Weyer (Rhein-Lahn-Kreis)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Weyer
Weyer (Rhein-Lahn-Kreis)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Weyer hervorgehoben
50.1963888888897.7252777777778280Koordinaten: 50° 12′ N, 7° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Loreley
Höhe: 280 m ü. NHN
Fläche: 6 km²
Einwohner: 478 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 80 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56357
Vorwahl: 06771
Kfz-Kennzeichen: EMS, DIZ, GOH
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 138
Adresse der Verbandsverwaltung: Dolkstraße 3
56346 St. Goarshausen
Webpräsenz: www.vgloreley.de
Ortsbürgermeisterin: Ilona Bröder-Wagner
Lage der Ortsgemeinde Weyer im Rhein-Lahn-Kreis
Lahnstein Lahnstein Arzbach Bad Ems Becheln Dausenau Fachbach Frücht Kemmenau Miellen Nievern Braubach Dachsenhausen Filsen Kamp-Bornhofen Osterspai Burgschwalbach Flacht Hahnstätten Kaltenholzhausen Lohrheim Mudershausen Netzbach Niederneisen Oberneisen Oberneisen Schiesheim Auel Bornich Dahlheim Dörscheid Dörscheid Kaub Kestert Lierschied Lykershausen Nochern Patersberg Prath Reichenberg (Rheinland-Pfalz) Reitzenhain (Taunus) Sankt Goarshausen Sauerthal Weisel (Rhein-Lahn-Kreis) Weyer (Rhein-Lahn-Kreis) Altendiez Aull Balduinstein Birlenbach Charlottenberg Cramberg Diez Dörnberg (Lahn) Eppenrod Geilnau Gückingen Hambach (bei Diez) Heistenbach Hirschberg (Rhein-Lahn-Kreis) Holzappel Holzheim (Aar) Horhausen (Nassau) Isselbach Langenscheid Laurenburg Scheidt (Rhein-Lahn-Kreis) Steinsberg (Rheinland-Pfalz) Wasenbach Allendorf (Rhein-Lahn-Kreis) Berghausen (Einrich) Berndroth Biebrich (bei Katzenelnbogen) Bremberg (Rhein-Lahn-Kreis) Dörsdorf Ebertshausen Eisighofen Ergeshausen Gutenacker Herold (Rheinland-Pfalz) Katzenelnbogen Klingelbach Kördorf Mittelfischbach Niedertiefenbach Oberfischbach Reckenroth Rettert Roth (Rhein-Lahn-Kreis) Schönborn (Rhein-Lahn-Kreis) Attenhausen Dessighofen Dienethal Dornholzhausen (Rhein-Lahn-Kreis) Geisig Hömberg Lollschied Misselberg Nassau (Lahn) Obernhof Oberwies Pohl (Nassau) Pohl (Nassau) Schweighausen Seelbach (Nassau) Singhofen Sulzbach (Rhein-Lahn-Kreis) Weinähr Winden (Nassau) Zimmerschied Zimmerschied Berg (Taunus) Bettendorf (Taunus) Bogel Buch (Taunus) Diethardt Ehr Endlichhofen Eschbach (bei Nastätten) Gemmerich Hainau Himmighofen Holzhausen an der Haide Hunzel Kasdorf Kehlbach (Rheinland-Pfalz) Lautert Lipporn Marienfels Miehlen Nastätten Nastätten Niederbachheim Niederwallmenach Oberbachheim Obertiefenbach (Taunus) Oberwallmenach Oelsberg Rettershain Ruppertshofen (Rhein-Lahn-Kreis) Strüth Strüth Weidenbach (Taunus) Welterod Winterwerb Hessen Landkreis Mainz-Bingen Rhein-Hunsrück-Kreis Landkreis Mayen-Koblenz Westerwaldkreis Koblenz Landkreis Mayen-KoblenzKarte
Über dieses Bild

Weyer ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Loreley an.

