Werther (Massenet)

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Werkdaten
Titel: Werther
Originalsprache: Französisch
Musik: Jules Massenet
Libretto: Edouard Blau, Paul Milliet, Georges Hartmann
Uraufführung: 16. Februar 1892
Ort der Uraufführung: Wiener Hofoper
Spieldauer: ca. 2 1/4 Stunden
Ort und Zeit der Handlung: Wetzlar im Jahr 1780
Personen
  • Werther (Tenor)
  • Albert (Bariton)
  • Charlotte (Mezzosopran)
  • Amtmann (Bariton oder Bass), Charlottes Vater
  • Schmidt (Tenor), Freund des Amtmanns
  • Johann (Bariton oder Bass), Freund des Amtmanns
  • Brühlmann (Tenor)
  • Sophie (Sopran), Charlottes Schwester
  • Kätchen (Sopran)
  • Fritz, Max, Hans, Karl, Gretel, Clara (Kindersoprane), jüngere Geschwister Charlottes
  • Einwohner des Marktfleckens Wahlheim, Gäste, Musikanten, Bauernjunge, Bote

Werther ist eine Oper in vier Akten von Jules Massenet, die am 16. Februar 1892 an der Wiener Hofoper uraufgeführt wurde. Edouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann schrieben das Libretto nach dem Briefroman Die Leiden des jungen Werthers von Johann Wolfgang von Goethe. Sie dauert etwa 2 Stunden 10 Minuten.

Handlung[Bearbeiten]

Erster Akt[Bearbeiten]

Juli: Im Hause des Amtmanns wird ein Weihnachtslied gespielt (« Noël, Jésus vient de naître »). Er erzählt den auch anwesenden Freunden Schmidt und Johann von seiner ältesten Tochter, die die Mutterrolle für ihre jüngeren Geschwister angenommen hat, nachdem die Mutter gestorben ist. Werther soll sie zum Ball begleiten, da ihr Verlobter Albert abwesend ist. Werther verlässt beglückt mit Charlotte das Haus, während kurz darauf Albert doch schon zurückkehrt und von Sophie empfangen wird (« Tout le monde est joyeux, le bonheur est dans l’air »). Er verlässt das Haus mit dem Hinweis, am nächsten Tag wiederzukommen. Später begleitet Werther Charlotte nach Hause (« Il faut nous séparer ») und gesteht ihr seine Liebe (« Rêve ! Extase ! Bonheur ! »), wird aber vom Amtmann unterbrochen. Werther erfährt, dass Charlotte der Mutter geschworen hat, ihren Verlobten Albert zu heiraten.

Zweiter Akt[Bearbeiten]

September: Charlotte und Albert sind nun verheiratet. Albert ahnt Werthers Kummer und versucht, mit ihm zu sprechen. Es steht wieder ein Ball an, den Sophie mit Werther eröffnen will. Dieser hat jedoch nur Augen für Charlotte und kann seine Eifersucht nicht verbergen. Charlotte rät ihm schließlich, sich bis Weihnachten von ihr fernzuhalten. Werther kämpft mit sich selbst und weiß, dass er Charlotte niemals vergessen könnte. Schon denkt er an den Tod als mögliche Lösung (« Lorsque l’enfant revient d’un voyage »). Schließlich flieht er wie ein Wahnsinniger, bevor die feiernde Gesellschaft erscheint. Albert, Charlotte und Sophie sehen ihm nach. Albert weiß nun, dass Werther seine Frau liebt.

Dritter Akt[Bearbeiten]

Dezember: Werther hat Charlotte einige Briefe geschrieben, in denen er seine Liebe beteuert. Diese gesteht sich nun ein, dass auch sie Werther liebt. Sie versucht, sich im Gebet zu festigen, schließlich tritt jedoch Werther ein, der, von ihrer Distanz verzweifelt, ein Gedicht Ossians (« Pourquoi me réveiller ») singt und sich ihr zu Füßen wirft. Charlotte flieht und schließt sich ein. Als sie schwört, Werther niemals wiederzusehen, sieht dieser nur noch den Tod als Ausweg. Als er Albert brieflich um die Überlassung seiner Pistolen für eine Reise bittet, sperrt dieser sich nicht: Charlotte schickt Werther die Waffen durch einen Diener.

Vierter Akt[Bearbeiten]

1. Bild (Heiligabend): Charlotte ahnt Werthers Selbstmordabsichten und eilt in der Weihnachtsnacht durch das verschneite Wetzlar in der verzweifelten Absicht, ihn daran zu hindern. Ein Schneesturm zieht auf.

2. Bild (Werthers Arbeitszimmer): Sie findet ihn sterbend auf dem Boden. Er hindert sie daran, Hilfe zu holen (« Qui parle ? »). Sie gesteht ihm ihre Liebe (« Et Werther moi je t’aime ! ») und küsst ihn schließlich. Werther stirbt in ihren Armen (« Non … Charlotte … je meurs »). In der Ferne hört man die Kinder Weihnachtslieder singen.

Entstehung[Bearbeiten]

Als Massenet am 16. Februar 1892 die erste Orchesterprobe des Werther hörte, soll er gemurmelt haben: „Ist es möglich? Das ist zu schön! Habe ich das geschrieben?“ Wie er in seinen Souvenirs erzählt, antwortete daraufhin eine Künstlerin der Oper: „Ja! Göttlicher Mann!“

Baritonfassung[Bearbeiten]

Neben der Tenorfassung gibt es eine Baritonversion, die Massenet auf Bitten des Baritons Mattia Battistini schuf. Sie wurde 10 Jahre nach der Tenorfassung uraufgeführt und wird relativ selten gespielt, so im Februar/März 2009 in Paris. Der Bariton Ludovic Tézier sang die Titelrolle alternierend mit Rolando Villazón (Tenor).

Es gibt darüber hinaus eine Baritonversion, auf Grundlage einer Arbeitspartitur von 1902, als konzertante Aufführung aus dem Jahre 2004 mit Thomas Hampson (Bariton) als Werther und Susan Graham (Mezzosopran) als Charlotte mit dem Orchestre National du Capitole de Toulouse unter Leitung von Michel Plasson, die als DVD vorliegt.

Bekannte Arien[Bearbeiten]

  • 3. Akt: Charlottes « Va ! Laisse couler mes larmes »
  • 3. Akt: Werthers Lied Ossians « Pourquoi me réveiller »:
Original Auf deutsch
Pourquoi me réveiller, ô souffle du printemps ?

Sur mon front je sens tes caresses,
et pourtant bien proche est le temps des orages et des tristesses !
Pourquoi me réveiller, ô souffle du printemps ?

Demain dans le vallon viendra le voyageur
se souvenant de ma gloire première.
Et ses yeux vainement chercheront ma splendeur.
Ils ne retrouveront plus que deuil et que misère !
Hélas ! Pourquoi me réveiller, ô souffle du printemps !

Warum weckst du mich, du Frühlingshauch?

Auf meiner Stirn fühl ich dein Kosen
und nah ist doch die Zeit von Sturm und Trauer!
Warum weckst du mich, du Frühlingshauch?

Morgen wird ein Wanderer ins Tal kommen,
der mich in meiner ersten Schönheit sah.
Und seine Augen werden vergeblich nach mir suchen
und nichts finden als Trauer und Elend!
Warum weckst du mich, du Frühlingshauch?

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Werther – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien