West Autobahn

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Autobahn A1 in Österreich
West Autobahn
 West Autobahn West Autobahn West Autobahn
Karte
Verlauf der A 1
Basisdaten
Betreiber: ASFINAG
Straßenbeginn: Wien
(48° 12′ N, 16° 14′ O48.20324716.232497)
Straßenende: Salzburg
(47° 46′ N, 12° 57′ O47.76838212.943262)
Gesamtlänge: 292 km

Bundesland:

A1 am Knoten St. Pölten
A1 am Knoten St. Pölten
Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing

Die West Autobahn A1 ist die erste in Österreich gebaute Autobahn und geht auf die Planung der Reichsautobahn zurück. Sie führt von Wien über Linz nach Salzburg, wo sie am Walserberg an die deutsche Bundesautobahn 8 anschließt. Mit einer Gesamtlänge von 292 km ist sie nach der Süd Autobahn (A2) die zweitlängste österreichische Autobahn.

Der erste schon während des Zweiten Weltkriegs gebaute Abschnitt führt von der deutschen Grenze bis Salzburg-Mitte. Der letzte Bauabschnitt führt durch den Wienerwald zwischen Pressbaum und Wien und wurde 1966 eröffnet. Am 12. Mai 1967 wurde noch die Lücke zwischen Amstetten-West und Amstetten-Ost geschlossen.(s. u.)

Die West Autobahn bildet in Verbindung mit anderen Schnellstraßen und Autobahnen einen Teil des sogenannten Regionenrings um Wien.

Historisches[Bearbeiten]

Hitler beim Spatenstich am Walserberg

Der Spatenstich der Autobahn wurde bereits kurz nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 7. April 1938 bei Salzburg im Beisein von Adolf Hitler gefeiert. Als Touristen getarnte Techniker hatten das Gebiet bereits 1937 erkundet, so dass bei Baubeginn bereits die Trasse großräumig weitgehend feststand. Bereits im Sommer 1938 waren von der geplanten 150 km langen Strecke 60 km im Bau. Am 13. September wurden die ersten zwei Teilstücke der Ostmark bei Salzburg bereits eröffnet. Durch den Arbeitskräftemangel im Verlauf des Krieges verzögerte sich der Bau. Im Jahr 1942 wurde der Autobahnbau bei einer Gesamtlänge von 16,8 fertiggestellten Kilometern eingestellt. Im Nachkriegsösterreich dachte man zwar in der amerikanischen Besatzungszone an den Weiterbau der Autobahn. Dies wurde aber durch die sowjetischen Besatzer verhindert, so dass ein Weiterbau erst nach dem Staatsvertrag von 1955 möglich war.

Der Ausbau erfolgte in Teilabschnitten, sodass bis zur Fertigstellung noch Baulücken vorhanden waren. So war bis in die 1970er-Jahre eine Baulücke in Oberösterreich zwischen Lambach und Vöcklabruck und eine weitere über die Strengberg an der Grenze Ober- und Niederösterreich. Diese waren bereits fertig, als zum Schluss das letzte Stück zwischen Pressbaum und der Wiener Westeinfahrt in Auhof eröffnet wurde.[1]

Im Jahr 1966 wurde im Zuge des sogenannten Bauskandals unter dem Bautenminister Vinzenz Kotzina Preisabsprachen, Amtsmissbrauch und Beamtenbestechung aufgedeckt. Dies geschah infolge einer notwendigen Sperre der Autobahn im Februar 1966 über die Strengberg infolge von Fahrbahnsenkungen und mangelhafter Bauausführung.[2]

Ausbau[Bearbeiten]

Die A1 bei Eugendorf

Nachdem sie die wichtigste West-Ost-Verbindung im Straßenverkehr in Österreich darstellt, werden laufend Teilstücke von der Asfinag auf sechs Fahrspuren ausgebaut. Ziel ist ein sechsstreifiger Ausbau zwischen dem Knoten Steinhäusl und dem Knoten Voralpenkreuz. Derzeit fehlen in Fahrtrichtung Salzburg noch die Abschnitte von Kilometer 85,5 bis 91 bzw. Kilometer 100 bis 108,5 sowie in Fahrtrichtung Wien der Abschnitt von Kilometer 110 bis 86. Zwischen 2011 und 2012 wurde die Strecke zwischen Amstetten-Ost und Ybbs sechsstreifig ausgebaut. Damit verbleibt der Abschnitt Ybbs–Melk mit nur vier Fahrspuren.

Am 7. Oktober 2005 wurde das ausgebaute Teilstückes der A1 zwischen dem Knoten Voralpenkreuz und dem Knoten Haid für den Verkehr freigegeben. Der 20 km lange Abschnitt wurde innerhalb von nur 23 Monaten auf sechs Fahrspuren plus Pannenstreifen ausgebaut. Diese kurze Bauzeit war nur deshalb möglich, weil im ersten Teil des Ausbaus, als die Richtungsfahrbahn Salzburg ausgebaut wurde, der Verkehr in Richtung Wien zwischen dem Knoten Voralpenkreuz und dem Knoten Haid über die Innkreis Autobahn A8, den Knoten Wels und die Welser Autobahn A25 umgeleitet wurde. Im zweiten Ausbauschritt war eine Umleitung nicht mehr nötig, und der Verkehr wurde auf der zuvor ausgebauten Fahrbahn geführt. Dabei wurde auch eine Mitteltrennung errichtet. Erstmals wurde die Geschwindigkeit einer Autobahnbaustelle nicht auf 80 km/h beschränkt, sondern auf 100 km/h. Diese Begrenzung wurde mittels Abschnittskontrollen überwacht. Es gab keine schweren Unfälle während der Bauzeit und die Beschränkung wurde von einer Mehrzahl der Verkehrsteilnehmer eingehalten.
Die Traunbrücke bei km 216 wurde zwischen 2010 und Oktober 2012 neu gebaut.[3]

Streckenfreigaben[Bearbeiten]

Teilstück Nr. Freigabedatum[4] Strecke von ASt bis ASt Länge (km) Bemerkung
1   1942 Salzburg Nord Staatsgrenze Walserberg 12,533 km
2 26. Apr. 1958 Mondsee Salzburg-Nord 23,890 km
3 03. Dez. 1958 Ennsdorf Sattledt 43,233 km
4 03. Dez. 1958 St. Christophen Pöchlarn 49,797 km
5 26. Aug. 1960 Sattledt Vorchdorf 12,430 km
6 07. Okt. 1961 Vorchdorf Regau 16,467 km
7 16. Dez. 1961 Pressbaum St. Christophen 18,019 km
8 16. Dez. 1961 Pöchlarn Amstetten-Ost 18,126 km
9 15. Juni 1963 Regau Seewalchen 10,769 km rechte Richtungsfahrbahn
10 31. Juli 1963 Seewalchen Straß 13,400 km rechte Richtungsfahrbahn
11 07. Aug. 1963 Straß Traschwand 02,500 km rechte Richtungsfahrbahn
12 26. Okt. 1963 Traschwand Mondsee 14,195 km rechte Richtungsfahrbahn
13 05. Dez. 1964 Traschwand Mondsee 14,195 km linke Richtungsfahrbahn
14 05. Dez. 1964 Seewalchen Straß 13,400 km linke Richtungsfahrbahn
15 05. Dez. 1964 Straß Traschwand 02,500 km linke Richtungsfahrbahn
16 05. Dez. 1964 Regau Seewalchen 10,769 km linke Richtungsfahrbahn
17 10. Dez. 1965 Amstetten-West Ennsdorf 29,176 km
18 22. Dez. 1966 Wien-Auhof Pressbaum 13,930 km
19 12. Mai  1967 Amstetten Ost Amstetten-West 13,494 km

Unfälle[Bearbeiten]

Am 21. August 2000 gegen 3 Uhr morgens ereignet sich bei Pöchlarn im Bezirk Melk ein schweres Busunglück. In einem Gegenverkehrsbereich schlitzt der Anhänger eines schleudernden Lkw das obere Deck eines deutschen Doppeldeckerbusses auf, dabei werden acht Jugendliche getötet und 23 weitere zum Teil schwer verletzt. Der Lkw-Lenker war in dem schmalen Baustellenbereich durch Unaufmerksamkeit ins Schleudern geraten. Nach dem Unglück war Kritik an Gegenverkehrsbereichen in Autobahnbaustellen in Österreich laut geworden. Der Lkw-Fahrer wurde sieben Monate später wegen fahrlässiger Tötung in acht Fällen zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung sowie einem zehnmonatigen Führerscheinentzug verurteilt.

Nebelgefahr[Bearbeiten]

Der rund zehn Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen Regau und Seewalchen im oberösterreichischen Seengebiet ist das nebelgefährlichste Autobahnstück Österreichs: Dort ereigneten sich zwischen 1997 und 2001 aufgrund aufziehender Nebelbänke, in denen die Sicht schlagartig auf beinahe null zurückging, 103 Verkehrsunfälle mit Personenschaden. Als es am 30. September 2002 innerhalb dieses Abschnittes nebelbedingt zu gleich vier Massenkarambolagen auf beiden Fahrtrichtungen mit acht Toten und 57 Verletzten kam, wurde in diesem Gebiet eine Nebelwarnanlage (die einzige ihrer Art in Österreich) installiert, die seit Herbst 2004 im Vollbetrieb ist: Die Sichtweite entlang des Autobahnabschnitts wird mit speziellen Geräten alle 600 Meter gemessen. Sobald ein bestimmter Wert unterschritten wird, wird automatisch eine Warnung ausgelöst und die Autobahnmeisterei Seewalchen alarmiert. Dort oder bei der Tunnelwarte in Wels geben die Mitarbeiter den entsprechenden Warnhinweis in den Computer ein, der in der Folge auf den Anzeigetafeln auf der A1 erscheint. Trotzdem hat sich die Gesamtzahl der nebelbedingten Unfälle bis heute nur geringfügig reduziert.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: West Autobahn A1 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ASFINAG: Generalerneuerung der A 1 zwischen Auhof und Wolfsgraben fertig gestellt
  2. Bundeskanzler Josef Klaus zum Bauskandal in der Mediathek abgerufen am 7. Mai 2010
  3. Freie Fahrt auf A 1 in Oberösterreich
  4. Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie: Statistik Straße & Verkehr, Jänner 2013 (PDF; 757 kB), Seite 13