Werra-Meißner-Kreis

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Werra-Meißner-Kreises Deutschlandkarte, Position des Werra-Meißner-Kreises hervorgehoben51.18854166666710.053333333333Koordinaten: 51° 11′ N, 10° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Verwaltungssitz: Eschwege
Fläche: 1.024,7 km²
Einwohner: 100.356 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 98 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: ESW, WIZ
Kreisschlüssel: 06 6 36
Kreisgliederung: 16 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Schlossplatz 1
37269 Eschwege
Webpräsenz: www.werra-meissner-kreis.de
Landrat: Stefan G. Reuß (SPD)
Lage des Werra-Meißner-Kreises in Hessen
Kassel Landkreis Kassel Werra-Meißner-Kreis Schwalm-Eder-Kreis Landkreis Waldeck-Frankenberg Landkreis Hersfeld-Rotenburg Landkreis Fulda Vogelsbergkreis Landkreis Marburg-Biedenkopf Lahn-Dill-Kreis Landkreis Limburg-Weilburg Landkreis Gießen Main-Kinzig-Kreis Wetteraukreis Rheingau-Taunus-Kreis Hochtaunuskreis Wiesbaden Main-Taunus-Kreis Kreis Groß-Gerau Frankfurt am Main Offenbach am Main Landkreis Offenbach Darmstadt Landkreis Darmstadt-Dieburg Kreis Bergstraße Kreis Bergstraße Odenwaldkreis Baden-Württemberg Rheinland-Pfalz Bayern Nordrhein-Westfalen Niedersachsen ThüringenKarte
Über dieses Bild

Der Werra-Meißner-Kreis ist ein Landkreis im Regierungsbezirk Kassel in Nordhessen. Die Kreisstadt ist Eschwege.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Namensgebend für den Werra-Meißner-Kreis ist einerseits der Fluss Werra, der von Thüringen kommend das Kreisgebiet im Südosten betritt, das nordöstliche Kreisgebiet durchfließt und nordwestlich von Witzenhausen das Kreisgebiet wieder verlässt, um in Hann. Münden zusammen mit der Fulda die Weser zu bilden. Andererseits namensgebend ist der Hohe Meißner, der Teil des Fulda-Werra-Berglands (Osthessisches Bergland) ist und mit 753,6 m ü. NN Höhe den höchsten Berg im Nordostteil Hessens und des Landkreises darstellt.

Neben dem Hohen Meißner zählen zum Werra-Meißner-Kreis die Höhenzüge und Gebirge Gobert, Kaufunger Wald, Ringgau, Schlierbachswald und Stölzinger Gebirge. Durchflossen wird der Kreis unter anderem von den Fließgewässern Berka, Frieda, Gelster, Losse, Sontra, Wehre und Werra. Ein Großteil des Kreisgebiets bzw. sein Nordwestteil wird von Teilen des Naturparks Meißner-Kaufunger Wald eingenommen.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Werra-Meißner-Kreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den niedersächsischen Landkreis Göttingen, die thüringischen Landkreise Eichsfeld, Unstrut-Hainich-Kreis, Wartburgkreis und die kreisfreie Stadt Eisenach sowie an die hessischen Landkreise Hersfeld-Rotenburg, Schwalm-Eder-Kreis und Kassel.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Kreisgebiet gehörte schon seit dem 12. Jahrhundert zur Landgrafschaft Hessen, später zu Hessen-Kassel, das Anfang des 19. Jahrhunderts zum Kurfürstentum Hessen aufstieg. 1821 entstanden innerhalb des Kurfürstentums die beiden Landkreise Eschwege und Witzenhausen, die auch nach 1866 weiter bestanden, als das Kurfürstentum Hessen Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau wurde. Im Rahmen der hessischen Kreisreform wurden beide Landkreise am 1. Januar 1974 zum Werra-Meißner-Kreis vereinigt.[2] Zur Kreisstadt wurde Eschwege, da die Stadt etwas zentraler liegt und auch größer ist als Witzenhausen.


Politik[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[3]

Kreistagswahl 2011
 %
50
40
30
20
10
0
44,1 %
31,0 %
11,8 %
5,9 %
3,9 %
3,4 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,2 %p
-0,9 %p
+7,0 %p
-0,3 %p
-1,6 %p
+3,0 %p
-2,0 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
f 2006: WASG
Sitzverteilung im Kreistag
2
27
7
4
2
19
27 19 
Von 61 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 44,1 27 49,3 30 49,4 30
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 31,0 19 31,9 20 29,3 18
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 11,8 7 4,8 3 5,7 4
FWG Freie Wähler Gemeinschaft Werra Meißner 5,9 4 6,2 4 7,9 5
FDP Freie Demokratische Partei 3,9 2 5,5 3 5,6 3
LINKE Die Linke 3,4 2
LINKS Linksbündnis Werra-Meißner 2,0 1
WASG Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative 0,4 0
REP Die Republikaner 2,2 1
Gesamt 100 61 100 61 100 61
Wahlbeteiligung in % 54,2 54,3 54,2

Landräte[Bearbeiten]

Ehemaliger Landkreis Eschwege[Bearbeiten]

  • 08.05.1945 – 31.08.1945 Wolfgang Hartdegen
  • 01.09.1945 – 25.02.1946 Dr. Busse
  • 01.07.1946 – 30.06.1948 Johannes Braunholz
  • 01.07.1948 – 30.06.1954 Gerhard Pforr
  • 05.07.1954 – 15.12.1960 Hansjochen Kubitz
  • 04.03.1961 – 31.12.1973 Eitel Oskar Höhne

Ehemaliger Landkreis Witzenhausen[Bearbeiten]

  • 21.05.1945 – 29.06.1946 Hans Wilhelm von Coelln
  • 01.07.1946 – 31.12.1973 Wilhelm Brühbach

Werra-Meißner-Kreis[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Über einem grünen, mit einem silbernen Wellenbalken belegten Dreiberg hinter einer silbernen Flanke, darin ein neunblättriger roter Eschenzweig, in Blau eine eintürmige, rot bedachte silberne Burg“ (Wappen-Verleihung 12. November 1976)

Der Eschenzweig wurde als „redendes“ Wappensymbol dem alten Kreiswappen von Eschwege entnommen. Die Burg Ludwigstein war schon im alten Kreiswappen von Witzenhausen enthalten und der Dreiberg mit Wellenbalken nimmt Bezug auf den heutigen Kreisnamen.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahn[Bearbeiten]

Der Nordkreis wird seit 1872 von der Halle-Kasseler Eisenbahn mit Halten in Eichenberg, Witzenhausen-Nord und Gertenbach erschlossen. Ihr folgte 1875 die Verbindung Bebra–Eschwege, die ein Jahr später nach Göttingen verlängert wurde. Seitdem ist Eichenberg ein wichtiger Bahnknoten. Die Bahnstrecke Bebra–Göttingen wurde später Bestandteil der Nord-Süd-Strecke. Neben diesen beiden Linien und der Regiotram­strecke Kassel–Hessisch Lichtenau wird seit Dezember 2009 auch der Stadtbahnhof in Eschwege wieder bedient.

Straße[Bearbeiten]

Durch das Kreisgebiet führt die Bundesautobahn 4 (Dresden–Eisenach–Kirchheimer Dreieck) und die Bundesautobahn 38 (Göttingen–Halle/Leipzig). Außerdem wird das Kreisgebiet von mehreren Bundesstraßen und Kreisstraßen erschlossen, darunter die B 7, die B 27 und die B 451. Darüber hinaus befindet sich die Bundesautobahn 44 Kassel–Hessisch Lichtenau–Eisenach in Bau.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Werra-Meißner-Kreis Hessen Sontra Waldkappel Hessisch Lichtenau Gutsbezirk Kaufunger Wald Großalmerode Berkatal Meißner Neu-Eichenberg Witzenhausen Herleshausen Ringgau Wehretal Weißenborn Eschwege Wanfried Meinhard Bad Sooden-Allendorf Niedersachsen Thüringen Landkreis Hersfeld-Rotenburg Schwalm-Eder-Kreis Landkreis KasselMunicipalities in ESW.svg
Über dieses Bild

(Einwohner am 31. Dezember 2013[4])

Städte

  1. Bad Sooden-Allendorf (8272)
  2. Eschwege (19.470)
  3. Großalmerode (6571)
  4. Hessisch Lichtenau (11.922)
  5. Sontra (7536)
  6. Waldkappel (4482)
  7. Wanfried (4189)
  8. Witzenhausen (14.749)

Gemeinden

  1. Berkatal (1618)
  2. Herleshausen (2828)
  3. Meinhard (4726)
  4. Meißner (3090)
  5. Neu-Eichenberg (1821)
  6. Ringgau (2985)
  7. Wehretal (5029)
  8. Weißenborn (1068)

Gemeindefreies Gebiet

  1. Gutsbezirk Kaufunger Wald (unbewohnt)

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1974 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Landkreis Eschwege gültige Unterscheidungszeichen ESW zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus dem Altkreis Witzenhausen Kennzeichen mit den Buchstabenpaaren NA bis ZZ und den Zahlen von 1 bis 99, später auch 100 bis 999.

Seit dem 16. September 2013 ist auch das Unterscheidungszeichen WIZ (Witzenhausen) erhältlich.

