Wettkampf

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Ein Wettkampf, auch Wettbewerb (österreichisch: Bewerb) oder Wettstreit, ist ein Kampf um beste Leistungen, insbesondere um kulturelle oder sportliche Leistungen. Latente Wettbewerbssituationen gibt es in vielen Situationen. Bewusst herbeigeführte Wettkampfsituationen herrschen insbesondere im Sport, im kulturellen Bereich wird eher von Wettbewerben gesprochen, hier gibt es ein regelrechtes Wettberwerbswesen. Herman Nohl geht davon aus, dass Wetteifer eine pädagogische Kategorie ist, die sich bei Kindern und Jugendlichen von frühster Jugend an manifestiert.[1]


Kultur[Bearbeiten]

Im Bereich der Kultur bzw. Kulturwirtschaft hat Wettbewerb in mehrfacher Hinsicht Bedeutung. Einerseits werden gezielt Ideen- und Realisierungwettbewerbe (z.B. Städtebau- Architektur- oder Kunstwettbewerbe) ausgelobt, um Aufträge zu vergeben oder um komplexe meist öffentlich relevante Problemstellung zu lösen. Andererseits findet eine Auszeichnung für besondere Leistungen in Form von Preis-Verleihungen statt. Man spricht daher auch von einem Wettbewerbswesen im Kulturbereich.

Kulturpreise[Bearbeiten]

Viele Kulturpreise werden nach einem Wettbewerb verliehen:

Andere Kontexte[Bearbeiten]

Wettbewerbe finden auch in trivialeren kulturellen Kontexten statt, auf Kindergeburtstagen, als Preisausschreiben zu Werbezwecken oder auch in Form von groß inszenierten Veranstaltungen. Indiesem Kontext zu nennen sind insbesondere Schönheitswettbewerbe, Malwettbewerbe, Vorlesewettbewerbe, Wettbewerbe im Bodybuilding, Gesangswettbewerbe z.B. der Eurovision Song Contest.

In der Hip-Hop-Kultur spielt das Inszenieren von Wettbewerbssituationen eine sehr große Rolle, analog zum Sport werden Battles bzgl. Rap, bzgl. Graffiti, bzgl. Breakdance sowie DJ-Battles ausgetragen.

Sport als Wettkampfkultur[Bearbeiten]

Im Sport ist der Wettkampf ein ganz wesentliches Element. Sport in seiner heutigen Ausprägung ist überwiegend eine Wettkampfkultur. Teilweise wird der Begriff Sport sogar als Synonym für Wettbewerb gebraucht.

Der Begriff Sport in seiner ursprünglichen Bedeutung besteht gerade in der besonderen Betonung und dem Zelebrieren des Wettkampfprinzips. Für den Sport in seiner ursprünglichen Bedeutung war der spielerische und inszenierte Wettbewerb ein konstituierendes Element. Damit stand der Sport und damit der sportliche Wettkampf anfangs in Abgrenzung zu anderen Konzepten der Körper- und Bewegungskultur, wie dem Turnen und der Gymnastik, bzw. der heutigen Fitnessbewegung, bei denen es weniger stark um Wettbewerb ging (bzw geht), bei denen statt dessen stärker das gemeinschaftliche Trainieren oder das Erleben des Körpers bzw. die Ertüchtigung der Leistungsfähigkeit oder der Spaßfaktor im Vordergrund stehen. Heute umfasst der Begriff Sport (in einer erweiterten Bedeutung) weithin alle Bereiche der Bewegungskultur, aber seit der Etablierung des Konzepts Sports im ausgehenden 19. Jahrhundert hat auch insgesamt das Wettbewerbsprinzip in der Bewegungskultur an Bedeutung gewonnen.

Bei einem Sportwettkampf treten mehrere Teilnehmer (bei Sportlern ihre Leistungen) gegeneinander an und messen sich miteinander, wobei ein Spielergebnis ermittelt wird. Dies kann im direkten Vergleich oder aber bei einer größeren Menge von Teilnehmern durch einen Ausscheid in Vorrunden geschehen. Der Sieger geht dann im Finale aus den Besten der Vorrunden hervor (siehe Turnierform).

Das Prinzip Sieg/Niederlage[Bearbeiten]

Während bis in die 1968er Jahre dem Wettkampfsport eine positive erzieherische Bedeutung zugeschrieben wurde, einer der deutschen (Bundesrepublik) Sportwissenschaftskongresse auch 1961 in Göttingen mit Wetteifer positiv thematisiert wurde[2], hat sich dies in der Folge verändert. Nach Klaus Cachay geht es im Wettkampfsport (immer) um das Prinzip von Sieg/Niederlage. Auch der Zweite ist ein Verlierer. Er lehnt daher den Wettkampfsport aus pädagogischen Gründen ab, da so mehr im Sport negative Erfahrungen machten.[3]. Dem widersprach Arnd Krüger, indem er auf die vielfältigen Möglichkeiten verwies, wie man Training und Wettkampf so gestalten könne, dass sie eine pädagogisch positive Wirkung im Sinne Herman Nohls entfalten könnten.[4]

Pädagogik des Wettkampfes[Bearbeiten]

In seiner Göttinger Dissertation (bei Arnd Krüger) hat Kyong-Won Kim zwischen drei Arten von pädagogischer Verstärkung durch Lob/Tadel unterschieden.

  • (1) Lob für Sieg, Tadel für Niederlage.
  • (2) Lob für Ansgtrengung, Tadel für zu wenig Anstrengung.
  • (3) Mastery, Lob für Entwicklungsfortschritt, Tadel für Stillstand.

Die ersten beiden Varianten seien der sicherste Weg einen Drop-Out zu bekommen. Wenn der Akzelerationsvorsprung aufgezehrt sei, würden so die Sieger von heute die Verlierer von morgen, die dann auf eine solche Entwicklung nicht vorbereitet seien. Das Loben von Anstrengung sei ebenfalls wenig hilfreich, da es ja nicht auf die Anstrengung ankäme, sondern auf Leistungsfortschritt, der durchaus auch leicht fallen könne. Der Vergleich mit sich selbst, Mastery sei langfristig das Entscheidende.[5]

Tierwettkämpfe[Bearbeiten]

Wettkämpfe existieren auch mit Tieren als Teilnehmer. Hier geht es oft um die Schnelligkeit oder Kampfkraft. So gibt es beispielsweise Hunderennen, Pferderennen, Brieftauben-Wettflüge oder gar Hahnenkämpfe.

Das Rennen reiterloser Pferde ist heute nicht mehr üblich und wurde früher vor dem 18. Jahrhundert auch Korso genannt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Herman Nohl: Der Wetteifer in der Schule, in: Die Erziehung: Monatsschrift für den Zusammenhang von Kultur und Erziehung in Wissenschaft und Leben. 4 (1928/29), 521-530; vgl. Der Wetteifer in der Erziehung / bearb. von Hans Netzer. Weinheim/Bergstr.: Beltz, 1960
  2. Spiel und Wetteifer: Beiträge von den Kongressen für Leibeserziehung 1958 in Osnabrück und 1961 in Göttingen / Hrsg.: Ausschuss Deutscher Leibeserzieher. Kongress für Leibeserziehung 1 1958 Osnabrück; Kongress für Leibeserziehung 2 1961 Göttingen. Schorndorf: Hofmann 1970
  3. Klaus Cachay & Edwin Gahai: Brauchen Trainer Pädagogik? In: Leistungssport 19(1989)5, S. 26-30
  4. Arnd Krüger: Trainer brauchen Pädagogik! In: Leistungsport 19(1989)5, S. 31-33. http://www.iat.uni-leipzig.de:8080/vdok.FAU/1989_5_2633_cachay.pdf?sid=F6F89747&dm=1&apos=4296&rpos=1989_5_2633_cachay.pdf&ipos=8483
  5. Kyung-Won Kim: Wettkampfpädagogik: Pädagogik des sportlichen Leistungshandelns im Kinder-Wettkampfsport. Berlin: Tischler 1995. ISBN: 3-922654-39-8. Arnd Krüger/Kyong-Won Kim/Swantje Scharenberg: Wettkampf – Pädagogik – Kompetenz, in: Leistungssport 26(1996)5, S. 11-14.http://www.iat.uni-leipzig.de:8080/vdok.FAU/lsp96_05_11_14.pdf?sid=11BFC253&dm=1&apos=5025&rpos=lsp96_05_11_14.pdf&ipos=8483


Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Wettkampf – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen