Werner Kissling

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Werner Kissling (* 1895 in Breslau; † 1988 in Dumfries, Schottland) war ein deutscher Fotograf, Filmemacher und Emigrant, der während des Zweiten Weltkriegs in Großbritannien lebte.

Mit seiner Mutter bereiste er als 10-Jähriger die Hebriden und St. Kilda. In Berlin und Königsberg studierte er Jura. Er war Mitglied der deutschen Delegation beim Völkerbund und hielt sich als Diplomat des deutschen Reiches längere Zeit in Spanien, Ungarn, in der Schweiz und in England auf.

Nach mehreren Besuchen auf den schottischen Inseln gab Kissling 1933 die Sicherheit einer diplomatischen Karriere auf und widmete sich seitdem der Photographie, der Filmkunst und der Anthropologie. Er hielt sich 1934 für einige Wochen auf der damals noch relativ unbekannten Hebrideninsel Eriskay auf und beschrieb sie in seinem Notizbuch und mit seinen Kameras. Sein 19 Minuten dauernder Tonfilm Eriskay − A Poem of Remote Lives gilt als bedeutendes Dokument der Filmgeschichte, der neben einem weiteren Klassiker des frühen schottischen Kinos steht, den Jenny Gilbertson (Brown) ebenfalls 1934 auf den Shetlands drehte: The Rugged Island.

Nach Beendigung der Dreharbeiten kehrte Kissling nach London zurück. Er unterhielt dort gute Beziehungen zur Königlichen Geographischen Gesellschaft, zur Universität Cambridge sowie zur englischen Oberschicht. Unter der Protektion des Prinzen von Wales, des späteren Königs Edward VIII., hatte sein Film am 30. April 1935 Premiere. Der Vorstellung wohnten unter anderem der Marquis von Londonderry, der Premierminister Ramsay MacDonald und der Herzog und die Herzogin von York bei. Die Einnahmen wurden zur Finanzierung der ersten Straße auf Eriskay verwendet. Kissling kam noch oft nach Eriskay und setzte sich für die Interessen der Inselbewohner ein, so u.a. für die Erweiterung des Straßennetzes und die Verbesserung der Wasserversorgung. Eine auf seine Initiative erbaute Straße heißt heute auf gälisch Rathad Kissling („Kissling-Straße“).

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael W. Russell: A Poem of Remote Lives: Images of Eriskay, 1934 - Enigma of Werner Kissling, 1895-1988. Neil Wilson Publishing 1997 ISBN 978-1-897784-46-4.

Weblinks[Bearbeiten]