Literatur[Bearbeiten]

  • Das Werraland - Heimat-Kunst-Dichtung, Eschwege, 1. Jahrgang 1949 ff. (Vierteljahresschrift des Werratalvereins Eschwege)
  • Werraland - Merian Heft Nr. 33, Hamburg: Hoffmann und Campe (Sonderheft) 1980, 96 S., Illustrationen u. Karten
  • Erich Hildebrand: Land an Werra und Meißner - Ein Heimatbuch, Korbach 1983, 384 S., Ill.
  • Heinz Schlarbaum: Münzfunde im Werra-Meißner-Kreis, Aus der Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft für Vor- und Frühgeschichte Eschwege, (1. Teil): [Keltische und römerzeitliche Funde]. In: Das Werraland, 37 Jahrgang, Eschwege 1985, Heft 1, März 1985, S. 1 - 3, 1 Abb. [und mit Landkarte und Einzeichnung der Fundorte und Verbleib]. 2. Teil: Mittelalter. In: Das Werraland 1985, 37. Jahrgang, Eschwege 1985, Heft 2, Juni 1985, S. 27 - 29, 2 Abb .[und mit Landkarte und Einzeichnung der Fundorte und Verbleib]. 3. Teil: Neuzeit. In: Das Werraland 1985, 37. Jahrgang, Eschwege 1985, Heft 4, Dezember 1985, S. 64 - 66, 1 Abb. [und mit Landkarte und Einzeichnung der Fundorte und Verbleib]
  • Klaus Möller: Beiträge zu Werra-Meißner-Forschung, Berlin: Selbstverlag des Instituts für Physische Geographie der Freien Universität Berlin 1986 –
  • Hans Joachim Bodenbach: Bronzewaffen als Bodenfunde im Werra-Meißner-Kreis, in: Das Werraland, 41. Jahrgang, Eschwege 1989, Heft 1, März 1989, S. 1–4, mit 1 Landkarte, Katalog und 3 Abb.
  • Eschweger Geschichtsblätter, Eschwege 1990 ff. Selbstverlag des Geschichtsvereins Eschwege [Jahresschrift]
  • Hans Joachim Bodenbach: Gerätschaften aus Bronze als archäologische Funde im Werra-Meißner-Kreis, in: Das Werraland, 42. Jahrgang, Eschwege 1990, Heft 2, Juni 1990, S. 32–34, mit 1 Landkarte, Katalog und 2 Abb.
  • Ulrich-Dieter Oppitz: Bibliographie des Werra-Meißner-Kreises, Eschwege 1991, 2. Auflage, 532 S.
  • Hans-Georg Stephan: Kacheln aus dem Werraland - Die Entwicklung der Ofenkacheln vom 13. bis 17. Jahrhundert im unteren Werra-Raum (Schriften des Werratalvereins Witzenhausen, Heft 23 - 1991) Witzenhausen 1991
  • Peer Zietz und Thomas Wiegand (hrsgg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen): Werra-Meißner-Kreis I, Altkreis Eschwege (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland / Kulturdenkmäler in Hessen), Braunschweig / Wiesbaden 1991, 677 S.
  • Susanne Jacob und Thomas Wiegand (hrsgg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen): Werra-Meißner-Kreis II, Stadt Eschwege (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland / Kulturdenkmäler in Hessen), Braunschweig / Wiesbaden 1992, 416 S.
  • Karl Kollmann (Redaktion): Geschichte der Stadt Eschwege, Eschwege 1993, Selbstverlag der Stadt Eschwege, 530 S., Ill., Karten als Anlage
  • Peer Zietz (hrsgg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen): Werra-Meißner-Kreis III, Altkreis Witzenhausen (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland / Kulturdenkmäler in Hessen), Braunschweig / Wiesbaden 1995, 728 S.
  • Udo Bernhardt / Dagmar Kluthe: Menschen zwischen Werra und Meißner, [Großformatiger Bild- und Textband, 110 S.] Eschwege 1997
  • Karl Kollmann und Klaus Liebeskind: Eschwege im Wandel - Veränderungen des Stadtbildes im Vergleich, 1. Auflage. Geiger, Horb am Neckar 2008, ISBN 978-3-86595-256-1.
  • Thomas S. Huck und Thomas Wiegand: Eschwege-Ein kulturgeschichtlicher Stadtführer, hg. von Karl Kollmann und York-Egbert König für den Geschichtsverein Eschwege im Verein für hessische Geschichte und Landeskunde 1834 e. V., Kassel 2009 (3. aktualisierte und erweiterte Auflage)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Werra-Meißner-Kreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 416.
  3. Wahlergebnis auf hsl.de
  4. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)