Werra

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Werra (Begriffsklärung) aufgeführt.
Werra
Verlaufskarte der Werra

Verlaufskarte der Werra

Daten
Gewässerkennzahl DE: 41
Lage Deutschland (Thüringen, Hessen, Niedersachsen)
Flusssystem Weser
Abfluss über Weser → Nordsee
Quelle am Eselsberg bzw. Bleßberg
50° 29′ 59″ N, 10° 57′ 53″ O50.499710.96478797
Quellhöhe 797 m ü. NHNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung Zusammenfluss mit Fulda
in Hann. Münden zur Weser51.420974969.6491679116.5Koordinaten: 51° 25′ 16″ N, 9° 38′ 57″ O
51° 25′ 16″ N, 9° 38′ 57″ O51.420974969.6491679116.5
Mündungshöhe 116,5 m ü. NHNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 680,5 m
Länge 299,6 km[1]
Einzugsgebiet 5497 km²[2]
Abfluss am Pegel Eisfeld-Bahnbrücke[3]
AEo: 51,2 km²
Lage: 283 km oberhalb der Mündung
NNQ (22.08.1976)
MNQ 1961/2008
MQ 1961/2008
Mq 1961/2008
MHQ 1961/2008
HHQ (24.12.1967)
10 l/s
152 l/s
1,09 m³/s
21,3 l/(s km²)
12,5 m³/s
37,6 m³/s
Abfluss am Pegel Meiningen[3]
AEo: 1170 km²
Lage: 223 km oberhalb der Mündung
NNQ (02.09.1959)
MNQ 1919/2008
MQ 1919/2008
Mq 1919/2008
MHQ 1919/2008
HHQ (24.12.1967)
1,48 m³/s
3,27 m³/s
14,1 m³/s
12,1 l/(s km²)
106 m³/s
236 m³/s
Abfluss am Pegel Vacha[3]
AEo: 2246 km²
Lage: 164,8 km oberhalb der Mündung
NNQ (05.10.1959)
MNQ 1922/2008
MQ 1922/2008
Mq 1922/2008
MHQ 1922/2008
HHQ (10.02.1946)
1,55 m³/s
5,8 m³/s
23,6 m³/s
10,5 l/(s km²)
137 m³/s
321 m³/s
Abfluss am Pegel Letzter Heller[3]
AEo: 5487 km²
Lage: 2,3 km oberhalb der Mündung
NNQ (02.11.1949)
MNQ 1941/2008
MQ 1941/2008
Mq 1941/2008
MHQ 1941/2008
HHQ (01.02.1946)
5,1 m³/s
15,3 m³/s
50,3 m³/s
9,2 l/(s km²)
263 m³/s
605 m³/s
Linke Nebenflüsse Ulster, Felda, Wehre
Rechte Nebenflüsse Schleuse, Hasel, Hörsel
Durchflossene Stauseen Hochwasserrückhaltebecken Grimmelshausen
Mittelstädte Meiningen, Hann. Münden
Kleinstädte Hildburghausen, Themar, Bad Salzungen, Vacha, Heringen, Creuzburg, Treffurt, Wanfried, Eschwege, Bad Sooden-Allendorf, Witzenhausen
Schiffbar 88 km[4]; stellenweise Motorboote, nicht durchgehendVorlage:Infobox Fluss/BILD_fehlt

Die Werra ist der östliche der beiden Hauptquellflüsse der Weser und mit einem Lauf von rund 300 km auch der längere.

Sie entspringt im Thüringer Schiefergebirge im Süden Thüringens und fließt nach ihrem Quellverlauf in der Hauptsache in nordwestliche Richtungen durch den Westen Thüringens und den Nordosten Hessens, um sich in Hann. Münden im Südosten Niedersachsens mit der Fulda zur Weser zu vereinigen.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Noch im ersten Jahrtausend n. Chr. wurden Werra und Weser namentlich nicht unterschieden und die Werra wurde als „eigentlicher“ Quellfluss der Weser angesehen. Die Namensgeschichte belegt, dass die Werra der eigentliche Weseroberlauf ist, da die Namen Werra und Weser etymologisch identisch sind (siehe hierzu auch Absatz Namensherkunft des Artikels Weser).

775 ist der Name Uiserra für die Werra bei Salzungen belegt, 933 kommt die Form Viseraha vor, bei der das germanische -aha „Wasser“ an den Flussnamen angehängt wurde. 1014 ist daraus Werraha und schließlich gekürzt Werra geworden, indem /sr/ zu /rr/ angeglichen wurde. Damit ist der Werra-Name etymologisch identisch mit dem Namen der Weser, für die althochdeutsch Wesera, Wisara, Wisura und auch – mit angehängtem -aha – Wiseraha belegt ist. Erst neuhochdeutsch wurden die Namen Werra und Weser deutlich getrennt und als Bezeichnung für Ober- bzw. Unterlauf desselben Flusses verwendet.

