Wesensgleichheit

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Wesensgleichheit, auch Homousie (von altgriechisch ὁμοούσιος homoousios ‚wesensgleich‘), ist ein Begriff der Christlichen Theologie, der das Verhältnis Gottes, des Vaters, zu Christus, dem Logos, beschreibt. Es ist die zentrale Aussage des Bekenntnisses von Nicaea (Nicaenum) aus dem Jahr 325, dass beide gleichen Wesens sind. Die Frage der Wesensgleichheit ist eine Kernfrage der Christologie.

Geschichte[Bearbeiten]

325 berief Kaiser Konstantin der Große das Erste Konzil von Nicaea ein. Dem Konzil ging der arianische Streit voran: Der alexandrinische Presbyter Arius erklärte, dass Gott-Vater und Gott-Sohn (Jesus) nicht wesensgleich seien, sondern nur wesensähnlich (Homoiusia, Homöusie– Wesensähnlichkeit); seine Anhänger bezeichnete man auch als Homöusianer (im Unterschied zu den Homousianern). Im Griechischen unterschieden sich die beiden Ausdrücke lediglich durch ein Iota: ὁμοούσιος homoousios (wesensgleich) versus ὁμοιούσιος homoiousios (wesensähnlich). Arius’ Lehre wurde von der Mehrheit der Bischöfe nicht anerkannt und verurteilt („anathematiziert“). Arius selbst wurde exkommuniziert. Damit wurde der Subordinatianismus (die Vorstellung, dass der Sohn dem Vater untergeordnet sei) des Origenes und des Arius verworfen; des Weiteren wurde die Präexistenz Christi (d.h., Christus habe immer existiert und nicht erst ab irgendeinem Zeitpunkt), die Arius ebenfalls ablehnte, verbindlich.

Christus ist nach der Definition des Nizänums wesensgleich dem Vater:

  • Er ist – als das Wort Gottes − von gleicher Substanz wie Gott-Vater (das heißt: ihm gebühren die gleichen Attribute, die nur Gott zukommen [z. B. der Kyrios-Titel, ewig, unsterblich].)
  • Er ist der Sohn Gottes: vom Vater gezeugt, nicht geschaffen („Erste Geburt des Sohnes“, die seiner Fleischwerdung vorausgeht).

Die Dreifaltigkeit beschreibt somit Jesus (Gott Sohn) als gleich Gott Vater und dem Heiligen Geist und nicht als „abgestuft“, wie der Subordinatianismus dies annimmt.

Die Entscheidung des Konzils führte jedoch zu keiner Einigung innerhalb der sich langsam formierenden Reichskirche. Im Gegenteil: Obwohl der so genannte „Arianismus“ (ein eigentlich sehr unscharfer Terminus) teilweise streng verfolgt wurde, kam es noch Jahre später zu Auseinandersetzungen zwischen Arianern und den Anhängern des Nicaenums. Sogar einige Kaiser waren Arianer, so etwa Constantius II., der sich sehr in der Religionspolitik engagierte. Letztlich setzte sich im Reich jedoch das Nicaenum durch, obwohl der Arianismus in den meisten germanischen Reichen, die im Verlauf der Völkerwanderung entstanden, noch einige Jahrhunderte länger gefördert wurde.

Die in der frühen Christenheit vertretenen Gegner der Wesensgleichheit konnten die Verfolgung nicht überleben. In der Reformationszeit entstanden wieder antrinitarische Gruppen, die diesem Dogma widersprachen. Aus den radikal-reformatorischen Antitrinitariern entstanden die Unitarier. Später entstanden weitere antitrinitarische Gruppen wie die Christadelphians, die Zeugen Jehovas und die Mormonen.

Weblinks[Bearbeiten]