Wibke Bruhns

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Wibke Bruhns, 2012

Wibke Gertrud Bruhns (geborene Klamroth, * 8. September 1938 in Halberstadt) ist eine deutsche Journalistin und Autorin. Sie war im westdeutschen Fernsehen (1971/72 beim ZDF) die erste Nachrichtensprecherin.

Leben[Bearbeiten]

Bruhns wurde als eines von fünf Kindern des Kaufmanns und SS-Offiziers Hans Georg Klamroth und seiner Frau Else geboren. Ihr Vater wurde am 15. August 1944 als „Mitwisser“ des Hitler-Attentates vom 20. Juli 1944 zum Tode verurteilt und am 26. August 1944 hingerichtet. Ihre Mutter Else Klamroth, geborene Podeus, war die Tochter eines Fabrikanten aus Wismar.[1] Einige Jahre nach dem Ende des Dritten Reiches, währenddessen sie die Ortsgruppenleiterin der Halberstädter NS-Frauenschaft gewesen war, trat die Mutter 1949 in den diplomatischen Dienst der Bundesrepublik Deutschland ein, so dass Wibke in Stockholm, Berlin und London aufwuchs.[2]

Wibke Bruhns studierte Geschichte und Politikwissenschaft. Sie begann ein Volontariat bei der Bild-Zeitung, das sie „aus politischen Gründen“ jedoch vorzeitig abbrach. 1962 wurde sie Redakteurin beim ZDF. Als politische Journalistin war sie am 12. Mai 1971[3] die erste Frau im westdeutschen Fernsehen, die Nachrichten präsentieren durfte. Noch im selben Jahr moderierte sie im ZDF die Nachrichtensendung heute, was damals großes Aufsehen erregte. (In der DDR sprach Annerose Neumann bereits am 8. März 1963 erstmals die Nachrichten in der Aktuellen Kamera des DFF).

In der Ära von Bundeskanzler Willy Brandt, den sie 1972 auch in einer Wählerinitiative unterstützt hatte, arbeitete Bruhns als politische Korrespondentin in Bonn.[2] Für den Stern berichtete sie von 1979 bis 1983 aus Israel und von 1984 bis 1988 aus Washington.[2][4] 1993 moderierte sie die Nachrichten auf VOX, 1995 wurde sie Kulturchefin beim ORB. 2000 war sie Sprecherin der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover.

Wibke Bruhns heiratete 1961 den Werbekaufmann Peter Teichgräber. Die Ehe wurde schon im Jahr darauf wieder geschieden. Von 1965 war sie mit dem Schauspieler Werner Bruhns bis zu dessen Tode im Jahre 1977 verheiratet. Aus dieser Ehe gingen zwei Töchter hervor.

Bruhns lebt als freie Autorin in Berlin. Ihre Schwester ist die Juristin und Autorin Sabine Klamroth. Ihre Tochter Annika Bruhns ist eine Musicaldarstellerin.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Mein Jerusalem. Bilder von Amos Schliack. Gruner und Jahr, Hamburg 1982, ISBN 3-570-04952-3.
  • Exodus in eine fremde Heimat. Rußland-Emigranten in Israel. (mit Thomas Hegenbart) Hamburg, GEO, April 1992 (4), S. 88–104.
  • Meines Vaters Land. Geschichte einer deutschen Familie. Econ Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-430225-71-X.
  • Nachrichtenzeit. Meine unfertigen Erinnerungen. Droemer Verlag, München 2012, ISBN 3-426-27562-7.

Film[Bearbeiten]

  • Meines Vaters Land – Eine deutsche Familiengeschichte. Fernsehdokumentation, Deutschland 2007, 45 Min., Buch und Regie: Gabriele Conradt und Gabriele Dennecke, Produktion: RBB, Erstsendung: 3. Januar 2007

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wibke Bruhns – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Interviews

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sabine Vogel: „Meiner Mutter Liebe“. die tageszeitung, 17. Juli 2004
  2. a b c Biographie
  3. Nina Schindler (Hrsg.): Flimmerkiste - Ein nostalgischer Rückblick, S. 413, Gerstenberg-Verlag, Hildesheim 1999, ISBN 3-8067-2502-0
  4. Biografie auf whoswho.de