Werra-Meißner-Kreis
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Hessen |
| Regierungsbezirk: | Kassel |
| Verwaltungssitz: | Eschwege |
| Fläche: | 1.024,7 km² |
| Einwohner: |
103.109 (31. Dez. 2011)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 101 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | ESW |
| Kreisschlüssel: | 06 6 36 |
| NUTS: | DE737 |
| Kreisgliederung: | 16 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Schlossplatz 1 37269 Eschwege |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Stefan G. Reuß (SPD) |
| Lage des Werra-Meißner-Kreises in Hessen | |
Der Werra-Meißner-Kreis ist ein Landkreis im Regierungsbezirk Kassel in Nordhessen. Nachbarkreise sind im Norden der niedersächsische Landkreis Göttingen und der thüringische Landkreis Eichsfeld, im Osten die ebenfalls thüringischen Landkreise Unstrut-Hainich-Kreis und Wartburgkreis sowie die kreisfreie Stadt Eisenach, im Süden der Landkreis Hersfeld-Rotenburg, im Südwesten der Schwalm-Eder-Kreis und im Westen der Landkreis Kassel. Die Kreisstadt ist Eschwege.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Namensgebend für den Werra-Meißner-Kreis ist einerseits der Fluss Werra, der von Thüringen kommend das Kreisgebiet im Südosten betritt, das nordöstliche Kreisgebiet durchfließt und nordwestlich von Witzenhausen das Kreisgebiet wieder verlässt, um in Hann. Münden zusammen mit der Fulda die Weser zu bilden. Andererseits namensgebend ist der Hohe Meißner, der Teil des Fulda-Werra-Berglands (Osthessisches Bergland) ist und mit 753,6 m ü. NN Höhe den höchsten Berg im Nordostteil Hessens und des Landkreises darstellt.
Neben dem Hohen Meißner zählen zum Werra-Meißner-Kreis die Höhenzüge und Gebirge Gobert, Kaufunger Wald, Ringgau, Schlierbachswald und Stölzinger Gebirge. Durchflossen wird der Kreis unter anderem von den Fließgewässern Berka, Frieda, Gelster, Losse, Sontra, Wehre und Werra. Ein Großteil des Kreisgebiets bzw. sein Nordwestteil wird von Teilen des Naturparks Meißner-Kaufunger Wald eingenommen.
Geschichte [Bearbeiten]
Das Kreisgebiet gehörte schon seit dem 12. Jahrhundert zur Landgrafschaft Hessen, später zu Hessen-Kassel, das Anfang des 19. Jahrhunderts zum Kurfürstentum Hessen aufstieg. 1821 entstanden innerhalb des Kurfürstentums die beiden Landkreise Eschwege und Witzenhausen, die auch nach 1866 weiter bestanden, als das Kurfürstentum Hessen Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau wurde. Im Rahmen der hessischen Kreisreform wurden beide Landkreise zum 1. Januar 1974 zum Werra-Meißner-Kreis vereinigt. Dazu kam noch die Stadt Sontra vom Altkreis Rotenburg (heute Teil des Landkreises Hersfeld-Rotenburg). Zur Kreisstadt wurde Eschwege, da die Stadt etwas zentraler liegt und auch größer ist als Witzenhausen.
Politik [Bearbeiten]
Kreistag [Bearbeiten]
Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[2]
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 |
|
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 44,1 | 29 | 49,3 | 30 | 49,4 | 30 |
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 31,0 | 19 | 31,9 | 20 | 29,3 | 18 |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 11,8 | 7 | 4,8 | 3 | 5,7 | 4 |
| FWG | Freie Wähler Gemeinschaft Werra Meißner | 5,9 | 4 | 6,2 | 4 | 7,9 | 5 |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 3,9 | 2 | 5,5 | 3 | 5,6 | 3 |
| LINKE | Die Linke | 3,4 | 2 | — | — | — | — |
| LINKS | Linksbündnis Werra-Meißner | — | — | 2,0 | 1 | — | — |
| WASG | Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative | — | — | 0,4 | 0 | — | — |
| REP | Die Republikaner | — | — | — | — | 2,2 | 1 |
| Gesamt | 100 | 61 | 100 | 61 | 100 | 61 | |
| Wahlbeteiligung in % | 54,2 | 54,3 | 54,2 | ||||
Landräte [Bearbeiten]
- 1974–1988 Eitel Oskar Höhne
- 1988–2006 Dieter Brosey
- 2006– Stefan G. Reuß
Wappen [Bearbeiten]
Blasonierung: „Über einem grünen, mit einem silbernen Wellenbalken belegten Dreiberg hinter einer silbernen Flanke, darin ein neunblättriger roter Eschenzweig, in Blau eine eintürmige, rot bedachte silberne Burg“ (Wappen-Verleihung 12. November 1976)
Der Eschenzweig wurde als „redendes“ Wappensymbol dem alten Kreiswappen von Eschwege entnommen. Die Burg Ludwigstein war schon im alten Kreiswappen von Witzenhausen enthalten und der Dreiberg mit Wellenbalken nimmt Bezug auf den heutigen Kreisnamen.
