Werner Haase (Arzt)

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Werner Haase (* 2. August 1900 in Cöthen; † wahrscheinlich 30. November 1950 in Moskau) war ein deutscher Chirurg und einer von Adolf Hitlers Begleitärzten.

Werdegang[Bearbeiten]

Haase beendete seine Schullaufbahn mit dem Abitur und leistete noch ab Herbst 1918 seinen Militärdienst ab. Ab 1919 absolvierte er ein Studium der Medizin, dass er 1924 an der Universität Jena mit Promotion zum Dr. med. abschloss. Anschließend ließ er sich zum Facharzt für Chirurgie ausbilden und war danach als Schiffsarzt beschäftigt.[1]

Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten trat er 1933 der NSDAP (Mitgliedsnr. 3.081.672[2]) und der SA bei.[3] Anfang April 1934 wechselte er von der SA zur SS (SS-Nr. 254.097[2]).[1] Haase hatte sich bereits zuvor im nationalsozialistischen Sinne betätigt: Schon während seines Studiums in Jena gehörte er der Studentengruppe der DNVP an und wurde bei dem Versuch zu den Aufständischen des Hitler-Putsches zu gelangen in Probstzella verhaftet.[4]

Unter Georg Magnus war er ab 1934 an der Charité tätig. Von März 1935 bis 1936 gehörte er als zweiter Chirurg nach Karl Brandt zum Stab von Adolf Hitlers Begleitärzten.[1] In Berlin habilitierte er sich 1936 mit der Schrift „Physikalisch-technische Untersuchungen an Knochenbrüchen“. Er war unter Paul Rostock als Oberarzt an der Berliner Universitätsklinik in der Ziegelstraße beschäftigt.[3]

Während des Zweiten Weltkrieges gehörte er der Leibstandarte-SS Adolf Hitler an. Seit dem 21. Juni 1943 führte er den Rang eines SS-Obersturmbannführers.[3]

In den letzten Tagen der Schlacht um Berlin im April 1945 arbeitete er als Arzt im öffentlichen Bunker nahe der Reichskanzlei. Am 29. April wurde er in den Führerbunker befohlen, um Ludwig Stumpfegger dabei zu assistieren, Hitlers Hund Blondi zu vergiften. Anschließend kehrte er in den öffentlichen Bunker zurück und wurde dort von Soldaten der Roten Armee gefangen genommen. Am 6. Mai gehörte er zum Kreise derjenigen, die von sowjetischen Behörden ausgewählt worden waren, um die Leichen von Joseph Goebbels, seiner Frau Magda Goebbels und ihrer sechs Kinder zu identifizieren.

Im Juni 1945 wurde Haase wegen seiner Tätigkeit während des NS-Regimes der Prozess gemacht. Im November 1950[5] starb er in sowjetischer Kriegsgefangenschaft an den Folgen einer Tuberkulose-Erkrankung. Als Todesort wird das Gefängniskrankenhaus des Butyrka-Gefängnisses angegeben.[6]

Quellen[Bearbeiten]

  • Wadim Gussatschenko (Hrsg.): Hitler. Dokumente aus den Geheimarchiven des KGB. = Geheimarchive des KGB. Hitler. Progress Publishing Group, Moskau 1996, S. 194, ISBN 3-930857-39-1 (Unbekannte Kapitel des Zweiten Weltkriegs).

Literatur[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Christa Schroeder, Anton Joachimsthaler: Er war mein Chef: aus dem Nachlass der Sekretärin von Adolf Hitler, Langen Müller, 1985, S. 382.
  2. a b Dienstaltersliste der Schutzstaffel der NSDAP (SS), Biblio Verlag, 1996, S. 246.
  3. a b c Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 214.
  4. Wolfram Fischer: Exodus von Wissenschaften aus Berlin: Fragestellungen - Ergebnisse - Desiderate, Akademie der Wissenschaften zu Berlin, S. 579.
  5. Bernhard Meyer: Die letzten Tage des "Patienten A", in: Berlinische Monatsschrift Heft 9/2000, S. 185-192.
  6. Unbekannte Kapitel des Zweiten Weltkriegs Hitler, Dokumente aus den Geheimarchiven des KGB, ISBN 3-93-085739-1, S. 194.