Wetzlar

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Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Wetzlar in Hessen; weitere Bedeutungen von „Wetzlar“ finden sich unter Wetzlar (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wetzlar
Wetzlar
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wetzlar hervorgehoben
50.5577777777788.5044444444444148-402Koordinaten: 50° 33′ N, 8° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Lahn-Dill-Kreis
Höhe: 148-402 m ü. NHN
Fläche: 75,67 km²
Einwohner: 51.135 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 676 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 35576–35586
Vorwahlen: 06441, 0641, 06446
Kfz-Kennzeichen: WZ
Gemeindeschlüssel: 06 5 32 023
Stadtgliederung: 9 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Ernst-Leitz-Straße 30
35578 Wetzlar
Webpräsenz: www.wetzlar.de
Oberbürgermeister: Wolfram Dette (FDP)
Lage der Stadt Wetzlar im Lahn-Dill-Kreis
Dietzhölztal Haiger Eschenburg Siegbach Dillenburg Breitscheid (Hessen) Driedorf Greifenstein (Hessen) Bischoffen Herborn Sinn (Hessen) Mittenaar Hohenahr Ehringshausen Aßlar Lahnau Wetzlar Hüttenberg (Hessen) Solms Leun Braunfels Schöffengrund Waldsolms Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Landkreis Marburg-Biedenkopf Landkreis Gießen Wetteraukreis Hochtaunuskreis Landkreis Limburg-WeilburgKarte
Über dieses Bild
Blick auf Wetzlar
Dom und Altstadt

Wetzlar ist eine Stadt in Mittelhessen und ehemalige Reichsstadt, sie war Sitz des Reichskammergerichts. Wetzlar ist Sitz der Kreisverwaltung des Lahn-Dill-Kreises und − wie sechs weitere größere Mittelstädte im Land Hessen − eine Stadt mit Sonderstatus. Sie übernimmt Aufgaben des Landkreises und gleicht in vielen Bereichen einer kreisfreien Stadt. Die Hochschulstadt ist als wichtiges Kultur-, Industrie- und Handelszentrum eines der zehn Oberzentren im Land Hessen.

Wetzlars optische, feinmechanische, elektrotechnische und stahlverarbeitende Industrie brachten es zur Weltgeltung.[2] Wetzlar ist als Sportstadt mit bedeutenden Sportlern, Sportveranstaltungen und -vereinen bekannt. Es spielen einige Mannschaften in der Bundesliga. Zur sportlichen Förderung sind mehrere überregionale Leistungszentren und Stützpunkte angesiedelt.[3][4][5][6] Das Stadtgebiet liegt in Höhe des Zusammenflusses von Dill und Lahn.

Geographie[Bearbeiten]

Am Mühlgraben

Lage[Bearbeiten]

Wetzlar liegt im Lahn-Dill-Gebiet in Mittelhessen an der Lahn, kurz nach ihrer Richtungsänderung von Süd nach West in Höhe der Dillmündung. Die Stadt erstreckt sich auf meist hügeligem Terrain bis auf die Anhöhen beiderseits des Lahntals. Sie liegt am Trennungspunkt hessischer Mittelgebirge: südlich der Lahn liegt der Taunus; nördlich der Lahn und westlich der Dill beginnt der Westerwald; nördlich der Lahn und östlich der Dill beginnt das Rothaargebirge. Der höchste Punkt des Stadtgebiets ist der Stoppelberg mit einer Höhe von 402 Metern, den tiefsten Punkt bildet die Lahn mit 148 Höhenmetern.

Die nächstgelegenen größeren Städte sind Gießen (lahnaufwärts, von Zentrum zu Zentrum etwa 12 km), Koblenz 80 km lahnabwärts, Limburg an der Lahn 40 km westlich, Siegen 50 km nordwestlich, Dillenburg 30 km nördlich, Marburg 40 km nordöstlich sowie Frankfurt am Main 60 km südlich.

Wetzlar und Gießen sind die beiden Kerne des mittelhessischen Ballungsgebiets mit seinen etwa 200.000 Einwohnern; in der näheren Region (Agglomerationsraum) kommt man auf ca. 320.000 Einwohner. Mit dem nahen Rhein-Main-Gebiet bestehen enge Verflechtungen. In den Tälern von Lahn (Osten und Westen) und Dill (Norden) grenzen dichtbebaute Nachbargemeinden an, die teilweise unmittelbar in Wetzlar übergehen. Die die Stadt im Nordwesten, Nordosten und Süden umgebenden Mittelgebirge sind waldreich und dünn besiedelt.

Panoramablick von der Burgruine Kalsmunt nach Nordosten auf Altstadt und Neustadt, im Vordergrund die Firma Leica

Geologie[Bearbeiten]

Wetzlar liegt am Ostrand des Rheinischen Schiefergebirges. Der Untergrund besteht aus geologisch jungen Sedimenten der Lahn und wesentlich älteren devonischen und karbonischen Gesteinen zweier geologischer Haupteinheiten des Schiefergebirges, der Lahnmulde und im Südosten der sog. Gießener Decke. Den nordwestlichen Teil des Stadtgebietes unterlagern im Lahntal Schluffe, Sande und Kiese, die nur wenig verfestigt sind. Sie wurden von der Lahn abgelagert, deren hier noch bis zu einem Kilometer breites Tal nach Westen immer schmaler und zunehmend tiefer wird. Der Hauptteil der Stadt ist auf teilweise intensiv verfalteten, gestörten und geschieferten Tonschiefern, Sandsteinen, Quarziten und Kalksteinen errichtet. Sie wurden in Devon und Karbon in einem von Inselketten, Vulkanen und Atollen geprägten Meer abgelagert, das während der variszischen Gebirgsbildung zusammengeschoben und von einer durch diese verfrachteten tektonischen Decke überlagert wurde.[7] Die aus den Meeresablagerungen entstandenen Gesteine finden sich im Stadtbild wieder, da sie vielfach als Baumaterial verwendet wurden.


Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden, Stadtteile und Stadtbezirke Wetzlars

Wetzlar grenzt im Nordwesten an die Stadt Aßlar (Lahn-Dill-Kreis), im Norden und Nordosten an die Gemeinden Hohenahr (Lahn-Dill-Kreis) und Biebertal (Landkreis Gießen), im Osten an die Gemeinden Lahnau (Lahn-Dill-Kreis) und Heuchelheim sowie an die Stadt Gießen (beide Landkreis Gießen), im Süden an die Gemeinden Hüttenberg und Schöffengrund sowie im Westen an die Stadt Solms (alle Lahn-Dill-Kreis).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Der alte Kernstadtbereich von Wetzlar mit 30.684 Einwohnern ist unterteilt in zwölf Stadtbezirke: Altstadt, Neustadt, Hauserberg, Büblingshausen, Sturzkopf, Stoppelberger Hohl, Nauborner Straße, Silhöfer Aue/Westend, Altenberger Straße, Dalheim, Dillfeld und Niedergirmes. Niedergirmes ist mit über 6.000 Einwohnern der größte Stadtbezirk.[8]

Weiterhin gibt es acht Stadtteile, die erst mit der Auflösung der Stadt Lahn 1979 zu Wetzlar kamen, aber bis auf Blasbach, Dutenhofen und Münchholzhausen schon lange fest mit der Stadt verwachsen waren. Dies sind östlich der Kernstadt Naunheim (3882), Garbenheim (2080), Münchholzhausen (2420) und Dutenhofen (3152). Nauborn (3721) liegt südlich der Kernstadt und Steindorf (1704) schließt sich westlich an die Kernstadt an. Nördlich der Kernstadt liegen Blasbach (994) und Hermannstein (3588) (Einwohnerzahlen jeweils in Klammern, Stand 31. Dezember 2007).[9]

Klima[Bearbeiten]

Wetzlar weist ganzjährig ein gemäßigtes Klima der mittleren Breiten auf. Aus den Talverläufen und unterschiedlichen Geländehöhen ergeben sich unterschiedliche kleinklimatische Verhältnisse. Die Tagesmitteltemperatur liegt im Sommer bei ungefähr 17 bis 18 °C und im Winter etwa 1 bis 2 °C. Die mittlere Niederschlagshöhe beträgt 600 bis 700 Millimeter und liegt damit leicht unterhalb des Durchschnitts in Deutschland. Auf den Anhöhen südlich und nördlich des Lahntals regnet es mit 800 Millimetern genau den Durchschnittswert.[10] Die niederschlagsreichsten Monate sind Juni und Dezember mit 74 und 73,3 Millimeter, der regenärmste Monat ist der Februar mit 49,1 Millimeter.


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Wetzlar
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3 4 10 14 19 22 24 24 20 14 8 4 Ø 13,9
Min. Temperatur (°C) −2 −2 1 4 8 11 13 12 9 5 2 −2 Ø 5
Niederschlag (mm) 57 49 58 53 70 74 62 66 53 56 67 73 Σ 738
Sonnenstunden (h/d) 1 3 4 6 7 7 7 6 5 6 1 1 Ø 4,5
Regentage (d) 10 8 8 9 10 10 10 10 8 8 10 10 Σ 111
T
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12
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N
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49
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62
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56
67
73
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Klimadaten Wetzlar[11]

Geschichte[Bearbeiten]

Vor- und Frühgeschichte, Früh- und Hochmittelalter[Bearbeiten]

Bereits in der Altsteinzeit war die Wetzlarer Region besiedelt, so auch im Bereich des Stadtteils Dalheim (Wüstungen Dalheim und Wanendorf). Durch die vom Klima begünstigte Lage blieben dort die Menschen auch in der Würmeiszeit vor rund 50.000 Jahren.[12]

Jüngste umfangreiche Ausgrabungen längs der Lahn in Wetzlar-Dalheim haben größere, 7500  bis 7000  Jahre alte Siedlungsreste einer Bandkeramik-Kultur hervorgebracht.[13] Weitere Siedlungen germanischen Ursprungs in der unmittelbaren Nähe werden gegenwärtig freigelegt. Sie stammen zum Teil aus der Zeit um Christi Geburt und waren für die Dauer von zirka 1400 Jahren kontinuierlich besiedelt. Auf der Gemarkung Wetzlars bestanden zudem drei keltische Siedlungen.

Schon aus der keltischen La-Tène-Zeit ist die Eisenerzgewinnung und -verhüttung[14] in und um Wetzlar nachgewiesen.[15],[16] Somit hat die Eisenverarbeitung dort eine rund 2500-jährige Tradition.

In Waldgirmes, unmittelbar an der östlichen Stadtgrenze, befand sich eine zivile römische Siedlung im Aufbau, siehe Römisches Forum Lahnau-Waldgirmes und in Dorlar gab es im ersten Jahrzehnt des ersten Jahrhunderts n. Chr. ein römisches Militärlager.

Der Name Wetzlar entstand möglicherweise bis zum 3. Jahrhundert,[17] die Endsilbe -lar weist darauf hin (Näheres in der Geschichte der Stadt Wetzlar), nachweislich besteht die Stadt seit dem 8. Jahrhundert.

Zu einem unbekannten Zeitpunkt erwarb Wetzlar das Marktrecht und damit das Recht, Marktzoll zu erheben. Im Laufe der Jahre entstand auf einem Hügel, dem späteren Domhügel mit dem Marienstift, eine Marktsiedlung. Sie war Anziehungspunkt für Händler und Handwerker. Zum ersten Kirchenbau vor 897 war es dann auch möglicher Treffpunkt für gläubige Christen.

Die alte Reichsburg Kalsmunt: Nach Karl Metz[18] soll diese Burg bzw. dieses Schloss bereits eine frühe römische Gründung sein. Für Zedler[19][20] hat dieses Schloss Karl der Große um das Jahr 785 erbaut, um die demnach bereits bestehende Stadt dadurch besser im Zaume halten zu können. Sie soll von ihm Carols Mons (Carlmund oder Carlmont) genannt worden sein, die heutige Benennung wird folgendermaßen gedeutet: Kals- = Karls und -munt = Vasall, d. h. ein Lehensmann des Fränkischen Hofes. Andere Quellen halten den Namen für vorgermanisch oder keltisch wie: The name Kalsmunt is of Celtic origin and means “barren hill”, mit der Bedeutung nutzlos/fruchtlos/unfruchtbarer Hügel. Auf der Reichsburg Kalsmunt wurden die kaiserlichen Münzen für Wetzlar geprägt.

Als eine frühe urkundliche Ersterwähnung der Stadt gilt eine Schenkung Ingolds an das Kloster Lorsch aus dem Jahre 832 im Lorscher Codex (Urkundenabschrift Nr. 3146).

Der Konradiner Gebhard, Graf in der Wetterau und ab 904 Herzog von Lothringen, ließ 897 eine Salvatorkirche (Erlöserkirche) weihen, welche frühere Bauten ersetzte. Er stiftete 914/915 das Kloster St. Maria in Wetzlar, dort wurde er auch begraben.[21] Zu Beginn des 10. Jahrhunderts erfolgte die Gründung des Marienstiftes,[22] eines Kollegiatstiftes, durch Gebhards Söhne Hermann I., einen späteren Herzog von Schwaben, und Udo I., Graf in der Wetterau.

Spätmittelalter, Reichsstadt, Reichskammergericht[Bearbeiten]

Der Hohenstaufenkaiser Friedrich I. Barbarossa schuf im Wetzlarer Gebiet eine Reichsvogtei und stellte 1180 die Bürger Wetzlars den Bürgern Frankfurts gleich. Wetzlar wurde gleichzeitig Reichsstadt und blieb es bis 1803. Zum Schutz der Stadt und um die Wetterau als Reichsland zu sichern, baute er hoch über Wetzlar die bestehende Reichsburg Kalsmunt weiter aus. Die Handelsstraße, die bei Wetzlar die Lahn durchquerte, die Wetzlarer Eisenerzeugnisse, von denen heute noch der Eisenmarkt (forum ferri) zeugt, Wollweberei und Lederverarbeitung erschienen als eine gute Basis für die weitere Entwicklung der Stadt.

Am 9. Juli 1277 werden in einer Kaiserurkunde erstmals Juden in Wetzlar erwähnt. Der Deutsche Orden lässt sich von 1285 bis 1809 im Deutschordenshof der Stadt nieder[23]

Im Jahre 1285 kam der „falsche Kaiser“ Dietrich Holzschuh genannt Tile Kolup, der sich als Friedrich II. ausgab (welcher tatsächlich schon 1250 in Italien gestorben war), nach Wetzlar.[24] Er zog von Neuss kommend dem rechtmäßigen König Rudolf von Habsburg nach Frankfurt entgegen. Als der König daraufhin nach Wetzlar zog, nahmen die Stadtoberhäupter Tile Kolup fest und lieferten ihn aus. Er wurde als Zauberer, Ketzer und Gotteslästerer zum Flammentod verurteilt und am nächsten Tag in Wetzlar hingerichtet.[25]

Territorium der Reichsstadt im 18. Jahrhundert

Bis 1250 war der größte Teil der Stadtbefestigung, deren Reste man heute noch besichtigen kann, fertiggestellt. Bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts wird die Einwohnerzahl der Stadt auf 6.000 Einwohner geschätzt. Sie war damit für diese Zeit, im Vergleich zu anderen Städten in Deutschland, bereits eine Großstadt. Um 1350 war der Höhepunkt der mittelalterlichen Stadtentwicklung erreicht.

