Wetterschiff

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das norwegische Wetterschiff MS Polarfront auf Station in der Norwegischen See

Ein Wetterschiff oder Wetterbeobachtungsschiff ist ein stationsfestes Schiff auf dem Ozean, das mit meteorologischen Messinstrumenten ausgerüstet ist. Auf diesem werden durchgängig meteorologische Beobachtungen erstellt.

In den Jahren 1900 bis 1906 unternahm der deutsche Meteorologe Peter Polis mehrere Dienstreisen zum Büro für Wetterdienste im Department of Agriculture der amerikanischen Regierung in Washington, D.C., die für ihn zugleich auch Forschungsreisen waren. Ausgehend von seinen dabei gesammelten Erfahrungen setze er sich maßgeblich für eine internationale Kooperation zur Einrichtung drahtlosen telegraphischen Messnetzes mit Hilfe ausgewählter Handels- oder Postschiffe und damit für mehrfache tägliche und schnelle Wettervorhersagen ein. Dies untermauerte er während seiner verschiedenen Überfahrten mit zahlreichen Testläufen, an denen teilweise bis zu neun Schiffe beteiligt waren, sowie mit detailgenauen Forschungsberichten über die aktuellen Seewetterlagen.[1] Aus dieser Idee heraus entstanden später die stationären und von den Anrainerstaaten der Ozeane betriebenen Wetterschiffe, die auch als medizinische Notstationen und Einsatzplattformen für Rettungsflugzeuge dienten. Seit den 1960er Jahren wird das Wetterschiff fast ganz von Wettersatelliten, Wetterbojen oder Langstreckenflugzeugen abgelöst. Das letzte noch verbliebene Wetterschiff, die MS Polarfront auf 66°N 02°O, sollte nach Plänen der norwegischen Regierung zum Ende des Jahres 2009 außer Betrieb gesetzt werden, was zu Protesten von Klimaforschern führte.[2]

Neben den normalen Wetterschiffen können auch Handelsschiffe Wettermeldungen absetzen. Der Umfang der Wetterbeobachtung auf einem Wetterschiff umfasst die gleichen Wetterelemente wie eine Beobachtung an einer Landstation, erweitert um Elemente wie Wassertemperatur, Wellenhöhe, Wellenperiode, die Richtung, aus der die Wellen kommen, Höhe einer vorhandenen Dünung sowie deren Richtung.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. New York Times, Ausgabe 16. August 1908
  2. Das letzte stationäre Wetterschiff der Welt wird außer Betrieb gesetzt (PDF; 14,4 MB). In: Mitteilungen DMG 3, 2009, S. 20

Weblinks[Bearbeiten]