Wester-Ohrstedt

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Wester-Ohrstedt führt kein Wappen
Wester-Ohrstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wester-Ohrstedt hervorgehoben
54.5072222222229.1926Koordinaten: 54° 30′ N, 9° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Viöl
Höhe: 26 m ü. NHN
Fläche: 18,54 km²
Einwohner: 1055 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25885
Vorwahl: 04847
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 152
Adresse der Amtsverwaltung: Westerende 41
25884 Viöl
Webpräsenz: www.wester-ohrstedt.de
Bürgermeister: Wolfgang Rudolph
Lage der Gemeinde Wester-Ohrstedt im Kreis Nordfriesland
Karte
Denkstein

Wester-Ohrstedt (dänisch: Vester Ørsted) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Ohrstedt-Bahnhof und Bremsburg/Westerholz liegen im Gemeindegebiet.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt etwa 10 km östlich von Husum an der Bundesstraße 201 von Husum nach Schleswig.

Geschichte[Bearbeiten]

Hügelgräber aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit belegen eine frühe Besiedlung des Gemeindegebiets. Insgesamt sind mehr als 40 Funde und 11 Grabhügel bekannt.

In der Zeit zwischen 1200 und 1420 befand sich im Südwesten des heutigen Gemeindegebiets die Haneburg. Bei den Anlagen handelte es sich wohl um eine sogenannte Turmhügelburg, von der aber heute nichts mehr erkennbar ist. Einzig die Namen einer Straße und eines Hofs erinnern noch an sie. Der Ort selbst wurde 1438 erstmals als Westerohrstede erwähnt.

Anfang des Jahres 1770 erfolgte die Verkoppelung, bei der die Ländereien, die bis dahin zum größten Teil Gemeinschaftsbesitz waren, den Bauern durch Los zugeordnet wurden. Einige wenige waren auch bereit, sich außerhalb des Dorfs im Osten oder im Süden anzusiedeln, in Bremsburg, Westerholz und Arl.

Auch in Wester-Ohrstedt zog mit der Eröffnung der Südschleswigschen Eisenbahn im Jahre 1854 und dem Bau des Bahnhofs im heutigen Ortsteil Ohrstedt-Bahnhof das Zeitalter der Moderne ein. Seit 1984 gibt es hier jedoch keine Haltestelle mehr. Die Bahnstrecke wurde von Engländern gebaut, was auch den für die Region eigenwillig anmutenden britischen Stil des inzwischen abgerissenen Bahnhofsgebäudes erklärt.

Im Jahre 1890 wurden für die Deputatarbeiter des Gutes Westerholz am Schwabstedter Damm Häuser auf Rentenbasis gebaut. Die Straße wird seit dem „Rentenstraße“ genannt. Kurioserweise ist die korrekte Bezeichnung der Straße heute nicht eindeutig. Für die Häuser westlich der Straße ist die korrekte Bezeichnung Westerholz, für die Häuser östlich der Straße Bremsburg.

Am 1. Dezember 1934 wurde die Kirchspielslandgemeinde Schwesing aufgelöst. Alle ihre Dorfschaften, Dorfgemeinden und Bauerschaften wurden zu selbständigen Gemeinden/Landgemeinden, so auch Wester Ohrstedt.[2]

1956 wurde der frühere Hof Ohlingslust zum Luftwaffenmaterialdepot ausgebaut. Dieses Depot besteht heute noch und beschäftigt rund 200 Personen.

Die Schulen in Bremsburg und Wester-Ohrstedt wurden 1964 geschlossen, als die Gemeinden Ahrenviöl, Oster-Ohrstedt und Wester-Ohrstedt eine aus allen drei Gemeinden leicht zu erreichende Dörfergemeinschaftsschule, die heutige GHS Ohrstedt, errichteten.

1968 wurde eine Flurbereinigung durchgeführt. Im westlichen Ortsbereich wurden für Angehörige der Bundeswehr preisgebundene Wohnhäuser (Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser) in der so genannten „Eiderbau-Siedlung“, dem späteren Westerende, gebaut. Ab 1974 wurden nacheinander die Baugebiete Osterende, Süderacker, An de Lehmkuhl, Achter de Wall und Nordahlweg ausgewiesen. Außerdem wurde eine Gemeindehalle, die auch zu Festlichkeiten genutzt wird, gebaut, und seit dem Jahre 1997 gibt es innerorts eine Vollkanalisation.

Im Jahr 2011 war Wester-Ohrstedt eine der ersten Gemeinden in Deutschland, die umweltbewusst Ihre Straßenbeleuchtung komplett auf energiesparende LED`s umrüstete.

Ebenfalls seit 2011 wird die Erneuerung des Dorfzentrums geplant. Als zentrales Gebäude wird ein MarktTreff errichtet. In dem MarktTreff befindet sich dann ein Lebensmitteleinzelhandel, ein Bäcker, eine Filiale der Volksbank Husum und ein Treffbereich mit Außenterrasse. Das neue und Einzigartige ist die Kooperation mit der Gemeinde Schwesing, die ebenfalls einen MarktTreff errichtet, bei dem der Schwerpunkt jedoch auf der sozialen Komponente im Treffbereich liegt und der Lebensmitteleinzelhandel ein Filialbetrieb des Wester-Ohrstedter Betreibers ist. Seit dem 16. Dezember 2013 ist der MarktTreff in Wester-Ohrstedt eröffnet. Neben einem Kaufmann, einem Bäcker und der Volksbank Husum befindet sich dort auch der gemeindliche Versammlungsraum für Vorträge und Zusammenkünfte einzelner Interessengruppen. Der Bürgerbus fährt zwischen den kooperierenden Partnergemeinden Schwesing und Wester-Ohrstedt zu den jeweils stattfindenden Veranstaltungen.

Politik[Bearbeiten]

Alle elf Sitze in der Gemeindevertretung werden von Kandidaten zweier Wählergemeinschaften gehalten.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Fast jedes handwerkliches Gewerk ist mit einem Unternehmen vertreten. Darüber hinaus steht für den täglichen Bedarf ein Supermarkt und eine Bäckereifiliale zur Verfügung.

Schulen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Wester-Ohrstedt hat einen evangelischen Kindergarten, in dem durchschnittlich 45 Kinder betreut werden. Ab August 2013 gibt es im Kindergarten eine Krippe, in der Kinder unter drei Jahren betreut werden. Kinder und Jugendliche dieser Gemeinde besuchen die Grund- und Hauptschule Ohrstedt, die erste Dörfergemeinschaftsschule Schleswig-Holsteins, die 1964 zwischen Wester-Ohrstedt, Oster-Ohrstedt und Ahrenviöl gebaut wurde. Sonder- und Realschüler, sowie Gymnasiasten besuchen Schulen in Husum.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wester-Ohrstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867 – 1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 251.