Die latinisierte Form Visurgis bei Tacitus lässt germanisch *Visuri mit dem Genitiv *Visurjos erschließen. Dieser Name stammt wie der der französischen Vézère (Nebenfluss der Dordogne) und der Vesdre in Belgien (Nebenfluss der Ourthe, 915 auch als Wesere belegt) letztlich aus der indogermanischen Wurzel *u̯eis- „fließen, zerfließen“, die in fast allen indogermanischen Sprachgruppen – insbesondere im Keltischen, Germanischen, Romanischen und Baltischen – belegt ist (Pokorny S. 1134). Weitere Flussnamen derselben Herkunft wie Weser/Werra sind La Vis in Frankreich, Wear (von *Visuria) in Nordengland, Vesouze (Nebenfluss der Meurthe), Wiesaz in Württemberg, Vesonze im Wallis, Visance in Frankreich, Dep. Orne, Bisenzio in Etrurien, Besançon in Frankreich, Viešintà in Litauen, Vismund in Norwegen und die Vistula "Weichsel" (siehe Krahe S. 51). (Das früher hier etymologisch angeschlossene deutsche Wort Wiese wird heute auf eine andere indogermanische Wurzel zurückgeführt. Siehe Kluge S. 989.)

Geographie[Bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten]

Die zwei Quellen der Werra[Bearbeiten]

Gefasste Werraquelle von 1897

Neben dem in Karten und in der Gewässerstationierung als Werra geführten Quelllauf gibt es noch einen südöstlicheren, etwa gleich starken Quelllauf namens Saar. Dessen gefasste Quelle wird ebenfalls als "Werraquelle" bezeichnet. Beide liegen im Thüringer Schiefergebirge:

  • Die erste gefasste Quelle von 1897 liegt am Südhang des Eselsbergs bei Fehrenbach auf 797 m ü. NHN. Diese auch als Schrödersche Quellfassung bekannte Werraquelle wurde am 14. August 1898 mit einem Waldfest feierlich eingeweiht. Forstmeister Georg Schröder aus Heubach war der Namensgeber. Maurermeister Elias Traut aus Fehrenbach fasste die Quelle in heimischen Naturstein, aus dem Rachen eines Löwenhauptes fließt seitdem das Wasser. Zwei Gedenktafeln an der Fassung erinnern an Forstmeister Schröder und Maurermeister Traut. Das Taufwasser für den Lufthansa-CRJ 700 Eschwege wurde hier abgefüllt. Im Jahr 2006 gab es eine umfangreiche Sanierung des Quellstocks und des umgebenden Terrains.
  • Eine zweite Quelle wurde 1910 gefasst. Sie liegt knapp 7 km südöstlich der ersten Quelle in der Nähe von Siegmundsburg auf 800 m Höhe am Nordwesthang der Dürren Fichte, einem Nordostausläufer des bekannten Bleßbergs. Der hier entspringende Quellbach Saar verfügt sogar über ein knapp größeres Einzugsgebiet als die "eigentliche" Werraquelle am Eselsberg. Zudem ist die Saar der äußerste Zufluss der Werra überhaupt, da er sich in nächster Nähe sowohl zur Rhein-Weser- als auch zur Elbe-Weser-Wasserscheide befindet.

Oberlauf[Bearbeiten]

Vom Zusammenfluss der beiden Quellbäche am Südwesthang des Thüringer Schiefergebirge aus verlässt die Werra das Gebirge und fließt nach Südwesten. Nach nur wenigen Kilometern erreicht sie Eisfeld und unterquert dort die A 73. Von dort aus fließt die Werra nach Nordwesten und passiert die südlich angrenzenden Langen Berge und wenig später die südwestlich aufragenden, etwa 6 km entfernten Gleichberge. In diesem Bereich fließt die Werra durch Hildburghausen.

In Kloster Veßra fließt die Werra mit der von rechts kommenden Schleuse zusammen. Das fächerförmige Flusssystem der Schleuse entwässert zu Teilen das Thüringer Schiefergebirge, zu noch größeren Teilen den "eigentlichen" Thüringer Wald. Zu dieser Flusshochzeit trägt die Schleuse 60 % der Wassermenge bei, die Werra nur 40 %. Die Bezeichnung "Nebenfluss der Werra" trifft auf die Schleuse daher nur bedingt zu.[5]

Bei Themar wird die Werra im Hochwasserrückhaltebecken Grimmelshausen aufgestaut. Sie unterquert dann die A 71 und nimmt ihren zweiten größeren Nebenfluss aus dem Thüringer Wald, die Hasel, auf.

Mittellauf[Bearbeiten]

Werra-Mittellauf in Meiningen: hier teilt sich der Fluss (rechts der Hauptarm)

Im oberen Mittellauf passiert die Werra das Stadtgebiet von Meiningen, wo die Werra mittels Wehre in mehrere Flussarme und Wassergräben geteilt wird. Die Wassergräben umfließen hierbei die gesamte historische Altstadt. Der Hauptflusslauf wird in Meiningen von sieben Straßen- und Fußgängerbrücken, die Nebenarme von dutzenden weiteren Brücken überspannt. Ab diesem Abschnitt umfließt sie östlich bis nordöstlich die Rhön. Im Osten und Nordosten liegt weiterhin der Thüringer Wald nur etwa 20 km entfernt. Zwischen beiden Gebirgen ragt der markante Dolmar 6 km rechts der Werra auf.

In Bad Salzungen ändert die bis hierhin nach Norden fließende Werra ihre Fließrichtung vorübergehend nach Westen. In diesem Abschnitt fließen der Werra mit Felda (bei Dorndorf) und Ulster (bei Philippsthal, unmittelbar unterhalb Vachas) die beiden wichtigsten inneren Flüsse der Rhön von links zu. In Philippsthal erreicht die Werra erstmals Osthessen.

