Westerkappeln

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Westerkappeln
Westerkappeln
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Westerkappeln hervorgehoben
52.3152777777787.880555555555660Koordinaten: 52° 19′ N, 7° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Steinfurt
Höhe: 60 m ü. NHN
Fläche: 85,83 km²
Einwohner: 10.903 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 127 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49492
Vorwahlen: 05404 (Westerkappeln) 05456 (Velpe)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: ST, BF, TE
Gemeindeschlüssel: 05 5 66 092
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Große Straße 13
49492 Westerkappeln
Webpräsenz: www.gemeinde-westerkappeln.de
Bürgermeister: Ullrich Hockenbrink (SPD)
Lage der Gemeinde Westerkappeln im Kreis Steinfurt
Nordrhein-Westfalen Kreis Borken Kreis Coesfeld Münster Kreis Warendorf Niedersachsen Greven Saerbeck Lienen Lengerich Laer Altenberge Horstmar Nordwalde Ladbergen Metelen Hörstel Westerkappeln Ibbenbüren Steinfurt Wettringen Neuenkirchen Mettingen Lotte Hopsten Ochtrup Rheine Recke Tecklenburg EmsdettenKarte
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Westerkappeln (plattdeutsch Kappeln) ist eine Gemeinde in der Region Tecklenburger Land (Kreis Steinfurt) im nördlichen Teil des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Sie befindet sich etwa acht Kilometer westlich von Osnabrück.

Geografie[Bearbeiten]

Westerkappeln liegt am nördlichen Rand des Tecklenburger Landes. Richtung Norden erstreckt sich das Norddeutsche Tiefland, im Süden grenzt der Teutoburger Wald an.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Westen grenzt die Gemeinde Mettingen an, im Süden Ibbenbüren und Tecklenburg, im Osten die Gemeinde Lotte. Im Norden liegen die Gemeinde Neuenkirchen und die Stadt Bramsche im Landkreis Osnabrück.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Westerkappelner Gemeindegebiet umfasst über den eigentlichen Ortskern hinaus eine großflächige Gemarkung mit den neun Bauernschaften Seeste, Osterbeck, Westerbeck, Metten, Düte, Sennlich, Handarpe, Hambüren und Lada. Die drei letztgenannten Bauernschaften bilden zusammen mit der Siedlung Ortfeld den Ortsteil Velpe, der im Süden der Gemeinde liegt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Westerkappeln geht zurück auf die Gründung einer Kapelle (capellun) oder Kirche im Westen des Bistums Osnabrück, zur Unterscheidung von einer anderen Kapelle im Osten (Ostercappeln). Die Kirche muss in der Zeit nach dem Jahre 800 unter Karl dem Großen entstanden sein. Wahrscheinlich besaß das Kloster Corvey an der Weser bereits seit 816 Grundrechte in Westerkappeln. Erstmalige Erwähnung findet Westerkappeln dort in einem Einkünfteregister im 11. Jahrhundert. Bis 1939 wurde noch als offizielle Schreibweise „Westercappeln“ gepflegt.

Am 1. Oktober 1939 fusionierte die damalige Landgemeinde Westerkappeln mit der Stadtgemeinde Westerkappeln zur neuen Gemeinde Westerkappeln.[2]

Auf dem Wappen von Westerkappeln ist Reinhild von Westerkappeln zu sehen.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[3]
Wahlbeteiligung: 54,3 % (2004: 59,8 %)
 %
50
40
30
20
10
0
47,6 %
26,9 %
10,5 %
8,6 %
6,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   2
   0
  -2
  -4
-2,7 %p
+0,5 %p
+1,4 %p
+1,6 %p
-0,9 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl vom 30. August 2009 verteilen sich die 26 Sitze des Gemeinderats folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • SPD: 12 Sitze (–1)
  • CDU: 7 Sitze (±0)
  • FDP: 3 Sitze (+1)
  • GRÜNE: 2 Sitze (±0)
  • FW 2 Sitze (±0)

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Seit dem 19. Mai 1984 besteht eine offizielle Partnerschaft mit der Gemeinde Bathmen in den Niederlanden. Bathmen liegt in der Provinz Overijssel, etwa 10 km vor Deventer. In der 28 km² großen Gemeinde leben rund 5.150 Einwohner. Nach der Eingemeindung der Gemeinde Bathmen in die Hansestadt Deventer im Jahr 2005, ist die Partnerschaft auf Deventer übergegangen. Die Städtepartnerschaft gestaltet sich nach dieser Gemeindereform jedoch schwer. [4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Rittergut Langenbrück um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Die Evangelische Stadtkirche[Bearbeiten]

Evangelische Stadtkirche

Die Evangelische Stadtkirche wurde um das Jahr 1500 vollendet, wobei Bauteile einer Vorgängerkirche unter dem Patrozinium des Hl. Stephanus einbezogen wurden: Zum einen der Turm aus dem Ende des 12. Jahrhunderts, und insbesondere auch Reste eines Südquerschiffes aus dem 13. Jahrhundert.

Brunnen im Ortskern[Bearbeiten]

Der umstrittene „Brunnenhase“

Im Jahr 2002 beschäftige sich eine Findungskommission mit der Aufgabe, eine geeignete Brunnenanlage für den Ortskern auszuwählen. Die Bürger Westerkappelns blieben dabei außen vor. Die Kommission entschied sich für das Kunstwerk „Brunnen mit Hase und Blumen“ von Heinrich Brummack, der in Westerkappeln lebt und arbeitet, und setzte sich so gegen den Vorschlag „Brunnen mit Kochtopf und Eule“ durch. Die Anlage besteht aus einer gusseisernen Schale mit einem Durchmesser von 2,40 Meter und einem mittig darin platzierten Natursteinsockel mit aufgelegter Drehscheibe. Auf dieser Drehscheibe sind ein aus Bronze gegossener blattvergoldeter Hase und aus Aluminium hergestellte Blumen befestigt. Die hydraulische Drehscheibe lässt den darauf platzierten Hasen nach dem Zufallsprinzip seine Richtung ändern. Im Winter, wenn der Brunnen außer Betrieb ist, wird der Hase von einem blauen Gitter eingeschlossen, „damit er nicht weglaufen kann“ (Brummack). Der Brunnen ist umstritten. Nach Ansicht von Gegnern dieser Anlage sei das Projekt „kitschiger Müll“ und „herausgeschmissenes Geld“. Tatsächlich hat der Brunnen einen fünfstelligen Betrag gekostet (Spende der Kreissparkasse an den Kultur- und Heimatverein Westerkappeln). Andere drückten ihren Protest dadurch aus, dass sie Waschpulver in den Brunnen schütteten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gewerbe[Bearbeiten]

Westerkappeln verfügt über zwei größere Gewerbegebiete. Im ortsnahen Westerkappelner Gewerbegebiet Gartenkamp haben sich mittelständische Unternehmen angesiedelt, zum Teil von überregionaler Bedeutung. So ist dort zum Beispiel der größte Automatenaufsteller Deutschlands im public vending-Bereich, die Firma Geile, ansässig. Ebenfalls im Gewerbegebiet Gartenkamp finden sich die Zentrale der Firma Foto Erhardt, Menke-Spezialtransporte, tvs, Aqua – Living, ELOS, TAAC, Atlantis Veranstaltungstechnik, Gaststätte Kontor-Lounge, Kamphermann & Opfermann, Düsing, Oberschmidt, LBW, Iborg, Kroog, Konstruktionsbüros Möller, Gedes, Confiserie Rabbel, Fa. Essing an der Kreuzstraße und andere.

Im Ortsteil Velpe befindet sich ein weiteres, größeres Gewerbegebiet. Es liegt direkt an der Anschlussstelle Lotte der A 30. Zu den größten Unternehmen dort gehören die Logistikzentrale und Regionalgesellschaft von Lidl, die Bauunternehmen Echterhoff, hagebau Zentrallager + Service HZL, hagebau Zentrallager Weser-Ems, Poppensieker & Derix (Holzleimbinder) sowie ein ABC-Keramik Werk. Weiterhin sind hier Logistikzentren von Trans-O-Flex, GLS und der WM-Group angesiedelt. Alle diese Unternehmen befinden sich im Industriegebiet Velpe. Darüber hinaus sind die Verzinkerei Heinemann (Seppeler-Gruppe), die Speditions- und Logistikfirma City-Trans sowie Hellos Stahlbau und Velper-Fenster ansässig. Daneben findet sich noch ein Lager der Firma Wulff-Farben, eine Scania LKW-Niederlassung und andere. Besonderheit des Industriegebiets Velpe ist ein sich anschließender am Fuße des Teutoburger Waldes gelegener Golfplatz.

Verkehr[Bearbeiten]

Das Gebiet der Gemeinde Westerkappeln liegt unmittelbar an den Bundesautobahnen A 1 und A 30 und wird von zwei untergeordneten Bahnlinien durchquert. Im Norden des Gemeindegebiets befindet sich der Mittellandkanal. Über die A 1 ist der Flughafen Münster-Osnabrück schnell zu erreichen.

Die Tecklenburger Nordbahn führt durch den Ortskern von Westerkappeln. Diese Eisenbahnstrecke von Osnabrück nach Rheine wird für den Güterverkehr und Museumszüge benutzt; eine Perspektive für eine moderne Regionalbahn ist in der Diskussion. Im Nahverkehrsplan SPNV Westfalen-Lippe ist aufgrund einer guten Wirtschaftlichkeit die Wiederinbetriebnahme als moderne Regionalbahn von Osnabrück nach Recke im 30-Minuten-Takt vorgesehen. Dabei kann als Bahnhaltepunkt die schon vorher bestehende Bahnstation Westerkappeln vorgesehen werden. Bis vor wenigen Jahren verfügte auch der Ortsteil Velpe über einen Regionalbahn-Haltepunkt der Verbindung Osnabrück-Rheine.

Der Regionalverkehr Münsterland betreibt zwei Regionallienien durch Westerkappeln. Die Schnellbuslinie S10 in Richtung Mettingen und Recke sowie nach Osnabrück wo auch die Regionallinie R11 über die Lotter Ortsteile Wersen und Büren hinfährt. Seit einigen Jahren verkehrt in Westerkappeln auch der von Bürgen betriebene BürgerBus B1. In den südlichen Ortsteilen der Gemeinde fährt im Taktverkehr die Buslinie von Osnabrück über Lotte nach Ibbenbüren.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich E. Hunsche: Westerkappeln. Chronik einer alten Gemeinde im nördlichen Westfalen. Westerkappeln, Gemeinde Westerkappeln, 1975.
  • Heinz Weyer: Die evangelische Stadtkirche in Westerkappeln. Kultur- und Heimatverein Westerkappeln e. V., 1991.
  • Gertrud Althoff: Jüdische Westerkappelner, auf den Spuren ihrer Geschichte. Westerkappeln, Bd. 9, Gemeinde Westerkappeln, 2005.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2.  Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 294.
  3. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Gem_raete/c566092kw0900.html
  4. Westfälische Nachrichten: Partnerschaft mit Bathmen ist offen, abgerufen am 16. Juni 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Westerkappeln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien