Widen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum US-amerikanischen Drehbuchautor und Filmregisseur siehe Gregory Widen.
Widen
Wappen von Widen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Bremgarten
BFS-Nr.: 4081i1f3f4
Postleitzahl: 8967
Koordinaten: 670100 / 24661747.3666648.366673561Koordinaten: 47° 22′ 0″ N, 8° 22′ 0″ O; CH1903: 670100 / 246617
Höhe: 561 m ü. M.
Fläche: 2.62 km²
Einwohner: 3540 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 1351 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 13,8 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.widen.ch
Widen

Widen

Karte
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Widen (schweizerdeutsch: ˈʋiːdə)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Bremgarten im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt unmittelbar nördlich des Mutschellenpasses.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorfzentrum liegt auf einer kleinen Hochebene zwischen dem Mutschellenpass im Süden und dem sanft abfallenden Südhang des Hasenbergs (762 m ü. M.) im Norden. Der Hasenberg ist der südlichste Ausläufer des Heitersberg-Höhenzugs, der sich bis nach Baden erstreckt. Gegen Westen hin fällt die Hochebene ins Reusstal ab, jedoch gibt es im Gebiet Heinrüti, auf einer Höhe von (490 m ü. M.), ein flaches eingeschnittenes Tal mit einem kleinen See, dem Gyrenweiher. Am Hasenberg befindet sich auf einer Höhe von (695 m ü. M.) der gleichnamige Weiler. Widen ist mit den Nachbargemeinden Berikon, Rudolfstetten-Friedlisberg und Zufikon zusammengewachsen.

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 260 Hektaren, davon sind 41 Hektaren mit Wald bedeckt und 105 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 740 Metern am Südhang des Hasenbergs, der tiefste auf 430 Metern am Pflanzerbach an der Grenze zu Eggenwil.

Nachbargemeinden sind Bellikon im Norden, Bergdietikon im Nordosten, Rudolfstetten-Friedlisberg im Osten, Berikon im Südosten, Zufikon im Süden und Eggenwil im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Oft wird fälschlicherweise behauptet, Widen sei 1140 erstmals urkundlich erwähnt worden. Der damals verstorbene Landgraf Adelbert II. von Habsburg hatte dem Kloster Muri das Dorf Eggenwil sowie Güter auf dem Mutschellen vermacht, erwähnte aber in der Schenkungsurkunde den Namen Widen nicht explizit. Ende des 12. Jahrhunderts wurde im Totenbuch von Hermetschwil ein Landgut Wyda erwähnt, allerdings ist die genaue Jahreszahl nicht angegeben. Die heutige Schreibweise taucht erstmals im 14. Jahrhundert auf.

Im Mittelalter lagen die hohe und niedere Gerichtsbarkeit in den Händen der Habsburger beziehungsweise deren Dienstherren. 1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau, und Widen gehörte fortan zum Amt Rohrdorf in der Grafschaft Baden, einer gemeinen Herrschaft. Die niedere Gerichtsbarkeit über das Gebiet Heinrüti war nun im Besitz des Klosters Hermetschwil.

Skulpturen von Bruno Weber auf Verkehrskreisel in Widen
Reformierte Kirche Widen

Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein und riefen die Helvetische Republik aus. Widen bildete zusammen mit Eggenwil eine Gemeinde im kurzlebigen Kanton Baden. Nach der Gründung des Kantons Aargau im Jahr 1803 erfolgte die Trennung von Eggenwil, bei der Grenzbereinigung gelangten einige Höfe definitiv zu Widen. Bis zu dieser Zeit ist wenig über die Geschichte Widens bekannt, da fast keine Dokumente erhalten geblieben sind.

Während des 19. Jahrhunderts stagnierte die Bevölkerungszahl und Widen blieb ein kleines bescheidenes Dörfchen. Viele verarmte Bewohner mussten ihre Heimat verlassen und auswandern. Die aufgegebenen Höfe wurden dann zum grössten Teil von Bauern aus dem Kanton Bern übernommen. Diese Einwanderer waren reformiert; aus diesem Grund weist Widen bis heute im Vergleich zu den mehrheitlich katholischen Nachbargemeinden einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Reformierten auf.

Am 1. Mai 1902 erhielt Widen mit der Eröffnung der Bremgarten-Dietikon-Bahn und einer Haltestelle auf der Mutschellen-Passhöhe einen Anschluss ans Eisenbahnnetz. Während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stieg die Einwohnerzahl nur leicht an. Ab 1950 setzte jedoch, begünstigt durch die Nähe zur Stadt Zürich, ein beispielloser Bauboom ein. Innerhalb von vierzig Jahren wuchs die Einwohnerzahl um fast das Zehnfache. 1990 wurde das Maximum von 3915 Einwohnern erreicht. Die Bevölkerungszahl ging dann leicht zurück, hat sich jedoch bei rund 3600 stabilisiert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Weiss ausgerissene grüne Korbweide.» Hierbei handelt es sich um ein redendes Wappen, da es vom Ortsnamen abgeleitet ist. Die Korbweide erschien erstmals 1811 auf dem Gemeindesiegel, bis 1872 noch von Büschen flankiert. Die heutige stilisierte Form geht auf das Jahr 1965 zurück.[4]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[5]

Jahr 1798 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 270 342 274 339 398 759 1277 2699 3915 3636 3506

Am 31. Dezember 2013 lebten 3540 Menschen in Widen, der Ausländeranteil betrug 13,8 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 39,7 % römisch-katholisch, 39,1 % reformiert und 2.3 % moslemisch; 2,0 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[6] 92,8 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 1,4 % Italienisch, je 1,0 % Französisch und Englisch, 0,6 % Serbokroatisch.[7]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre, und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Bremgarten zuständig. Widen gehört zum Friedensrichterkreis Bremgarten.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Widen gibt es gemäss Betriebszählung 2008 etwas mehr als 750 Arbeitsplätze, davon 2 % in der Landwirtschaft, 5 % in der Industrie und 93 % im Dienstleistungssektor.[8] Sämtliche der rund 150 Betriebe sind kleine und mittlere Unternehmen. Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in der Stadt Zürich oder im nahe gelegenen Limmattal.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Hauptstrasse 1 von Wohlen über den Mutschellen in Richtung Zürich ist eine der wichtigsten Hauptstrassen der Schweiz. Sie kreuzt sich auf der Passhöhe mit der Hauptstrasse zwischen Baden und Birmensdorf. Der Anschluss Urdorf der Autobahn A4 ist etwa sechs Kilometer entfernt. Der Bahnhof Berikon-Widen der Bremgarten-Dietikon-Bahn liegt exakt auf der Passhöhe. Von dort aus verkehren Postautos nach Baden und Zürich (Bahnhof Wiedikon), ausserdem eine BDWM-Schnellbuslinie durch den Uetlibergtunnel zum Bahnhof Zürich-Enge.

Bildung[Bearbeiten]

In Widen gibt es eine Primarschule. Realschule, Sekundarschule und Bezirksschule befinden sich im Kreisschulzentrum in der benachbarten Gemeinde Berikon. Die Kantonsschule (Gymnasium) kann in Wohlen, Baden oder Wettingen besucht werden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Widen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3.  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 461–462.
  4.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 313.
  5. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  6. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 26. August 2012.
  7. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 26. August 2012.
  8. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 26. August 2012.