Westerkappeln
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | |
| Regierungsbezirk: | Münster | |
| Kreis: | Steinfurt | |
| Höhe: | 60 m ü. NN | |
| Fläche: | 85,78 km² | |
| Einwohner: |
11.190 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 130 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 49492 | |
| Vorwahlen: | 05404 (Westerkappeln) 05456 (Velpe) | |
| Kfz-Kennzeichen: | ST | |
| Gemeindeschlüssel: | 05 5 66 092 | |
| LOCODE: | DE WKP | |
| NUTS: | DEA37 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Große Straße 13 49492 Westerkappeln |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Ullrich Hockenbrink (SPD) | |
| Lage der Gemeinde Westerkappeln im Kreis Steinfurt | ||
Westerkappeln ist eine Gemeinde im Kreis Steinfurt, Nordrhein-Westfalen. Sie liegt im Tecklenburger Land, etwa acht Kilometer westlich von Osnabrück.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Westerkappeln liegt am nördlichen Rand des Tecklenburger Landes. Richtung Norden erstreckt sich das Norddeutsche Tiefland, im Süden grenzt der Teutoburger Wald an.
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Im Westen grenzt die Gemeinde Mettingen an, im Süden Ibbenbüren und Tecklenburg, im Osten die Gemeinde Lotte und die niedersächsische Stadt Osnabrück. Im Norden liegen die Gemeinde Neuenkirchen und die Stadt Bramsche im Landkreis Osnabrück.
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Das Westerkappelner Gemeindegebiet umfasst über den eigentlichen Ortskern hinaus eine großflächige Gemarkung mit den neun Bauernschaften Seeste, Osterbeck, Westerbeck, Metten, Düte, Sennlich, Handarpe, Hambüren und Lada. Die drei letztgenannten Bauernschaften bilden zusammen mit der Siedlung Ortfeld den Ortsteil Velpe, der im Süden der Gemeinde liegt.
[Bearbeiten] Geschichte
Der Name Westerkappeln geht zurück auf die Gründung einer Kapelle (capellun) oder Kirche im Westen des Bistums Osnabrück, zur Unterscheidung von einer anderen Kapelle im Osten (Ostercappeln). Die Kirche muss in der Zeit nach dem Jahre 800 unter Karl dem Großen entstanden sein. Wahrscheinlich besaß das Kloster Corvey an der Weser bereits seit 816 Grundrechte in Westerkappeln. Erstmalige Erwähnung findet Westerkappeln dort in einem Einkünfteregister im 11. Jahrhundert. Bis 1939 wurde noch als offizielle Schreibweise „Westercappeln“ gepflegt.
Am 1. Oktober 1939 fusionierte die damalige Landgemeinde Westerkappeln mit der Stadtgemeinde Westerkappeln zur neuen Gemeinde Westerkappeln.[2]
Auf dem Wappen von Westerkappeln ist Reinhild von Westerkappeln zu sehen.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gemeinderat
Die Sitzverteilung im Rathaus nach der Kommunalwahl vom 30. August 2009:
1 Anmerkung: Die CDU-Fraktion besteht nur aus 6 Mitgliedern, da ein CDU-Mitglied aus der Fraktion ausgeschlossen wurde
[Bearbeiten] Städtepartnerschaft
Seit dem 19. Mai 1984 besteht eine offizielle Partnerschaft mit der Gemeinde Bathmen in den Niederlanden. Bathmen liegt in der Provinz Overijssel, etwa 10 km vor Deventer. In der 28 km² großen Gemeinde leben rund 5.150 Einwohner.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Die evangelische Stadtkirche
Der Turm hat ein Quadrat mit einer Seitenlänge von 7,80 m als Grundriss mit einer Wandstärke von 1,60 m bis 1,80 m. Ursprünglich war der Turm als Zufluchtstätte konzipiert und verfügte daher nur über einen Eingang in 4,5 m Höhe. Später wurde ein spitzbogiger Eingang an der Westseite des Turmes hinzugefügt. Anhand eines umlaufenden Absatzes im Mauerwerk lässt sich vermuten, dass der Turm eine ursprüngliche Höhe von 17 m hatte. Später, vermutlich im 13. Jahrhundert, wurde das Mauerwerk auf mehr als 29 m erhöht. Mit der spätgotischen Dachhaube (15. Jh.) und dem Hahn misst der Turm heute exakt 43,09 m.
Der Bau des ältesten Teiles des Turmes wird allgemein auf das 12. Jh. datiert, da das Kirchspiel Westerkappeln erstmals 1188 im Osnabrücker Urkundenbuch erwähnt wird. Hierbei wird aber nicht berücksichtigt, dass die Architektur des Baus vor allem durch den Osnabrücker Bischof Benno II. (1067–1088) beeinflusst wurde (u. a. Bau der Klosterkirche Iburg, Gertrudenkloster Osnabrück). So lässt sich vermuten, dass der Turm bereits im späten 11. Jahrhundert errichtet wurde.
