West Coast Swing

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West Coast Swing
Technik: smooth
Art: Paartanz, Gesellschaftstanz
Musik: Swing, Disco, Pop, Hip Hop, Blues
Taktart: 4/4-Takt
Tempo: ~20-35 TPM
Herkunft: USA
Entstehungszeit: 40er Jahre
Liste von Tänzen

West Coast Swing ist ein Paartanz aus der Familie der Swing-Tänze.

Als Vorläufer wird meist der Lindy Hop genannt, insbesondere der sogenannte "Hollywood Style" von Dean Collins. Wie der Name schon sagt, entstand der Tanz an der Westküste der Vereinigten Staaten. Es ist der offizielle Tanz des Bundesstaates Kalifornien.

Im Gegensatz zu anderen Swing-Tänzen wie dem Lindy Hop orientiert sich der West Coast Swing weniger an den ursprünglichen Schritten und Tänzen, sondern gilt als eine Swing-Tanz-Variante die "mit der Zeit geht". So wird West Coast Swing auch oft auf Disco, moderne Popmusik und Hip Hop-Musik getanzt (aber natürlich auch auf Swing-Musik).

Charakteristik[Bearbeiten]

Der West Coast Swing ist "slotted" und stationär, d. h. er wird in einem schmalen, länglichen Bereich getanzt, dem slot, der normalerweise nicht verlassen wird. Da Tanzpaare stationär bleiben, gibt es keine Tanzrichtung. Bewegungen im West Coast Swing sind normalerweise weich und flüssig, wobei natürlich Musik interpretiert wird. Improvisation spielt eine große Rolle in diesem Tanz, wie in vielen Swing-Tänzen.

In den Vereinigten Staaten gibt es im West Coast Swing eine große Wettbewerbsszene. In Europa hat der Tanz in England und Frankreich eine gewisse Verbreitung gefunden, während er in Deutschland noch weitgehend unbekannt ist. Trotz dieser großen Wettbewerbszene wird viel Wert auf die sozialen Aspekte des Tanzens gelegt. So ist zum Beispiel Jack 'n' Jill die größte Wettbewerbs-Division mit den meisten Teilnehmern.

Wettbewerbskategorien[Bearbeiten]

Es gibt grundsätzlich 4 verschiedene Wettbewerbskategorien, die sich in offene Klassen und Klassen mit verschiedenen Könnensstufen unterteilen.

Es gibt im West Coast Swing keine einheitlichen Regeln, lediglich die Aufstiegsregeln für Jack 'n' Jill sind vom World Swing Dance Council festgelegt. Die restlichen Regeln können sich von Turnier zu Turnier unterscheiden. Jedoch wird von den meisten Veranstaltern das Regelwerk der US Open oder von Swing Diego anerkannt und genutzt.

Jack 'n' Jill: Ist die Wettbewerbsart mit der größten Teilnehmerzahl. Hier meldet man sich entweder als Leader (Herren) oder als Follower (Damen) an. Man bekommt erst auf der Tanzfläche seinen Partner zugelost. In den Vorrunden bekommt man meist einen neuen Partner pro Song und wird einzeln bewertet. Im Finale bekommt man eine/n feste/n Partner/in zugelost und wird als Paar bewertet. Hier gibt es die Könnensklassen Newcomer, Novice, Intermediate, Advanced und die Invitational Klasse, die je nach Event unterschiedlich bezeichnet werden können (erst ab Novice werden vom World Swing Dance Council Punkte vergeben).

Strictly: Hier meldet man sich als festes Paar an und tanzt auf die verschiedenen Musikrichtungen des West Coast Swing nach dem Prinzip Führen und Folgen.

Es gibt hier dieselben Divisionen wie im Jack 'n' Jill.

Classic: Classic ist eine offene Division. Das bedeutet, hier gibt es keine Könnensklassen, es tanzen hier auch Profis gegen Einsteiger.

Bei Classic kann das Tanzpaar eine eigene Choreographie auf ein selbst gewähltes Lied vorstellen, wobei jeder Partner Kontakt zum Boden halten muss, Hebefiguren sind verboten. Classic gilt bei den West Coast Swing Tänzern als Königsdisziplin, da deutlich erkennbar sein muss, dass es sich um West Coast Swing handelt, und somit ein großes technisches Wissen vorhanden sein muss. Dazu kommt die Erwartung, dass jede noch so kleine Figur oder Bewegung perfekt zum Lied passt.

Showcase: Showcase ist der Classic Division sehr ähnlich, wobei es hier nicht so stark auf die Erkennbarkeit des West Coast Swing ankommt. Der größte Unterschied ist jedoch, dass im Showcase eine bestimmte Menge an Hebefiguren vorgeschrieben sind. Diese Menge kann je nach Turnier unterschiedlich sein.

Weblinks[Bearbeiten]