Wettin-Löbejün

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wettin-Löbejün
Wettin-Löbejün
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wettin-Löbejün hervorgehoben
51.63333333333311.9144Koordinaten: 51° 38′ N, 11° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Saalekreis
Höhe: 144 m ü. NHN
Fläche: 126,94 km²
Einwohner: 10.315 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 81 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06193
Vorwahlen: 0345 (Brachwitz), 034603 (Domnitz, Löbejün, Nauendorf, Neutz-Lettewitz, Plötz), 034607 (Döblitz, Gimritz, Wettin), 034691 (Rothenburg)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SK, MER, MQ, QFT
Gemeindeschlüssel: 15 0 88 216
Webpräsenz: www.stadt-wettin-loebejuen.de
Bürgermeisterin: Antje Klecar (parteilos)
Lage der Stadt Wettin-Löbejün im Saalekreis
Sachsen Thüringen Burgenlandkreis Halle (Saale) Landkreis Anhalt-Bitterfeld Landkreis Mansfeld-Südharz Salzlandkreis Bad Dürrenberg Bad Lauchstädt Barnstädt Braunsbedra Farnstädt Kabelsketal Landsberg (Saalekreis) Leuna Wettin-Löbejün Merseburg Mücheln (Geiseltal) Nemsdorf-Göhrendorf Obhausen Petersberg (Saalekreis) Querfurt Salzatal Schkopau Schraplau Steigra TeutschenthalKarte
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Wettin-Löbejün ist eine Stadt im Saalekreis im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Wettin-Löbejün ist die nördlichste Gemeinde und Stadt im Saalekreis, sie liegt ca. 60 Kilometer südlich der Landeshauptstadt Magdeburg und 15 Kilometer nördlich der Großstadt Halle. Nach Dessau sind es in Richtung Nordosten rund 35 Kilometer. Das Gemeindegebiet wird im Südwesten fast durchgehend von der Saale begrenzt, nur ein Landzipfel um Zaschwitz am anderen Saaleüfer gehört noch zur Stadt. Im Nordosten begrenzt der westliche Teil der Fuhne das Stadtgebiet. Im Stadtgebiet entspringen auch kleine Bäche, die in Fuhne und Saale abfließen. Die höchste Erhebung im Stadtgebiet ist der 180 Meter über dem Meeresspiegel hohe Haltberg bei Löbejün, die tiefste Stelle liegt im Saaletal bei Rothenburg mit einer Höhe von ca. 68 Meter über dem Meeresspiegel. Teile des Stadtgebietes liegen im Naturpark Unteres Saaletal.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Könnern (Salzlandkreis) und Südliches Anhalt (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) im Norden, Petersberg im Osten, die Stadt Halle (kreisfrei) und Salzatal im Süden und Gerbstedt (Landkreis Mansfeld-Südharz) im Westen.

Ortschaften/Ortsteile[Bearbeiten]

Ortschaft Einwohner Ortsteile
Brachwitz Döblitz Domnitz Gimritz Nauendorf (Saalekreis) Neutz-Lettewitz Plötz Rothenburg (Saale) Wettin Wettin, OT Dößel Löbejün SaalekreisDistricts of Löbejün-Wettin.svg
Über dieses Bild
Die Ortschaften von Wettin-Löbejün
(anklickbare Karte)
Brachwitz 988 Brachwitz und Friedrichsschwerz
Döblitz 162 Döblitz
Domnitz 736 Domnitz, Dornitz und Dalena
Gimritz 345 Gimritz
Löbejün 2.247 Gottgau, Löbejün und Schlettau
Nauendorf 1.761 Kleinmerbitz, Merbitz, Nauendorf und Priester
Neutz-Lettewitz 886 Deutleben, Görbitz, Lettewitz und Neutz
Plötz 658 Oberplötz, Kösseln und Unterplötz
Rothenburg 796 Rothenburg
Wettin 2.355 Dobis, Dößel, Mücheln, Schachtberg und Zaschwitz

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt ging am 1. Januar 2011 aus dem Zusammenschluss der Städte Löbejün und Wettin sowie den Gemeinden Brachwitz, Döblitz, Domnitz, Gimritz, Nauendorf, Neutz-Lettewitz, Plötz und Rothenburg hervor, die zuvor bereits in der Verwaltungsgemeinschaft Saalkreis Nord zusammengeschlossen waren.

Der Zusammenschluss erfolgte vor dem Hintergrund der Gemeindegebietsreform in Sachsen-Anhalt. Nachdem es in der von der Landesregierung angesetzten freiwilligen Phase zu keiner Bildung einer Einheitsgemeinde kam, beschloss der Landtag von Sachsen-Anhalt am 18. Juni 2010 mit den Stimmen der Regierungskoalition eine gesetzliche Neugliederung (GemNeuglG SK).

