Westsyrischer Ritus

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Altar im Stil der Westsyrischen Liturgie (St. Thomas Church, North Paravur, Kerala, Indien)

Der Westsyrische Ritus ist der Gottesdienst des altkirchlichen Patriarchats Antiochia und seiner Nachfolgekirchen: Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien (einschließlich ihres indischen Anteils), Syrisch-Maronitische Kirche von Antiochien, Malankara Orthodox-Syrische Kirche, Syrisch-katholische Kirche und Malankarisch-katholische Kirche. Er wird auch Antiochenischer Ritus (bzw. Antiochenische Liturgie) genannt und bildet zusammen mit den Ostsyrischen Ritus das Syrische Christentum.[1]

Die Rum-Orthodoxe Kirche, das antiochenische Patriarchat der Chalcedonenser, hat den Antiochenischen Ritus mit der Zeit fast vollständig zugunsten des Byzantinischen Ritus aufgegeben. Er wurde hier zunächst weithin in syrischer Übersetzung gefeiert, in der Neuzeit fast nur noch in arabischer Sprache.

Eine besondere Stellung hatte als „Heilige Stadt“ Jerusalem inne, dessen altkirchliche („vor-byzantinische“) Gottesdienstordnung man als Alt-Jerusalemer Liturgie bezeichnet.

Die Syrische Liturgie und die Maronitische Liturgie bilden zusammen die Westsyrischen Liturgien und werden in der Liturgiewissenschaft häufig gemeinsam und vergleichend behandelt. Studien zur „Malankarischen Liturgie“ behandeln stets den Antiochenischen Ritus.

Liturgiegeschichte[Bearbeiten]

Stilbildendes Zentrum des Antiochenischen Ritus war die Patriarchalkathedrale in Antiochien, dem Apostel Petrus geweiht, auch bekannt als „Kirche des Cassianus“. Mittelalterliches Zeugnis ihrer Liturgie ist der Codex Vat. syr. 21 v.J. 1041. Die Patriarchen der Syrisch-orthodoxen Kirche residierten in verschiedenen Klöstern außerhalb Antiochiens, häufig in jenem, dem sie selbst entstammten. Daher fehlt dieser Kirche ein die liturgiegeschichtliche Entwicklung beherrschendes Zentrum. Unterscheiden lassen sich zwei Jurisdiktionsbezirke mit gottesdienstlich unterschiedlichen Gewohnheiten: (1) das unmittelbar dem Patriarchen unterstehende Gebiet im früheren Imperium Romanum, (2) die dem Maphrian unterstellten Kirchen im Osten der vormaligen Reichsgrenzen („Ritus von Tagrit“).

Ein kennzeichnendes liturgisches Gerät dieser Gottesdienste ist das dabei zu den feierlichsten Augenblicken akustisch und visuell verwendete Rhipidion mit Glöckchen.

Die Maronitische Liturgie entwickelt sich in folgenden Epochen:

  • Von der Kirchengründung im 7. Jh. bis zur Begegnung mit den römisch-katholischen Kreuzfahrern im 13. Jh.
  • Vom 13. Jh. bis zu den Synoden Ende des 16. Jh.
  • Vom 16. bis zu den Liturgiereformen des Patriarchen Stephanus Duwaihi († 1704) und der Libanesischen Synode 1736.
  • Vom 18. Jh. bis zur Gegenwart.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

1. Allgemeines

  • Pierre Dib: Étude sur la liturgie maronite. Lethielleux, Paris 1919.
  • Michel Hayek: Liturgie Maronite. Mame. Tours 1964.

2. Eucharistie

  • Michel Hayek: Liturgie Maronite. Histoire et textes eucharistiques. Mame. Tours 1964.
  • P. Gemayel: Avant-Messe Maronite. Histoire et structure. Pont. Ist. Orient., Roma 1965.
  • Andreas Heinz: Die Heilige Messe nach dem Ritus der Syrisch-maronitischen Kirche (Sophia 28). Paulinus, Trier 1996. ISBN 3-7902-1451-5.
  • Givergis Paniker: The Holy Qurbono in the Syro-Malankara Church, herausgegeben von Thomas Paniker (mit Lebenslauf des Verfassers), SB Press Trivandrum, 1991; Komplettscan des Buches (englisch)

3. Sakramente und Kasualien

  • A. Mouhanna: Les rites de l'initiation dans l'Église maronite (Orientalia Christiana Analecta 212). Pont. Ist. Orient., Roma 1980.
  • Emmanuel Khoury: Sacrements de l'initiation chrétienne dans Kitâb al-Hudâ.In: Melto 3 (1967) 309-323.
  • Ziad Sacre: Le Rite de la lampe et l’onction des malades dans l’Eglise maronite. ANRT, Villeneuve d'Ascq 1998. ISBN 2-284-00475-X
  • F. Van de Paverd: Forme celebrative del matrimonio nelle Chiese orientali. In: La celebrazione del matrimonio cristiano. Atti della V settimana dei professori italiani di Liturgia. EDB, Bologna 1977, 11-116. Ohne ISBN.
  • Sebastian P. Brock: The Earliest Texts of the Syrian Orthodox Marriage Rite. In: Orientalia Christiana Periodica 78 (2012) 335-392.
  • Johannes Madey: Tekso d-zuwogo, oder die Ordnung der Krönung. Der Dienst der Heiligung des Sakramentes der Ehe nach dem Rits der Syro-antiochenischen Kirche. Kottayam 1995.
  • The Mystery of Crowning According to the Maronite Antiochene Church. Diocese of Saint Maron, Washington 1985. Ohne ISBN.
  • Jacques Azzi: Office des funérailles et théologie de la mort d'après le manuscrit Vat. Syr. 59. In: Proche-Orient Chrétien 23 (1973) 284-321.
  • Brian Gogan: Penance Rites of the West Syrian Liturgy. In: Irish Theological Quarterly 42 (1975) 182-196.

4. Tagzeiten, Liturgisches Jahr

  • Jean Tabet: L'Office Commun Maronite. Étude du Lilyô et du Safrô. USEK, Kaslik 1972.
  • Anton Baumstark: Festbrevier und Kirchenjahr der syrischen Jakobiten. Paderborn 1910.
  • M. Hadaya: L'Office maronite du Samedi Saint. USEK, Kaslik 1995.
  • Jean-Marie Sauget: Bénédiction de l'eau dans la nuit de l'Épiphanie selon l'ancienne tradition de l'Église maronite. In: L'Orient Syrien 4 (1959) 319-378.

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://books.google.de/books?id=UK-BkfXmh20C&pg=PA239&dq=West+syrian+rite&hl=de&ei=0qcMTpG-E4SWOsbD5bAL&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=2&ved=0CDEQ6AEwAQ#v=onepage&q=West%20syrian%20rite&f=false

Weblinks[Bearbeiten]