Wernstein am Inn

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Wernstein ist auch ein Ortsteil der Gemeinde Mainleus
Wernstein am Inn
Wappen von Wernstein am Inn
Wernstein am Inn (Österreich)
Wernstein am Inn
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Schärding
Kfz-Kennzeichen: SD
Fläche: 16,53 km²
Koordinaten: 48° 31′ N, 13° 28′ O48.50861111111113.460277777778319Koordinaten: 48° 30′ 31″ N, 13° 27′ 37″ O
Höhe: 319 m ü. A.
Einwohner: 1.524 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 92 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4783
Vorwahl: 07713
Gemeindekennziffer: 4 14 29
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Innstraße 1
4783 Wernstein am Inn
Website: www.wernstein.at
Politik
Bürgermeister: Johann Mayr (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(19 Mitglieder)
10 ÖVP, 6 SPÖ, 3 FPÖ
Lage der Gemeinde Wernstein am Inn im Bezirk Schärding
Altschwendt Andorf Brunnenthal (Oberösterreich) Diersbach Dorf an der Pram Eggerding Engelhartszell an der Donau Enzenkirchen Esternberg Freinberg Kopfing im Innkreis Mayrhof Münzkirchen Raab Rainbach im Innkreis Riedau Sankt Aegidi St. Florian am Inn St. Marienkirchen bei Schärding St. Roman St. Willibald Schardenberg Schärding Sigharting Suben Taufkirchen an der Pram Vichtenstein Waldkirchen am Wesen Wernstein am Inn Zell an der Pram OberösterreichLage der Gemeinde Wernstein am Inn im Bezirk Schärding (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Wernstein am Inn ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Schärding im Innviertel mit 1524 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Schärding.

Geografie[Bearbeiten]

Wernstein am Inn liegt auf 319 m Höhe im Innviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 5,3 km, von West nach Ost 5,8 km. Die Gesamtfläche beträgt 16,4 km². 20,7 % der Fläche sind bewaldet, 66,5 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Ortsteile[Bearbeiten]

Ortsteile der Gemeinde sind: Amelreiching, Edt, Göpping, Grub, Hofötz, Kinham, Linden, Lindenberg, Rutzenberg, Öhret, Sachsenberg, Schafberg, Stöbichen, Wernstein am Inn, Wimberg, Zwickledt.

Blick von Schloss Neuburg auf Wernstein am Inn

Das Gemeindegebiet Wernstein am Inn liegt am Südrand der Böhmischen Masse, einem uralten Gebirgszug, der sich über Nordbayern, den Sauwald, das Mühl- und Waldviertel und Teile Tschechiens erstreckt. Granit, Gneis und ihre Mischformen (im Gemeindegebiet sind es "Migmatite vom Typus Wernstein"), bilden die Bausteine dieses Gebirges.

Umgebung[Bearbeiten]

Eine der wohl reizvollsten Landschaften des unteren Innviertels ist die Innenge Vornbach-Wernstein: ein Erosionstal, das auch in floristischer Hinsicht ein interessantes Gebiet darstellt. Nirgends im weiten Umkreis findet man auf so kleinem Raum eine derart mannigfaltige Flora vor. Das Tal ist durch Wander- und Radwege beiderseits des Inns gut erschlossen.

Geschichte[Bearbeiten]

Zwischen 1120 und 1150 wurde die Burg Wernstein erbaut. Sie kam mit der Grafschaft Neuburg 1283 nach öfterem Besitzerwechsel an Österreich, das Umland blieb bis 1779 bayrisch und kam nach dem Frieden von Teschen mit dem Innviertel (damals 'Innbaiern') zu Österreich. 1803 kam infolge der Auflösung des Fürstbistums Passau die Grafschaft Neuburg an Bayern, die Herrschaft Wernstein blieb bei Österreich. Während der Napoleonischen Kriege wieder kurz bayrisch, gehört Wernstein seit 1814 dauernd zu Oberösterreich.

Erst 1921 erhielt Wernstein vom Kraftwerk Kneiding elektrisches Licht. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum "Gau Oberdonau". 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs. Von 1962 bis 1964 erfolgte die Umgestaltung des Ortes aufgrund des Baus des Laufkraftwerks Passau-Ingling.

