Westkanada

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Provinzen Westkanadas. Von West nach Ost: Britisch Columbia, Alberta, Saskatchewan und Manitoba

Westkanada (engl. Western Canada, frz. Ouest canadien, im kanadischen Englisch oft nur The West) ist eine Region Kanadas.

Die gängigste Definition zählt zu Westkanada alle Provinzen westlich Ontarios. Von West nach Ost sind das:

Die letzten drei Provinzen bilden auch die Prärieprovinzen. Der Status von British Columbia wird des Öfteren angezweifelt. Zusammen beherbergen die Provinzen mit knapp 10 Millionen Einwohnern etwa 30 % aller Kanadier. Es handelt sich um das Gebiet mit dem derzeit stärksten Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum, vor allem aufgrund der Ölvorräte in den Prärien. Politisch war Westkanada oft Heimat konservativer-libertärer Separatismusbewegungen, die Westkanada durch die Dominanz von Ontario und Québec in der Zentralregierung benachteiligt sehen.

Umfang[Bearbeiten]

Die gängigste Definition folgt sowohl der geografischen Logik, dass das gesamte Gebiet westlich Ontarios zu Westkanada gehört, als auch der Regionsaufteilung des kanadischen Senats. Besonders die Küstenregion British Columbia um Vancouver, oft als Pazifikkanada bezeichnet, zählt aber nur bedingt zur Region. Durch die Lage am Wasser und die Trennung vom übrigen Westkanada durch die Rocky Mountains hat sich dort eine stark unterschiedliche Kultur und politische Haltung entwickelt, die mehr mit den nordwestlichen Staaten der USA, Washington und Oregon, gemeinsam hat als mit dem übrigen Westkanada.

Demografie[Bearbeiten]

Die Bevölkerung ganz Westkanadas beträgt etwa zehn Millionen Einwohner, davon leben 4,3 Millionen in British Columbia, 3,3 Millionen in Alberta, knapp eine Million in Saskatchewan und 1,2 Millionen in Manitoba. Damit haben sie etwa 30 % der Einwohner Kanadas und zusammen etwas mehr als die Provinz Québec, wenn auch deutlich weniger als Ontario.[1]

Städte[Bearbeiten]

Bevölkerungsschätzung 2005 wichtiger Metropolregionen:[2]

Geografie[Bearbeiten]

Das westliche British Columbia liegt direkt am Pazifik, während Alberta und Saskatchewan gar keine Küste, Manitoba nur einen sehr kleinen Küstenstreifen an der Hudson Bay besitzt.

Die Küste British Columbias hat durch den Pazifik-Einfluss ozeanisches Klima mit relativ nassen Wintern und trockenen Sommern. Dort genießt man die mildesten Winter Kanadas mit Temperaturen, die nur selten den Gefrierpunkt unterschreiten.

Alberta profitiert von den Rocky Mountains, die durch den Föhnwind der Chinooks genug Wärme abbekommen, um den Außenaufenthalt auch im Winter noch möglich zu machen, so dass sich dort Wintersport großer Beliebtheit erfreut. Aufgrund der Wetterabhängigkeit vom Wind kann dieses aber schnell wechseln, so dass im Januar und Februar warme Temperaturen herrschen, ebenso wie es in Ausnahmefällen vorkommen kann, dass es im Juli oder August schneit.

Saskatchewan und Manitoba weisen Kontinentalklima mit sehr kalten Wintern und heißen Sommern auf. Die Temperatur in den Provinzen kann in Winter auf -40 °C sinken, die durchschnittlichen Höchsttemperaturen in den kalten Monaten liegen zwischen -10 °C und -15 °C. Im Sommer hingegen kann das Thermometer auf über 35 °C steigen.

Politische Bedeutung[Bearbeiten]

Politisch wird "The West" oft mit der Konservativen Partei gleichgesetzt und dann in den Gegensatz zum Liberalismus in Zentralkanada gebracht. Von den 92 Mitgliedern im Unterhaus aus den westlichen Provinzen gehören derzeit 72 der konservativen Partei an, 13 Mitglied der Neuen Demokratischen Partei, 4 sind liberal und eine Mitglied der Grünen.[3] Im Senat hat die Region 24 Sitze; da Senatoren aber vom Premierminister ernannt werden, hat deren Verteilung keine Aussagekraft über die Präferenzen der Bevölkerung. Der derzeitige Minister für internationalen Handel, David Emerson, wurde als Liberaler in das Parlament gewählt, trat aber kurz danach zur Regierungspartei der Konservativen über.

Besonders beschäftigt Politiker aus dieser Region eine Reform des Senats: Im Verhältnis zur Bevölkerung ist Westkanada dort weit unter-, die östlichen Seeprovinzen weit überrepräsentiert. Politiker aus Kanada favorisieren einen Senat, der direkt gewählt wird (im Gegensatz zur bisherigen Ernennung), in dem jede Provinz, unabhängig von der Bevölkerungszahl gleich viele Senatoren stellt und der dadurch effektiver arbeiten soll und legitim politische Macht ausüben kann. Die empfundene Benachteiligung auf der Bundesebene hat ebenso zu lautstarker Kritik etablierter Politiker geführt, wie sich auch immer wieder Sezessionsbestrebungen ausbreiten.

Anmerkungen[Bearbeiten]

Dieser Artikel beruht auf Teilen des Artikels Western Canada in der englischen Wikipedia, Version vom 23. Februar 2007

  1. Statistics Canada 1. April, Schätzungen für 2005
  2. Statistics Canada – Population of census metropolitan areas (2001 Census boundaries)
  3. Ergebnisse der Unterhauswahlen 2011 (abgerufen am 9. Mai 2011)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Westkanada – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien