Westfälische Nachrichten

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Westfälische Nachrichten
Logo Westfälische Nachrichten
Beschreibung deutsche Tageszeitung
Verlag Aschendorff Medien GmbH & Co. KG
Erscheinungsweise täglich
(Montag bis Samstag)
Verkaufte Auflage
(IVW Q2/2014, Mo–Sa)
112.239 Exemplare
Chefredakteur Norbert Tiemann
Weblink www.wn.de

Westfälische Nachrichten (WN) ist eine regionale Tageszeitung für den Raum Münster (Westfalen), das Münsterland und das Tecklenburger Land. Sie wird von der Aschendorff Medien GmbH & Co. KG herausgegebenen.

Auflage[Bearbeiten]

Die Hauptausgabe Münster erreicht eine verkaufte Auflage von 92.286 Exemplaren.[1] Zuzüglich der Teilausgabe Westerkappelner Zeitung/Tecklenburger Kreisblatt sowie den Gronauer Nachrichten und dem Tecklenburger Landboten lag die Gesamtauflage im 2. Quartal 2014 bei 112.239 Exemplaren. Mit einer verkauften Auflage von 214.118 Exemplaren[2] im Verbund mit dem Partnerverlagen der Zeitungsgruppe Münsterland (ZGM) sind die Westfälischen Nachrichten die auflagenstärkste Tageszeitung der Region.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (56,4 Prozent) der über 14-Jährigen liest täglich die Westfälischen Nachrichten oder einen Titel der ZGM-Gruppe (Media-Analyse 2014).

Von den Westfälischen Nachrichten werden elf verschiedene Lokalausgaben für das Münsterland bzw. Tecklenburger Land gedruckt. Inklusive der Partnerverlage existieren 19 verschiedene Belegungseinheiten für Anzeigen- und Beilagenkunden. Seit 2010 wird nach zehn Jahren Pause das Bocholter-Borkener Volksblatt ebenfalls wieder von der Unternehmensgruppe Aschendorff gedruckt.

Verlagsprodukte[Bearbeiten]

Verlagshaus Aschendorff, Stammsitz bis 2008, heute Sitz des Buchverlages

Einen Großteil der Verbundauflage der ZGM macht die Hauptausgabe Münster (umfasst Münster und zahlreiche Umlandgemeinden) aus. Zur ZGM gehören die Westfälischen Nachrichten, die Ahlener Zeitung (AZ), welche im Jahr 2004 vom Verlag E. Sommer aufgekauft wurde, die Allgemeine Zeitung in Coesfeld mit ihren Tochterausgaben Billerbecker Anzeiger und Gescherer Zeitung, die Borkener Zeitung, die Dülmener Zeitung, die Ibbenbürener Volkszeitung, die Münsterländische Volkszeitung Rheine, sowie das Tageblatt für den Kreis Steinfurt in Ochtrup. Gedruckt wird im Aschendorff Druckzentrum an der Hansalinie in Münster.

Die Zeitung bietet dabei ein Komplett-Angebot von Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport aus der Region. Ergänzt wird dies durch zielgruppenspezifische Angebote wie zum Beispiel der Kinderseite „Yango“. Zu den der Westfälischen Nachrichten gehört ferner das Freizeit- und Veranstaltungsmagazin „WN live“, das einmal im Monat (freitags) allen WN-Ausgaben sowie der Ahlener Zeitung und dem Tageblatt für den Kreis Steinfurt beiliegt. Zusätzlich ist das Magazin kostenlos an rund 400 Auslagestellen erhältlich.

Redaktion[Bearbeiten]

Über 100 festangestellte Redakteurinnen und Redakteure berichten tagtäglich in 19 verschiedenen Lokalausgaben für das Münsterland. Neben der Mantelredaktion in Medienhaus Aschendorff sowie der Lokalredaktion Münster, die ebenfalls in der Unternehmenszentrale angesiedelt ist, gehören Lokalredaktionen in Ascheberg, Borghorst, Burgsteinfurt, Drensteinfurt, Greven, Gronau, Havixbeck, Hiltrup, Lengerich, Lüdinghausen, Nottuln, Senden, Sendenhorst, Telgte, Warendorf, Westerkappeln und Ahlen zu den Westfälischen Nachrichten.

Lokalzeitung in Münster[Bearbeiten]

In Münster, wo die Hauptausgabe der Westfälischen Nachrichten erscheint, ist die WN neben der Münsterschen Zeitung (MZ) eine von insgesamt zwei Lokalzeitungen in der Stadt.

Der örtliche kommerzielle Radiosender Antenne Münster gehört zu 75 Prozent den beiden Lokalzeitungen WN und MZ.

Online, Mobil & WN ePaper[Bearbeiten]

Die Westfälischen Nachrichten bieten Informationen auf verschiedenen Kanälen an (Print, Online, Mobile). Dabei arbeitet die in einer Newsdesk-Organisation aufgebaute Redaktion der Westfälischen Nachrichten nach dem Prinzip „Online first“: Das seit 2007 angebotene Nachrichten-Portal www.wn.de verzeichnet rund zehn Millionen Zugriffe pro Monat und ist somit das meistbesuchte Nachrichten-Portal der Region. Neben Information und Unterhaltung für alle Bereiche des täglichen Lebens bietet das Portal über WN-TV, das Videoangebot der Westfälischen Nachrichten, zudem eine Vielzahl von lokalen Videonachrichten. Durch das Zusammenspiel von Artikeln, Fotos und Videos ergibt sich ein multimediales regionales Nachrichtenangebot.

Seit Oktober 2012 werden alle Zeitungstitel der Westfälischen Nachrichten inklusive der Ahlener Zeitung und des Tageblatts für den Kreis Steinfurt auch in digitaler Form als "WN ePaper" angeboten. Die Nutzung erfolgt über einen herkömmlichen Browser sowie über die WN ePaper-App für iOS und Android.

Geschichte[Bearbeiten]

Geschäftsstelle der Westfälischen Nachrichten am Prinzipalmarkt in Münster.

Von 1852 bis 1937 erschien der Münsterische Anzeiger, der im Jahre 1937 zur Zeit des Nationalsozialismus von den NS-Machthabern entschädigungslos enteignet wurde. Dies war der Vorläufer der heutigen Westfälischen Nachrichten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bekam Aschendorff als erster Verlag die Lizenz zur Veröffentlichung einer neuen Zeitung in der britischen Besatzungszone Münsters. Erste Lizenzträger der Westfälischen Nachrichten waren der ehemalige Reichstagsabgeordnete Franz Bornefeld-Ettmann, Gottfried Hasenkamp und der Mitinhaber der Aschendorffschen Verlagsbuchhandlung, Friedrich Leopold Hüffer.

Da die Druckmaschine in Münster während eines Bombenangriffes zerstört worden war, wurden die Westfälischen Nachrichten im Verlagshaus Holterdorf in Oelde gedruckt – die erste Ausgabe der Westfälischen Nachrichten erschien am 3. August 1946. Ab 1949 erfolgte die Produktion der Zeitung wieder im Druckhaus in Münster.

Im Jahr 1950 schlossen sich die Westfälischen Nachrichten mit umliegenden Heimatverlagen im Münsterland zur „Zeitungsverlagsgesellschaft Nordwestdeutschland“ (ZENO), heute „Zeitungsgruppe Münsterland“ (ZGM), zusammen.

Chefredakteur war von 1990 bis 2000 Jost Springensguth. Seine Nachfolge trat Norbert Tiemann an, der zuvor stellvertretender Chefredakteur gewesen war.

Am 1. August 2014 wurde bekannt, dass der WN-Herausgeber Aschendorff auch Münsters kleinere Lokalzeitung, die Münstersche Zeitung (MZ) im Rahmen einer Sanierungsfusion übernehmen will.[3] Beobachter befürchten, dass damit in Münster die Pressevielfalt deutlich zurückgehen und dass die Übernahme der als weniger konservativ geltenden MZ durch die WN zu einem politischen Rechtsruck in der lokalen Berichterstattung führen könne.[4] Das Bundeskartellamt stimmte ausnahmsweise der Übernahme zu, weil auch eine Insolvenz der Konkurrenzzeitung zu einer Monopolstellung der WN geführt hätte.[5]

Archiv[Bearbeiten]

Alle je erschienen Seiten der Zeitung sind Anfang des 21. Jahrhunderts eingescannt worden. Mit mehr als einer Million Seiten war das der größte in Deutschland je vergebene Einscan-Auftrag. Heute ist das komplette Archiv mit 60 Zeitungsjahrgängen in digitaler Form verfügbar.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. laut IVW, drittes Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  2. laut IVW, drittes Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  3. WDR: „Westfälische Nachrichten will MZ übernehmen“
  4. WDR Lokalzeit Münster vom 1. August 2014
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKartellamt erlaubt Monopol - ausnahmsweise. In: Spiegel Online. 1. September 2014, abgerufen am 2. Dezember 2014.