Wappen[Bearbeiten]

Mit Beschluss der oberösterreichischen Landesregierung vom 9. Juni 1980 wird Wernstein die Führung eines Gemeindewappens bewilligt. Die Gemeindefarben werden mit Blau-Weiß-Blau festgelegt. Die beiden aufgerichteten Löwen und die Spitze sind dem Stammwappen der Ritter von Schmelzing und Wernstein, die drei Quadersteine dem Wappen des Grafen Sinzendorf entnommen. Beide Geschlechter haben die Geschichte Wernsteins geprägt und Spuren hinterlassen, wie zum Beispiel das Epitaph in der Pfarrkirche, das Schloss Zwickledt und die Mariensäule. Die gewellte Linie soll auf die Lage des Ortes am Inn hinweisen.

Blasonierung: In Blau eine silberne, eingebogene Spitze, darin über blauem, gewelltem, mit einer silbernen Wellenleiste belegtem Schildfuß drei rote, eins zu zwei gestellte Quadersteine; begleitet von zwei goldenen, aufgerichteten und einander zugewendeten, gekrönten und geflügelten Löwen mit roten Krallen und roten Zungen. Die Gemeindefarben sind Blau-Weiß-Blau.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Wernstein am Inn
Die Pfarrkirche zum Hl. Georg
  • Pfarrkirche zum Hl. Georg: Einschiffiger, spätgotischer Bau Ende des 15. oder Anfang des 16. Jahrhunderts. An der Nord- und Südseite wurden 1966 /1967 an Stelle der älteren Zubauten zwei tonnengewölbte Stahlbetonanbauten nach Plänen von Edgar Telesko und Helmut Wertgarner errichtet. Das Innere der Pfarrkirche birgt einige hervorragende Kunstdenkmäler. Aus der Zeit der Gotik stammen ein achteckiger Taufstein aus rotem Marmor, die Statuen des Hl. Leonhard und des Hl. Georg sowie ein überlebensgroßer Kruzifixus vom Anfang des 15. Jahrhunderts. Unvollständiger barocker Kreuzweg. Zeitgenössisch sind Blockaltar, Tabernakel und Taufstein im Altarraum von dem Bildhauer Karl Prantl. Die Kirchenfenster, von Rudolf Kolbitsch entworfen, kommen aus der Glaswerkstätte des Stiftes Schlierbach.
Mariensäule
  • Ortsfriedhof und Aufbahrungshalle: In dem um die Pfarrkirche liegenden Ortsfriedhof haben bedeutende Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte gefunden: Alois Weinberger, Johann Schließleder, Alois Samhaber, Herbert Fladerer, Alois Beham, Alfred Kubin und seine Gattin Hedwig. Den Grabstein schuf Karl Prantl. An der ursprünglichen Grabstelle wurde Kubins Freund Herbert Lange bestattet. In der Aufbahrungshalle befinden sich Betonglasfenster, 1963 von Margret Bilger geschaffen, die den Siebenfachen Schmerz Mariens darstellen.
  • Mahnmal für die Opfer beider Weltkriege: Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das 1953 von Alois Dorn geschaffene Mahnmal für die Opfer beider Weltkriege.
  • Nepomukstatue: 1976 von Alois Beham gestaltet, befindet sich auf dem Johannesfelsen im Inn
  • 'Pestsäule:' die sogenannte 'Pestsäule' ist ein gotischer Bildstock vom Ende des 15. Jahrhunderts
  • Schifferkreuz: das Schifferkreuz zum Gedenken an die im Inn Verunglückten, wurde 1976 aufgestellt