Geographie[Bearbeiten]

Weyer liegt am westlichen Rande des sogenannten Blauen Ländchens im Rhein-Lahn-Kreis.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte Weyers lässt sich in schriftlichen Zeugnissen rund 740 Jahre zurückverfolgen. Um 1250 wird „Wilre“ in einem Lehensverzeichnis der Herren von Eppstein genannt, von denen der Ritter Heinrich Bitz ein Viertel der „villa in Wilro“ und die Vogtei dortselbst zu Lehen hatte. Der Ortsname >Wilre<, auch „Wylre“ (1358) und „Weiger“ (1526) geschrieben, weist auf keltischen Ursprung und zählte zu einem Gebiet, das wegen der daran beteiligten Landesherren das „Vierherrische“ genannt wurde. Nach Einführung der Reformation in Weyer im 16. Jahrhundert kam es zur bemerkenswerten Situation, dass der Erzbischof von Trier als Patronatsherr der Kirche in Weyer die evangelischen Pfarrer der Gemeinde einsetzte. Weyer wurde nach dem zweiten Nastätter Rezeß 1755 dem Amt Reichenberg zugeschlagen, und blieb mit diesem bis 1806 hessisch. Vorübergehend von französischen Truppen besetzt („pays reserve"), kam der Ort 1816 zum Herzogtum Nassau. Seit 1866 Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau, kam der Ort 1946 zum damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz. Seit 1972 gehört die Ortsgemeinde Weyer der Verbandsgemeinde Loreley an.

Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts hat Weyer eine eigene Kirche, die anfänglich Filiale von Wellmich war. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde die Pfarrei selbständig, 1563 trat Eschbach als Filiale hinzu. 1744 wurde eine neue Kirche gebaut, deren Kosten auf 600 Reichstaler taxiert waren. Heute steht die Kirche mit ihrem barocken Tonnengewölbe unter Denkmalschutz. 1808 wurde das heute noch benutzte Pfarrhaus errichtet. Bis ins 18. Jahrhundert übte der jeweilige Pfarrer die Lehrtätigkeit für die Kinder von Weyer und Eschbach an der Schule in Weyer aus. 1759 wird erstmals ein eigener Schulmeister erwähnt und 1822 ein neues Schulgebäude bezogen. Es war bis 1892 Eigentum des Schulverbandes Weyer-Eschbach und diente der Gemeinde Weyer bis 1971 als Volksschule.

Im 18. und 19. Jahrhundert lebten in Weyer nur wenige Juden. Sie bildeten mit den Orten Nochern und Lierschied eine Synagogengemeinde. Im Haus des Gemeindevorstehers Moses Ackermann in der Schulstraße entstand ab etwa 1818 ein gemeinsamer Betsaal. Die Toten wurden auf dem jüdischen Friedhof Nochern beigesetzt. Nach 1933 lebten nur noch 3 jüdische Familien in Weyer, zwei von ihnen konnten nach Amerika emigrieren. Bei den Novemberpogromen 1938 wurden der Betsaal im Hause Ackermann verwüstet, die Familie von Siegfried Ackermann zur Zwangsarbeit in die ehemalige Bergarbeitersiedlung Friedrichssegen-Tagschacht, einem Ortsteil von Lahnstein, verbracht und von dort in verschiedene Vernichtungslager im Osten deportiert.[2][3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Weyer besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende.[4]

Wappen[Bearbeiten]

Wappenbeschreibung
  1. in Gold ein silbergezungter roter Löwe nach links,
  2. in Blau ein rotgezungter goldener Löwe,
  3. in Blau goldene Hammer und Schlägel schräggekreuzt,
  4. in Gold ein rotes Kleeblatt.

Das Wappen wurde am 26. September 1988 genehmigt.

Erläuterung

Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts lag Weyer in einem Gebiet, das wegen der daran beteiligten Landesherren das „Vierherrische“ genannt wurde. Im Wappen kommt diese Zugehörigkeit durch den roten Löwen des seit 1260 geteilten Grafenhauses der Katzenelnbogener, und den in nassauischen Farben dargestellten Löwen der beiden Linien der Grafen von Nassau zum Ausdruck. In der unteren Wappenhälfte symbolisieren Kleeblatt und Hammer mit Schlägel die Landwirtschaft und den mittlerweile zum Erliegen gekommenen Bergbau.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Weyer ist bekannt für seine Straußenfarm , die Wanderwege und den grandiosen Blick über den Rheingraben in den Hunsrück.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Weyer

Verkehr[Bearbeiten]

Nächster Bahnhof ist St. Goarshausen an der Rechten Rheinstrecke, etwa 6 km südlich von Weyer gelegen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weyer (Rhein-Lahn-Kreis) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Weyer mit Nochern und Lierschied bei Alemannia Judaica
  3. Familie Ackermann, Weyer Das Bundesarchiv: Gedenkbuch. Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 (Suche nach "Ackermann" und "Weyer")
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Wappenbuch der Verbandsgemeinde Loreley, 1994