Unterlauf[Bearbeiten]

Unterhalb der Ulstermündung schwenkt die Werra in nordöstliche Richtung um. Sie überquert unterhalb Heringen-Widdershausen erneut die Grenze nach Thüringen und passiert den westlich aufragenden Seulingswald. Bei Gerstungen nähert sie sich wieder Hessen an und fließt parallel zur Landesgrenze. Die Werra passiert östlich das Richelsdorfer Gebirge und fließt nach Norden weiter. Sie erreicht bei Herleshausen-Wommen zum zweiten Mal Hessen.

Parallel zur Bundesautobahn 4 bildet die Werra für einige Kilometer die Grenze der beiden Bundesländer. Wiederum in Thüringen tangiert sie das Stadtgebiet von Eisenach und steuert in nordöstliche Richtung auf den Nationalpark Hainich zu. Auf dem Weg unterquert sie die A 4 (Werratalbrücke Hörschel) und fließt an Creuzburg vorbei. Die Werra weicht dem Hainich westlich aus und knickt bei Mihla in Richtung Nordwesten nach Treffurt ab. Sie erreicht wieder (das nordöstliche) Hessen bei Wanfried-Heldra, das unterhalb des Heldrasteins liegt.

Die Werra fließt unmittelbar westlich an der Stadt Wanfried vorbei. Durch eine recht breite Flussniederung passiert der Fluss nördlich den Schlierbachswald bei Eschwege, direkt südlich den Werratalsee und dann den auf dem Großen Leuchtberg stehenden Eschweger Bismarckturm. Als Nächstes erreicht die Werra Bad Sooden-Allendorf und lässt den Hohen Meißner im (Süd-)Westen liegen. Hinter Bad Sooden-Allendorf bildet der Fluss unterhalb des Höhebergs bis kurz nach Lindewerra letztmals die hessisch-thüringische Landesgrenze. Die Werra fließt dabei zwischen der Burg Hanstein (Thüringen) und der Burg Ludwigstein (Hessen). Wieder in Nordost-Hessens findet sich südlich der Werra zunächst der Kaufunger Wald. Anschließend erreicht die Werra die Stadt Witzenhausen. Von Ortsteil Witzenhausen-Gertenbach bis Hedemünden bildet der Fluss für einige Kilometer die Grenze von Hessen und Niedersachsen.

Nach endgültigem Überqueren dieser Landesgrenze unterquert die Werra jeweils im Abschnitt KasselGöttingen die Brücken der A 7 und der ICE-Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg. In diesem Bereich durchfließt das Wasser der Werra den Naturpark Münden und gelangt ins niedersächsische Hann. Münden. Dort trifft die Werra auf 116,5 m Höhe (dies ergibt 683,5 m Höhenunterschied) mit der hier aus Richtung Südwesten kommenden Fulda zusammen. Diese „Flusshochzeit“ liegt unterhalb der Berge des Reinhardswalds wenige hundert Meter östlich der hessischen Landesgrenze. Gemeinsam bilden beide Flüsse fortan die Weser, die bei Bremerhaven in die Nordsee fließt.

Weserstein und Weserliedanlage[Bearbeiten]

Zusammenfluss von Werra (links) und Fulda (rechts) zur Weser (vorn)
Weserstein am Zusammenfluss von Werra und Fulda zur Weser

Am Zusammenfluss von Werra und Fulda, durch den in Hann. Münden die Weser entsteht, steht seit 1899 der (alte) Weserstein und seit 2000 der (neue) Weserstein. Hoch oben über der Stadt befindet sich jenseits der Werra über der B 80 auf dem Questenberg die Weserliedanlage.

Der (alte) Weserstein trägt diese weithin bekannte Inschrift:

Wo Werra sich und Fulda küssen
Sie ihre Namen büssen müssen,
Und hier entsteht durch diesen Kuss
Deutsch bis zum Meer der Weser Fluss.

Einzugsgebiet und Zuflüsse[Bearbeiten]

Das Einzugsgebiet der Werra umfasst 5.497 km².[2]

Nachfolgend sind beide Quellbäche sowie alle Nebenflüsse ab 30 km² Einzugsgebiet aufgelistet.

Zur besseren Übersicht bzw. zur Sortierung flussabwärts ist pro Fließgewässer in die DGKZ-Ziffer nach der Ziffer „41“, die für die Werra steht, jeweils ein Bindestrich eingefügt. Sofern Einzugsgebiet und Abfluss nicht dem gesamten Fluss, sondern nur seinem untersten Pegel entsprechen (Flüsse mit Mündung in Thüringen), ist dieses per Fußnote am Flussnamen vermerkt.

zur kompletten Liste

Name



Lage



Länge
[km]
[6][7]

Einzugs-
gebiet
[km²]
[3][7][2]
Abfluss
(MQ) [l/s]
[3][7]

Mündungs-
höhe
[m. ü. NHN]
[8]
Mündungs-
ort
(bei)

