Werner Illing
Werner Illing (* 12. Februar 1895 in Chemnitz; † 24. Juni 1979 in Esslingen) war ein deutscher Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur.
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Leben [Bearbeiten]
Nach dem Schulbesuch nahm er als Funker am Ersten Weltkrieg teil und kehrte 1918 im Rang eines Leutnants zurück. Er studierte Germanistik in Frankreich und an der Universität Graz. Bereits in dieser Zeit verfasste er Gedichte, Geschichten, Erzählungen und Dramen. 1921 erschien durch Förderung von Albert Soergel seine erste Publikation Vor Tag.
1922 brach er sein Studium ab, weil sein Vater gestorben war, und kehrte nach Chemnitz zurück, wo er die elterliche Firma übernahm. In seiner Freizeit war er weiterhin schriftstellerisch tätig und gründete einen Sprech- und Bewegungschor. 1925 gab er den Geschäftsführerposten in der Firma auf und wurde freier Mitarbeiter der Vossischen Zeitung in Berlin. 1928–1929 lebte er als Auslandskorrespondent des Blattes in der Provence und in Paris. Seit 1927 war er zudem Mitarbeiter der Mitteldeutschen Rundfunk AG in Leipzig. Ab 1929 war er Sendeleiter für Musik und Unterhaltung zum Berliner Deutschlandfunk. Er übersetzte für den Ullstein Verlag zahlreiche Romane von Ellery Queen aus dem Englischen. In dieser Zeit verfaßte er auch zwei utopische Romane, von denen Utopolis als "proletarische Utopie" viel beachtet wurde.
1939 bis 1945 war er wieder Soldat. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog er nach Stuttgart um, war ab 1949 hauptsächlich für den Süddeutschen Rundfunk tätig und schrieb auch Bühnenstücke (Die große Flut, 1947). Er starb im Alter von 84 Jahren in Esslingen.
Werke [Bearbeiten]
- 1921: Vor Tag. Dichtungen
- 1930: Utopolis. Roman
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- 1974 ungekürzte Neuausgabe mit einem Nachwort von Karl Riha
- 1931: Der blaue Stern. Roman
- 1936: Don Perico. Der Herr der zinnernen Berge. Roman
- 1948: Zirkus Bertolin. Roman
- 1949: Das Spiel der Könige. Erzählungen
- 1949: Madame Reignier. Roman
- 1962: Pariser Equipagen-Corso. Eine Kutschfahrt aus dem 18. ins 19. Jahrhundert.
- 1974: Die großen Entdeckungen. Jugendsachbuch
- 1974: Tanz zwischen Dämmerung und Nacht. Roman
- 1987: Die Gesänge des alten Indianers bei Sonnenaufgang auf der Prärie. (herausgegeben von Joachim Ruf)
- 2005: Utopolis und andere phantastische Geschichten (herausgegeben von Franz Rottensteiner)
Rezeption [Bearbeiten]
- Werner Illings Kurzgeschichte Der Herr vom anderen Stern diente als Grundlage für das Drehbuch für den Film Der Herr vom andern Stern mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle. [1]
- Außerdem war er an den Drehbüchern der Filme Das Lied der Wüste (1939), Martina (1949) und Die Mitternachtsvenus (1951) beteiligt.
Übersetzungen [Bearbeiten]
- 1931: Schön ist ein Zylinderhut
- 1932: Das gerissene Schuhband
- 1935: Besuch in der Nacht
- 1936: Frauen um John Marco
- 1937: Die Dame mit dem Schleier
- 1938: Besuch am letzten Tag
Ehrungen [Bearbeiten]
- 1966: Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland
Literatur [Bearbeiten]
- Götz Müller: Die sozialistische Alternativwelt. In: Gegenwelten. Die Utopie in der deutschen Literatur, Stuttgart 1989, S. 218–223.
- Margitta Zieger: Heimat im Herz. Reminiszenz an den Schriftsteller Werner Illing. In: Erzgebirgische Heimatblätter 1993, H. 1, S. 19–21.
- Susanne Bercher: Werner Illing: Utopolis. Introduzione, traduzione, commento e bibliografia (Dissertation) Mailand 2003.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
- Literatur von und über Werner Illing im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Illing, Werner |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur |
| GEBURTSDATUM | 12. Februar 1895 |
| GEBURTSORT | Chemnitz |
| STERBEDATUM | 24. Juni 1979 |
| STERBEORT | Esslingen |