Das Kirchengeläut besteht aus zwei Bronzeglocken. Die ostwärtige Glocke, „Anna“ genannt, wurde 1519 durch Herbert Bippen gegossen und hat einen Durchmesser von 1,43 m; die westliche Glocke wurde 1641 durch Peter Hemoni gegossen und misst 1,26 m im Durchmesser. Im Zweiten Weltkrieg wurde die „Anna“ als kriegswichtiges Gut beschlagnahmt und sollte eingeschmolzen werden. Dazu kam es aber nicht. 1947 wurde die Glocke auf einem Lagerplatz in Geseke wiederentdeckt und nach Westerkappeln zurückgeführt.
Das Kirchenschiff basiert auf einer romanischen Basilika aus dem 12. Jahrhundert (dunkles Mauerwerk bis in eine Höhe von 5 m). Die späteren Teile wie das obere Mauerwerk, das Gewölbe, das Querschiff sowie der Chorabschluss entstammen der Spätgotik (mehrfache Umbauten).
1527 wurde in der Grafschaft Tecklenburg, zu der das Kirchspiel Westerkappeln gehörte, durch Graf Otto VII. die Reformation eingeführt. Treibende Kraft war Ottos Sohn Konrad. Zu dieser Zeit breiteten sich mit der Reformation auch die Bilderstürmer aus, die gegen Malereien und Statuen in den Kirchen waren (erste Bilderstürmer in der Grafschaft bereits 1525). Eine zweite Welle des Bildersturms erfolgte im Zusammenhang mit den Wiedertäufern, die 1534/35 im Münster die Macht übernahmen. In diese Zeit fallen auch Zerstörungen in und an der Westerkappelner Stadtkirche. So büssten die Figuren am Südportal, "Ecclesia" und "Synagoge", ihre Köpfe ein. Im Innern wurde das Relief an der Südwand des Kirchenschiffs schwer beschädigt.
Bei Renovierungsarbeiten 1896 und 1923 wurden Fresken entdeckt, so die Kreuztragung Christi und eine Darstellung des Christopherus.
Wer sich die Kirche genauer von außen ansieht, dem werden zwei Merkwürdigkeiten auffallen. So steht der Turm nicht mittig zur Längsachse des Kirchenschiffes, sondern ist seitlich versetzt (oder vielmehr wurde das Kirchenschiff leicht nach Nord versetzt zum Turm errichtet). Außerdem steht das Südportal der Kirche nach Westen versetzt zur darüberliegenden Fensterrose.
[Bearbeiten] Orgel und Kirchenmusik
Die Orgel der evangelischen Stadtkirche Westerkappeln wurde zwischen 1821 und 1822 errichtet. Die Firma Rohlfink/Osnabrück erweiterte die Orgel 1912. Im Jahre 1962 wurde von der Firma Hammer/Arnum ein neues Instrument hinter das historische Gehäuse gebaut. Die Pedalregister Subbass 16‘, Gedackt 8‘ und Oktav 4‘ von 1912 sind erhalten geblieben.
Es finden regelmäßig Konzerte an der Orgel und in der Kirche statt. Diese werden meist von der Kantorei, dem Jungen Chor, dem Flötenensemble und dem Posaunenchor (gegründet 1911. Mitbegründer war der Großvater von Christian Wulff) mitgestaltet. Alle Ensembles stehen unter der Leitung von KMD Martin Ufermann.