DGKZ



Werra (rechter Quellbach) rechts 6,6 10,7 491 Schwarzenbrunn 41-11
Saar (linker Quellbach) links 6,5 12,8 491 Schwarzenbrunn 41-12
Schwaba rechts 9,1 32,5 396 Eisfeld-Harras 41-138
Habergrund links 10,0 37,0 385 Veilsdorf 41-14
Schleuse[9] rechts 34,2 282,9 4500 333 Kloster Veßra 41-16
Hasel[10][11] rechts 26,4 330,9 4650 295 Einhausen 41-2
Jüchse (Parthe) links 14,5 106,1 293 Obermaßfeld-Grimmenthal 41-32
Sülze links 12,4 52,1 292 Untermaßfeld 41-332
Herpf links 21,7 95,3 277 Walldorf 41-34
Katza links 15,1 61,3 269 Wasungen 41-354
Schwarzbach links 11,1 39,5 264 Schwallungen 41-356
Schmalkalde[12] rechts 24,9 156,4 2150 252 Niederschmalkalden 41-36
Rosabach links 13,0 39,7 251 Wernshausen 41-372
Truse rechts 18,4 46,2 245 Breitungen 41-374
Fischgraben (Moorbach) rechts 10,3 32,1 240 Barchfeld 41-376
Pfitzbach (Polsambach) links 12,3 34,4 239 Bad Salzungen 41-378
Felda[13] links 42,2 216,7 2320 225 Dorndorf 41-38
Oechse links 16,0 61,6 223 Vacha 41-394
Ulster links 57,2 421,0 5279 221 Philippsthal 41-4
Herfabach links 11,3 40,0 245 216 Heringen-Wölfershausen 41-52
Suhl rechts 21,8 91,3 206 Berka 41-54
Weihe links 11,5 64,0 344 206 Untersuhl 41-56
Elte rechts 23,5 81,0 200 Lauchröden 41-58
Hörsel[14] rechts 55,2 784,0 6260 194 Hörschel 41-6
Ifta links 8,9 30,7 190 Creuzburg 41-72
Lauterbach rechts 9,4 42,4 184 Mihla 41-734
Lempertsbach (Grundbach) rechts 9,0 30,3 182 Mihla 41-736
Frieda rechts 18,4 171,8 1339 161 Frieda 41-78
Wehre links 36,4 451,7 4147 153 Jestädt 41-8
Berka links 9,8 37,3 363 153 Albungen 41-92
Walse rechts 11,3 31,9 144 Wahlhausen 41-94
Gelster links 23,0 60,6 771 132 Witzenhausen 41-96

Ortschaften[Bearbeiten]

Flussabwärts gesehen liegen an der Werra diese Ortschaften:

Wasserführung[Bearbeiten]

Hochwassermarken in Frankenroda
Hochwasser der Werra bei Großburschla am 15. Januar 2011

Trotz ihrer größeren Länge führt die Werra etwas weniger Wasser als die Fulda, die das größere Einzugsgebiet aufweisen kann. Die Situation ist allerdings ähnlich der beim Zusammenfluss von Rhein und Aare. Letztere nimmt kurz vor ihrer Mündung zwei stattliche Nebenflüsse auf, nämlich die Reuss und die Limmat, und führt nur auf ihren letzten Kilometern etwas mehr Wasser als der Rhein. Die Fulda erreicht ihre stattliche Größe ebenfalls erst kurz vor ihrem Zusammenfluss mit der Werra, als sie oberhalb von Kassel mit der Eder, die die Fulda an Wasserführung hier sogar übertrifft, ihren größten Nebenfluss aufnimmt.

Die Werra kann im Jahresmittel einen Abfluss von 51,2 m³/s aufweisen, gemessen am Pegel "Letzter Heller" kurz vor Hann. Münden. Der Erhebungszeitraum lag in 64 Jahren zwischen 1941 und 2005 bei zwei Ausfalljahren (Kalenderjahr 2001, Abflussjahr 2002, das heißt 1. November 2001 bis 31. Oktober 2002). Der niedrigste Abfluss wurde am 2. November 1949 mit 5,1 m³/s gemessen. Die höchsten gemessenen Werte liegen recht lange zurück: am 10. Februar 1946 flossen 605 m³/s ab, am 16. März 1947 563 m³/s und am 20. März 1942 528 m³/s. Ein Wert aus jüngster Zeit folgt erst auf Rang sieben: 440 m³/s wurden am 5. Januar 2003 erreicht.

Siehe auch: Werrahochwasser 1909

Bekannte Brücken[Bearbeiten]

Wirtschaftliche Nutzung[Bearbeiten]

Kalibergbau und Werraversalzung[Bearbeiten]

Kaliwerk Wintershall bei Heringen, dahinter die Werra

Die Werra ist der heute am stärksten mit Salz belastete Industriefluss in Mitteleuropa[16], eine Folge des Abbaus von Salzen in seinem Einzugsgebiet. Schon in der Zeit vor 1900 wurde hier Salz abgebaut, mit damals nur geringen und örtlich begrenzten Auswirkungen auf das Gewässer. Seit etwa 100 Jahren werden jedoch am Mittel- und Unterlauf Kalisalze industriell abgebaut, die Gruben liegen in den Bundesländern Thüringen und Hessen. Kalisalze (KCl und MgSO4) sind Grundstoffe für die Düngemittelindustrie und werden weltweit nachgefragt. Sie kommen in der Natur zusammen mit anderen löslichen Salzen und schwerlöslichen Mineralien vor, weil bei der erdgeschichtlich die Lagerstätten bildenden Meerwassereindampfung sich alle enthaltenen Salze in der Reihenfolge von den schwer zu den leicht löslichen Salzen abscheiden. Für die Düngemittelherstellung sind jedoch nur die zwei genannten Salze von Interesse, alles übrige Salz ist Abfall und wird hier auf drei Weisen entsorgt: durch Aufhaldung, durch unterirdische Verklappung im Plattendolomit und durch die Einleitung von gelöstem Abfallsalz in die Werra. Ein Teil der Salzfracht des Flusses stammt aus natürlicher Auswaschung, der größere Teil wird eingeleitet, und zwar derzeit bei Unterbreizbach (Ulster), Dorndorf (Werra) und Heringen (Werra). Diese künstliche Einleitung begann erst mit der industrielle Nutzung der Lagerstätten. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts gefährdete sie die Trinkwasserversorgung flussabwärts liegender Orte, beispielsweise der Stadt Bremen, woraufhin das Land Bremen in den 1920er Jahren einen Rechtsstreit gegen die Länder Preußen, Thüringen und Braunschweig vor dem Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich führte.

