Wertach (Fluss)
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| Wertach | |
|---|---|
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Die Wertach in Augsburg |
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| Daten | |
| Lage | Deutschland |
| Länge | 151 km |
| Quelle | Allgäuer Alpen 47° 31′ 43″ N, 10° 25′ 19″ O47.52861111111110.4219444444441078 |
| Quellhöhe | 1078 m |
| Mündung | Nahe der Augsburger Wolfzahnau in den Lech48.40444444444410.888333333333461Koordinaten: 48° 24′ 16″ N, 10° 53′ 18″ O 48° 24′ 16″ N, 10° 53′ 18″ O48.40444444444410.888333333333461 |
| Mündungshöhe | 461 m ü. NN |
| Höhenunterschied | 617 m |
| Flusssystem | Lech → Donau |
| Einzugsgebiet | 1290 km² |
| Abflussmenge | MNQ: 8 m³/s MQ: 47 m³/s MHQ: 423 m³/s |
| Rechte Nebenflüsse | Lobach (Wertach), Geltnach, Gennach, Singold |
| Linke Nebenflüsse | Wertacher Starzlach, Waldbach, Kirnach |
| Großstädte | Augsburg |
| Mittelstädte | Marktoberdorf, Kaufbeuren |
| Kleinstädte | Schwabmünchen, Bobingen |
| Verlauf der Wertach | |
Die Wertach ist ein 150,9 km langer Zufluss des Lechs im Regierungsbezirk Schwaben in Bayern (Deutschland). Der Zusammenfluss zweier Gebirgsbäche, aus dem die Wertach entsteht, befindet sich auf 1078 m ü. NN, ihre Mündung auf 461 m ü. NN. Das Einzugsgebiet hat eine Fläche von 1290 km².
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Etymologie
Der Name kommt von der lateinischen Form Virdo (oder Virda), der möglicherweise keltischen Ursprungs ist; hier bedeutet er „kräftig“ oder „schnell“. Möglicherweise stammt er nach der Farbe des Wassers vom lateinischen „viridis“, zu deutsch: „grün“. Seit dem 10./11. Jahrhundert sind die Formen „Werthahe/-a“, „Wertha“ belegt.
Ehemalige Wasserarme der Wertach wurden früher „Rössen“ genannt. „Au“ (auch „Flussaue“) bezeichnet eine vom wechselnden Hoch- und Niedrigwasser geprägte Niederung entlang eines Baches oder Flusses. Daraus entstand der Flurname „Rosenau“ in Augsburg, namensgebend für das Rosenaustadion und das Rosenauviertel.
[Bearbeiten] Geografie
Nach der Iller ist die Wertach der größte Fluss, welcher einen Teil der Allgäuer Alpen entwässert. Von dort aus fließt sie nach Norden Richtung Augsburg, wo sie in den Lech mündet. Mit jeweils knapp 50 Kilometern sind ihre beiden längsten Nebenflüsse die Gennach und die Singold.
[Bearbeiten] Flusslauf
Die Wertach entsteht im südöstlichen Oberallgäu nahe der Grenze zu Österreich durch den Zusammenfluss des Kaltenbrunnenbach und des Eggbach auf halber Strecke zwischen Oberjoch und Unterjoch. Beide Dörfer gehören zum Gemeindegebiet von Bad Hindelang. Nahe der Marktgemeinde Wertach wird der Fluss erstmals durch den Staudamm des Grüntensees aufgestaut.
Auf ihrem weiteren Weg durchfließt sie über Oy-Mittelberg und Nesselwang einen landschaftlich relativ ursprünglichen Teil des Wertachtals, doch ab Marktoberdorf ist es mit der „Wildflussromantik“ vorbei, da der Fluss hier und in seinem weiteren Verlauf bereits Ende des 19. Jahrhunderts begradigt wurde.
