Werner von Melle

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Werner von Melle, 1905

Werner von Melle (* 18. Oktober 1853 in Hamburg; † 18. Februar 1937 in Hamburg) war ein Hamburger Senator und Bürgermeister.

Familie[Bearbeiten]

Werner von Melle wurde als zweites Kind des Kaufmanns und späteren Hamburger Senators Emil von Melle und seiner Ehefrau Maria, einer Tochter des Senators Heinrich Geffcken, in Hamburg geboren. Er heiratete 1880 Emmy Kaemmerer, eine Tochter des Kaufmanns Heinrich Kaemmerer und der Emilie Goßler. Emilie Goßler war eine Tochter von Hermann Goßler.[1] Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor, von denen Alida (* 1885) den Germanisten Conrad Borchling heiratete.

Leben[Bearbeiten]

Von Melle studierte in Göttingen Rechtswissenschaften und wurde dort 1876 promoviert. Anschließend arbeitete er als Redakteur bei den Hamburger Nachrichten. 1891 wurde von Melle zum Mitglied des Präsidiums der Oberschulbehörde ernannt und am 17. Juni zum Senatssyndicus gewählt. Am 26. September 1900 wurde von Melle in den Hamburger Senat berufen und 1904 als Präses der Oberschulbehörde bestellt. Für die Kalenderjahre 1914 und 1917 wurde er vom Senat zum Zweiten Bürgermeister gewählt und für 1915 und 1918 turnusmäßig zum Ersten Bürgermeister.

Er war parteilos und gehörte dem Vorkriegssenat an, als es im November 1918 in Hamburg zur Novemberrevolution kam. Der Arbeiter- und Soldatenrat für Groß-Hamburg übernahm am 6. November 1918 nach kurzen Kämpfen mit zehn Toten die Macht in Hamburg. An der Spitze dieses Rates standen seit dem 12. November 1918 Heinrich Laufenberg und Wilhelm Heise. Diese setzten den alten Senat am selben Tag ab. Sie setzten ihn aber am 18. November 1918 als rein administrative Körperschaft wieder ein. Von Melle blieb ab dem 1. Januar 1919 Erster Bürgermeister, und erst nach der Wahl der ersten freien und demokratisch gewählten Bürgerschaft am 16. März 1919 und der ersten Sitzung am 24. März 1919 trat er als Erster Bürgermeister am 27. März 1919 zurück. In den neu gewählten Senat wurde er als parteiloser Senator wieder gewählt. Der Senat, der wie bereits nach altem Recht die Bürgermeister aus seiner Mitte bestimmte, wählte ihn für die Amtszeit vom 30. März 1919 bis zum 21. Dezember 1919 erneut zum Ersten Bürgermeister. Im Anschluss an diese Amtszeit gehörte er noch bis 1921 weiterhin dem Senat an.

Von Melle trat vor allem mit Bildungsfragen in Erscheinung. So unterstützte er schon vor dem Ersten Weltkrieg das öffentliche Vorlesungswesen und gründete die Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung. Von Melle war mit dafür verantwortlich, dass die Bürgerschaft einen Bauplatz auf der Moorweide für die Errichtung des von Edmund Siemers gestifteten Vorlesungsgebäudes bewilligte. Aus diesen Institutionen entstand später die Universität Hamburg. 1919 war von Melle maßgeblich in Zusammenarbeit mit Rudolf Ross an dem Gesetz zur Gründung der Universität Hamburg und der Hamburger Volkshochschule beteiligt.

Das Grab von Melles ist auf dem Friedhof Ohlsdorf, Lage Z10.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1917 Ehrendoktor der theologischen Fakultät der Universität Göttingen
  • 1921 Rector magnificus honoris causa der Universität Hamburg
  • 1928 Ehrendoktor der Staatswissenschaften der Universität Hamburg

Zum Gedenken heißt der Hamburger Universitätscampus Von-Melle-Park.

Werke[Bearbeiten]

  • Die Entwicklung des öffentlichen Armenwesen in Hamburg, Hamburg 1883.
  • Gustav Heinrich Kirchenpauer. Ein Lebens- und Zeitbild, Hamburg 1888.
  • Das Hamburgische Staatsrecht, Hamburg 1891.
  • Dreißig Jahre Hamburger Wissenschaft, 1891 - 1921. Rückblicke und persönliche Erinnerungen, 2 Bände, Hamburg 1923.
  • Jugenderinnerungen, Hamburg 1928.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsches Geschlechterbuch Nr. 27, 1914, S. 73

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Werner von Melle – Quellen und Volltexte