Ursprünglich lautete der Name der neu gebildeten Stadt „Löbejün-Wettin“. Die konstituierende Sitzung des Stadtrates legte als Stadtnamen „Wettin-Löbejün“ fest, der seit dem 7. April 2011 gilt.[2]

Eingemeindungen
Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Brachwitz 1. Januar 2011
Dalena 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Domnitz
Dobis 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Dößel
Döblitz 1. Januar 2011
Domnitz 1. Januar 2011
Dornitz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Domnitz
Dößel 1. Juli 2008 Eingemeindung nach Wettin
Friedrichsschwerz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Brachwitz
Gimritz 1. Januar 2011
Kösseln 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Plötz
Lettewitz 1. Oktober 1965 Zusammenschluss mit Neutz zu Neutz-Lettewitz
Löbejün 1. Januar 2011
Merbitz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Nauendorf
Nauendorf 1. Januar 2011
Neutz 1. Oktober 1965 Zusammenschluss mit Lettewitz zu Neutz-Lettewitz
Neutz-Lettewitz 1. Januar 2011
Plötz 1. Januar 2011
Priester 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Nauendorf
Rothenburg 1. Januar 2011
Schlettau 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Löbejün
Wettin 1. Januar 2011
Zaschwitz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Wettin

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 11. Juni 2012 durch den Landrat des Saalekreises genehmigt. Da der Text der Blasonierung auf dem Wappenbrief mehrfach falsch abgeschrieben war (geviertelt statt geviert, Stockacker statt Stockanker) wurde der Vorgang der Ausstellung des Wappenbriefes wiederholt. Der nachgereichte Wappenbrief stammt vom 9. November 2012.[3]

Blasonierung: „Schild geviert; 1: in Rot eine silberne Burg mit Zinnenmauer und geöffnetem goldenen Tor, mit einem niederen gezinnten Mittelturm mit schwarzer Fensteröffnung zwischen zwei spitzbedachten gezinnten Seitentürmen mit drei (1:2) schwarzen Fensteröffnungen; 2: in Silber ein roter Stockanker; 3: in Silber ein grüner Einscharpflug; 4: in Grün zwei schräggekreuzte, die Bärte auswärts kehrende, silberne Schlüssel. “

Es war Vorschlag der neuen Stadt Wettin-Löbejün, die Wappensymbolik in Anlehnung an die ehemaligen namensgebenden Stadtwappen unter Hinzuziehung eines Bezugs zu den ehemaligen ländlichen Gemeinden zu verbinden. Weiterhin sollte die saalenahe Lage symbolisch Aufnahme im Wappen finden. Die heraldische Umsetzung erfolgte, indem das Wettiner Wappen leicht verändert in Feld 1 eines quadrierten Schildes gestellt wurde; in Feld 4 kamen die gekreuzten Schlüssel aus dem Löbejüner Wappen, die sich auf den Schutzpatron der Petrikirche beziehen. Anzumerken ist hierzu, dass die Rosen im Ortswappen von Löbejün keinerlei inhaltliche Bedeutung haben. Sie waren nur bestimmt, die Freiflächen zu füllen. Überdies waren zwei der Rosen heraldisch falsch (rot) tingiert, sodass ihre Aufnahme nicht genehmigungsfähig wäre. Im Hinblick auf die nahe Lage zur Saale, die historisch nicht nur ein Wasserversorger, sondern auch Transportweg der Schiffe war, trägt Feld 2 einen Stockanker. Dieser unterscheidet sich vom Flunkenanker durch den oberen Querstab, der seitlich ausgestellt ist und garantiert, dass sich die Ankerflunke im Grund einhakt.[4] Erarbeitet wurde das Wappen vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge ist grün-weiß (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Stadtwappen belegt.[5]

Wichtige Straßen[Bearbeiten]

Die Bundesautobahn 14, die von Dresden über Leipzig und Halle nach Magdeburg führt, und die noch nach Schwerin verlängert wird, führt auch durch das Stadtgebiet, in ihm liegt jedoch nur der Abzweig Löbejün. Die Trasse im Stadtgebiet wurde in zwei Etappen freigegeben, zwischen den Abzweigen Löbejün und Könnern im Norden im Jahr 1996 und zwischen Löbejün und Halle-Peißen im Osten im Jahr 2000. Älter war die Bundesstraße 6, die parallel zur Bundesautobahn verlief, und die Orte Domnitz und Dornitz durchquerte. Nach Freigabe der Autobahn 14 wurde sie zur Landesstraße 50 herabgestuft. Der Weiterbau der Bundesautobahn 143, die zur Zeit nur bis nach Bennstedt geht und als Westumfahrung für Halle geplant wurde, wurde vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am 17. Januar 2007 vorerst untersagt [6].

Folgende Landesstraßen verlaufen in Wettin-Löbejün (nur der Verlauf im Stadtgebiet, bzw. der erste Ort außerhalb, ist genannt, wenn die Straßen weitergehen steht […] geschrieben)

  • 50 ([…] – Garsena – Dornitz – Domnitz – Beidersee – […])
  • 144 ([…] – Hohenedlau – Schlettau – Löbejün – Plötz – Kösseln – Abzweig bei Kösseln)
  • 147 (Abzweig bei Nauendorf – Nauendorf – Merbitz – Löbejün – Cattau – […])
  • 156 ( Garsena – Dößel – Schachtberg – Wettin – Zaschwitz – Fienstedt – […])
  • 157 (bei Zaschwitz – Trebitz – […])
  • 161 (Wettin – Mücheln – Lettewitz – Abzweig bei Lettewitz)
  • 162 (Abzweig bei Lettewitz – Görbitz – Gimritz – Brachwitz – Neuragoczy – […])

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wettin-Löbejün – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. mz-web.de: Streit beendet: Doppelstadt heißt Wettin-Löbejün
  3. http://www.sachsen-anhalt.de/index.php?id=56529
  4. Jörg Mantzsch: Das Wappen der Stadt Wettin-Löbejün, Dokumentation zum Genehmigungsverfahren, Hinterlegt beim Saalekreis 2012 (Gutachten: Landeshauptarchiv Magdeburg)
  5. Amtsblatt des Landkreis Nr. 18/2012 Seite 5–8 (PDF-Datei; 299 kB)
  6. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 17. Januar 2007