Die jahrzehntelange Fehde mit den Grafen von Solms, die versuchten Wetzlar zu einer solmsischen Landstadt zu machen, bedrohte die lebenswichtigen Handelsstraßen. Deshalb wurde im Wetzlarer Norden die Burg Hermannstein (1373–1379) zum weiteren Schutz der Stadt errichtet. Der Kaiser unterstützte zwar die Stadt, jedoch nicht sehr erfolgreich. Er übertrug 1378 und 1393 die Erbvogtei an den Hermann den Gelehrten von Hessen. Seitdem war die Amtmannschaft und der Schutz Wetzlars mit der Reichsburg Calsmunt landgräfliches Lehen des Reichs. Die Stadt verschuldete sich und fiel 1387 unter Zwangsverwaltung, wurde aber in den Rheinisch-Schwäbischen Städtebund aufgenommen. Der Niedergang der Stadt führte bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges zu einer Verringerung der Einwohnerzahl auf nur noch 1500.

Wetzlar – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Der ehemalige Sitz der Kanzlei des Reichskammergerichts

Ein Glücksfall für Wetzlar war die 1689 vollzogene Verlegung des höchsten Gerichtes des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, des Reichskammergerichts, nach Wetzlar. Von Mai bis September 1772 war Johann Wolfgang Goethe am Reichskammergericht als Praktikant eingeschrieben. Seine glücklose Romanze mit Charlotte („Lotte“) Buff während dieser Zeit war Stoff für seinen Erstlingsroman „Die Leiden des jungen Werther“, mit dem er Wetzlar weltweit bekannt machte. Das Lotte-Haus am Deutschordenshof[26] in der Lotte-Straße erinnert noch heute daran. Mit der Auflösung des Reichs 1806 endete auch die Existenz des Reichskammergerichts. Das französisch besetzte Wetzlar verlor zudem bereits 1803 seine Reichsunmittelbarkeit im Zuge der Mediatisierung und kam zusammen mit dem Fürstentum Aschaffenburg und dem Fürstentum Regensburg als „Grafschaft Wetzlar“ zum Staat des Reichserzkanzlers Reichsfreiherr Karl Theodor von Dalberg, 1810 zu dessen Großherzogtum Frankfurt. Nach dem Wiener Kongress fiel das Gebiet 1815 an Preußen und 1822 wurde es Sitz des Landrates des neu geschaffenen Landkreises Wetzlar.

Wetzlar wird Industriestadt[Bearbeiten]

Siehe auch: Lahn-Dill-Gebiet

Die Eisenerzgewinnung, -verhüttung und -verarbeitung in und um Wetzlar hat bereits eine 2500 jährige Tradition. Die „moderne“ Industrialisierung Wetzlars begann jedoch erst mit der Schiffbarmachung der Lahn durch Schleusen um 1850.[27][28] Mit der Eröffnung zweier Eisenbahnlinien 1862/63 (Lahntalbahn mit der Strecke Wetzlar–Limburg–Koblenz und Köln-Gießener Eisenbahn), die sich in Wetzlar trafen, sowie der Berlin-Wetzlarer Eisenbahn,[29] der sogenannten Kanonenbahn 1878, fand die Stadt Anschluss an ferne Rohstoff- und Absatzmärkte und wurde Industriestandort. 1869 waren allein im Stadtgebiet 100 Erzbergwerke in Betrieb. Der erste Wetzlarer Hochofen der Gebrüder Buderus wurde 1872 in Betrieb genommen. Über 100 Jahre lang wurde in der Sophienhütte das im Bergbau und Hüttenwesen im Lahn-Dill-Gebiet gefundene Eisenerz (Roteisenstein) verarbeitet. Ab 1887 wurden nach und nach Erzbergwerke in Wetzlar stillgelegt, nur kurz unterbrochen durch den Ersten Weltkrieg. Die danach auf dem Weltmarkt angebotenen, billiger im Tagebau gewonnenen ausländischen Erze, beschleunigten den Prozess. 1926 kam der Wetzlarer Bergbau ganz zum Erliegen. Weitere nennenswerte metallverarbeitende Unternehmen waren Röchling, die Hessischen Berg- und Hüttenwerke, die Carolinenhütte und das Herkuleswerk. Außerdem entstanden Unternehmen der optischen und feinmechanischen Industrie mit Weltruf wie Leitz (Leica), Hensoldt (Zeiss), Minox, Pfeiffer, Philips, Loh, Christian Kremp, Seibert, Hollmann, Leidolf und viele andere. Diese Unternehmen machten die Stadt zum heutigen Hochtechnologiestandort.

Wetzlar im 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung wuchs die Stadt über ihre mittelalterlichen Stadtgrenzen hinaus. 1903 erfolgte die Eingemeindung von Niedergirmes mit seinen ausgedehnten Industrieanlagen und dem Bahnhofsviertel. Im Ersten Weltkrieg befand sich etwa zwei Kilometer südöstlich des Stadtzentrums, hinter der Spilburg (urkundliche Ersterwähnung 1310)[30] ein Gefangenenlager des XVIII. Armeekorps mit über 15.000 Kriegsgefangenen aus Russland.[31] Es handelte sich vor allem um ukrainische Gefangene, denen bessere Bedingungen als üblich geboten wurden, um sie als mögliche, spätere Bündnispartner gegen Russland zu gewinnen.[32] Aus dem Lager entwickelte sich später der Stadtbezirk Büblingshausen. Im Ersten Weltkrieg fielen 540 Wetzlarer Männer.[33]

Zum Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Einwohnerzahl der Stadt von 15.000 überschritten. Aufgrund zunehmender Verkehrsprobleme wurde eine Ringstraße im Westen der Altstadt gebaut und damit die alte steinerne Lahnbrücke durch eine weitere Brücke entlastet. Bis 1932 war der Landkreis Wetzlar eine Exklave der Rheinprovinz in Hessen, ehe der Kreis und damit auch die Stadt Wetzlar der preußischen Provinz Hessen-Nassau eingegliedert wurde. Nach 1933 wurde an der Straße nach Steindorf ein weitläufiger neuer Kasernenkomplex errichtet.

Von 132 Juden, die 1933 in Wetzlar wohnten, lebten 1939 noch 46 in der Stadt. Von den Wetzlarer Juden wurde etwa die Hälfte durch eine Frankfurter Dienststelle der Gestapo in Vernichtungslager deportiert. Die anderen Familien wanderten nach Amerika, Südafrika, Palästina und Frankreich aus.[34] Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt als Industrieschwerpunkt (Eisenwerke, optische Industrie) das Ziel schwerer Bombenangriffe, die besonders das Bahnhofsviertel und den Stadtteil Niedergirmes trafen. Die historische Altstadt blieb jedoch, vom Dom abgesehen, von den Angriffen weitgehend verschont.

In Dalheim wurde für die kriegsgefangenen alliierten Luftwaffenangehörigen (POW = Prisoners of War) von Mai 1944 bis März 1945 ein sogenanntes Durchgangslager[35] Dulag Luft als „Transit Camp“ unterhalten, wo sie nach dem Verhör auf die sogenannten Stammlager (Stalags) verteilt wurden.[36]

Während des Krieges mussten auch in Wetzlar Zwangsarbeiter für die Rüstungsindustrie arbeiten, zum Schutz vor Bomben teilweise in unterirdischen Produktionshallen unter dem Hauserberg. Schätzungen zufolge müssen sich zum Ende des Zweiten Weltkriegs ungefähr 4000 bis 5000 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene im Gebiet der Stadt aufgehalten haben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Wetzlar zunächst durch amerikanische, später durch französische Einheiten besetzt, gehörte aber weiterhin zur Amerikanischen Besatzungszone. Im Rahmen der Neugliederung Deutschlands wurde die Stadt dem neu gegründeten Bundesland Hessen zugeordnet. Der gewaltige Zuzug von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen führte zu einer Verdopplung der Einwohnerzahl auf über 30.000 zum Beginn der 1950er Jahre. Es musste dringend neuer Wohnraum geschaffen werden, weshalb die Erschließung und der Ausbau einer Reihe neuer Wohngebiete und ganzer Stadtbezirke vorangetrieben wurde. 1951 bis 1953 entstand eine Siedlung in dichter Geschossbauweise im Westend. Ab 1956 begann der Ausbau der Neuen Wohnstadt, teilweise in Zeilenbauweise und teilweise in Hochhäusern errichtet, die mindestens 4800 Menschen aufnehmen sollte.[37] 1957 entstand ein großer Bundeswehr-Standort in den ehemaligen Wehrmacht-Kasernen aus der NS-Zeit. Hier waren zeitweise rund 6000 Soldaten stationiert. Nach der Auflösung des Standortes 1992 verblieb nur noch das für Mittelhessen zuständige Kreiswehrersatzamt.

Als Keimzelle des heutigen Stadtbezirks Dalheim wurde von den Werken Buderus und Röchling-Buderus nach dem Ersten Weltkrieg die sog. Altenberger Kolonie entlang der Altenberger Straße gebaut. Diese zu dieser Zeit sehr fortschrittlichen Reihenhäuser mit angebauten Schuppen und anhängenden Gartengrundstücken wurden an Beschäftigte der beiden Werke vermietet. Ende der 1940er/Anfang der 1950er Jahre ergänzten die Firmen Buderus, Leitz und die Stadt das Gebiet um die Bredow-Siedlung mit Kindergarten, Spiel- und Sportplatz sowie um die Österreicher-Siedlung, benannt nach der hier stattgefundenen siegreichen Schlacht bei Wetzlar (Erzherzog Karl von Österreich gegen Napoleons General Jourdan) inklusive Eichendorff-Schule. In den 1960er Jahren plante die Stadt Wetzlar, auf einem Entwurf der Professoren March und Maurer basierend, das große Neubaugebiet Dalheim. Mit dem Ausbau des neuen Stadtbezirks wurde 1965 begonnen.[37]

Am 1. Januar 1977 wurde Wetzlar im Zuge der hessischen Gebietsreform mit der Nachbarstadt Gießen und 14 Umlandgemeinden zur neuen Stadt Lahn vereinigt. Die kreisfreie Stadt hatte zirka 156.000 Einwohner. Aufgrund scharfer Proteste, vor allem von Wetzlarer Seite, wurde Lahn zum 31. Juli 1979 aufgelöst und Wetzlar wieder zur eigenständigen Stadt. Die Gebietsreform wurde jedoch nicht rückgängig gemacht, sondern das heutige Stadtgebiet entspricht im Wesentlichen dem damaligen Stadtbezirk Wetzlar, zuzüglich der Orte Dutenhofen und Münchholzhausen. Wetzlar ist seither Sitz des aus Teilen der Alt-Kreise Wetzlar und Dillenburg zusammengelegten Lahn-Dill-Kreises. Für die Stadt Wetzlar wurde im September 2011 das Kfz-Kennzeichen WZ neu genehmigt und ab 1. Juli 2012 wieder eingeführt.[38]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung Wetzlar

Infolge der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum Wetzlars: 1890 zählte die Stadt 8144 Einwohner, 1925 waren es bereits 16.500.[39] Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann das Wachstum weiter an Dynamik; über 26.250 Einwohner (1950) wuchs die Stadt – auch infolge weiterer Eingemeindungen – auf über 52.000 Einwohner Ende der Siebziger Jahre an. Seitdem waren nur noch geringfügige Änderungen zu registrieren.

Wetzlar hatte am 30. Juni 2010 nach Einwohnermelderegister der Stadt 51.733 Einwohner (davon sind 24.778 männlich und 26.992 weiblich); 30.464 davon entfielen auf die Kernstadt und 21.306 auf die Stadtteile. Wetzlar ist damit die zwölftgrößte Stadt in Hessen.

Die Arbeitslosenquote im Bezirk der Agentur für Arbeit Wetzlar lag im März 2012 bei 5,1 %, was 8.468 Arbeitslosen entspricht. Ohne die Gebiete der Außenstellen Dillenburg und Biedenkopf (in etwa der ehemalige Dillkreis bzw. der Kreis Biedenkopf) ergab sich für die Hauptagentur Wetzlar (etwa der ehemalige Landkreis Wetzlar) eine etwas höhere Quote von 5,7 %.[40]

Religionsgemeinschaften und Nationalitäten[Bearbeiten]

Der Anteil der Religionsgemeinschaften lag 1939 bei 78,4 Prozent Protestanten, 15,7 Prozent Katholiken sowie einem Prozent sonstiger Christen.[41] Die jüdische Gemeinde in Wetzlar bestand bis in die Zeit des Nationalsozialismus und lebte durch die Displaced Persons in der Nachkriegszeit wieder auf. Erst seit im März 1949 die letzten DPs die Stadt verlassen haben, existiert keine Gemeinde mehr.

Die 16 evangelischen Kirchen Wetzlars (einige Gemeindezentren sind für zwei Kirchen zuständig) gehören hauptsächlich zur Evangelischen Kirche im Rheinland, denn Wetzlar ist eine kleine Exklave ganz im Osten dieses Gebietes. Nur die Stadtteile Naunheim und Hermannstein gehören zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Die evangelischen Kirchen in Wetzlar dürften zusammen mehr als 20.000 Mitglieder haben.

Die Stadt Wetzlar und später der umliegende Raum, gehörte von den Ursprüngen an bis 1933 zum Erzbistum Trier. Der Erzbischof war Stiftspropst des Wetzlarer Domes. Die vier katholischen Pfarreien Wetzlars verfügen über sieben Kirchenbauten und gehören zum Bezirk Wetzlar im nordöstlichen Teil des Bistums Limburg. Die Gemeinden des gesamten Bezirks haben ungefähr 31.000 Mitglieder.[42]

Innerhalb der muslimischen Bevölkerungsanteile Wetzlars, für sie stehen zwei Moscheen zur Verfügung, besteht eine alevitische Gemeinde.[43]

Zahlreiche weitere Kirchengruppen sind in der Stadt vertreten, so die Zeugen Jehovas, die Mormonen, die Neuapostolische Kirche usw.

Der Ausländeranteil lag am 30. Juni 2012 bei 11,7 Prozent (6.242 Einwohner), die sich auf 112 Nationen verteilten.[44], wovon 2299 Personen aus der Türkei stammen, 528 aus Griechenland, 296 aus Spanien, 289 aus Polen, 239 aus Russland und 227 aus Italien.

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Stadtverordnetenversammlung wurde zuletzt am 27. März 2011 für eine fünfjährige Legislaturperiode gewählt. Die Wahlbeteiligung stieg von 37,2 % im Jahr 2006 auf 39,8 %. Von 38.832 Wahlberechtigten gingen 15.441 zur Wahl.[45] Die nächsten Kommunalwahlen in Hessen finden im März 2016 statt.

Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 34,9 21 39,1 23
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 29,5 17 36,0 21
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 14,7 9 8,0 5
FW Freie Wähler Wetzlar 9,2 5 10,1 6
FDP Freie Demokratische Partei 7,6 5 6,8 4
Linke Die Linke 4,1 2
Gesamt 100 59 100 59
Wahlbeteiligung in Prozent 39,8 37,2

Die Mehrheit im Stadtparlament und damit die Etathoheit hat seit Mai 2011 eine Koalition der Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen. Die Koalition hält insgesamt 30 der 59 Sitze und löst die bisherige Koalition von CDU, Freien Wählern und FDP ab.[46]

Gemeindewahl in Wetzlar 2011
Wahlbeteiligung 39,8 %
 %
40
30
20
10
0
34,9 %
29,5 %
14,7 %
9,2 %
7,6 %
4,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-4,2 %p
-6,5 %p
+6,7 %p
-0,9 %p
+0,8 %p
+4,1 %p
Zusammensetzung des Wetzlarer Stadtparlaments nach der Wahl 2011

Oberbürgermeister und hauptamtlicher Magistrat[Bearbeiten]

Direkt gewählter Oberbürgermeister von Wetzlar ist der FDP-Politiker Wolfram Dette. Wetzlar ist damit eine der wenigen deutschen Städte mit einem FDP-Oberbürgermeister. Darüber hinaus gehören dem hauptamtlichen Magistrat Bürgermeister Manfred Wagner (SPD) sowie Stadtbaurat Harald Semler (FWG), Stadtrat Wolfgang Borchers (Grüne), als Dezernenten an.

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • Otto Malfeld (SPD), Bürgermeister 1973–1977
  • Wilhelm Runtsch (CDU), Oberbürgermeister der Stadt Lahn 1977
  • Hans Görnert (CDU), Oberbürgermeister der Stadt Lahn 1977–1979
  • Walter Froneberg (SPD), Oberbürgermeister 1979–1997
  • Wolfram Dette (FDP), Oberbürgermeister seit 1997

Wappen, Flagge und Dienstsiegel[Bearbeiten]

Am 1. Juni 1965 wurde der Stadt Wetzlar im damaligen Landkreis Wetzlar genehmigt, das bisherige Wappen zu ändern.

Wappen von Wetzlar
Blasonierung:

„In Rot ein goldgekrönter und -bewehrter schwarzer Adler, über dessen rechtem Flügel schwebend ein silbernes Tatzenkreuz.[47][48]

Beschreibung:

Die ursprüngliche Farbe des zur Zeit schwarzen Adlers war sehr wahrscheinlich silbern, wegen des Kontrastes zum roten Grund und der dadurch besseren Sichtbarkeit (siehe hierzu:[49])

Der schwarze Reichsadler auf rotem Grund mit goldener Krone steht für die Reichsunmittelbarkeit der ehemaligen Reichsstadt. Für das silberne Tatzenkreuz gibt es wenigstens drei Erklärungsvarianten:[50] a) es könnte für das ehemalige Münzrecht der Reichsstadt stehen: b) es ist eine Übernahme des Kreuzes in leicht veränderter Form aus dem Wappen von König Heinrich (VII.), welcher 1228 in der Stadt weilte; c) es könnte als Hinweis auf den Deutschen Orden dienen. Das Wappen blieb seit dem 12. Jahrhundert nahezu unverändert.

Flaggenbeschreibung
„Zwischen schmalen schwarzen Seitenstreifen eine breite rote Mittelbahn, im oberen Drittel mit dem Stadtwappen belegt.“[47]
Dienstsiegel
Die Stadt Wetzlar führt ein Dienstsiegel, in dem das Stadtwappen mit der Umschrift „Stadt Wetzlar“ enthalten ist.[47]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Gedenktafel zum Abschluss der Städtepartnerschaft mit Ilmenau am Wetzlarer Platz in Ilmenau

Wetzlar pflegt bereits seit einigen Jahrzehnten eine Reihe von lebhaften Städtepartnerschaften. Die erste internationale Städtepartnerschaft ging Wetzlar mit der französischen Stadt Avignon ein. Bereits im April 1960 unterzeichnet, wurde diese Verbindung zu einer der ersten deutsch-französischen Städtepartnerschaften überhaupt. 1969 kam die englische Partnerstadt Colchester hinzu, gefolgt 1974 von Schladming (Österreich) und 1987 von Siena (Italien). Eine weitere Partnerschaft besteht seit 1980 mit Reith bei Kitzbühel in Österreich als Partnergemeinde des Wetzlarer Stadtteils Garbenheim. Die jüngste internationale Städtepartnerschaft entwickelt sich derzeit mit der Stadt Písek in Tschechien.

Wetzlar übernahm bereits 1959 für den Berliner Stadtbezirk Neukölln eine Patenschaft, die später zur Partnerschaft weiterentwickelt wurde. Nach der politischen Wende im Osten Deutschlands wurden Beziehungen in die Goethestadt Ilmenau geknüpft, aus denen 1990 eine offizielle Städtepartnerschaft entstand.

Die Städtepartnerschaften werden intensiv durch gegenseitige Besuche gepflegt, beispielsweise in Form offizieller Delegationen und regelmäßiger Schüleraustausche. Die Partnerstädte werden zudem durch die Namensgebung einer Reihe Wetzlarer Parks gewürdigt, insbesondere wurden die Anlagen rund um die historische Altstadt nach den Partnerstädten benannt. Zur Würdigung ihres großen Engagements in den partnerschaftlichen Beziehungen wurde die Stadt 1990 mit der Ehrenplakette des Europarates ausgezeichnet.[51]

Weitere partnerschaftliche Beziehungen bestehen zur namibischen Hauptstadt Windhuk, zur Stadt Point Pedro in Sri Lanka (durch Vermittlung von Humedica) und zur Gemeinde Nossa Senhora Apareçida in São Paulo, Brasilien.

Neben den Städtepartnerschaften hat Wetzlar eine Reihe von Patenschaften übernommen. Seit 1975 wird die in der Sahelzone gelegene Stadt Dori (Burkina Faso) unterstützt. Im Rahmen dieser Patenschaft konnte eine Reihe von Projekten wie der Bau von Schulgebäuden und die Ausstattung des Krankenhauses gefördert werden. Eine ähnliche Patenschaft besteht zum 8. Bezirk der Stadt Moskau. Mit der im Jahr 1962 übernommenen Patenschaft für das Ostdeutsche Lied soll das Liedgut der früheren deutschen Siedlungsgebiete in Osteuropa erhalten und gepflegt werden. Die Stadt unterhält in diesem Zusammenhang ein Archiv mit etwa 1.700 Liederbüchern und einer Liedsuchdatei im Umfang von etwa 63.000 Liedtiteleinträgen.[52]

Von 1958 bis 1995 war das Minensuchboot Wetzlar, ein Schiff der Lindau-Klasse, ab 1976 umgebaut zum Minenjagdboot, bei der Bundesmarine in Dienst.

Seit 1990 trug ein Airbus 310-300 der Lufthansa mit der Kennzeichnung D-AIDH den Namen Wetzlar. Die Maschine wurde 2003 von der Lufthansa an die inzwischen insolvente Air Madrid verkauft.[53] Seit 2007 trägt ein Airbus 321-231 der Lufthansa mit der Kennzeichnung D-AISH den Namen Wetzlar.[54]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick auf die Altstadt mit Dom und Lahnbrücke bei Nacht
Häuserzeile am Domplatz
Dreigeschossiger Wandständerbau von 1356
In der Altstadt

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten befinden sich in der historischen Altstadt mit dem romanisch/gotischen Dom, den Museen und den behutsam restaurierten Fachwerkhäusern. Die Altstadt zieht sich mit Gassen und kleinen Plätzen terrassenförmig zur Lahn und zur alten Lahnbrücke hinab. Stellenweise ist noch eine gut erhaltene Stadtmauer zu sehen, deren Verlauf größtenteils von Parkanlagen gesäumt wird.

Kulturelle Höhepunkte sind die Wetzlarer Festspiele, die „Internationalen Gitarrentage Wetzlar“ und die Phantastiktage. Der Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar ist ein Literaturpreis, der seit 1983 jährlich vergeben wird. Als kulturelle Einrichtungen sind zu nennen: die Stadthalle mit dem Theatersaal, die Rittal Arena Wetzlar mit Konzerten, Sportveranstaltungen und Shows sowie die Phantastische Bibliothek, die weltweit größte öffentlich zugängliche Bibliothek für Science-Fiction-, Fantasy-, utopische, Horror-, Phantastik-, Reise- und Abenteuerliteratur und Märchen, Sagen bzw. Mythen.

Eine Reihe von Institutionen und Vereinen für Geschichte, Heimat und Brauchtum ist engagiert, Bräuche zu erhalten, Geschichte und Geschichten erlebbar zu machen sowie kulturelle Vielfalt zu schaffen.

Nach einem Kabinettsbeschluss vom 19. Mai 2009 der Hessischen Landesregierung wurde vom 1. bis 10. Juni 2012 der 52. Hessentag in Wetzlar veranstaltet. Bereits im Jahr 1975 war sie schon einmal Hessentagsstadt.[55]

Historische Altstadt [Bearbeiten]

Der Säuturm – letzter erhaltener Turm der mittelalterlichen Stadtmauer
Luftbild von Wetzlar mit dem Dom

Das nahezu geschlossene Ensemble historischer Bauwerke und Wohnhäuser in der Altstadt mit Fachwerkhäusern und Steinbauten aus der Zeit der Romanik (Dom), der Gotik, aus Renaissance und Barock ist größtenteils in einem Zustand erhalten und weitgehend restauriert, wie er sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts darstellte. Es bestehen die Plätze Buttermarkt/Domplatz, Fischmarkt, Eisenmarkt, Kornmarkt und der ehemalige Franziskanerhof, jetzt Schillerplatz. Zu den rund 50 besonders nennenswerten Gebäuden gehören: ein so genannter Wandständerbau aus dem Jahr 1356, die Alte Münze am Eisenmarkt, der Römische Kaiser (15. Jahrhundert), ein ehemaliges Theater- und Ballhaus; der ehemalige Deutschordenshof, heute Städtisches Museum, das Lottehaus, Wohnhaus der Charlotte Buff, das Jerusalemhaus, in dem sich Karl Wilhelm Jerusalem erschoss und so eine traurige Berühmtheit als Werther erlangte, das fürstliche Palais Papius, in dem sich die Sammlung historischer Möbel, erworben und zusammengestellt von Freiin Irmgard von Lemmers-Danforth, befindet.

Die steinerne Alte Lahnbrücke wurde im Jahre 1288 erstmals erwähnt.

Ansehnliche Reste der Stadtbefestigung aus dem 13. und 14. Jahrhundert sind noch erhalten, zum Beispiel ein als Schneiderturm oder Säuturm bekannter Befestigungsturm, die Kalsmuntpforte als Stadttor zur früheren Vorstadt Silhofen sowie große Teile der Stadtmauer.

Auch in den alten Vorstädten Langgasse und Neustadt, durch die Alte Lahnbrücke mit der Altstadt verbunden, sind noch einige sehenswerte historische Gebäude erhalten. Jedoch hat insbesondere die Neustadt infolge vierspuriger Straßenbauten im 20. Jahrhundert ihren mittelalterlichen Charakter verloren.

Ein in der Mitte des 14. Jahrhunderts als Rathaus errichtetes Gebäude wurde nach mehrfachem Umbau vom Reichskammergericht (1689 bis 1806) als Sitz und Kanzlei genutzt. Das Gericht zog später in das gegenüberliegende sogenannte Herzogliche Haus und danach bis zu seiner Auflösung 1806 ins Von Ingelheim’sche Palais. Das Gebäude wurde nach einem weiteren Umbau als Kaserne, später als Hauptpost genutzt. Nach deren Auszug dient es unter anderem als Gaststätte und Wohnhaus.

Weitere Baudenkmale und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In den neueren Stadtvierteln rund um die Altstadt befinden sich eine Reihe gutbürgerlicher Wohnhäuser und Villen. Diese stammen vor allem aus der Blütezeit Wetzlars als Leitz-, später Leica-Stadt (Villen von Leitz, Kellner, Barnack) und als Buderus-Standort (beispielsweise die Weiße Villa). Auch einige für die damalige Zeit moderne Meisterhäuser und Arbeitersiedlungen stammen aus dieser Ära.

Die beiden im 14. Jahrhundert auf zwei Höhen östlich und südlich der Stadt erbauten Türme der Landwehren, die Garbenheimer Warte (um 1900 zum Bismarckturm umgebaut) und die Brühlsbacher Warte sind heute Aussichtstürme.

Die Reichsburg Kalsmunt wurde möglicherweise um das Jahr 800 gegründet. Zum Schutz der Stadt und um die Wetterau als Reichsland zu sichern, wurde sie im 12. Jahrhundert weiter ausgebaut. Die Herkunft des Namens der Reichsburg Kalsmunt ist nicht eindeutig geklärt. Nicht ausgeschlossen werden kann die folgende Deutung: Kals- = Karls und -munt = Vasall, das heißt ein Lehnsmann des Fränkischen Hofes. Demnach handelte es sich um eine Anlage aus der Zeit Karls des Großen. Auf der Reichsburg Kalsmunt wurden die kaiserlichen Münzen für Wetzlar geprägt. Zur Burg Kalsmunt gehörte schon im späteren Mittelalter der Wirtschaftshof Magdalenenhausen, der seit 1324 auf der stadtabgewandten Seite des Kalsmunts bezeugt ist. Nach dem Verfall der Burg im Zuge häufiger Besitzerwechsel und des Übergangs an Hessen im 16. Jahrhundert kaufte Graf Bernhard III. von Solms-Braunfels das Hofgut. Der Name des Gutes geht auf die gegen Ende des 17. Jahrhunderts lebende Gräfin Magdalena von Solms-Braunfels zurück. Das zweigeschossige, repräsentative Fachwerkhaus wurde im Jahre 1693 für die Gräfin errichtet. 1716 legte Graf Wilhelm Moritz um das Gut herum einen Tiergarten an, der aber schon um 1800 wieder aufgegeben wurde. Nach dem Tod der Gräfin Magdalena 1720 wohnte nur noch ein Förster und Verwalter auf dem Gut. 1810 erwarb der letzte Deutschordensamtmann Georg Buff aus Wetzlar das Anwesen. Seit dem 19. Jahrhundert dient das Haus als Gaststätte und Ausflugslokal.

Die Burg Hermannstein ist ein typisches Beispiel einer gotischen Wohnturmanlage nach französischem Vorbild. Sie wurde 1373 bis 1379 für den Landgrafen Hermann I. von Hessen zum Schutz der Stadt errichtet. Die Fürsten von Solms-Braunfels lagen immer wieder in Fehde mit Wetzlar.

Wetzlarer Dom[Bearbeiten]

Wetzlarer Dom
Hauptartikel: Wetzlarer Dom

Der Dom (Marienstift) ist eines der Wahrzeichen von Wetzlar. Baubeginn des Domes, der noch nicht vollendet ist, war 1230. Er ist Nachfolger einer im Jahre 897 geweihten Salvatorkirche und diese bereits in Nachfolge einer Vorgängerkirche. Dom hieß die Stifts- und Pfarrkirche ab Ende des 17. Jahrhunderts. Die Bezeichnung setzte sich in der Zeit des Reichskammergerichts (1689–1806) durch, als der Kurerzbischof von Trier (sie waren im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation einer der Kurfürsten) Stiftspropst, der Dom also Bischofskirche war.

Das Bauwerk wirkt wie ein „steingewordenes Buch über mittelalterliche Baustilkunde“. Er bietet trotz seiner über die Jahrhunderte dauernden Bauzeit und trotz eines nicht fertig gestellten Turms heute ein geschlossenes Bild. Eine weitere Besonderheit des Doms ist, dass er ökumenisch genutzt wird, zu gleichen Teilen von der evangelischen und katholischen Kirche.

Andere Sakralbauten[Bearbeiten]

Brunnen auf dem Domplatz

Die Michaeliskapelle ist eine Doppelkapelle südlich des Domchores, die etwa um das Jahr 1250 erbaut wurde. Genutzt wurde sie als ehemalige Bauhütte des Domes und später als Karner oder Ossarium. An der Westwand steht eine große Kreuzigungsgruppe (1509).

Die Überreste der Theutbirg-Basilika befinden sich nahe dem Stadtteil Nauborn. Die Kirche der Teutbirg in loco qui dicitur Nivora wurde erstmals 778 genannt, sie ist jedoch deutlich vor 778 entstanden. Die Kirche wird wahrscheinlich bis zur Wende zum 9. Jahrhundert bestanden haben. Ihre Mauerreste wurden erst 1927 entdeckt. Auf dem zugehörigen Friedhof wurden neben Knochen einige Gefäßscherben aus der Zeit zwischen 700 und 780 sowie eine Eisenaxt gefunden.

Die Franziskanerkirche, eine Klostergründung aus dem Jahr 1263, wird auch als Untere Stadtkirche bezeichnet. Der Chor wird noch für Gottesdienste genutzt. Das Langhaus der Kirche ist profaniert.

Kloster Altenberg ist ein ehemaliges Prämonstratenserinnen-Kloster. Die etwa um 1260/1270 durch die selige Gertrud, Tochter der heiligen Elisabeth, gegründete Anlage ist heute Gutshof und Königsberger-Diakonissen-Mutterhaus.

Die Hospitalkirche ist eine in den Jahren 1755–1764 von J. L. Splittdorf errichtete Kirche mit sehenswertem Aufbau von Kanzel, Orgel über dem Altar und dreiseitigen Emporen. Die erste Erwähnung des Hospitals legt die Annahme nahe, dass es mit der dazugehörenden Kapelle in der Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut wurde.

Parks, Anlagen[Bearbeiten]

Avignon-Anlage
Colchester-Anlage

Die Altstadt wird durch einen nahezu vollständigen Ring von Parks umschlossen, Anlagen genannt, die vornehmlich nach den Wetzlarer Partnerstädten benannt sind. Dies sind die Avignon-Anlage und die Schladming-Anlage im Süden, die Colchester-Anlage im Westen und die Siena Promenade im Osten. Geschlossen wird der Ring im Norden durch das Rosengärtchen, ein historisches Friedhofsgelände. Hier befindet sich unter anderem die nicht näher bezeichnete Grabstätte des Karl Wilhelm Jerusalem, Vorbild für Goethes Werther. Das Rosengärtchen ist Standort der Wetzlarer Freilichtbühne.

Weitere größere Parks in den Außenbezirken der Stadt sind die Neukölln-Anlage, die Ilmenau-Anlage und der Europapark, Standort des Europabades.

Denkmale, Kunstwerke, Brunnen[Bearbeiten]

Der dreistufige Obelisk aus Lahnmarmor in Dalheim erinnert an die Schlacht bei Wetzlar,[56] in der 1796 Erzherzog Karl von Österreich die Truppen der Sambre-und-Maas Armee unter General Jourdan schlug. An Tile Kolup, den falschen Kaiser Friedrich II, wird mit zwei Denkmalen erinnert. Das ältere befindet sich im Stadtwald nahe der Friedenstraße, das jüngere wurde als Flammenthron in der Spilburg errichtet. Die Colchester-Anlage auf der Lahninsel ist aufwendig landschaftsgärtnerisch gestaltet, unter anderem mit einem Stein-Labyrinth und einem Irrgarten. An der Frankfurter Straße befindet sich das Ukrainer-Denkmal,[57] das an verstorbene Lagerinsassen in der Zeit des Ersten Weltkriegs erinnert. Das Jägerdenkmal aus dem Jahr 1877 erinnert in der Hausertorstraße an das Rheinische Jägerbataillon. Im Rosengärtchen, einem heute als Parkanlage genutzten früheren Friedhof, befinden sich eine Reihe alter Grabdenkmale, am bekanntesten ist das der Freifrau von Albini.

Einige Denkmäler stehen in Verbindung mit der industriegeschichtlichen Vergangenheit der Stadt. Der Giesser ist eine Buderus-Kunstguss-Skulptur vor der Hauptverwaltung Buderus. Eine andere moderne Guss-Skulptur ist die Familie von Ludwig Leitz am Karl-Kellner-Ring (Ecke Ernst-Leitz-Straße). Am früheren Erzbergwerk Grube Malapertus ist ein alter Förderturm erhalten, der heute als einer der beiden letzten Fördertürme von der Bergbauvergangenheit im Lahn-Dill-Gebiet zeugt.

Im Bereich der Altstadt sind auch eine Reihe bekannter Brunnenbauwerke erhalten. Der Kornmarktbrunnen auf dem gleichnamigen Platz wurde bereits 1341 erstmals erwähnt. Der Eisenmarktbrunnen ist mit einer Figur der heiligen Barbara verziert. Am Philosophenweg, gegenüber dem Wöllbacher Tor, befindet sich der Goethebrunnen.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Theater und Konzerte[Bearbeiten]

Das Theater- und Konzertangebot in Wetzlar ist breit gefächert. Von überregionaler Bedeutung sind die Kultur- und Musikevents der größten Multifunktionshalle der Region, der Rittal Arena Wetzlar (rund 6000 Zuschauerplätze). Ebenso bedeutsam sind die alljährlich in den Monaten Juni, Juli und August stattfindenden Wetzlarer Festspiele mit Opern, Operetten, Musicals, mit Schauspiel, Konzerten und Kleinkunst, die überwiegend im Rosengärtchen, im Lottehof und im Hofgut Hermannstein abgehalten werden.

Daneben dient die Stadthalle Wetzlar als Kultur-, Kongress- und Tagungszentrum. Hier ist auch das Neue Kellertheater Wetzlar beheimatet, das mit Komödien, Schauspielen oder Musicals unterhält. Weitere kulturelle Höhepunkte sind die Internationalen Gitarrentage Wetzlar und die Sommer-Matineen im Rosengärtchen. Die Wetzlarer Kulturtage Mitte Juni sind ein dreitägiges sommerliches Musikfestival auf der Lahninsel und in der Innenstadt mit Musik, Folklore, Theater und Kunst. Der Theaterring Wetzlar veranstaltet im Winterhalbjahr mit Tourneetheatern monatlich einen Theaterabend. Im Harlekin im Riesen spielen die Gruppen Wetzlarer Besenkammerspiele sowie das Merenberger Musiktheater. Der Kulturring Nach Feierabend bietet Besuche von Theaterveranstaltungen des Stadttheaters Gießen an und führt eigene Kabarettveranstaltungen durch. Daneben gibt es regelmäßige Theater- und Konzertveranstaltungen (Rock, Pop, Jazz, Kabarett, Lesungen, Party etc.) im Kulturzentrum Franzis, in der Bunten Katze, der KulturStation am Brodschirm, in der Kleinen Bühne und im Cafe Vinyl am Schillerplatz.

Feste und Veranstaltungsreihen[Bearbeiten]

Der traditionsreiche Gallusmarkt ist seit dem Jahr 1318 bezeugt. König Ludwig verlieh der Stadt das Recht, am Tag des heiligen Gallus, also alljährlich am 16. Oktober, einen Jahrmarkt abzuhalten. Heute findet er unter anderem als verkaufsoffener Sonntag mit vielen Aktionen in den Fußgängerzonen statt.

Die zahlreichen Karnevalsvereine sorgen in der Fassenacht mit Veranstaltungen und Bällen für Stimmung. Der große Fastnachtsumzug quer durch die Stadt mit meist über hundert Zugnummern und mehreren Kilometern Länge findet unter großer Anteilnahme der Bevölkerung immer am Fastnachtssonntag statt.

Das Ochsenfest ist das größte Volksfest in Mittelhessen und wird seit 1852 in dreijährigem Zeitabstand gefeiert.[58] Das eine Woche dauernde Fest mit angeschlossener Landwirtschafts- und Tierschau findet auf dem Festgelände „Finsterloh“ statt. Ein Höhepunkt des Ochsenfestes ist ein Festumzug durch Wetzlar.

Weitere regelmäßig wiederkehrende Veranstaltungen sind das Brückenfest rund um die Alte Lahnbrücke, das „Sommernachtsweinfest“ auf dem Schillerplatz in der Altstadt, das Familienfest auf der Bachweide und der Lahninsel und seit 2006 die „Gaudi-Olympiade“ im Finsterloh – mit künstlichem Schnee jährlich im Februar. Im Rahmen des Autosalons, bei dem heimische Händler die neuesten Automodelle präsentieren, wird der German City Kart Cup mit dem Großen Preis von Wetzlar durchgeführt. In der Vorweihnachtszeit werden Adventsmärkte in der Altstadt und in Bahnhofsnähe abgehalten. Zirkus-Zeltaufführungen werden gelegentlich auf der Bachweide geboten.

Musik, Gesang, Tanz[Bearbeiten]

Die Szene in Wetzlar ist besonders im Bereich der Kleinkunst und Independent Music stark vertreten. Neben den Lokalitäten Harlekin, Bunte Katze, Kleine Bühne und Café Vinyl ist das Kulturzentrum Franzis ein Standort der freien Musik. Dort werden aber auch allerlei andere künstlerischen Tätigkeiten gefördert und dargestellt. Vielfältige Angebote zum Zuhören, Zuschauen oder aktiv Mitmachen bieten neben den Musik- und Volkshochschulen derzeit die über 40 Chöre, 12 Orchester (zudem 13 Chöre und Orchester für Kirchenmusik), 16 Musikgruppen, neun Tanzgruppen, zwei Ballettstudios und einige Tanzclubs und Tanzschulen. Mehrere Blasorchester, hier sind insbesondere das "Buderus-Blasorchester"[59], "Conny Dellner" mit seiner "Original Kapelle Egerland"[60], den "Oberkrainer Express"[61] sowie das "Egerland-Duo" mit den "Altstadt-Musikanten"[62] hervorzuheben.

Museen, Bibliotheken und Galerien [Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Reichskammergerichtsmuseum

Das Stadt- und Industriemuseum ist ein äußerst vielfältig ausgestattetes Museum mit Exponaten aus der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte der Stadt und Zeugnissen der regionalen Industriekultur (Schwerindustrie, Optik und Feinmechanik, Bergbau), darunter die Sammlung Karsten Porezag, eine bundesweit einzigartige Sammlung historischer Grubenlampen. Darüber hinaus eröffnet dieses Museum einen Einblick in die Vor- und Frühgeschichte der Region und präsentiert Zeugnisse der Keltenzeit.

Zwei Museen sind dem Umfeld von Goethe gewidmet. Das Lottehaus ist eine Gedenkstätte für Charlotte Kestner geb. Buff als Erinnerung an die Zeit, als Goethe hier oft Gast war. Dank aufwendiger denkmalpflegerischer Untersuchungen war es möglich, das frühere Deutschordenshaus in Wetzlar annähernd in jenen Zustand zu rekonstruieren, in dem Johann Wolfgang Goethe es am Ende des 18. Jahrhunderts vorfand. Jährlich besuchen Tausende Werther-Touristen aus aller Welt dieses Gebäude. Das Jerusalemhaus ist eine weitere Gedenkstätte für Goethes Roman Die Leiden des jungen Werthers. In diesem Gebäude nahm sich einst Karl Wilhelm Jerusalem, vermutlich aus Liebeskummer, das Leben. Jerusalem war eines der realen Vorbilder des Werther. In der Gedenkstätte findet sich heute, wie im Werther beschrieben, „Emilia Galotti auf dem Pulte aufgeschlagen“. Heute beherbergt der restaurierte Altbau neben der Wetzlarer Museumsverwaltung auch die Goethe-Werther-Sammlung.

Die Sammlung Irmgard Freiin von Lemmers-Danforth zeigt europäische Wohnkultur aus Renaissance und Barock, zusammengestellt und öffentlich zugänglich gemacht von der Wetzlarer Kinderärztin im fürstlichen Palais, dem so genannten Palais Papius (benannt nach Franz von Pape, genannt Papius, einem Assessor am Reichskammergericht). Sie gehört zu den weltweit bedeutendsten Sammlungen historischer Möbel aus Renaissance und Barock.

Das Museum des Reichskammergerichts ist bundesweit (neben dem Rechtshistorischen Museum[63] beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe) das einzige rechtsgeschichtliche Museum und deshalb ein Anziehungspunkt für Juristen und an der Geschichte des Rechts und der Justiz in Deutschland Interessierte. Es wird getragen von der Gesellschaft für Reichskammergerichtsforschung e. V. und der Stadt Wetzlar. Dort wird eine Reihe hochwertiger Exponate zur Verfassungsgeschichte des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation präsentiert. Dem Museum ist außerdem eine Forschungsstelle des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte zugeordnet.

Mehrere Museen präsentieren den Bereich der Optik. Zunächst soll der Optikparcours, ein einmaliger Wissenschaftsparcours, die optische Kompetenz des Standortes Wetzlar stärken. Er ist ein Gemeinschaftsprojekt von Bürgern, Hochschulen, Schulen, des Stadtmarketings der Stadt Wetzlar, der Industrie- und Handelskammer und 70 Unternehmen. Er wurde im Mai 2008 mit zunächst acht Installationen eröffnet, die vom Einkaufszentrum Forum bis in die Altstadt führen. Insgesamt 20 unterschiedliche Hauptinstallationen sind geplant, im November 2008 wurde ein Dunkelkaufhaus[64] zugefügt.[65] Weiterhin präsentiert das Viseum, das Haus der Optik und Feinmechanik, in einem spätbarocken Gebäude modernste Hightech-Produkte von 14 Wetzlarer und mittelhessischen Unternehmen aus den Bereichen Optik, Sensorik und Feinmechanik. Das Motto dazu lautet: „Sehen verstehen!“. Die Exponate demonstrieren, wie optische und optoelektronische Systeme das Leistungsspektrum unserer Augen, mit Hilfe der technischen Nutzung der Eigenschaften des Lichts, verbessern können. Ein weiteres Museum in diesem Bereich ist die Sammlung historischer Mikroskope Ernst Leitz im Neuen Rathaus.

Neues Rathaus, Ernst-Leitz-Straße

Das Leitz-„Haus Friedwart“ in Wetzlar ist ein einmaliges Jugendstil-Ensemble in Deutschland. Eine neue Stiftung will den früheren Wohnsitz der Unternehmerfamilie Leitz, der die Welt die legendäre „Leica“ verdankt, als Kulturstätte erhalten.[66] An weiteren kleineren und privaten Museen sind das Messingmuseum auf der „Spilburg“, das Wetzlarer Spielzeug- und Puppenmuseum, im neuen Bundeswehrmuseum in der Niedergirmeser Elisabethenstraße kann man 175 Jahre Wetzlarer Militärgeschichte besichtigen, das Landwirtschaftliche Museum sowie die Heimatmuseen und Dorfstuben in den Stadtteilen zu nennen. In der Nähe von Wetzlar, in Oberbiel, befindet sich das Besucherbergwerk Grube Fortuna mit Grubenbahnmuseum. Es handelt sich um eine der zahlreichen ehemaligen Eisenerzgruben im Lahn-Dill-Kreis.

Bibliotheken und Archive[Bearbeiten]

1962 wurde in Wetzlar die wissenschaftliche Sammelstelle und Bibliothek für Liedgut der ehemaligen deutschen Ostgebiete mit der Patenschaft für das ostdeutsche Lied gegründet.

Die 1989 eröffnete Phantastische Bibliothek Wetzlar entwickelte sich zur weltweit größten öffentlich zugänglichen Sammlung phantastischer Literatur. Sie verfügt über einen Bestand von zirka 150.000 Titeln in den phantastischen Literaturgenres (Science Fiction, Fantasy, klassische Phantastik, Horror, Utopie, Reise- und Abenteuerliteratur, Märchen, Sagen/Mythen).[67]

Die Stadtbibliothek verfügt über einen Bestand von derzeit zirka 45.000 Medien. Aus der dazugehörenden Artothek können über 200 Bilder, meist Originale (hauptsächlich von einheimischen Künstlern), und Skulpturen ausgeliehen werden. Das Historische Archiv der Stadt verfügt unter anderem über eine große Urkundensammlung (mehr als 4400 Urkunden) sowie über Akten von der Reichsstadtzeit bis zur Gegenwart.

Galerien[Bearbeiten]

Ein knappes Dutzend Galerien sind über das Stadtgebiet verteilt. In der Galerie am Dom sind u. a. Werke von Künstlern mit bekannten Namen wie Janosch, Günter Grass, Armin Mueller-Stahl, James Rizzi, Niki de Saint Phalle, Friedensreich Hundertwasser oder Udo Lindenberg ständig vertreten. Des Weiteren sind die Galerie im Stadthaus am Dom, die Galerie „Arthaus Genzel“ am Domplatz, das Atelier Ludwig Leitz mit dem künstlerischen Werken von Ludwig Leitz, die Galerie im Alten Rathaus, die Galerie im neuen Rathaus, die Galerie Atzbach, die Grafiken und Illustrationen beherbergt, sowie die Galerie Kunst+ am Kornmarkt mit dem Schwerpunkt Bronzegüsse der Berliner Bildhauerschule sowie zeitgenössische, junge Kunst mit dem Schwerpunkt Bildhauerei, zu nennen.

Daneben werden unter dem Titel Kunst im Krankenhaus regelmäßige wechselnde Fotoausstellungen auf den Stationen der Urologischen Klinik des Klinikums Wetzlar-Braunfels gezeigt. Das Kunstprojekt Atelier Löwenherz bietet Erwachsenen mit geistiger oder körperlicher Behinderung und Nichtbehinderten die Möglichkeit, sich unter Anleitung künstlerisch zu betätigen. In der Ersten Malschule Wetzlar wird Kindern ab sechs Jahren der Spaß am kreativen Tun vermittelt. Gleichzeitig werden Malkurse für Erwachsene, Anfänger und Fortgeschrittene angeboten. Die Vereinigung Form und Farbe (gegründet 1991) ist ein lockerer Zusammenschluss von Freizeitkünstlern mit dem Ziel, Gedanken und Erfahrungen auszutauschen, in kleinen Gruppen gemeinsam zu arbeiten und regelmäßige Ausstellungen zu veranstalten.

Kulturpreise[Bearbeiten]

Die Stadt Wetzlar vergibt seit 1983 jährlich den mit 4000 Euro dotierten Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar für deutschsprachige Originalveröffentlichungen aus dem Genre Fantastik. Seit 2006 vergibt die Stadt die Lotte-Plakette als undotierten Kulturpreis, benannt nach Charlotte Buff. Erster Preisträger war der Vorsitzende der Kulturgemeinschaft Hans-Günther Kolb, ihm folgten Georg Schmidt-von Rhein (2007, Gesellschaft für Reichskammergerichtsforschung), Joachim Eichhorn (2008, Kirchenmusikdirektor), Hartmut Schmidt (2009, ehemaliger Leiter der Städtischen Sammlungen) und Martin Knell (2010, Dirigent).

Kulinarische Besonderheiten[Bearbeiten]

„Dulges“ (auch Rührdulges*) ist ein aus geriebenen und entwässerten rohen Kartoffeln, Zwiebeln, Speck, Salz und Gewürzen in einem möglichst gusseisernen Bräter (*unter immer wieder kurzem Umrühren) angebratener Teig. „Schmeckt weit besser, als es aussieht“. Dazu darf eine trockene Scheibe Graubrot und/oder Apfelmus gereicht werden. Es gibt unter anderen eine Variante, bei der zusätzlich Hackfleisch-Bällchen im Kartoffelteig mit angebraten werden.

„Schmierchelskuche“ (= Schmandkuchen?) ist eine Art Kartoffelkuchen mit Zwiebelbelag und süßer Abdeckung (Marmelade, Sahne oder ähnliches).

Wein aus Wetzlar[68] gibt es zwar nicht mehr, dennoch: der Rebbau an den Ufern der Lahn breitete sich bis zum 14. Jahrhundert vom Rhein-Main-Gebiet unter dem Einfluss des Zisterzienserklosters Eberbach (Rheingau) aus. Erst die Einführung des Terrassenweinbaus im 10./11. Jahrhundert ermöglichte auch den Weinbau im sehr engen unteren Lahntal. Urkundlich erwähnt wird der Rebbau an der Lahn erstmals im 12. Jahrhundert, und zwar für Nassau (1159). Weitere Ersterwähnungen für Weinberge sind unter anderem: Kloster Arnstein (um 1200), Wetzlar (1242) oder Laurenburg (1275). Viele Hügel- und Straßennamen in und um Wetzlar verraten noch heute den einstigen Weinanbau. Das Lahntal war jahrhundertelang für seine vorzüglichen Rotweine bekannt. Witterungseinflüsse führten Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zu Frostschäden, Rebkrankheiten und -schädlingen und damit zu einer Verringerung der Rebflächen und zum Niedergang des Weinbaus. Der Lahnwein hat heute kein eigenes Anbaugebiet mehr, sondern gehört zum Weinbaugebiet Mittelrhein. Heute gibt es hier nur noch zwei Weinorte: Obernhof und Weinähr im Gelbachtal.[69]

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Eine Reihe Wetzlarer Vereine sind in den Bundesligen vertreten. Zu nennen sind insbesondere HSG Wetzlar (Handball-Bundesliga Männer) und RSV Lahn-Dill (Rollstuhlbasketball-Bundesliga Männer). Als Weltpokalsieger 2010, elffacher deutscher Meister, elffacher Pokalsieger (davon 9mal das Double Meister und Pokal) und fünffacher Europapokalsieger sowie Vize-Weltcupsieger 2006 zählt der RSV zu den weltbesten Vereinen. Im Turnen bilden KTV Wetzlar (Kunstturnen-Bundesliga) und TSG Niedergirmes gemeinsam ein Kunstturnleistungszentrum mit DTB-Turnschule. 2013 ist das Team Destination Wetzlar in die 1. Paintball Bundesliga aufgestiegen. In der Dritten Volleyball-Bundesliga trägt der TV Waldgirmes seine Heimspiele in der Lahntalschule in Lahnau aus.

Bekannt wurde die Stadt zudem durch ihre Spitzensportler im Kunstturnen, unter anderem Fabian Hambüchen am Reck als Welt-, Europameister, Silbermedaillengewinner 2012 in London und Bronzemedaillengewinner 2008 in Peking. Gabriele Weller[70] vom KTV Wetzlar wurde unter anderem viermal Deutsche Meisterin im Kunstturnen, nahm an drei Weltmeisterschaften sowie 1992 an den Olympischen Spielen teil und wurde zweimal FICEP-Europameisterin.

Im Rudern stellte die RG Wetzlar 1880 bereits etliche Olympiasieger, Welt-, Europa- und Deutsche Meister, zum Beispiel die Weltmeister und Olympiasieger von 1968 Jörg Siebert, 1972 Hans-Johann Färber und Mareike Adams als 4-malige Ruder-Weltmeisterin. Auch im Tanzsport mit Welt-, Europa- und Deutschen Meistern wie den Tanzpaaren Ursula Breuer und Karl Breuer sowie Ellen Jonas und Volker Schmidt vom Schwarz-Rot-Club Wetzlar, Johanna-Elisabeth und Adrian Klisan holten am 18. November 2013 in Bonn Silber bei der Standard-WM der Professionals. Im Twirling, Radpolo, Eisstockschießen und Skat brachten es Wetzlarer Sportler zu überregionaler Bekanntheit. Klaus Enders, ein ehemaliger deutscher Motorradrennfahrer, konnte als Pilot zwischen 1967 und 1974, zusammen mit Beifahrer Ralf Engelhardt, auf BMW insgesamt sechsmal Seitenwagen-Weltmeister werden.

Der mitgliederstärkste Sportverein der Stadt und einer der größten Hessens ist der TV Wetzlar, dessen erfolgreichste Abteilungen im Volleyball (Damen) und im Badminton (Herren) bereits viele Jahre in der Bundesliga spielten[71]. Im Fußball wurde Nationalspielerin Nia Künzer durch ihr Golden Goal beim Sieg im WM-Finale 2003 bekannt. Eintracht Wetzlar spielte in der Saison 2007/08 und wieder in der Saison 2010/2011 in der Fußball-Oberliga Hessen. Die Frauen der Eintracht Wetzlar spielen seit 2011 in der Regionalliga Süd. In den 82 Sportvereinen mit 22.000 Mitgliedern, davon 7.300 Jugendliche, werden so gut wie alle Sportarten angeboten. Im Jahr 2004 wurden über das ZDF zwei Wetzlarer unter die besten 100 deutschen Sportler des Jahrhunderts gewählt.

Wetzlar ist immer wieder Standort nationaler und internationaler Sportveranstaltungen von Rang. Die Stadt gehörte unter anderem zu den offiziellen Ausrichtungsorten der Handball-Weltmeisterschaft 2007, der Europameisterschaft der Rollstuhlbasketballer 2007, der American-Football-Europameisterschaft 2010, sowie von Welt-, Europa- und Deutschen Meisterschaften im Tanzsport, zuletzt Standard-WM der Senioren 2005 und Standard-WM der Amateure (Hauptklasse) 2010 in der Rittal-Arena. Jährlich wiederkehrende Veranstaltungen mit internationaler Beteiligung sind unter anderem seit 2005 der Wetzlar Marathon und seit 2006 die Wetzlar Open, ein ATP-Tennisturnier, bei dem Weltranglistenpunkte erzielt werden können.

Die Stadt verfügt über eine Reihe hochwertiger Sportstätten. Das Stadion Wetzlar mit zwei Tribünen verfügt über 8000 Zuschauerplätze. Die 2005 eröffnete Rittal Arena mit max. 6.000 Plätzen gehört zu den modernsten Sportarenen Deutschlands und diente seit ihrer Eröffnung bereits mehrfach als Austragungsort internationaler Sportveranstaltungen. Das Europabad dient seit seiner Eröffnung 1973 als Wettkampfbad mit 50-Meter-Becken und Tribüne.[72]

Seit Januar 2009 besteht das Cube-Kletterzentrum[73][74] des Deutschen Alpenvereins e. V. im Sportpark des TV Wetzlar auf dem Spilburg-Gelände. Auf den rund 1000 m² Kletterfläche, bei einer Höhendifferenz von mehr als 13 m, befinden sich auch Schulungs- und Boulderbereiche. Diese künstliche Kletteranlage kann von Jedermann gegen Entgelt genutzt werden. Am 31. Oktober 2009 wurde dort die Hessenmeisterschaft ausgetragen.[75] Am südlichen Stadtrand wurde im Stadtwald am Finsterloh der Abenteuerparcours, ein Hochseilgarten (Waldkletteranlage), errichtet.

Tourismus[Bearbeiten]

Der Tourismus ist von maßgeblicher und wachsender Bedeutung für Wetzlar. 2010 wurden in Wetzlar rund 181.000 Übernachtungen gezählt davon entfielen etwa 17 Prozent auf ausländische Gäste. Wetzlar liegt damit in Mittelhessen an zweiter Stelle hinter Marburg und vor Gießen.[76] Im Jahr 2011 haben rund 3,7 Mio. Touristen Wetzlar besucht. Die Zahl der Tagestouristen und die Übernachtungen sind demnach in den vergangenen zehn Jahren um gut 25 Prozent gestiegen. Wetzlar verfügt heute über 1390 Betten in verschiedenen Betriebskategorien. Hinzu kommen 60 Ferienwohnungen mit 250 Betten. Die jeweilige Verweildauer der Besucher lag laut Bericht bei 1,9 Urlaubstagen. Die Hotelbettenkapazität der Stadt ist demnach im Jahresschnitt zu rund 40 Prozent belegt.[77]

Touristik-Routen, Wanderwege[Bearbeiten]

Brühlsbacher Warte („Bleistift“), Anfang 2007

Die Stadt liegt an folgenden Ferienstraßen: Deutsche Fachwerkstraße, Lahn-Ferien-Straße und Solmser Straße. Auch die Oranier-Route führt über Wetzlarer Stadtgebiet. Die Stadt ist Mitglied im Taunusklub und im Westerwald-Verein und ist Sitz des Lahntal Tourismus Verbandes e. V.[78]

Es gibt in Wetzlar und Umgebung eine Reihe von Wanderwegen und Möglichkeiten für Wanderungen auf den Lahnhöhenwegen beiderseits der Lahn. Im Herbst 2012 wurde offiziell zusammen mit dem Reststück Lahnwanderweg oberhalb von Diez die Bergmannsroute als eine alternative Tagesetappe von Wetzlar nach Braunfels eröffnet.[79] Die Stadt ist Ausgangspunkt eines vom Taunusklub beschilderten Jakobsweges, dem Lahn-Camino nach Burg Lahneck und zur Hospitalkapelle in Lahnstein.[80][81][82][83] Auch der Elisabethpfad von Frankfurt nach Marburg führt durch Wetzlar. Weiter gibt es sehr schöne Wanderwege zum Prämonstratenserinnenkloster Altenberg bei Wetzlar. Hier wuchs Gertrud (1227–1297), die dritte Tochter der Landgräfin Elisabeth von Thüringen (* 7. Juli 1207 auf Burg Sárospatak in Ungarn; † 17. November 1231 in Marburg an der Lahn, auch Elisabeth von Ungarn genannt, ist eine Heilige der Katholischen Kirche). Gertrude, kam erst nach dem Tod ihres Vaters zur Welt. Sie wuchs ab ihrem zweiten Jahr im Kloster Altenberg heran und wurde mit 21 Jahren dessen Äbtissin. Gertrud wurde 1348 von Papst Clemens VI. seliggesprochen.

Der Dill-Wanderweg führt von Haiger nach Wetzlar. Die Vier-Türme-Wanderung[84] verläuft komplett im Wetzlarer Stadtgebiet und verbindet vier historische Türme: Die Garbenheimer Warte (heutiger Bismarckturm), die Brühlsbacher Warte (Bleistift), den Stoppelbergturm und die Burgruine Kalsmunt. Die Wegstrecke dieser Wanderung rund um die Altstadt beträgt ungefähr 14 Kilometer, der Höhenunterschied 264 Meter. Eine andere Wanderung verläuft zirka 18 Kilometer durch das südliche Umland und führt von Brandoberndorf durch das Sieben-Mühlen-Tal nach Wetzlar.

Der durch Wetzlar führende Lahntalradweg gehört laut ADFC zu den Top 10 der deutschen Radfernwanderwege. Die Lahn ist für Wasserwanderer mit Kanu oder Ruderboot gut geeignet. In der Stadt gibt es fünf offizielle Ein- und Ausstiegsstellen mit Raststätten, Toiletten, Campingplatz, Einkaufsmöglichkeiten, Unterkünften und Busanbindung.

Diskotheken, Szenegastronomie und Ausflugslokale[Bearbeiten]

Vor Ort sind einige seit Jahrzehnten bestehende Diskotheken. Zu den ältesten im Kernbereich Wetzlars gehörte das Poco, eine Rock-Disco an der Dill, das seit 1978 existierte und seit März/April 2014 geschlossen ist; bekannt geworden ist das Poco insbesondere durch seine außergewöhnliche Karnevalsveranstaltung (Fasching Total), bei der von Samstag bis Aschermittwoch rund um die Uhr gefeiert wird. Auch im Bereich der Einkaufszeile Lahnhof gab es seit den 1990er Jahren eine Diskothek der Kette Supermäx/Lollipop, welche nach langjährigem Leerstand im März/April 2014 unter dem neuen Namen Mäx eröffnet hatte. Eine besondere Ehre erweisen die Eigentümer des Mäx dabei dem ehemaligen Poco, in dem jeder Mittwoch als Poco-Abend gefeiert werden soll.

Auch haben sich hier einige Szenebars und -lounges im Altstadtbereich etabliert. In jüngerer Zeit entstand auch auf dem Gelände der ehemaligen Spilburg-Kaserne eine Reihe von Lokalitäten.

Zu den beliebtesten Ausflugslokalen zählen beispielsweise die Betriebe beiderseits der alten Lahnbrücke, auf dem Kirschenwäldchen, dem Simberg, Magdalenenhausen und der Naunheimer Mühle.

Verkehr, Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Ein römisches Wegenetz um Wetzlar war schon früh vorhanden. Bereits vom Mittelalter an war der Knotenpunkt Wetzlar gut an das überregionale Verkehrswegenetz angeschlossen. Unter anderem lag die Stadt an der historischen Handelsstraße Hohe Straße, einem bedeutenden Handelsweg. Sie führte von Antwerpen über Köln, die Reichsstädte Wetzlar und Friedberg nach Frankfurt am Main. Sie wurde auch als Cölnische Hohe Heer- und Geleitstraße bezeichnet. Oder der Weinstraße (Wagenstraße) sie führte von Mainz bzw. Höchst über Usingen und Wetzlar, westlich an Marburg vorbei, nach Hildesheim und weiter Richtung Bremen bzw. Lübeck.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Wetzlar liegt an der A 45 (Sauerlandlinie DortmundAschaffenburg) bzw. Europastraße E 41 mit den Abfahrten Wetzlarer Kreuz (zur A 480 nach Wetzlar-Nord, Aßlar und Wetzlar-Blasbach), Wetzlar-Ost (zur B 49 Richtung Stadtmitte) und Wetzlar-Süd (in die südlichen Stadtteile Münchholzhausen, Dutenhofen und Blankenfeld).

Die Autobahn A 480 bzw. E 40 sollte eigentlich von der luxemburgischen Grenze bei Trier durch den Westerwald bis zum Hattenbacher Dreieck führen. Diese Strecke war als A 48 geplant. Aus Kostengründen wurde sie nie vollständig realisiert. Den Verkehr soll nun die B 49 aufnehmen. Heute heißt sie A 480 und führt nur von der Abfahrt Wetzlar Nord/Aßlar bis zum Wetzlarer Kreuz und darüber hinaus bis zum derzeitigen Autobahnende mit der Behelfsausfahrt nach Wetzlar-Blasbach. Einige Kilometer nordöstlich Gießens geht der bisher ausgebaute Teil weiter und führt von Heuchelheim-Nord bis zum Reiskirchener Dreieck an der A 5. Die Strecke von dort bis zum Hattenbacher Dreieck ist auch weiterhin die A 5.

Folgende Bundesstraßen führen durch die Stadt: die B 49 (Trier–Wetzlar–Alsfeld) bzw. E 44 als Ost-West-Verbindung. Des Weiteren die B 277, sie verbindet Aßlar mit dem Knoten Dalheim. Zwischen Wetzlar und Limburg hat an der B 49 der mehrjährige, vierspurige Ausbau in 13 Bauabschnitten begonnen. Die B 49 führte früher mitten durch die Innenstadt und die Stadtteile Dutenhofen und Steindorf in Ost-West-Richtung. Die B 277 verlief von Aßlar kommend in Nord-Süd-Richtung durch die Innenstadt und dann über Rechtenbach nach Butzbach. Die heutige B 49 trug bis 1985 die Bezeichnung B 429. Die Bundesstraßen im Zuge der Ortsdurchfahrten im Stadtgebiet Wetzlar wurden zu Landesstraßen herabgestuft (B 49: 1. Januar 1985, B 277: 1. Januar 1990).

Seit der kommunalen Gebietsreform in den 1970er Jahren ist das Kraftfahrzeug-Unterscheidungszeichen bezüglich der Stadt Wetzlar ein Sonderfall. Von 1956 bis zum 31. Dezember 1976 hatte der Kreis Wetzlar mit der gleichnamigen Kreisstadt das Kennzeichen WZ. Mit Gründung der Stadt Lahn zum 1. Januar 1977 wurde zwischenzeitlich das Autokennzeichen L eingeführt, das im Rahmen der Deutschen Wiedervereinigung am 1. November 1990 durch die Kombination LDK ersetzt wurde (siehe auch Kfz-Kennzeichen (Deutschland)#Ausbau des Systems). Die Wiedereinführung des Kennzeichens WZ fand zum 1. Juli 2012 statt.

Bahnverkehr[Bearbeiten]

Wetzlar liegt an den Bahnstrecken Frankfurt am Main–Siegen–Köln (Dill-Strecke/Siegstrecke) und Gießen–Limburg–Koblenz (Lahntalbahn Wetzlar–Koblenz), die am Wetzlarer Bahnhof zusammentreffen und hauptsächlich von Regionalbahnen und Regional-Express-Zügen befahren werden. Seit 2009 wurde Wetzlar täglich von einem Zugpaar des internationalen Fernzuges Eurocity angefahren, welcher jedoch zum Fahrplanwechsel 2011/2012 im Dezember 2011 wieder eingestellt wurde. Der Zug verkehrte von Siegen über Frankfurt, Stuttgart und München nach Klagenfurt am Wörthersee sowie über einen Kurswagen weiter nach Ljubljana und Zagreb. Größere Städte, die von Wetzlar aus direkt angefahren werden können, sind unter anderem Frankfurt am Main, Fulda, Koblenz, Limburg an der Lahn, Gießen, Friedberg (Hessen), Marburg und Siegen. Bis 2002 war Wetzlar Haltepunkt für InterRegios von und nach Norddeich Mole. 2003 erfolgte ein kurzes Intermezzo von Connex-Zügen zwischen Köln und Berlin.

Der RE zwischen Siegen und Frankfurt am Main (Main-Sieg-Express) wird von der Hessischen Landesbahn GmbH (HLB) bedient. Dieser verkehrt alle zwei Stunden zwischen 8:37 und 20.37 Uhr. Um 5:47 Uhr verkehrt der sogenannte „Berufspendelzug“ (RE-Sprinter) von Siegen kommend nach Frankfurt am Main. Dieser verbindet Wetzlar ohne Halt in Gießen in 54 Minuten mit Frankfurt. Der Spätzug für die Pendler kommt von Frankfurt um 18:20 Uhr an. Dieser hält nur in Frankfurt West und Bad Nauheim und benötigt 50 Minuten vom Frankfurter Hauptbahnhof bis nach Wetzlar.

Die HLB verkehrt seit Dezember 2011 auch auf der Lahntalbahn und befährt dort die Strecke Limburg–Weilburg–Wetzlar–Gießen. In Gießen haben die Züge dann einen kurzen Aufenthalt und fahren danach weiter in Richtung Alsfeld/Fulda. Von der Deutschen Bahn werden lediglich noch zwei Linien bedient: der RE 25 Koblenz–Limburg–Wetzlar–Gießen (Lahntal-Express) sowie der SE 40 zwischen Dillenburg, Wetzlar, Gießen, Friedberg und Frankfurt (Mittelhessen-Express). Dieser hält alle zwei Stunden zwischen Dillenburg und Friedberg auf allen Unterwegsbahnhöfen.

Neben dem Bahnhof Wetzlar in der Kernstadt gibt es einen weiteren Bahnhof im Stadtteil Dutenhofen. Der frühere Bahnhof in Garbenheim wurde mit der Stilllegung der Strecke Wetzlar–Lollar, Teilstrecke der Kanonenbahn, geschlossen. Auf dem verkleinerten Güterbahnhof werden seit Februar 2007 wieder die Güterzüge für Mittelhessen (DB Schenker Rail) zusammengestellt.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

Hauptartikel: Nahverkehr in Wetzlar

Der öffentliche Nahverkehr ist im Rahmen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) organisiert. Die Stadt Wetzlar ist selbstständiger Aufgabenträger für den öffentlichen Personennahverkehr und einer der 26 kommunalen Gesellschafter des RMV (15 Landkreise, 4 Großstädte und 7 Sonderstatusstädte). Mit der Durchführung des Busverkehrs hat die Lokale Nahverkehrsorganisation der Stadt Wetzlar ihr eigenes Unternehmen, die Werner-Gimmler-Wetzlarer-Verkehrsbetriebe und Reisebüro GmbH, beauftragt.

Die Stadt verfügt über ein gut ausgebautes städtisches Buslinien-Netz mit zehn Buslinien im 20- bis 30-Minuten-Grundtakt. Diese haben alle Anschluss an die zentrale Haltestelle Bahnhof/ZOB, welche in direkter Nachbarschaft des Bahnhofs liegt. Hinzu kommen noch diverse Linien im Überlandverkehr in das Wetzlarer Umland. In den späten Abendstunden fährt die Nachtbuslinie 007, der so genannte Disco-Bus, der fast alle Stadtteile anfährt. Auf allen Linien gilt der Tarif des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Zusätzlich verknüpft der Citybus zum Einheitstarif von 50 Cent wochentags von 10 bis 19 Uhr und werktags bis 15 Uhr die Altstadt mit dem Bahnhof und dem dortigen Einkaufszentrum Forum Wetzlar im 20-Minuten-Takt. Der Ortsverkehr Naunheim bedient das Wohngebiet am Simberg über die Ortsmitte bis zu den Lebensmittelmärkten im Osten von Naunheim als sog. Marktverkehr.

Luftverkehr[Bearbeiten]

Spilburg-Kaserne bzw. Gaffey Barracks (Luftaufnahme um 1950)

Die Entfernung zum Flughafen Frankfurt am Main beträgt etwa 70 km, zum Regional-Flughafen Siegerland etwa 40 km. Direkt auf der Stadtgrenze zwischen Wetzlar und Gießen, zwischen den Stadtteilen Gießen-Lützellinden und Wetzlar-Münchholzhausen, gibt es für Sportflieger eine befestigte Bahn (Stripe). Zudem befindet sich in den Lahnwiesen nördlich des Stadtteils Garbenheim ein Segelflugplatz. Die Spilburg-Kaserne (Bild rechts) war bis nach dem Zweiten Weltkrieg genutzt, entlang ihrer Ostseite mit einem kompletten Verkehrsflugplatz einschließlich Tower und Hangar versehen. Die Anlage wurde Mitte der 1950er Jahre zurückgebaut.

Einzelhandel[Bearbeiten]

Forum Wetzlar
Im Forum Wetzlar

Nach den Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung gehört Wetzlar zu den attraktivsten Handelsstandorten Deutschlands. Die Stadt weist danach einen hohen Zentralitätskoeffizienten auf und liegt mit einem Einzelhandelsumsatz von etwa 10.000 Euro pro Einwohner deutschlandweit auf Platz drei unter allen Städten mit über 50.000 Einwohnern.[85][86]

Im Frühjahr 2005 wurde in Bahnhofsnähe das neue Einkaufszentrum Forum Wetzlar eröffnet. Es ist mit rund 24.000 m² Verkaufsfläche und knapp 120 Geschäften nach Angaben des Betreibers das größte Einkaufszentrum in der Region Mittelhessen mit einem Einzugsbereich von zirka 540.000 Personen. Im zugehörigen Parkhaus stehen 1.700 Stellplätze zur Verfügung. Das Forum ist allerdings nicht das erste Einkaufszentrum in der Stadt, unweit davon befinden sich noch das kleinere Herkules-Center mit 40 Geschäften sowie einige weitere große, zusammenhängende Einzelhandelsflächen (Lahnhof, Kaufhäuser entlang der Bahnhofstraße und des Karl-Kellner-Rings).

Daneben gibt es viele kleine Einzelhandelsgeschäfte unterschiedlicher Branchen sowie Cafés und Gaststätten in der Wetzlarer Altstadt, die in ungefähr zehn Minuten Fußweg vom Bahnhofsbereich aus oder mit dem Citybus zu erreichen sind.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die Stadt ist Standort einiger international tätiger und weltbekannter Unternehmen. Der Buderus-Konzern wurde im Jahre 1731 gegründet und ist damit europaweit eines der ältesten noch existierenden (Groß-)Unternehmen. Als BBT Thermotechnik, inzwischen Bosch Thermotechnik, war Buderus jahrzehntelang der mit Abstand größte Arbeitgeber im mittelhessischen Raum mit weit mehr als 10.000 Beschäftigten allein in Wetzlar (weltweit über 16.000) in den Bereichen Guss (mit Zement), Edelstahl und Heiztechnik sowie der Hauptverwaltung am Ort. Wirtschaftliche Veränderungen, wiederholte Übernahmen der Aktienmehrheit sowie Schließungen und Verkauf von Betriebsteilen haben den Konzern inzwischen stark verändert. Er zählt aber immer noch zu den großen Unternehmen in Hessen. 2008 eröffnete das neue, 30.000 m² große Versandlager der Firma Bosch Thermotechnik, vertreten durch den Kontraktlogistiker LGI. Es befindet sich im Gewerbegebiet Dillfeld. Buderus Edelstahl beschäftigt nun als Tochtergesellschaft des österreichischen Stahlkonzerns voestalpine über 1.600 Mitarbeiter und ist damit der größte industrielle Arbeitgeber in Wetzlar.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist Wetzlar Sitz des Optischen Instituts, der Nachfolgefirma Leitz beziehungsweise deren Nachfolgefirmen Leica Camera[87] und Leica Microsystems GmbH. Die von Ernst Leitz besonders mit der Mikroskop-Produktion zur Weltgeltung gebrachten Leitz-Werke beschäftigten in ihren Spitzenzeiten über 7000 Mitarbeiter in der Stadt. Noch vor dem Ersten Weltkrieg entwickelte Oskar Barnack in Wetzlar mit der Leica: Lei (=Leitz) + ca (=Camera) die erste Kleinbildkamera. Leica Microsystems stellt am Standort Mannheim auch Laser-Scanning-Mikroskope her, darunter Konfokalmikroskope, Multiphotonenmikroskope und seit 2007 STED-Mikroskope[88]. Für die Entwicklung der STED-Mikroskopie wurde Stefan Hell im Oktober 2014 für den Nobelpreis in Chemie nominiert[89].

Wetzlar bildet neben den Standorten von Carl Zeiss in Jena, Göttingen und Oberkochen ein Zentrum der optischen Industrie in Deutschland, den neben Leitz/Leica sind Kameras der Firmen Leidolf und Minox, die Ferngläser und Fernrohre der Firma Hensoldt AG (jetzt Carl Zeiss Sports Optics), Zeiss-Gruppe (mit in Spitzenzeiten über 2.000 Beschäftigten), die Mikroskope der Firma Seibert, der Wilhelm Loh Optikmaschinenbau (jetzt Satisloh), die Helmut Hund GmbH, die Firma Hexagon Metrology GmbH (früher Leitz Messtechnik) und eine Vielzahl weiterer mittelständischer feinmechanischer und optischer Unternehmen zu nennen.

Andere bekannte Unternehmen sind Siemens, Philips Automotive Playback Modules AG (APM, mit seinerzeit rund 1.200 Beschäftigten – das Unternehmen wurden Anfang 2007 von der taiwanesischen Lite-On übernommen) sowie die im Juli 2007 an die Continental AG verkaufte Siemens VDO Automotive AG. Ferner die inzwischen im benachbarten Aßlar ansässige Pfeiffer Vacuum GmbH, ehemals Arthur Pfeiffer Vakuumtechnik (durch deren geänderten Kreiselkompass die Nutzung von Raketen für die Raumfahrt erst möglich wurde) oder die Sancura BKK, eine überregionale Krankenkasse, die nach einer Fusion mit mehreren anderen Betriebskrankenkassen als DAK-Gesundheit firmiert.

Der Gewerbepark Spilburg, eine ehemalige Kaserne, ist für eine Reihe innovativer Unternehmen, vor allem aus den Bereichen Optik/Feinmechanik, Informationstechnologie und Dienstleistungen, ein überwiegend positiv bewerteter Standort geworden. Im Januar 2010 errichtete dort auch die Volksbank Mittelhessen eG ein Büro- und Verwaltungsgebäude. Außerdem sind für die Ansiedlung weiterer, neuer Gewerbe verkehrstechnisch gut erschlossene Gebiete im Westend sowie das Hörnsheimer Eck und das Dillfeld vorhanden.

Medien[Bearbeiten]

Als größte Tageszeitung der Region wird die Wetzlarer Neue Zeitung als Hauptausgabe der in Wetzlar ansässigen Zeitungsgruppe Lahn-Dill herausgegeben. Daneben erscheinen wöchentlich die werbefinanzierten Anzeigenblätter Lahn-Dill-Anzeiger mit Veranstaltungskalender und Sonntag-Morgenmagazin, sowie monatlich das Stadtmagazin Wetzlarer Hefte. Der monatlich erscheinende Wetzlar Kurier als CDU-nahe Zeitung für den Lahn-Dill-Kreis nimmt häufig politisch kontrovers diskutierte Positionen ein. Die quartalsweise erscheinende SPD-Zeitung Wetzlarer Nachrichten gilt als Gegenstück. Weitere Medien aus Wetzlar sind unter anderem das Jugendnetz Wetzlar, das Kindernetz Wetzlar und die NETZ Bangladesch Zeitschrift.

Inzwischen hat sich ein Cluster aus christlichen Medieneinrichtungen und -unternehmen von überregionaler und teilweise weltweiter Bedeutung etabliert. Hierzu gehören die ERF Medien (Deutschland) ehemals „Evangeliums-Rundfunk“ (ERF) als Partner von Trans World Radio (TWR), der bereits 1959 gegründet wurde und Radio- sowie Fernsehprogramme produziert und weltweit ausstrahlt. Weitere Organisationen dieser Branche sind die Christliche InterNet-Arbeitsgemeinschaft (CINA), der Christliche Medienverbund KEP mit der Christlichen Medienakademie sowie die evangelikale Nachrichtenagentur IDEA. Die Zentrale des Gideonbund.[90] es für Deutschland (die gängige deutsche Bezeichnung für „The Gideons International“) befindet sich in Wetzlar, die internationale Zentrale des Gideonbundes ist Nashville (Tennessee, USA).

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Regional bedeutsame öffentliche Einrichtungen in Wetzlar sind die Kreisverwaltung für den Lahn-Dill-Kreis und ein Sitz der IHK Lahn-Dill.[91] Weiter ist Wetzlar Standort eines Finanzamts, eines Hessischen Forstamts, eines staatlichen Umweltamts, der Abteilung Ländlicher Raum, Natur- und Verbraucherschutz des Regierungspräsidiums, der Baustoff- und Bodenprüfstelle Wetzlar, einer Nebenstelle der Staatsanwaltschaft Limburg, eines Amtsgerichts, einer Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar, des Bildungs- und Beratungszentrums des Landesbetriebes Landwirtschaft Hessen, des Wasser- und Schifffahrtsamts für den Außenbezirk Wetzlar[92] und des Zollamts Wetzlar. Ebenso hat die Obere Flurbereinigungsbehörde des Landes in Wetzlar ihren Hauptsitz.

Die Stadt verfügt über eine Polizeistation der Polizeidirektion Lahn-Dill, drei Feuerwachen im Stadtgebiet sowie mehrere Stützpunkte in den Stadtteilen und mit dem Klinikum Wetzlar-Braunfels (jährlich etwa 25.000 Patienten) über eines der größten Krankenhäuser der Region mit mehr als 650 Betten.[93] Des Weiteren befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Spilburg-Kaserne das Hessische Katastrophenschutz-Zentrallager, wo unter anderem Ausstattung für Katastrophenfälle vorgehalten wird, sowie mit der Baustoff- und Bodenprüfstelle Wetzlar eine Außenstelle der Landesbehörde Hessen Mobil.

In jüngerer Zeit aus der Stadt verlegte öffentliche Einrichtungen oder Ämter sind eine Zweigstelle der Landeszentralbank (in Gießen zusammengefasst), die Hauptpost (wie vor), die Polizeidirektion Lahn-Dill (jetzt in Dillenburg), das Regionalstudio Mittelhessen des Hessischen Rundfunks als Anstalt des öffentlichen Rechts (jetzt in Gießen), das Katasteramt (zusammengefasst in Marburg), das Gesundheitsamt (jetzt Herborn), das ehemalige Schulamt (jetzt in Weilburg), die Einsatzstelle der Wasserschutzpolizei (jetzt Weilburg), die Zivildienstschule (ersatzlos gestrichen, Gebäude jetzt in anderer privatschulischer Verwendung), das Kreiswehrersatzamt (aufgelöst, jetzt Karriereberatungsbüro der Bundeswehr in Wetzlar), das Arbeitsgericht (jetzt Gießen), der Hauptsitz des Arbeitsamtes Wetzlar (jetzt Limburg) das Amt für Bodenmanagement (jetzt Marburg) und jetzt auch die übriggebliebene Zweigstelle des Amtes für Bodenmanagement (jetzt Gießen)[94] Die IHK Wetzlar hat im Jahr 2008 ihre Eigenständigkeit aufgegeben und sich mit der IHK Dillenburg zur IHK Lahn-Dill zusammengeschlossen. Die Mehrzahl der Entscheidungsträger der IHK Lahn-Dill hat ihren Dienstsitz in Dillenburg.[95]

Bildung[Bearbeiten]

Wetzlar ist ein Standort der Technischen Hochschule Mittelhessen. Als Campus dient ein Gebäudekomplex auf dem Gelände der ehemaligen Wetzlarer Spilburg-Kaserne. Am Zentrum Dualer Hochschulstudien (ZDH) wird seit dem 25. April 2001 das StudiumPlus angeboten, ein duales Hochschulstudium, das durch die TH Mittelhessen in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer und Unternehmen der Region angeboten wird. Es werden zurzeit die vier Bachelor-Studiengänge Betriebswirtschaft, Ingenieurwesen, Organisationsmanagement im Gesundheitswesen und Wirtschaftsingenieurwesen sowie die Masterstudiengänge Prozessmanagement und Systems Engineering angeboten.[96] Im Wintersemester 2014/2015 sind dort 1.210 Studierende eingeschrieben.[97] Seit dem 27. Oktober 2010 ist Wetzlar offizieller Hochschulstandort.[98]

Die Geschichte der Hochschule in Wetzlar begann bereits vor 200 Jahren. Als Kaiser Franz II. im Jahre 1806 die Kaiserkrone niederlegte, endete das Heilige Römische Reich deutscher Nation und das Reichskammergericht wurde aufgelöst. Um die Nachteile für Wetzlar zu mindern, versuchte Karl Theodor von Dalberg, etliche Juristen durch die Gründung einer Rechtsschule an Wetzlar zu binden, aber ihr war kein langes Bestehen beschieden. Bereits 1816 wurde sie wieder aufgelöst.[99] Von 1903 bis 1915 gab es ein kgl. Lehrerseminar, im Ersten Weltkrieg wurde das Gebäude als Lazarett genutzt, danach durch das Wetzlarer Kreiskrankenhaus belegt, ein Finanzamtneubau ersetzte 1979 das Gebäude.[100]

In der Stadt werden alle wichtigen Schultypen angeboten, hauptsächlich jedoch Gesamtschulen (Klassen 5–10) und drei gymnasiale Oberstufenschulen (Klasse 11–13). Darunter befindet sich die Goetheschule, das mit über 1.000 Schülern größte Oberstufengymnasium Hessens. Es gibt Gymnasien, Fachgymnasien, Berufsschulen mit Technikerausbildung, ein Hessenkolleg (Erwachsenenabitur), bis 2011 eine Zivildienstschule, eine Krankenpflegeschule, das Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) der hessischen Handwerkskammern, eine Volkshochschule, Tanz-, Ballett-, Gesangs- und Musikschulen. Die Deutsche Fernschule e.V.[101] ermöglicht Kindern auch im Ausland höchstmögliches Bildungsniveau für die Klassen 1 bis 5 nach den Lehrplänen der deutschen Kultusministerien.

Die Naturschutz-Akademie Hessen ist ein Kooperationsmodell des Landes Hessen mit dem Naturschutz-Zentrum Hessen e. V.[102] und wird getragen von hessischen Verbänden des Natur- und Umweltschutzes, vom Land Hessen, vom Lahn-Dill-Kreis und von der Stadt Wetzlar. Die Akademie ist auf dem Gebiet der Umweltbildung tätig und ist der hessische Vertreter im Bundesweiten Arbeitskreis der staatlich getragenen Bildungsstätten im Natur- und Umweltschutz (BANU).

Das Mathematik-Zentrum Wetzlar[103] organisiert Kurse und Wettbewerbe für mathematisch interessierte und begabte Kinder und Jugendliche. Zum Junior MatheClub sind Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 bis 6 eingeladen, den MatheClub besuchen Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 13. Außerdem veranstaltet das Zentrum Fortbildungen für Mathematiklehrer.

Die Christliche Medienakademie bietet journalistische Grundkurse für Studenten und Volontäre an. Daneben werden Aufbaukurse als Ergänzung und Fortbildung für Redakteure und Medienschaffende durchgeführt. Diese Medienschule ist ein Service des Christlichen Medienverbundes KEP e. V.. PR-/Öffentlichkeitsarbeits-Workshops, konzipiert für Mitarbeiter von Organisationen, Verbänden und Gemeinden, werden veranstaltet. Sie sind ebenso als ergänzende Weiterbildung für Journalisten und Volontäre geeignet.[104]

In der Innenstadt von Wetzlar befindet sich außerdem eine von fünf Rettungsdienstschulen in Deutschland, die von der Deutschen Malteser gGmbH unterhalten wird. An dieser Schule, die zu den größten ihrer Art in Hessen gehört und eine Filiale in Frankenthal unterhält, wird man in notfallmedizinischen Berufen ausgebildet oder weiterqualifiziert z.B. als Rettungshelfer, Rettungssanitäter oder Rettungsassistent. Ab 2014 werden dort auch Notfallsanitäter ausgebildet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Die erste bekannte Persönlichkeit in der Stadt war Graf Gebhard dux regni quod a multis Hlotharii dicitur („Herzog des Königreiches, das von vielen dasjenige Lothars genannt wird“, gemeint ist das Lotharii Regnum, das spätere Lothringen), ließ 897 eine Salvatorkirche (Erlöserkirche) an Stelle einer Vorgängerkirche auf dem späteren „Domberg“ weihen, stiftete 914/915 das Kloster St. Maria in Wetzlar, dort wurde er auch begraben.[21]

Als wohl bekannteste Persönlichkeit der Wetzlarer Geschichte wirkte Johann Wolfgang von Goethe 1772 als Jurist am Reichskammergericht. Unter dem Eindruck seiner Liebe zur Wetzlarerin Charlotte Buff und des Suizides Karl Wilhelm Jerusalems machte Goethe die Stadt mit seinem Roman Die Leiden des jungen Werther weltweit bekannt. Buff, „Werthers Lotte“, heiratete den hannoverschen Legationssekretär Johann Christian Kestner, der schon seit 1767 als Kammergerichtssekretär am Reichskammergericht in Wetzlar tätig war. Er wurde später königlich großbritannisch-hannoverscher Hofrat und Vizearchivar in Hannover.

Zu großer Bedeutung brachten es später die Pioniere der Optik wie Moritz Hensoldt, Ernst Leitz, sein gleichnamiger Sohn sowie Oscar Barnack. Als Wegbereiter und Entwickler technologischer Innovationen wie der ersten Kleinbildkamera der Welt, Mikroskopen und Ferngläsern, hatten sie auch einen großen Einfluss auf die Entwicklung Wetzlars zur Industriestadt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Magnus Backes, Hans Feldtkeller: Kunstreiseführer Hessen. Sonderausgabe Gondrom Verlag, Bindach 1988, ISBN 3-8112-0588-9.
  • Rolf Beck: Die Leitz-Werke in Wetzlar. 2. Auflage. Sutton, Erfurt 1999, ISBN 3-89702-124-2.
  • Rolf Beck: Mikroskope von Ernst Leitz in Wetzlar. Sutton, Erfurt 2002, ISBN 3-89702-292-3.
  • Eckehart Schubert: Der Bilstein und die Theutbirg-Basilika. Führungsblatt zu der Wallanlage und dem vorromanischen Kirchenbau bei Wetzlar-Nauborn. 1999, ISBN 3-89822-149-0.
  • Eduard Brüdern: Der Dom zu Wetzlar. 2. Auflage. Verlag Langewiesche, 2001, ISBN 3-7845-5191-2 aus der Reihe: Die Blauen Bücher.
  • Gustav Faber: Reisen durch Deutschland. Zwölf Reisen durch deutsche Geschichte und Gegenwart. Insel Verlag, Frankfurt am Main/ Leipzig 1992, ISBN 3-458-33295-2.
  • Herbert Flender, Walter Ebertz: Wetzlar Anno … Herausgeber und Verlag: Schnitzlersche Buchdruckerei, Wetzlar 1975.
  • Herbert Flender, Gerd Scharfscheer: Wetzlarer Stadtchronik. 2. Auflage. Wetzlardruck, Wetzlar 1980.
  • Herbert Hahn: Untersuchungen zur Geschichte der Reichsstadt Wetzlar im Mittelalter. 1984, ISBN 3-88443-141-2.
  • Irene Jung: Wetzlar, wie es früher war. 1. Auflage. Wartberg Verlag, 2000, ISBN 3-86134-940-X.
  • Irene Jung: Wetzlar. Eine kleine Geschichte. Sutton Verlag, 2010, ISBN 978-3-86680-715-0.
  • Wolfram Koeppe: Dr. Irmgard Freiin von Lemmers-Danforth – Europäische Wohnkultur, Renaissance und Barock. W. Bechstein, Buch- und Offsetdruck, Wetzlar 1994, ISBN 3-7954-5742-4.
  • Karl Metz: Der Kalsmunt. Früh- und spätrömische Forschung über die Aliso – Halisin – Solisin und den Ursprung der Stadt Wetzlar. Druck und Verlag: Schnitzlersche Buchdruckerei und Buchhandlung, Wetzlar 1940.
  • Karsten Porezag: Wetzlar – Porträt einer liebenswerten Stadt. Wetzlar 2004, ISBN 3-9807950-3-9.
  • Karsten Porezag: Bergbaustadt Wetzlar: Geschichte von Eisenerzbergbau und Hüttenwesen in historischer Stadtgemarkung. Wetzlardruck, Wetzlar 1987, ISBN 3-926617-00-4.
  • Eduard Sebald: Der Dom zu Wetzlar. 2., durchgesehene Auflage. Königstein i. Ts., Verlag Langewiesche 2001, ISBN 3-7845-5291-9.
  • August Schoenwerk, Herbert Flender: Geschichte von Stadt und Kreis Wetzlar. 2. überarb. u. erw. Auflage. Pegasus Verlag, Wetzlar 1975, ISBN 3-87619-005-3.
  • Hans Georg Waldschmidt: Als die Polizei noch Isetta fuhr. Geschichten aus Wetzlar. Wartberg Verlag, 2009, ISBN 978-3-8313-2089-9.
  • Knaurs Kulturführer Deutschland. Weltbild Verlag, Augsburg 1998, ISBN 3-8289-0703-2.
  • Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Hessen. Stadt Wetzlar. Theiss, Stuttgart 2004, ISBN 3-8062-1900-1.
  • Magistrat der Stadt Wetzlar: Goethes Wetzlarer Zeit. Bilder aus der Reichskammergerichts- und Wertherstadt von Heinrich Gloël. Nachdr. (Druckerei Will) der Ausgabe Mittler, Berlin 1911. Magistrat der Stadt Wetzlar, Wetzlar 1999.
  • Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste … Von Johann Heinrich Zedler, Johann Peter von Ludewig und Carl Günther Ludovici, S. 1451–1478.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Mittelhessen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Mittelhessen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wetzlar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Wetzlar – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Wetzlar – Reiseführer
 Wikinews: Wetzlar – in den Nachrichten
 Wikiquote: Wetzlar – Zitate

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.wetzlar.de/showobject.phtml?La=1&object=tx%7C370.7227.1&sub=0
  3. hessen-handball.de
  4. regiomelder-offenbach.de
  5. wetzlar.de
  6. ktv68-wetzlar.de
  7. Roland Walter u. a.: Geologie von Mitteleuropa. 5. Auflage. Schweizerbarth’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1992, ISBN 3-510-65149-9.
  8. Stadt Wetzlar: Der Stadtbezirk Niedergirmes
  9. Stadt Wetzlar: Hauptwohnstatistik und Bevölkerungsentwicklung
  10. Umweltatlas Hessen. In: Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie, 2005.
  11. Datenquelle für Niederschlag: Nach ehemals kostenfreiem Deutschen Wetterdienst, Normalperiode 1961–1990, Durchschnittstemperatur: www.sonnenlaender.de
  12. August Schoenwerk: Geschichte von Stadt und Kreis Wetzlar. 2. überarb. u. erw. Auflage. von Herbert Flender. Pegasus Verlag, Wetzlar 1975, ISBN 3-87619-005-3, S. 14.
  13. Bereich für Ur- und Frühgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena – Das bandkeramische Erdwerk von Wetzlar-Dalheim, „Rittplatz“
  14. In: Schmiedewerkstätte, Markus Balbach
  15. Bereich für Ur- und Frühgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena – Der Schmied von Atzbach
  16. Bereich für Ur- und Frühgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena – Die Ausgrabungen in Wetzlar-Dalheim 2002/2003
  17. Gregor Berhorst: Die Siedlungslage der Ortsnamen des Bonner Raumes / Naturraum, Toponymie und Siedlungsgründung. Bonn 1990.
  18. Karl Metz: Der Kalsmunt, Früh- und spätrömische Forschung über Aliso – Halisin – Solisin und den Ursprung der Stadt Wetzlar. Stadt Wetzlar, 1940.
  19. Wetzlar. In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Band 55, Leipzig 1748, Spalte 1451–1478.
  20. Johann Heinrich Zedler, Johann Peter von Ludewig, Carl Günther Ludovici: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste… S. 1451–1478, hier S. 1477.
  21. a b Rüdiger E. Barth: Der Herzog in Lothringen im 10. Jahrhundert. S. 180.
  22. Stadtgeschichte: Ein unspektakulärer Anfang
  23. Wetzlarer Museumsschriften 4, S. 48. Wetzlar 1992, mit 38 Schwarzweißabb.
  24. Gustav Faber: Reisen durch Deutschland. Insel Verlag, Frankfurt am Main/ Leipzig 1992, ISBN 3-458-33295-2, S. 198 ff.
  25. A. Schoenwerk: Geschichte von Stadt und Kreis Wetzlar. 2. Auflage. Wetzlar 1975.
  26. Stadt Wetzlar: Der Deutschordenshof zu Wetzlar
  27. Dr. Irene Jung: Zeitreise durch Wetzlar (abgerufen am 20. März 2014)
  28. In Werner Brandel: Die Lahnkanalisierung
  29. in: „Geheimer Baurat Houselle in »Berlin und seine Bauten« (1896)“
  30. Knud Schöber, Wilfried Garn: Spilburg, ein Idyll im Dialog zwischen gestern, heute und morgen. ICD, Wetzlar 2000, ISBN 3931873021.
  31. Wilhelm Doegen, Theodor Kappstein: Kriegsgefangene Völker. Berlin 1921, S. 16.
  32. Else-Lasker-Schüler-Stiftung, Wuppertal: exil-club.de, Ukrainische Soldaten in Wetzlar.
  33. Martin H. Heller: Ahnungen und Aufbruchstimmung. Wetzlars Bevölkerung im Wechselbad der Gefühle, in: Wetzlarer Neue Zeitung, 31. Juli 2014
  34. Geschichte der Juden in Wetzlar und Bücher über Wetzlar vor dem Zweiten Weltkrieg
  35. geocaching.com
  36. Vgl. Stefan Geck: Dulag Luft, Auswertestelle West. Vernehmungslager der Luftwaffe für westalliierte Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg. Lang, Frankfurt am Main u. a. 2008, ISBN 978-3-631-57791-2 (zugleich Dissertation, Universität Würzburg 2007).
  37. a b Irene Jung, Wolfgang Wiedl: Wetzlar. Ein Blick in die Stadtgeschichte. 2012
  38. mittelhessen.de: Wetzlar fährt wieder WZ. 29. Juni 2012, abgerufen am 29. Juni 2012..
  39. verwaltungsgeschichte.de: Einwohnerzahlen der Gemeinden im Landkreis Wetzlar, abgerufen am 2. April 2014
  40. Agentur für Arbeit Wetzlar, Mrz. 2012.
  41. Daten bis 1939
  42. Webseite des Bezirks Wetzlar im Bistum Limburg
  43. www.moscheesuche.de – Moschee Wetzlar
  44. wetzlar.de Stadtporträt, Bevölkerungsstatistik, Nationalitätenstatistik. Abgerufen am 25. August 2013.
  45. Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011, Wetzlar, Hessisches Statistisches Landesamt. Abgerufen am 11. April 2011.
  46. Rot-Grün macht's allein, mittelhessen.de. Abgerufen am 13. Mai 2011.
  47. a b c Genehmigung eines Wappens durch den Hessischen Minister des Innern vom 1. Juni 1965 (StAnz, S. 714) Seite 2 der TIF-Datei 3,9 MB
  48. §§ 2 und 3 der Hauptsatzung der Stadt Wetzlar
  49. Hans Joachim von Brockhusen: Wetzlar und der Reichsadler … In: Mitteilungen des Wetzlarer Geschichtsvereins. Wetzlar, 16. Heft 1954, S. 99 ff.
  50. Hans Joachim von Brockhusen: Wetzlar und der Reichsadler … In: Mitteilungen des Wetzlarer Geschichtsvereins. Wetzlar, 16. Heft 1954, S. 108 ff.
  51. Liste der Würdigungen des Europarats (PDF-Datei; 150 kB)
  52. Die Pommersche Zeitung. Nr. 13/2008, S. 3.
  53. Flugzeugbilder.net
  54. lh-taufnamen.de
  55. hr-online: Kabinettsbeschluss – Wetzlar ist Hessentagsstadt 2012
  56. napoleon-online.de – Feldmarschall Karl Erzherzog von Österreich und Herzog von Sachsen-Teschen
  57. Ukrainer in Wetzlar
  58. August Schoenwerk: Geschichte von Stadt und Kreis Wetzlar. 2. überarb. u. erw. Auflage. von Herbert Flender. Pegasus Verlag, Wetzlar 1975, ISBN 3-87619-005-3, S. 300.
  59. http://www.ebay.de/itm/SG-Blasorchester-Der-Buderus-schen-Eisenwerke-Wetzlar-Buderus-/360716556197
  60. http://www.mittelhessen.de/lokales/region-wetzlar_artikel,-Conny-Dellner-hilft-dem-Nachwuchs-_arid,52061.html
  61. http://www.oberkrainer-express.de/
  62. http://www.mittelhessen.de/lokales/region-wetzlar_artikel,-Fossi-und-Charly-begeistern-_arid,264270.html
  63. Rechtshistorischen Museum
  64. Dunkelkaufhaus Wetzlar
  65. Optikparcours Wetzlar
  66. Haus Friedwart
  67. Homepage der Phantastischen Bibliothek Wetzlar
  68. Renate Schoene, Gottfried Pahl: Bibliographie zum Weinbau an der Lahn. Bad Ems 2002, ISSN 1863-8619
  69. Gottfried Pahl, Renate Schoene (Hrsg.): Bibliographie zum Weinbau an der Lahn. 2002.
  70. gymmedia.com
  71. brandigg.de
  72. Stadt Wetzlar: Sportstätten
  73. cube-kletterzentrum.de
  74. cube-kletterzentrum.de
  75. Klettern wie in den Alpen. In: Wetzlarer Neue Zeitung. 17. Januar 2009.
  76. statistik-hessen.de: Tourismus 2010
  77. mittelhessen.de
  78. Lahntal Tourismus Verband e. V.
  79. [1]Zusatzinformationen Tageswanderung "Bergmannsroute"
  80. Der Jakobsweg Lahn-Camino
  81. Karl-Josef Schäfer: Der Jakobsweg von Wetzlar nach Lahnstein. Ein Pilgerwanderführer für den Lahn-Camino. BoD, Norderstedt 2007, ISBN 978-3-8334-9475-8.
  82. fernwege.de
  83. wanderkompass.de
  84. GPS-Tourdaten über OpenStreetMap:, GPS Wanderatlas Deutschland
  85. Hanno Bender, Marcelo Crescenti: Die besten Standorte. In: Der Handel. 06/2008, Abgerufen am 4. Juni 2009.
  86. walter-werbung.de
  87. http://peoplecheck.de/handelsregister/HE-HRB_966-196044
  88. Seit 2007 ist das TCS STED auf dem Markt und liefert eine Auflösung unter 100 nm. Seit 2009 gibt es das TCS STED CW mit einer Auflösung unter 80 nm.
  89. http://www.mittelhessen.de/lokales/region-wetzlar_artikel,-Ein-Stueck-Wetzlar-im-Nobelpreis-_arid,358528.html
  90. gideons.org
  91. Satzung der IHK Lahn-Dill
  92. wsa-ko.wsv.de
  93. lahn-dill-kliniken.de
  94. giessener-anzeiger.de
  95. Organigramm der Industrie- und Handelskammer Lahn-Dill
  96. Wissenschaftliches Zentrum dualer Hochschulstudien (ZDH)
  97. Wetzlarer Neue Zeitung, 21. Januar 2014: StudiumPlus kooperiert mit Theodor-Heuss-Schule Wetzlar
  98. giessener-anzeiger.de
  99. Irene Jung: Von der Reichsstadt zur Kreisstadt – eine Stadtgeschichte mit Höhen und Tiefen. In: Wirtschaftsstandort Wetzlar. Europäischer Wirtschafts Verlag, Darmstadt 2002, ISBN 3-932845-57-9, S. 132.
  100. Wetzlar in alten Ansichten.
  101. Deutsche Fernschule, Grundschule
  102. Naturschutz-Akademie Hessen
  103. Mathematik-Zentrum Wetzlar e.V.
  104. Christlicher Medienverbundes KEP e. V. → Arbeitsbereiche → Christliche Medienakademie (Seitenaufruf am 24. Februar 2010)
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Dieser Artikel wurde am 1. Juni 2008 in dieser Version in die Liste der exzellenten Artikel aufgenommen.