  • barocke Mariensäule vor der Burg Wernstein: Die Mariensäule erinnert an ein Gelöbnis Kaiser Ferdinands III., das dieser angesichts der Bedrohung von Wien durch die Schweden am Ende des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1645 gemacht hatte. Demnach fertigte im Jahr darauf Johann Jacob Pock nach dem Vorbild der Münchner Mariensäule eine Säule aus Granit und Sandstein an. Kaiser Leopold I. ließ 20 Jahre später die steinerne Säule durch eine aus Erz gegossene ersetzen. Graf Georg Ludwig von Sinzendorf erbat sich vom Kaiser die steinerne Säule und ließ sie zu Schiff nach Wernstein bringen und gegenüber der Neuburg aufstellen. Nach zweijähriger Arbeitsdauer war die Aufstellung und Restaurierung im Jahre 1670 beendet. Nach der Auflösung der Grafschaft ging die Mariensäule 1841 in den Besitz der Gemeinde Wernstein über.
  • Burg und Herrschaft Wernstein: Sie war bis 1803 Bestandteil der Grafschaft Neuburg. Verwaltet wurde sie von Burghütern und Pflegern, die zugleich Mautner waren und Schiffszoll erhoben. Im Jahre 1805 verkaufte der Österreichische Staat die Burg an Private. Zur ausgedehnten Burganlage der Neuburg gehörte die im 12. Jahrhundert errichtete Mantelmauerburg, sie diente als Vorwerk und Mautstelle. Sie weist Bauten aus dem 16. und 17. Jahrhundert auf und wurde 1991 – 1993 südseitig teilweise neu aufgebaut und großzügig restauriert.
  • Burg Neuburg: Burg Neuburg liegt hoch über dem Inn auf der bayerischen Seite. Burg Neuburg – mit einem wechselhaften Schicksal, wurde 1025 von den mächtigen Grafen von Formbach erbaut.
  • Gut Zwickledt: 1567 schenkt Graf Julius I. von Salm, Besitzer der Grafschaft Neuburg, seinem Verwalter Leonhard Schmelzing das Gut Zwickledt. Kaiser Maximilian II. erhebt die Brüder Leonhard und Bernhard Schmelzing im selben Jahr in den Adelsstand. 1645 wird in einem erneuerten Diplom das Prädikat "von Wernstein" hinzugefügt. Die Herren von Schmelzing, die fast 300 Jahre das Leben unseres Ortes mitprägten, bleiben bis 1852 im Besitz von Zwickledt. Im Jahre 1906 erwerben Alfred und Hedwig Kubin den Hauptteil des alten Landsitzes. Zwickledt wird seine "Arche" und wird durch Kubin in der Welt ein Begriff und ist mit seinem Namen und Werk untrennbar verbunden. Nach dem Tod Alfred Kubins erwarb das Land Oberösterreich Zwickledt und erklärte es zur Kubin-Gedenkstätte.
  • Landschaftsschutzgebiet Vornbacher Enge: das Landschaftsschutzgebiet Vornbacher Enge mit dem wildromantischen Inndurchbruchstal und dem Großteil des Neuburger Waldes verdient besondere Erwähnung und ist durch Wanderwege gut erschlossen.
  • Hängeseilbrücke: Die Brücke nach Neuburg ist eine unsymmetrische Hängeseilbrücke mit einer Länge von 145 Metern, die den Inn auf einer max. Höhe von 8 Metern überspannt. Das Gesamtgewicht beläuft sich auf nur 80 Tonnen. Nur ein einziger – auf Neuburger Seite – errichteter Pylon trägt die Brücke. Er ist nadelförmig, 30 Meter hoch und leitet die Zugkräfte über Rückspannseile in den Granitfels ab. Lot- und waagrecht wirkende Kräfte nehmen Windseile beiderseits der Querträger auf. Schwingungstilger unter dem Gehbelag minimieren Vertikal- und Horizontalschwingungen. Auch in den Nachtstunden setzt der Mariensteg Akzente. Die Lichtinstallation der Künstlerin Waltraut Cooper lässt den nächtlichen Steg in den Farben des Regenbogens – als Symbol des Friedens und des vereinten Europa – erstrahlen.
  • Alfred Kubin Galerie: die Alfred Kubin Galerie zeigt Bilder des Grafikers Kubin, der in Wernstein am Inn lebte

Kultur[Bearbeiten]