Verkehr [Bearbeiten]
Bahn [Bearbeiten]
Der Nordkreis wird seit 1872 von der Halle-Kasseler Eisenbahn mit Halten in Eichenberg, Witzenhausen-Nord und Gertenbach erschlossen. Ihr folgte 1875 die Verbindung Bebra–Eschwege, die ein Jahr später nach Göttingen verlängert wurde. Seitdem ist Eichenberg ein wichtiger Bahnknoten. Die Bahnstrecke Bebra–Göttingen wurde später Bestandteil der Nord-Süd-Strecke. Neben diesen beiden Linien und der Regiotramstrecke Kassel–Hessisch Lichtenau wird seit Dezember 2009 auch der Stadtbahnhof in Eschwege wieder bedient.
Straße [Bearbeiten]
Durch das Kreisgebiet führt die Bundesautobahn 4 (Dresden–Eisenach–Kirchheimer Dreieck) und die Bundesautobahn 38 (Göttingen–Halle/Leipzig). Außerdem wird das Kreisgebiet von mehreren Bundesstraßen und Kreisstraßen erschlossen, darunter die B 7, die B 27 und die B 451. Darüber hinaus befindet sich die Bundesautobahn 44 Kassel–Hessisch Lichtenau–Eisenach in Bau.
Städte und Gemeinden [Bearbeiten]
(Einwohner am 31. Dezember 2011[3])
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Literatur [Bearbeiten]
- Das Werraland - Heimat-Kunst-Dichtung, Eschwege, 1. Jahrgang 1949 ff. (Vierteljahresschrift des Werratalvereins Eschwege)
- Werraland - Merian Heft Nr. 33, Hamburg: Hoffmann und Campe (Sonderheft) 1980, 96 S., Illustrationen u. Karten
- Erich Hildebrand: Land an Werra und Meißner - Ein Heimatbuch, Korbach 1983, 384 S., Ill.
- Hans Joachim Bodenbach: Bronzewaffen als Bodenfunde im Werra-Meißner-Kreis, in: Das Werraland, 41. Jahrgang, Eschwege 1989, Heft 1, März 1989, S. 1–4, mit 1 Landkarte, Katalog und 3 Abb.
- Eschweger Geschichtsblätter, Eschwege 1990 ff. Selbstverlag des Geschichtsvereins Eschwege [Jahresschrift]
- Hans Joachim Bodenbach: Gerätschaften aus Bronze als archäologische Funde im Werra-Meißner-Kreis, in: Das Werraland, 42. Jahrgang, Eschwege 1990, Heft 2, Juni 1990, S. 32–34, mit 1 Landkarte, Katalog und 2 Abb.
- Ulrich-Dieter Oppitz: Bibliographie des Werra-Meißner-Kreises, Eschwege 1991, 2. Auflage, 532 S.
- Hans-Georg Stephan: Kacheln aus dem Werraland - Die Entwicklung der Ofenkacheln vom 13. bis 17. Jahrhundert im unteren Werra-Raum (Schriften des Werratalvereins Witzenhausen, Heft 23 - 1991) Witzenhausen 1991
- Peer Zietz und Thomas Wiegand (hrsgg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen): Werra-Meißner-Kreis I, Altkreis Eschwege (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland / Kulturdenkmäler in Hessen), Braunschweig / Wiesbaden 1991, 677 S.
- Susanne Jacob und Thomas Wiegand (hrsgg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen): Werra-Meißner-Kreis II, Stadt Eschwege (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland / Kulturdenkmäler in Hessen), Braunschweig / Wiesbaden 1992, 416 S.
- Karl Kollmann (Redaktion): Geschichte der Stadt Eschwege, Eschwege 1993, Selbstverlag der Stadt Eschwege, 530 S., Ill., Karten als Anlage
- Peer Zietz (hrsgg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen): Werra-Meißner-Kreis III, Altkreis Witzenhausen (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland / Kulturdenkmäler in Hessen), Braunschweig / Wiesbaden 1995, 728 S.
- Udo Bernhardt / Dagmar Kluthe: Menschen zwischen Werra und Meißner, [Großformatiger Bild- und Textband, 110 S.] Eschwege 1997
- Karl Kollmann und Klaus Liebeskind: Eschwege im Wandel - Veränderungen des Stadtbildes im Vergleich, 1. Auflage, Horb am Neckar 2008
- Thomas S. Huck und Thomas Wiegand: Eschwege-Ein kulturgeschichtlicher Stadtführer, hg. von Karl Kollmann und York-Egbert König für den Geschichtsverein Eschwege im Verein für hessische Geschichte und Landeskunde 1834 e. V., Kassel 2009 (3. aktualisierte und erweiterte Auflage)
Weblinks [Bearbeiten]
- Links zum Thema Werra-Meißner-Kreis im Open Directory Project
- Kreisverwaltung Werra-Meißner
- Lebensraum Werra-Meißner
- Erlebnisland Werra-Meißner
- Wirtschaftsförderung Werra-Meißner
- WerraVision.de – Webfernsehen im Werra-Meißner-Kreis
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ Wahlergebnis auf hsl.de
- ↑ Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2011
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