Danach wurden Grenzwerte für den Salzgehalt in der Werra festgelegt, damit die Stadt Bremen Wasser annähernd in Trinkwasserqualität fassen konnte. Die Grenzwerte für die Salzfracht der Werra wurden bis zum Jahre 1942 wiederholt gelockert, damals durften am Pegel Gerstungen 2500 mg/l Chlorid nicht überschritten werden. Jedoch wurde in den folgenden Jahren auch dieser Grenzwert nicht eingehalten, wozu vor allem beitrug, dass seit den 1960er Jahren die DDR die Verbringung unter Tage einstellte und alle Rückstände der Kaliaufbereitung in die Werra einleitete, mit katastrophalen Folgen. Bedeutsamster Schadstoff war und ist gelöstes Natriumchlorid. Hinzu kommen andere Kationen wie Calcium, Magnesium und nicht vollständig abgetrenntes Kalium sowie Anionen wie Sulfat. Diese starke Versalzung zerstörte das Süßwasserökosystem nahezu vollständig. So wurde die Wirbellosenfauna von natürlicherweise etwa 60 bis 100 Arten auf eine Biozönose von 3 Arten reduziert. Als Grundlage der Nahrungspyramide blieben in der Werra noch eine eingeschleppte neuseeländische Schnecke (Potamopyrgus antipodarum), ein Bachflohkrebs (Gammarus tigrinus), der im Brackwasser beheimatet ist und 1952 gezielt in die versalzte Werra eingebracht wurde, sowie ein Strudelwurm.[17] Durch Anpassung entwickelte sich in der Werra ein Lebensraum, der eher einem Salzwasser- als einem Süßwasserökosystem gleicht.

Nach der deutschen Einheit ging der Kalibergbau in Thüringen darnieder und der Fluss erholte sich, ohne allerdings die Güte eines nicht salzbelasteten Gewässers zu erreichen. Bei Untersuchungen der letzten Jahre konnten anstelle von früher drei nun zehn Arten gefunden werden.[18][19] Nicht salzbelastete Abschnitte der Werra bieten demgegenüber Lebensraum für dreißig bis vierzig Arten.

Das Kasseler Bergbau-Unternehmen K+S AG leitet seit Pfingsten 2007 zusätzlich salzbelastete Abwässer der Halde des Bergwerks Neuhof-Ellers an der Fulda in die Werra ein. Die zusätzliche Salzeinleitung sei aber noch im Rahmen der gesetzlichen Grenzwerte, so eine Unternehmenssprecherin. Umweltschützer kritisieren den zusätzlichen Salzeintrag, der über die Werra in die Weser fließt. Auf Initiative der Länder Hessen und Thüringen und des Unternehmens K+S AG konstituierte sich am 18. März 2008 der Runde Tisch „Gewässerschutz Werra/Weser und Kaliproduktion“.[20] Er soll eine Lösung für das Problem der Werraversalzung erarbeiten. Da bisher 6 Mio. Kubikmeter (m³) in tiefe geologische Schichten versenkt wurden, die Genehmigungsbehörden aber ein Verbot dieses Entsorgungsweges angekündigt haben, muss auch deren Verbleib gelöst werden, nicht nur der Menge die bislang in die Werra geleitet werden.

Am Runden Tisch sitzen 25 Vertreter (Bundesländer, Gemeinden, Städte und Landkreise an Werra und Weser, Umweltverbände, Bürgerinitiativen, Gewerkschaften, Weserbund, IHK, K+S AG). Die Leitung hat Prof. Dr. Hans Brinckmann inne, ehedem Präsident der Universität Kassel. Bis zum Herbst 2009 sollte ein Konzept für eine Lösung vorgelegt werden, davor sollten alle denkbaren Maßnahmen auf ihre Machbarkeit und ihre Wirksamkeit hin untersucht werden. Außer Änderungen bei der Produktion, die den Anfall von zu entsorgendem Salz vermeiden oder vermindern könnten, sollten auch bessere Entsorgungswege erwogen werden, etwa durch deren direkte Einleitung in die Nordsee über eine Pipeline, die Eindampfung der Abfalllaugen und den untertägigen Versatz. Konkrete Konzepte lagen bis Ende 2009 jedoch noch nicht vor.[21]

Schifffahrt[Bearbeiten]

Werrakahn um 1650 (Nachbau) in Wanfried
Mögliche Abzweigung des Main-Werra-Kanals nördlich Untermaßfeld, Planungen 1924–1961

Die Werra (Wr) ist in ihrer Mündungsstrecke von km 89,0 (Mündung in die Weser) bis 84,0[4] (Staustufe "Letzter Heller") eine nicht klassifizierte Bundeswasserstraße, von da ab bis km 0,78[4] (Staustufe Falken) eine sog. "sonstige Binnenwasserstraße des Bundes",[22] für die das Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden zuständig ist. Auf dieser Strecke bestehen heute 7 Staustufen in Falken, Wanfried, Eschwege, Bad Sooden-Allendorf, Hedemünden, "Letzter Heller" und in Hann. Münden vornehmlich zur Wasserkraftnutzung. Zur Erhaltung der Schiffbarkeit gibt es in Eschwege, Bad Sooden-Allendorf und Hann. Münden je eine kleine Kammerschleuse; die Schleuse "Letzter Heller" ist außer Betrieb. Die Werra wird nur noch von der Sportschifffahrt benutzt.

Anstöße für eine Werraschifffahrt gaben bereits im frühen Mittelalter Klöster. Im 14. Jahrhundert kam durch den Mühleneinbau die Schifffahrt oberhalb Wanfried zum Erliegen. Unterhalb Wanfried waren die Mühlenstaue so gering, dass die Schiffe offene Schiffsgassen, die zugleich Floßgassen waren, oder Stauschleusen benutzen konnten. Praktisch gab es nur eine Schifffahrt zu Tal, die leichten Boote wurden in Münden verkauft. Befördert wurden u.a. Waid, eine zur Herstellung blauer Farbe benutzte Pflanze, und Keramikwaren wegen des billigen und bruchsicheren Transports sowie in großem Umfang Getreide für Holland.

Zahlreiche Planungen ab dem 17. Jahrhundert, die Werra auch oberhalb Wanfried wieder zu nutzen und durch einen Main-Werra-Kanal sogar eine Verbindung zum Main herzustellen, wurden 1961 endgültig aufgegeben. Um aber die Bergfahrt zu ermöglichen, ließ Landgraf Wilhelm VIII. von Hessen-Kassel an den Mühlen in Eschwege (1735) und (Bad Sooden-) Allendorf (1756) Schleusen bauen. Der Beseitigung eines jahrhundertealten Schifffahrtshindernisses, einer Felsbarre, diente der Bau der Staustufe Hann. Münden 1877–1881 mit einem Nadelwehr und einer Kammerschleuse. Der erhoffte Aufschwung der Güterschifffahrt blieb aber aus und wurde mit dem Ersten Weltkrieg ganz eingestellt.

1921 bis 1924 entstand die Staustufe am „Letzten Heller“ zur Wasserkraftgewinnung. Ab 1926 gab es neue Planungen für einen Werra-Ausbau in erster Linie für die Beförderung von Kali zum Überseehafen Bremen. Der Zweite Weltkrieg verhinderte die Verwirklichung endgültig.

Schiffsschleusen[Bearbeiten]

Die Schiffsschleusen der Werra (siehe hierzu auch obigen Abschnitt Schifffahrt) sind (flussabwärts betrachtet):[23]

Name der Schleuse Wasserstraßenkilometer Daten Baujahr
Schleuse Wanfried Wr 20,2 L 21 m / B 4,30 m / Fallhöhe 2,10 m 1752
Schleuse Eschwege Wr 29,406 L 32 m / B 4,60 m / Fallhöhe 2,25 m 1752
Schleuse Bad Sooden-Allendorf Wr 47,655 L 38 m / B 4,40 m / Fallhöhe 2,36 m 1752
Schleuse Letzter Heller Wr 83,943 L 40 m / B 4,50 m / Fallhöhe 4,80 m 1923
Werraschleuse Hannoversch Münden Wr 88,6 L 85 m / B 10,00 m / Fallhöhe 13,30 m 1881

Flößerei[Bearbeiten]

Auf der Werra wurden seit dem 16. Jahrhundert Flöße vom Thüringer Wald den Fluss herabgebracht; die letzten kamen im Jahr 1939 in den Fluss. Die Thüringer Flöße, die sogenannten Oberländer, waren 18—20 m lang, 3,30—4 m breit, ihr Inhalt lag bei etwa 20 Festmeter Holz. Die Flößerei wurde dadurch behindert, dass die Werra stellenweise Grenzfluss zwischen Sachsen-Meiningen und Hessen war. Häufige Streitigkeiten betrafen die Floßholzabgaben, Uferbeschädigungen und gelegentliche Diebstähle sowie die Öffnungszeiten der Mühlwehre. Hessen durfte von 1567 an nur Floßholz auf der Werra zoll- und geleitsfrei nach Sooden-Allendorf bringen. Dieses Holz sollte jedoch zeitlich nur zwischen 1. Mai und Pfingsten oder Laurentiustag eingeworfen werden. Die Beamten in Creuzburg und Gerstungen mussten 14 Tage vorher benachrichtigt werden, wann und wo der Holzeinwurf stattfinden sollte. Als Ersatz für den angerichteten Schaden hatte die Saline in Sooden jährlich 100 Achtel Salz an den Herzog von Sachsen-Eisenach zu liefern. Das für Sooden-Allendorf bestimmte Holz kam aus den Gebieten der mittleren Werra unterhalb von Bad Salzungen. Genannt wurden in den Verordnungen die Ämter Gerstungen und Kreuzburg. Vor allem aber lieferte der Seulingswald Floßholz. In Sooden befand sich ein mobiler Fangrechen, der nur für die Dauer der Flöße in den Fluss gezogen wurde. Bei der Ankunft wurde das Holz vom Holzvogt abgenommen, der es taxierte und weiter an die Södermeister verkaufte. Mit dem Gelderlös wurden die Holzhauer, Fuhrleute und Floßknechte entlohnt. Die bescheidene Größe der Werraflöße war durch das flache Fahrwasser und die schmalen Floßgassen neben den Wehren bedingt. Die eigentliche Werraflößerei begann in Wernshausen, einem jahrhundertealten Flößerzentrum am Thüringer Wald. Unmittelbar an der Werra gelegen, befand sich vor dem Dorf der Hauptstapel- und Einbindeplatz, hier wurde das ankommende Holz nach Stärkeklassen gelagert, sortiert und die Stämme wurden von Zimmerleuten zum Einbinden vorbereitet. Seit dem 17. Jahrhundert war auch die Creuzburger Saline Wilhelmsglücksbrunn von dem Floßholztransport abhängig. Nach den Salinen waren auch die nach dem Dreißigjährigen Krieg zerstörten Städte von Bauholzlieferungen abhängig, diese wurden in Form von vorgefertigten Balken und Dielenbrettern beliefert. Noch heute erinnert das Hölzerkopfhaus in Mihla an eine einst wohlhabende thüringische Flößerfamilie, diese durften ihre Flöße weiter gegen Bremen fahren lassen.[24]