Von Biessenhofen über Kaufbeuren, Türkheim und Ettringen durchfließt die Wertach bis Schwabmünchen sechs Stauseen. Auf den letzten Kilometern Richtung Lech passiert die Wertach Großaitingen, Bobingen und schließlich einen weiteren Stausee südlich des Augsburger Stadtteils Inningen. Im nördlichen Stadtgebiet Augsburgs mündet sie in den Lech, welcher sich nach weiteren 39 Kilometern östlich von Donauwörth mit der Donau vereinigt.
[Bearbeiten] Abflussverhalten
Nach Angaben des Hochwassernachrichtendienstes Bayern führt die Wertach am Pegel Türkheim bei Flusskilometer 47 im jährlichen Durchschnitt 17 m³/s. Bei einer Subtraktion der Lechabflüsse an den Pegeln „Augsburg u. d. Wertachmündung“ und „Haunstetten“ ergeben sich 32 m³/s als durchschnittliche Abflussmenge der Wertach. Der Abteilung des Tiefbauamtes der Stadt Augsburg Wasser & Brückenbau ergibt sich schließlich unter Addition der Abflüsse der zusätzlich ausgeleiteten Wertachkanäle von Senkelbach (28,5 m³/s) und Hettenbach (2 m³/s) zum Abfluss der Wertach im Augsburger Stadtgebiet (16 m³/s) eine gesamte Wassermenge von 46,5 m³/s.
[Bearbeiten] Zuflüsse
Zu den größten am Alpenrand entspringenden Nebenflüssen, welche in die Wertach einmünden, zählen die Wertacher Starzlach und der Waldbach. Durch die Zuflüsse von Lobach, Kirnach und Geltnach verdoppelt sich das bisherige Einzugsgebiet. Im unteren Alpenvorland fließt die Gennach als längster Nebenfluss in die Wertach. Als letzten Zufluss nimmt sie die Singold über den ausgeleiteten Kanal „Senkelbach“ in Göggingen auf
[Bearbeiten] Geschichte in der Römerzeit
Im unwegsamen Voralpengebiet diente der Fluss als wichtige Verkehrsverbindung zwischen Augusta Vindelicorum (dem heutigen Augsburg), der damaligen Hauptstadt der römischen Provinz Raetia und der bedeutenden Stadt Cambodunum, dem heutigen Kempten. Parallel zur Wertach, auf der Hochterrasse zum Lech hin, verlief die Allgäustraße.
[Bearbeiten] Renaturierung
Seit der Begradigung des ehemaligen Wildflusses mit ausgedehnten Kiesbänken und Auwäldern hat sich die Hochwassergefahr ständig vergrößert. Während des letzten großen Hochwassers an Pfingsten 1999 führte die Wertach am Pegel Augsburg-Oberhausen 423 m³/s und verursachte in den Augsburger Stadtteilen Göggingen und Pfersee Schäden im dreistelligen Millionen-DM-Bereich. Ohne tiefgreifende Änderungen wären ähnliche Ereignisse immer wieder zu erwarten, weshalb der Freistaat Bayern und die Stadt Augsburg mit dem Projekt Wertach-Vital (seit 1997) den Fluss wieder in ein naturnahes Gleichgewicht bringen wollen. Um zu vermeiden, dass er sich immer mehr in den Untergrund eintieft, werden die Ufer aufgeweitet und die Flusssohle durch Steinrampen befestigt. Aufgeschüttete Kiesinseln und große Felsbrocken vermindern die Fließgeschwindigkeit. Für die Aufweitung des Flussbettes wurden 25 Hektar Auwald abgeholzt, die an anderen Stellen ersetzt wurden. Seit Oktober 2000 ist der Abschnitt zwischen dem Stausee und der Gögginger Brücke weitgehend renaturiert worden.
[Bearbeiten] Literatur
- Peter Nowotny: An den Ufern der Wertach. Immenstadt 2001, ISBN 3-920269-16-0.