[Bearbeiten] Brunnen im OrtskernIm Jahr 2002 beschäftige sich eine Findungskommission mit der Aufgabe, eine geeignete Brunnenanlage für den Ortskern auszuwählen. Die Bürger Westerkappelns blieben dabei außen vor. Die Kommission entschied sich für das Kunstwerk „Brunnen mit Hase und Blumen“ von Professor Heinrich Brummack, der in Westerkappeln lebt und arbeitet, und setzte sich so gegen den Vorschlag „Brunnen mit Kochtopf und Eule“ durch. Die Anlage besteht aus einer gusseisernen Schale mit einem Durchmesser von 2,40 Meter und einem mittig darin platzierten Natursteinsockel mit aufgelegter Drehscheibe. Auf dieser Drehscheibe sind ein aus Bronze gegossener blattvergoldeter Hase und aus Aluminium hergestellte Blumen befestigt. Die hydraulische Drehscheibe lässt den darauf platzierten Hasen nach dem Zufallsprinzip seine Richtung ändern. Im Winter, wenn der Brunnen außer Betrieb ist, wird der Hase von einem blauen Gitter eingeschlossen, „damit er nicht weglaufen kann“ (Prof. Brummack). Der Brunnen ist umstritten. Nach Ansicht von Gegnern dieser Anlage sei das Projekt „kitschiger Müll“ und „herausgeschmissenes Geld“. Tatsächlich hat der Brunnen einen fünfstelligen Betrag gekostet (Spende der Kreissparkasse an den Kultur-und Heimatverein Westerkappeln). Andere drückten ihren Protest dadurch aus, dass sie Waschpulver in den Brunnen schütteten. [Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten] GewerbeWesterkappeln verfügt über zwei größere Gewerbegebiete. Im ortsnahen Westerkappelner Gewerbegebiet Gartenkamp haben sich mittelständische Unternehmen angesiedelt, zum Teil von überregionaler Bedeutung. So ist dort zum Beispiel der größte Automatenaufsteller Deutschlands im public vending-Bereich, die Firma Geile, ansässig. Ebenfalls im Gewerbegebiet Gartenkamp finden sich die Zentrale der Firma Foto Erhardt, Menke-Spezialtransporte, tvs, Aqua – Living, ELOS, TAAC, Kamphermann & Opfermann, Düsing, Oberschmidt, LBW, Iborg, Kroog, Konstruktionsbüros Möller, Gedes, Confiserie Rabbel, Fa. Essing an der Kreuzstraße und andere. Im Ortsteil Velpe befindet sich ein weiteres, größeres Gewerbegebiet. Es liegt direkt an der Anschlussstelle Lotte der A 30. Zu den größten Unternehmen dort gehören die Logistikzentrale und Regionalgesellschaft von Lidl, die Bauunternehmen Echterhoff, hagebau Zentrallager + Service HZL, hagebau Zentrallager Weser-Ems, Poppensieker & Derix (Holzleimbinder) sowie ein ABC-Keramik Werk. Weiterhin sind hier Logistikzentren von Trans-O-Flex , GLS und der WM-Group angesiedelt. Alle diese Unternehmen befinden sich im Industriegebiet Velpe. Darüber hinaus sind die Verzinkerei Heinemann (Seppeler-Gruppe), die Speditions-und Logistikfirma City-Trans sowie Hellos Stahlbau und Velper-Fenster ansässig. Daneben findet sich noch ein Lager der Firma Wulff-Farben, eine Scania LKW-Niederlassung und andere. Besonderheit des Industriegebiets Velpe ist ein sich anschließender am Fuße des Teutoburger Waldes gelegener Golfplatz. [Bearbeiten] VerkehrDas Gebiet der Gemeinde Westerkappeln liegt unmittelbar an den Bundesautobahnen A 1 und A 30 und wird von zwei untergeordneten Bahnlinien durchquert. Im Norden des Gemeindegebiets befindet sich der Mittellandkanal. Über die A 1 ist der Flughafen Münster-Osnabrück schnell zu erreichen. Die Tecklenburger Nordbahn führt durch den Ortskern von Westerkappeln. Diese Eisenbahnstrecke von Osnabrück nach Rheine wird für den Güterverkehr und Museumszüge benutzt; eine Perspektive für eine moderne Regionalbahn ist in der Diskussion. Im Nahverkehrsplan SPNV Westfalen-Lippe ist aufgrund einer guten Wirtschaftlichkeit die Wiederinbetriebnahme als moderne Regionalbahn von Osnabrück nach Recke im 30-Minuten-Takt vorgesehen. Dabei kann als Bahnhaltepunkt die schon vorher bestehende Bahnstation Westerkappeln vorgesehen werden. Bis vor wenigen Jahren verfügte auch der Ortsteil Velpe über einen Regionalbahn-Haltepunkt der Verbindung Osnabrück-Rheine. Der Regionalverkehr Münsterland betreibt zwei Regionallienien durch Westerkappeln. Die Schnellbuslinie S10 in Richtung Mettingen und Recke sowie nach Osnabrück wo auch die Regionallinie R11 über die Lotter Ortsteile Wersen und Büren hinfährt. Seit einigen Jahren verkehrt in Westerkappeln auch der von Bürgen betriebene BürgerBus B1. In den südlichen Ortsteilen der Gemeinde fährt im Taktverkehr die Buslinie von Osnabrück über Lotte nach Ibbenbüren. [Bearbeiten] Persönlichkeiten[Bearbeiten] Personen, die vor Ort gewirkt haben
[Bearbeiten] Einzelnachweise
[Bearbeiten] Literatur
[Bearbeiten] WeblinksStädte und Gemeinden im Kreis Steinfurt
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