Werrakraftwerke[Bearbeiten]

aktuelle Wasserkraftanlagen an der Werra sind unter anderem:

Ort Betreiber in Betrieb seit
Wasserkraftanlage „Walkmühle“ Meiningen Firma Retzer 2009
Wasserkraftanlage Tiefenort ??? ???
Wasserkraftanlage Dorndorf Wasserkraftwerke Ost-West 1996
Wasserkraftanlage Heringen Eberlein GmbH 1904/2005
Wasserkraftwerk Berka/Werra ??? ???
Wasserkraftwerk "Steinmühle", Wommen ??? ???
Wasserkraftwerk Spichra Thüringer Energie 1925 (1998)
Wasserkraftwerk Mihla Thüringer Energie 1919 (2006)
Wasserkraftwerk Falken Thüringer Energie 1912 (1999)
Elektrizitätswerk Wanfried[25] von Scharfenberg KG 1901
Schlossmühle/Schabe Eschwege Stadt Eschwege 1906/1908
Wasserkraftwerk Bad Sooden-Allendorf Werra Kraftwerk Bad Sooden-Allendorf ???
Wasserkraftwerk Hedemünden August Hannemann (WKA) 1963 (2013)
Wasserkraftwerk Hann. Münden "Letzter Heller" (Werrawerk) Statkraft Markets GmbH 1924

Früher befanden sich noch Anlagen in Bad Salzungen, Vacha und Sallmannshausen.

Fischfang[Bearbeiten]

Die Werra war im Mittelalter noch eines der wichtigsten Fischfanggebiete in Thüringen. Die Fangrechte waren vom Landesherren abschnittsweise an privilegierte Müller oder adelige Grundherren vergeben. Der Streit um Fangquoten und den Einbau von Fischwehren füllt Bände. Bis in das 18. Jahrhundert waren Lachse in der Werra nachweisbar. Mit der Einleitung ungeklärter Industrieabwässer und den Rückständen der Kali- und Sodaproduktion verschlechterte sich der Fischbesatz des Flusses dramatisch. Die in den Zuflüssen noch vorhandenen Fischpopulationen haben zudem durch die kommunalen und landwirtschaftlichen Abwässer und den Einbau von Sperrwehren zu leiden.

Tourismus[Bearbeiten]

Der Werratal-Radweg bei Falken

Neben der Werra verläuft seit 1997 der 290 km lange, überregionale und einheitlich markierte Werratal-Radweg. Der Fluss selbst wird von Wasserwanderern stark frequentiert. Bootsverleihe bestehen an mehreren an der Werra gelegenen Orten. Die Wasserwanderstrecke ist mit Bootsanlegestellen und Umtragen sowie Vesperplätzen mit Informationstafeln an Wehranlagen von Themar in Südthüringen bis zur Wesermündung erschlossen. Von Hannoversch Münden bis zur Wartburg bei Eisenach begleitet der Fernwanderweg Werra-Burgen-Steig den Fluss mit einer Thüringer und einer hessischen Strecke, dem vom Deutschen Wanderverband zertifizierten Werra-Burgen-Steig Hessen.

