Werner Schreib

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Werner Schreib (* 16. März 1925 in Berlin; † 20. September 1969 bei Lorsch) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben[Bearbeiten]

Monument für Reisende ..., 1965, installiert am Friedrichswall in Hannover
Monument für Reisende, Detail

Schreib wuchs in Berlin-Charlottenburg und Berlin-Zehlendorf auf. Seine Vorfahren hatten sich nach dem dreißigjährigen Krieg in der Prignitz niedergelassen. Einer von Schreib selber kolportierten Anekdote zufolge soll der bekannte russische Künstler Kandinsky den jungen Schreib beim Bemalen von Steinplatten beobachtet haben und ihn mit den Worten "Das hast Du aber fein gemacht, so gut kann ich es nicht einmal" gelobt haben. Kurze Zeit später wurde Schreib mit 13 Jahren Vollwaise und lernte "die Zucht- und Rutenpädagogik eines Onkels", so Schreib, kennen, um dann in ein Internat zu kommen. Obwohl er als Schüler noch Ingenieur werden wollte, studierte er 1947 an der Muthesius Kunsthochschule Kiel, ab 1949 besuchte er dann die Werkkunstschule Wiesbaden. Im Rahmen eines Stipendiums erlernte er die Radierkunst im Pariser Atelier von S. W. Hayter. Seit 1950 veranstaltete Schreib Happenings. 1959 war er kurz an der Académie Ranson in Paris, wo er Max Ernst kennenlernte. 1964 bekam er eine Auszeichnung bei der I. Internationalen Zeichnung in Darmstadt. Kurze Zeit später erhielt er einen Sonderpreis auf der 1. Grafik-Biennale in Krakau. Schreib wurde bekannt für seine "strukturellen Ornamente" und Miniatur-Cachetagen, einer künstlerischen Siegeldrucktechnik (Stempelbilder). Er versuchte die bildnerische Arbeit auf das Kunsthandwerk auszudehnen und machte Entwürfe für Rosenthal-Porzellan. Seine Prosa und seine Gedichte wiesen ihn auch als Literaten aus. Schreib kam 1969, als er von einer Ausstellung bei Hauswedell nach Hause fuhr, bei einem unverschuldeten Autounfall nahe Lorsch ums Leben. Er hinterließ eine Tochter.

Literatur[Bearbeiten]

von Schreib:

  • Gott raucht nicht, er braucht Pudding, Gedichte, Prosa, Happenings Karl Riha, Franz-Josef Weber, Hrsg., Postskriptum, Hannover 1991. 151 S. (= Randfiguren der Moderne, Nr. 14)
  • Werner Schreib, Das künstlerische Werk, Kunstverein Siegen, Hrsg., Anabas, Gießen 1987
  • Das Tribunal, Eine Roman-Assemblage mit sechzehn Abbildungen nach Foto-Collagen, Anabas, Gießen 1987
  • Gedichte und andere Texte, Karl Riha, Hrsg., Universitäts- und Gesamthochschule Siegen 1985, 2. Aufl. 1987 (= Vergessene Autoren der Moderne, Heft 12)
  • Werner Schreib, Das druckgraphische Werk, Kunsthalle Mannheim 1974
  • hucke nucke wucke wack, Monumente aus dem Zwergenkabinett, Eremiten Presse, Stierstadt im Taunus 1971
  • Suite astronautique, 9 Radierungen, Hauswedell, Hamburg 1970
  • Gott raucht nicht, er braucht Pudding, Ideographischer Bericht, Karl Riha, Siegfried J. Schmidt, Hrsg., Gesamthochschule Siegen 1967, 44 S. (=experimentelle texte, Nr. 4)
  • Punzen mit Schnatterings, Eremiten Presse, Stierstadt im Taunus 1960
  • Die makabren Zeichnungen des merkwürdigen Herrn Schreib, Eremiten Presse, Stierstadt im Taunus 1958

über Schreib:

  • Jürgen Claus: "Halbmechanische Bildverfahren: Werner Schreib", in: Jürgen Claus: "Kunst heute", Rowohlt Verlag 1965

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Werner Schreib – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien