstadt der erste 'Bruder' des Dolomitenmannes – der Red Bull Cape-Town-Man abgehalten.

Auszeichnungen (Auszug)[Bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten]

Privatleben[Bearbeiten]

Werner Grissmann ist mit Frau Sandra verheiratet und hat zwei Kinder – Nina und Niki. Er ist in Osttirol als Rauchfangkehrermeister tätig.

Spitznamen[Bearbeiten]

„Grizzly“ ist einer der Spitznamen von Werner Grissmann, der schon während seiner Skifahrerkarriere über einen beachtlichen Leibesumfang verfügte. Grissmann wird auch der „Zwischenzeitweltmeister“ genannt, weil er bei unzähligen Weltcuprennen immer wieder Schnellster bei der Zwischenzeit war, diese Zeiten aber nicht ins Ziel bringen konnte.

Husarenritt über Skipiste[Bearbeiten]

2006 war Werner Grissmann gegen Ende eines Volkswandertages in Bad Kleinkirchheim mit seinem Geländewagen von der Bergstation ins Tal gefahren. Dabei kam er aber auf dem nassen Gras ins Rutschen und um einen Überschlag zu verhindern lenkte er das Auto auf direkter Spur über den steilen Zielhang. Er überfuhr ungebremst einen Güterweg und dann sprang er rund sieben Meter weit über einen quer zur Fahrtrichtung verlaufenden Zufahrtsweg, dabei platzten drei Reifen, so fuhr er auf den Felgen noch etwa 100 Meter bis zur Talstation und verließ das Auto. Beim Eintreffen der Polizei war er nicht mehr auffindbar. Grissmann konnte jedoch telefonisch erreicht werden und er begab sich dann unverzüglich zur Polizeiinspektion Bad Kleinkirchheim. Er sagte der Polizei, er wollte mit seinem Geländewagen angeben, doch auf dem steilen Gelände sei er ins Rutschen geraten.

Eine Frau wurde bei dieser Aktion verletzt. Nach Zahlung eines Schmerzensgeldes und einer Geldstrafe in Höhe von 3.000 Euro wurde das Verfahren gegen Grissmann im Oktober 2007 von der Staatsanwaltschaft eingestellt.[1]

Schreiduell[Bearbeiten]

Um den ehemaligen ÖSV-Langlauf-Chef Walter Mayer und die Weltklasselangläufer Christian Hoffmann und Wladimir Smirnow zum Start beim Dolomitenmann zu bewegen, hatte Grissmann die Streckenverhältnisse beim Berglauf etwas „geschönt“.

Der von der Strecke vollkommen geforderte Mayer lieferte sich daraufhin im Bergauflaufen ein legendäres Schimpfduell mit dem im Helikopter über ihm kreisenden „Dolomitenmann-Organisator“ Werner Grissmann.

Radio und Fernsehen[Bearbeiten]

Werner Grissmann war auch der Betreiber eines Radiosenders: „Radio Grizzly“ in Osttirol. 2007 engagierte der ORF Werner Grissmann als Moderator für eine Ausgabe der kulinarischen Sendereihe Aufgegabelt in Österreich. Grissmann, bekannt als Genießer und Gourmet, stellte dem österreichischen Fernsehpublikum typische regionale Osttiroler Gerichte vor. In der Fernsehserie "Wir sind Kaiser" hatte er am 23. April 2009 eine "Audienz".

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner "Grizzly" Grissmann. Wer sagt, die Vögel sterben aus! (Spitzen, Stories u. Sprüche aus 15 Jahren Skicircus.), Werner Grissmann, Wann und Wo Verl., Dornbirn, 1982
  • Vom Großglockner zum Klammer Stich. 100 Jahre Schisport in Kärnten. Seite 38-41, „Werner Grissmann: Der Grizzlybär“, Carinthia Verlag 2007, Hrsg. Landesschiverband u.Kleine Zeitung, ISBN 978-3-85378-622-2

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Riskante Autofahrt – Verfahren gegen Grissmann eingestellt, auf kaernten.orf.at, 10 Oktober 2007