Forschung[Bearbeiten]

Thüringen[Bearbeiten]

Die Untersuchungsprogramme zur Gewässerüberwachung in der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie umfassen die Gewässerbiologie und die Gewässerchemie. Das Artenspektrum der Zuflüsse auf thüringischem Gebiet wurde erstmals im Jahr 2006 und zum Vergleich zuletzt 2010 erfasst. Im Aufbau ist eine zentrale Fischdatenbank als Monitor für die Gewässergüte, in diese sollen die jährlichen Daten einfließen. Berücksichtigt werden sollen auch Daten, die Naturschutzverbände selbst erheben. Das Ergebnis der aktuellen Untersuchung wurde im Juni 2011 bekannt gegeben: Es zeigt eine deutliche Verschlechterung im Fischbesatz als Indiz für eine Verschlechterung der Fließgewässergüte der Werra und deren Hauptzuflüssen Nesse und Hörsel im Wartburgkreis und in der kreisfreien Stadt Eisenach.[26]

Historische Hochwasserereignisse[Bearbeiten]

Hochwasserereignisse richten jährlich enorme Schäden entlang der Flussläufe an. Für den Schutz der Menschen und Sachwerte ist das Risiko einer Hochwasserkatastrophe zu bestimmen, Schutzvorkehrungen und Einsatzpläne sind zu organisieren. Hierzu müssen historische Hochwasserereignisse berücksichtigt werden. Ihr Auftreten ist seit Jahrhunderten in Ortschroniken und beispielsweise durch Markierungen an Bauwerken dokumentiert. Die wissenschaftliche Dokumentation und Auswertung historischer Hochwasserereignisse wird durch eine Forschungsgruppe an der Universität Göttingen für das Stromgebiet der Weser vorgenommen.[27]

Biber[Bearbeiten]

Der Biber breitet sich seit 2012 auch wieder an der Werra und einigen ihrer Zuflüsse in Süd- und Westthüringen aus. Das Thüringer Landesverwaltungsamt als Obere Naturschutzbehörde hat hierzu gemeinsam mit dem Naturschutzbund (NABU) Landesverband Thüringen das Projekt „Bibermanagement in Thüringen 2013/2014” ins Leben gerufen.[28]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Werra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Messung über Geopfad (kmz, 66 kB). Die Werte von 292,1 km (ohne Quellbäche) bzw. 298,7 km (über Quelle am Eselsberg) wurden um 0,9 km nach oben korrigiert, da laut hessischer Stationierung die Ulstermündung an km 161,6 liegt, im Geopfad jedoch an km 160,7.
  2. a b c Thüringer Landesanstalt für Umwelt (Hrsg.): Gebiets- und Gewässerkennzahlen Verzeichnis und Karte. Jena 1998; 26 S.
  3. a b c d e f Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Weser-Ems 2008. Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, 2012, abgerufen am 7. Oktober 2012 (PDF, deutsch, 6184 KB).
  4. a b c Längen (in km) der Hauptschifffahrtswege (Hauptstrecken und bestimmte Nebenstrecken) der Binnenwasserstraßen des Bundes, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  5. Siehe Abschnitt im Artikel der Schleuse.
  6. Flusslängen in Thüringen – Landesanstalt für Umwelt und Geologie
  7. a b c Gewässerkartendienst des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Hinweise)
  8. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  9. Abfluss am Pegel Rappelsdorf (Einzugsgebiet 256 km², 9 km oberhalb der Mündung)
  10. Abfluss am Pegel Ellingshausen (327 km² Einzugsgebiet), 4 km oberhalb der Mündung
  11. Die Länge der Hasel über die Lauter beträgt 32,5 km, die über die Schwarza sogar 38,1 km.
  12. Abfluss am Pegel Mittelschmalkalden (153,0 km² Einzugsgebiet), 3 km oberhalb der Mündung
  13. Abfluss am Pegel Mittelschmalkalden (Einzugsgebiet: 214 km²), 2 km oberhalb der Mündung
  14. Abfluss am Pegel Eisenach-Petersberg (10,6 km oberhalb der Mündung) plus Abfluss der Nesse am Pegel Eisenach-Nessemühle (0,3 km oberhalb der Mündung in die Hörsel) – zusammen 731,3 km² Einzugsgebiet
  15. Der Ortsteil Wanfried-Heldra (ESW/HE) liegt zwischen einzelnen Ortsteilen von Treffurt (WAK/TH).
  16. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/salzabwaesser-von-k-s-deutschland-verstoesst-gegen-eu-richtlinie-a-845290.html
  17. Gunkel: Salz in der Suppe. 2006.
  18. Hübner, Gerd: Ökologisch-faunistische Fliessgewässerbewertung am Beispiel der salzbelasteten unteren Werra und ausgewählter Zuflüsse. Ökologie und Umweltsicherung 27 (2007) Herausgeber: Universität Kassel
  19. Institut für Gewässerökologie und Fischereibiologie Jena: Der ökologische Zustand des Makrozoobenthos der Mittleren und Unteren Werra und seine Haupteinflussfaktoren. Gutachten, April 2009
  20. Runder Tisch Werra
  21. Sammlung von Meldungen zur Werraversalzung
  22. Verzeichnis E, Lfd.Nr. 62 und Verz. F der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  23. Verzeichnis der Schleusen von Weser, Werra und Fulda. Eingesehen am 2. April 2014
  24. Manfred Lückert: Die Deelenflößer kommen In: Die Werra. Landschaft und Leben am Fluss zwischen Thüringer Wald und Hann. Münden., Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2. Auflage 2007. ISBN 978-3-938997-26-0
  25. Historie Elektrizitätswerk Wanfried
  26.  Norman Meißner, Sascha Willms, Thüringische Landeszeitung (Hrsg.): Fischfauna im Wartburgkreis gibt Anlass zur Sorge. Lokalseite Eisenach 15. Juni 2011.
  27.  M. Deutsch, K.-H. Pörtge, Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz (Hrsg.): Hochwassermarken in Thüringen. Erfurt und Göttingen 2009, Stromgebiet Weser.
  28. NABU Thüringen, aufgerufen am 11. Februar 2014