Wibke von Bonin

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Wibke von Bonin

Wibke von Bonin (* 17. April 1936 in Kiel) ist eine deutsche Kulturhistorikerin und -publizistin. Sie war Fernsehredakteurin für bildende Kunst und Architektur im Westdeutschen Rundfunk Köln (WDR).

Leben und Werk[Bearbeiten]

Wibke Anna Rose von Bonin machte ihr Abitur 1957 an der Ricarda-Huch-Schule (Kiel). Sie studierte, gefördert durch die Studienstiftung des deutschen Volkes, die Fächer Germanistik, Romanistik und Kunstgeschichte in Kiel, Berlin. Zur Vorbereitung ihrer Dissertation zog sie nach Paris und promovierte bei Harald Weinrich. [1] Nach der Promotion 1965 wurde sie wissenschaftliche Assistentin an der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden. Dort organisierte sie - zusammen mit Harald Szeemann - eine Ausstellung über Kinetische Kunst.1966 wechselte sie nach Köln zum WDR-Fernsehen. Dort wurde sie mit dem Aufbau der Redaktion Bildende Kunst betraut, die sie bis 1996 leitete. Anschließend zog sie nach England, heiratete John Mark Essington-Boulton und kehrte nach dessen Tod 2001 wieder nach Köln zurück.

Während ihrer Zeit beim WDR war Wibke von Bonin jährlich für ca. 50 Sendungen verantwortlich. Ihre Schwerpunkte waren die zeitgenössische Kunst, Architektur, Avantgarde und neue Medien. Sie unternahm Atelierbesuche und veröffentlichte Porträts vieler Künstler aus Deutschland und dem Ausland.

Als freie Kulturjournalistin publiziert sie in Büchern, Zeitschriften und Kunstkatalogen und kuratiert Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst. Sie erhielt mehrere deutsche und internationale Auszeichnungen, darunter 1986 die Goldene Kamera für die 1000 Meisterwerke[2] und 1988 den DAI-Literaturpreis. Sie ist Mitglied der Association Internationale des Critiques d’Art (AICA) und der DGPh (Deutsche Gesellschaft für Photographie).

1000 Meisterwerke[Bearbeiten]

Ursprünglich als 100 Great Paintings von Edwin Mullins für die BBC entwickelt, unternahm Wibke von Bonin zwischen 1981 und 1984 die deutsche Umsetzung dieser Serie und führte sie dann als 1000 Meisterwerke mit verändertem Konzept fort.[3] Sie übersetzte auch das Begleitbuch ins Deutsche und gab weitere Begleitbücher selber heraus.

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

Beiträge

  • „Notizen zur Plastik der jüngeren Generation“ in: Amerikanische Plastik. USA 20. Jahrhundert. Katalog zu den Ausstellungen in Berlin und Baden-Baden von Nov. 1965 - April 1966.
  • „Fläche und Raum in Hockneys Radierungen“ in: David Hockney. Oeuvrekatalog - Graphik. Galerie Mikro Berlin, 1968, in Zusammenarbeit mit Petersburg Press, London
  • „Zwei Photographen zwischen den Weltkriegen“, Ausstellungskatalog August Sander und Dr. Erich Salomon, Auswärtiges Amt Bonn, 1969
  • Jim Dine, Oeuvre-Verzeichnis der Graphik, Galerie Mikro, Berlin 1970
  • „Bildersturm aus Übersee“ in: Verwöhnt in alle Ewigkeit, Hrsg. Werner Höfer, Econ-Verlag, Düsseldorf 1976, ISBN 3-430-14738-7
  • „An Interview with Fernando Botero“ in: Fernando Botero, Hrsg. Germán Arciniegas, Verlag Abrams, New York 1977
  • „Video und Fernsehen – Wer braucht wen?“ in: Videokunst in Deutschland 1963-1982., Hrsg. Wulf Herzogenrath, Verlag Gerd Hatje, Stuttgart 1982, ISBN 3-7757-0172-9
  • „Eigentlich gescheitert... Erfahrungen mit Videokunst im Fernsehen“ in: Kunstforum International. Band 9-10/1985
  • „Wie man heute sicher nicht mehr Fernsehredakteur(in) wird“ in: Studienstiftung des deutschen Volkes, Jahresbericht 1985, Bonn 1986
  • „Hans von Marées, Selbstbildnis mit gelbem Hut“ in: Das ZEIT-Museum der 100 Bilder, Hrsg. Fritz J. Raddatz, Insel-Taschenbuch Nr. 1213, Frankfurt/M. 1989
  • „Faszination der Holographie“ in Holographische Visionen. Katalogbuch zur Ausstellung des Museums für Holographie, Pulheim, Verlag Edition Braus, Heidelberg 1991, ISBN 3-89466-015-5
  • „Neue Medien – Neues Denken?“ In: Kulturmagazin LIVING 6. Jg., 1/1993
  • „Vom Künstlerfilm zum Videoclip“, in: Die Aktualität des Ästhetischen, Hrsg. Wolfgang Welsch, Wilhelm Fink Verlag , München 1993, ISBN 3-7705-2896-4
  • „Kunstvermittlung durch das Fernsehen?“ in: Kunst und Manipulation: die Moderne zwischen Markt und Meinung, Band 68 der Berichte und Studien der Hanns-Seidel-Stiftung, 1994, ISBN 3-88795-103-4
  • „Kunst ist nicht Fußball“, Karl Ruhrberg zum 70. Geburtstag, in: Der streitbare Liebhaber. Kunst gesehen durch ein Temperament, DuMont, Köln 1994, ISBN 3-7701-3393-5
  • „Happy End und andere Märchen“ in: Michael Kiernan, Happy End und andere Märchen, Rheinlandia Verlag, Siegburg 1995, ISBN 3-925551-80-8
  • „US-Kunst auf Sender – Fernsehen aus dem Atelier“ in: West Wind, Die Amerikanisierung Europas, Hrsg. Bernd Polster, Verlag DuMont, Köln 1995, ISBN 3-77013591-1
  • „Gedanken einer Aussteigerin“ in; An Kunst glauben, von Kunst träumen, Hrsg. Peter Volkwein, Ingolstadt 1996, ISBN 3-9802827-5-9
  • „Aloha, Otto“ in: Otto Piene, Kunst, die fliegt, Hrsg .Heiner Stachelhaus, Verlag DuMont, Köln 1998, ISBN 3-7701-4640-9
  • „Auf Goethes Spuren in Rom, zeichnend“, in: Das Auge Licht sein lassen, Barbara Camilla Tucholski, Casa di Goethe, Rom 2005
  • „Auf den Spuren der Zeit. Zur Kunst von Evgeny Dybsky“, Museum für Moderne Kunst Moskau 2004, ISBN 5-98833-002-9
  • „Zu den Fotografien von Natalia Nikitin“, Katalog zur Ausstellung in der Neuen Galerie Graz, 2007
  • „Die Poesie des Banalen“, Zu den Arbeiten von Samuel Henne, Katalog gute aussichten 2010, ISBN 978-3-8391-9602-1
  • „Zu den New Yorker Arbeiten von Werner Koch“, in Werner Koch: Retrospektive 1956-2012, Kerber Christof Verlag, 2012, ISBN 978-3-86678-683-7
  • „Die Farben der Schatten“, in: Die Farben des Schattens, Bilder und Zeichnungen. Eckard Alker, Ausstellung im LVR-LandesMuseum, Bonn 2012

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Thema: Versuch über das dichterische Verfahren Pierre Reverdys. Zum Werk der Jahre 1913–1930‘‘, Universität Kiel, Dissertation, 1965
  2. Der Fischer Weltalmanach, Fischer Bücherei., 1986, S. 1984
  3. 100 Meisterwerke, Bd. 3, Vorwort