Werner Lindemann

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Werner Lindemann (* 7. Oktober 1926; † 9. Februar 1993) war ein deutscher Dichter und Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Werner Lindemann wurde als Sohn einer Landarbeiterfamilie geboren und wuchs im Gutsdorf Altjeßnitz bei Wolfen auf. Mit 15 Jahren war er Landwirtschaftslehrling bei einem Großbauern und von 1943 bis 1945 Soldat. Nach 1945 studierte er Naturwissenschaften in Halle und war ab 1949 landwirtschaftlicher Berufschullehrer, danach Dozent und Oberreferent. Er studierte von 1955 bis 1957 am Institut für Literatur „Johannes R. Becher“ in Leipzig und war anschließend Redakteur bei der Studentenzeitschrift „Forum“, Kulturhausleiter und seit 1959 freischaffender Schriftsteller. Als Mitbegründer der Künstlerkolonie wohnte er mehr als 20 Jahre in Drispeth.

Die ersten Gedichte verfasste er kurz nach dem Krieg und veröffentlichte 1959 unter anderem den Gedichtband „Stationen“, in welchem er auch Autobiographisches verarbeitete. Bekannt wurde er in den 1970er Jahren als humorvoller Kinderbuchautor, der mit der „poetischen Idee“ das Besondere im Alltäglichen zu zeigen wusste. Mit Feingefühl gab er seinen Lesern den Anreiz zu Selbstkritik und eigenen kritischen Urteilen. Neben der Kinderlyrik erschienen ab den 1980er Jahren verschiedene Prosabände, z. B. „Aus dem Drispether Bauernhaus“ und „Die Roggenmuhme“, in denen er durch genaues Beobachten und das Erinnern an die Kinder- und Jugendzeit in kurzen Geschichten die ihn umgebende Natur sowie das Familien- und Dorfleben im sozialistischen Alltag darstellte. Besonders im Band „Mike Oldfield im Schaukelstuhl. Notizen eines Vaters“ stellte er die Erinnerungen des lyrischen Ichs den Äußerungen und Ansprüchen des Sohnes gegenüber und zeigte so die Gegensätzlichkeit der in verschiedenen Gesellschaftssystemen aufgewachsenen Menschen, aber auch deren Gemeinsamkeiten.

Mehrfach hielt er Lesungen an Schulen, um Kindern die Poesie näherzubringen. Sehr oft war er in der „Grundschule an der Elisabethwiese“ in Rostock zu Gast. Nach seinem Tod wurde ihm zu Ehren die Schule am 7. Oktober 1994 in „Werner-Lindemann-Grundschule“ umbenannt. Der Feier wohnte seine Witwe, die Journalistin Gitta Lindemann, bei.

Werner Lindemann liegt in Zickhusen (Mecklenburg Vorpommern) begraben.

Die Akademie der Künste verlieh ihm 1985 für seine Verdienste als Lyriker in der sozialistischen Kinderliteratur den Alex-Wedding-Preis.

Werner Lindemann ist der Vater des Rammstein-Sängers und Dichters Till Lindemann.

Werke[Bearbeiten]

  • Mosaiksteine (Mitteldeutscher Verlag 1957)
  • Stationen (Aufbau-Verlag Berlin 1959)
  • Das unheilige Testament (Aufbau Verlag Berlin 1959)
  • Unterwegs aufgeschrieben (Aufbau Verlag Berlin 1960)
  • Zutiefst an dich gebunden sein… (Verlag Neues Leben 1961)
  • Hier war einmal ein Rain (VEB Hofmeister 1961)
  • Für die Bäuerin (1961)
  • Und ich sage dir …. (VEB Hofmeister 1961)
  • mit Ingeborg Meyer-Rey: Das Osternest (Kinderbuchverlag Berlin 1964)
  • Was schmeckt den Tieren (Kinderbuchverlag Berlin 1966)
  • Rattermann und Pustemehl (Kinderbuchverlag Berlin)
  • Poesiealbum 35 (Verlag Neues Leben 1970)
  • Schornsteinfeger Rußgesicht (Kinderbuchverlag Berlin 1970)
  • Pünktchen (Kinderbuchverlag Berlin 1974)
  • Der Tag sitzt vor dem Zelt (Kinderbuchverlag Berlin 1974)
  • Der Esel, die Großmutter und andere Musikinstrumente (Dt.Verlag für Musik Leipzig 1974)
  • Durch Wulkenziehn spaziert (Kinderbuchverlag Berlin 1970)
  • Rund ums Ferienzelt (Kinderbuchverlag Berlin)
  • Der Gemüsekorb (Verlage Junge Welt 1975)
  • Landtage (Verlag Tribüne 1976)
  • Die Schule macht die Türen auf (Kinderbuchverlag Berlin 1976)
  • Tanzende Birken – Gedichte für Kinder (Kinderbuchverlag Berlin 1977)
  • Sohn und Vater Rübesam (Kinderbuchverlag Berlin 1978)
  • Aus dem Drispether Bauernhaus (Edition Holz 1981)
  • Das Schneeflöckchen (Postreiter Verlag Halle 1982)
  • Ein Nest versteckt auf dichten Zweigen (Kinderbuchverlag Berlin 1982), ISBN 3358006328
  • Was macht der Frosch im Winter? (Kinderbuchverlag Berlin 1982)
  • Das kleine Kamel und andere Märchen aus Kasachstan (Kinderbuchverlag Berlin 1979)
  • Ein Laubfrosch wandert (Kinderbuchverlag 1984), ISBN 3358005143
  • Tausendfuß (Verlag Junge Welt 1984)
  • Der Nasenbaum (Postreiter Verlag Halle, 2. Auflage 1985)
  • Die Roggenmuhme (Verlag Tribüne 1986)
  • Die Fledermausstunde (Kinderbuchverlag Berlin, 1986)
  • Mike Oldfield im Schaukelstuhl. Notizen eines Vaters (Verlag Der Morgen 1988), ISBN 3938686618
  • An der Haltestelle (Kinderbuchverlag Berlin 1989), ISBN 3358006794
  • Tüftelchen (Kinderbuchverlag Berlin 1989), ISBN 3358012778
  • Der tapfere kleine Fisch (Verlag f. Lehrmittel, Pößneck 1990), ISBN 3749302049
  • Petermännchens Ausguck (Mecklenburger Verlag 1990) zus. mit Gitta Lindemann, ISBN 3358013561
  • Tanzt im Winde wie ein Mädchen (Landesverlags- u. Druckgesell. Mecklenburg 1991), ISBN 3910179665
  • Mädchen haben Zöpfe (Landesverlags- u. Druckgesell. Mecklenburg 1991)
  • Gedanken sind Kinder der Stille (Demmler Verlag 1993), ISBN 3910150217

Hörfunk[Bearbeiten]

Thomas Gaevert: Irgendein Mike Oldfield neuerdings - Eine Vater-Sohn-Geschichte, Produktion Südwestrundfunk, Erstsendung 10. Oktober 2011 SWR2

Weblinks[Bearbeiten]