Im Jahr 2009 wurde im Rahmen des Brückenfestes ein neuer Programmpunkt ins Leben gerufen. Eine kulturelle Veranstaltung unter dem Namen "Kaas – Kabarett am Steg" soll etabliert werden. Der Zusammenhalt von "drent und herent", also Bayern und Oberösterreich, im Besonderen der beiden Partnergemeinden Wernstein am Inn und Neuburg am Inn, soll damit gezeigt werden. Jährlich wechselnd werden bayrische und österreichische Kabarettisten auftreten.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Seit der Eröffnung des Marienstegs im Oktober 2006, findet jährlich eine grenzüberschreitende Laufveranstaltung statt, die vom 2-tägigen Brückenfest[1] umrahmt wird.
  • Mostkost: veranstaltet von der Musikkapelle Wernstein am Inn
  • Maibaumkraxl’n: am letzten Sonntag im Mai, veranstaltet von der Union Wernstein am Inn

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Alfred Kubin (1877–1959), Grafiker, lebte von 1906 bis zu seinem Tod 1959 in Wernstein am Inn
  • Alois Beham, Leibarzt Alfred Kubins, lebte bis zu seinem Tod 1991 in Wernstein am Inn

Politik[Bearbeiten]

  • Bei der Bürgermeisterwahl am 27. September 2009 wurde Bürgermeister Johann Mayr (ÖVP) mit ~62 % in seinem Amt bestätigt. Der Herausforderer Werner Stadler (SPÖ) erhielt ~38 % der Stimmen, was ein Plus von ~7 % gegenüber der Wahlen von 2003 bedeutet.
  • Bei den ebenfalls abgehaltenen Gemeinderatswahlen mussten die SPÖ und ÖVP je einen Sitz an die FPÖ abgeben, was zu folgender neuen Sitzverteilung führt:

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 1659 Einwohner, 2001 1654 Einwohner, 2008 1547.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Zu sportlichen Betätigung sind in Wernstein am Inn 2 Asphaltbahnen und ein Multifunktionspielfeld vorhanden. Die neu erbaute Sportanlage der Union Wernstein umfasst 2 Tennisfreiplätze, eine großzügige Bocciaspielfläche sowie eine Stocksporthalle mit 4 Spielbahnen. Außerdem wird die herrliche Lage am Inn von vielen Menschen zum Laufen und Radfahren, auf den großartigen Radwegen beiderseits des Inns, genutzt, um sich fit zu halten. Das Teilstück zwischen Wernstein am Inn und Passau wurde zudem als Laufstrecke vermessen.

Im Rahmen eines Euregio-Projektes wurden auch Motorikparks in den Gemeinden Neuhaus am Inn, Wernstein am Inn, Neuburg am Inn und der Stadt Passau errichtet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde Wernstein am Inn liegt an der ÖBB-Strecke Wels–Passau (der Verbindung Wien–Frankfurt am Main). Durch die Nähe zur Bezirkshauptstadt Schärding ist die Gemeinde über Bundesstraßen (B129, B136, B137, B149 und B12 und B512 in Bayern) sowie die Innkreisautobahn A8 mit der Landeshauptstadt Linz und anderen Städten wie Ried im Innkreis, Grieskirchen, Wels und den bayerischen Städten Passau, Pocking und (über die aus der am Grenzübergang in Suben weiterführenden Autobahn A3) mit der bayerischen Landeshauptstadt München verbunden. Der Inn wird ausschließlich zur Touristenschifffahrt zwischen den Staustufen St. Florian-Neuhaus und Ingling-Passau genutzt, da die Kraftwerke am Inn keine Schleusen besitzen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Wernstein sind die Unternehmen Auer Metallbau, CAB, ZSM – Maschinen-&Metallbau GmbH, Schwarzmayr Montagen, Elektro Schiebler, Elektro Danninger, Wärme- und Elektrotechnik Boxrucker, Wollersberger Metallbau und Keim Fallenfabrik ansässig.

Vereine[Bearbeiten]

Medien[Bearbeiten]

Zeitungs- und Kunstbuchverlag Wiesner Medien.

Bildung[Bearbeiten]

  • Kindergarten
  • Volksschule

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wernstein am Inn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brückenfest