Wertpapierkennnummer

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Dieser Artikel beschreibt die Nummer zur Identifizierung von Wertpapieren. Zu Wertpapierkennzahlen als Bewertung von Aktien siehe Fundamentalanalyse und Technische Analyse.

Die Wertpapierkennnummer (WKN, vereinzelt auch WPKN oder WPK abgekürzt) ist eine in Deutschland verwendete sechsstellige Ziffern- und Buchstabenkombination (National Securities Identifying Number) zur Identifizierung von Wertpapieren (Finanzinstrumenten).

Herausgeber[Bearbeiten]

Die Herausgebergemeinschaft Wertpapier-Mitteilungen, Keppler, Lehmann GmbH & Co. KG (WM Datenservice) ist die verantwortliche Stelle (official Numbering Agency) für die Vergabe der WKN/ISIN in Deutschland und Mitglied der Association of National Numbering Agencies (ANNA). Hier können Emittenten von Finanzinstrumenten oder deren Agents eine Wertpapier-Kenn-Nummer und/oder ISIN beantragen, die u.a. auch Voraussetzung für die Zulassung ihrer Aktien zum Börsenhandel ist.

Jedes an einer deutschen Börse gehandelte Wertpapier hat eine WKN und eine zugehörige ISIN. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl von nicht börsennotierten Wertpapieren, die aber ebenfalls über eine WKN und eine zugehörige ISIN verfügen. Ein Beispiel ist die WKN 520550 (ISIN DE0005205504), die zur Aktie der nicht börsennotierten Börsenmedien AG (Herausgeber der Zeitschrift "Der Aktionär" von Bernd Förtsch) gehört.

Nummerierung in anderen Ländern[Bearbeiten]

Österreich[Bearbeiten]

In Österreich werden seit dem 22. April 2003 keine nationalen Wertpapierkennnummern mehr vergeben. Die Oesterreichischen Kontrollbank AG (OeKB) teilt in ihrer Funktion als nationale Vergabestelle für Österreich Finanzinstrumenten als primäres Identifikationsmerkmal eine International Securities Identification Number (ISIN) zu. Dadurch wird die eindeutige Identifizierung eines Finanzinstruments weltweit möglich. Eine ISIN besteht aus Präfix, der Basisnummer und der Prüfziffer.

Schweiz[Bearbeiten]

In der Schweiz wird ebenfalls eine nationale Nummerierung für Wertpapiere verwendet, die Valorennummer, oder kurz Valor. Der Valor ist eine derzeit maximal achtstellige Nummer, die anders als die WKN und die ISIN nur aus Ziffern besteht und fortlaufend ist. Die ISIN besteht dann aus dem Kürzel "CH", dahinter folgt (ggf. von links mit Nullen aufgefüllt) die Valorennummer und danach die ISIN-Prüfziffer.

Die Nummer wird in der Schweiz durch die SIX Financial Information vergeben.

Amerika[Bearbeiten]

In den USA, Kanada und weiteren Ländern ist die CUSIP-Nummer die nationale Wertpapierkennnummer und auch in der ISIN enthalten. Näheres dazu im Artikel über ISIN.

Geschichte und Vergaberegeln[Bearbeiten]

Die Wertpapierkennnummer wurde 1955 eingeführt. Ursprünglich waren die WKNs in zwei sogenannte Nummernkreise unterteilt. Man konnte der WKN direkt ansehen, ob sie ein Rentenpapier bezeichnet (WKNs 100000 bis 499999) oder für eine Aktie oder einen „aktienähnlichen Titel“ – beispielsweise einen Aktienfonds – steht (WKNs 500000 bis 999999). Diese Regelung wurde ab März 2000 aufgehoben.[1]

WKN, die mit einer Null beginnen, werden vom WM-Datenservice nicht offiziell vergeben. Banken nutzen solche WKN zu internen Buchungszwecken. Die zugehörige ISIN beginnt dann mit XF. Beispielsweise hat CortalConsors intern die WKN 0Z8638 für Nachbesserungsrechte des Squeeze-out bei Brainpool vergeben; die zugehörige ISIN lautet XF0000Z86389. Die Targobank wiederum vergab eine interne WKN 0CA10J (ISIN entsprechend XF0000CA10J2) für Spitzen auf General Motors. Daran sieht man, dass Banken ihre internen WKN nach unterschiedliche Regeln vergeben.

Aus ähnlichen Gründen gibt es auch keine offiziellen WKN, die mit "99" beginnen. Die höchste offizielle rein numerische WKN lautet 989999 (ISIN: XC0009899995). Die zugehörige Gattungsbezeichnung lautet "Dummy-Satz f. WM-Informationen technische WKN für Körbe", es handelt sich also offenbar um eine WKN, die nicht zu einem Wertpapier gehört.

Am 22. April 2003 wurde die WKN zwar offiziell durch die zwölfstellige ISIN (International Securities Identification Number) abgelöst, um auch international Wertpapiere eindeutig identifizieren zu können. Aus praktischen und technischen Gründen wird die WKN aber parallel weiter verwendet. Bei einer Neuzulassung eines Wertpapiers in Deutschland werden heute (2007) sowohl eine WKN als auch eine ISIN vergeben. Generell gibt es zu jeder ISIN höchstens eine deutsche WKN. Allerdings gab es in einigen Fällen einen ISIN-Wechsel bei unveränderter WKN. So hatte beispielsweise die italienische ENI-Aktie bis zum 17. Juni 2001 die ISIN IT0001009890 und seit dem 18. Juni 2001 die ISIN IT0003132476. Die WKN ist jedoch unverändert 897791. Derartige Fälle gab es bis etwa zum Jahr 2002/2003 einige. Wenn sich heute jedoch bei einem Wertpapier die ISIN ändert, wird stets auch eine neue WKN vergeben.

Am 21. Juli 2003 wurden alphanumerische WKNs zugelassen (nur Großbuchstaben, ohne „O“ und „I“ um Verwechslungen mit den Ziffern 0 und 1 zu vermeiden).[2] Vorher bestand die WKN nur aus Ziffern. Seit dem 19. Januar 2004 kann die WKN ein Kürzel des Wertpapieremittenten enthalten. Das Emittentenkürzel sind dann die ersten 2–4 Buchstaben, abgeschlossen von einer Ziffer.[3]

WM-Datenservice hat folgende Regelung getroffen: Falls die erste und die zweite Stelle der WKN Buchstaben enthält, handelt es sich um eine Emittenten-WKN (siehe Beispiele in der Tabelle). Ab der dritten Stelle folgen dann Ziffern oder Buchstaben. Alphanumerische WKN hingegen, die keine Emittenten-WKN sind, beginnen mit einem Buchstaben (entweder ein A für normale Wertpapiere oder ein F für Futures); an zweiter Stelle steht eine Ziffer. Beispielsweise war A0A000 die erste jemals vergebene alphanumerische WKN (Anleihe von Rhineland Funding Capital Corp, fällig 2004). Je nach Sortierung kann man auch die A0AAAA als erste alphanumerische WKN ansehen; dabei handelt es sich um eine 2005 verfallene Spanien-Anleihe.

Alphanumerische WKN der Serie A0xxxx wurden von Juli 2003 bis etwa Oktober 2009 vergeben. Seitdem beginnen die alphanumerischen WKN mit A1xxxx (Stand Mai 2014). Im November 2013 war die Serie A1Zxxx vollständig; seitdem wurden (zunächst beginnend mit A10600) auch alphanumerische WKN mit einer Ziffer an dritter Stelle (A10xxx, A11xxx usw.) vergeben.

Eine solche Serie wie z. B. A0xxxx kann über 1,3 Millionen WKN enthalten (24 Buchstaben plus 10 Ziffern, hoch 4). Aus dem angegebenen Zeitraum (ca. 2300 Tage) kann man schätzen, dass durchschnittlich knapp 600 WKN pro Kalendertag neu vergeben werden (zuzüglich Emittenten-WKN).

Bisher wurden knapp 180 unterschiedliche Emittentenkürzel für die WKN verwendet, von AA0000 für Produkte der ABN Amro Bank bis ZDWT01 bzw. ZDWT02 für (normale bzw. gesperrte) Aktien der ZhongDe Waste Technology (Stand April 2013). Letztere ist derzeit gleichzeitig die letzte gültige WKN im Alphabet.

Ausnahmen von den Vergaberegeln[Bearbeiten]

Die WKN CBKTLR und CBKBZR (Teilrechte/Bezugsrechte/Aktienspitzen der Kapitalherabsetzung mit anschließender Kapitalerhöhung der Commerzbank im April/Mai 2013, zugehörige ISIN DE000CBKTLR7 und DE000CBKBZR5) sind die bisher einzigen WKN, die ausschließlich aus Buchstaben bestehen. Alle anderen WKN (auch Emittenten-WKN) enthalten dagegen mindestens eine Ziffer.

Die WKN H1111A (ISIN DE000H1111A6) ist die einzige bisher vergebene Emittenten-WKN, bei der die Abkürzung des Emittenten nur einen Buchstaben hat. Es handelt sich um eine 2007 fällige Anleihe der Bayer. Hypo- und Vereinsbank.

Beispiele[Bearbeiten]

Bayer AG IBM Nestle
WKN BAY001 851399 A0Q4DC
ISIN DE000BAY0017 US4592001014 CH0038863350
Valor 10367293 0941800 3886335

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  K.-P. Körbitzer: Allgemeine Kundeninformation 2000/02: Reorganisation der deutschen WKN-Systematik. WM-Datenservice, 27. Januar 2000 (PDF, 23 kB, online (PDF; 23 kB), abgerufen am 7. Juni 2007).
  2.  K.-P. Körbitzer: Alphanumerische WKN ab 21.07.2003. In: Kundeninformation. Nr. K21, WM Datenservice, 9. Juli 2003 (PDF, 136 kB, online, abgerufen am 7. Juni 2007).
  3.  K.-P. Körbitzer: Alphanumerische WKN mit Emittenten-Kürzel. In: Kundeninformation. Nr. K04, WM Datenservice, 16. Januar 2004 (PDF, 100 kB, online, abgerufen am 7. Juni 2007).

Weblinks[Bearbeiten]