Wiebelskirchen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

49.3733333333337.1833333333333260Koordinaten: 49° 22′ 24″ N, 7° 11′ 0″ O

Wiebelskirchen
Wappen von Wiebelskirchen
Höhe: 260 m
Einwohner: 9173 (31. Dez. 2012)
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 66540
Vorwahl: 06821
Wiebelskirchen (Saarland)
Wiebelskirchen

Lage von Wiebelskirchen in Saarland

Wiebelskirchen ist der nach der Innenstadt größte Stadtteil der Kreisstadt Neunkirchen (Saarland). Bis Ende 1973 war Wiebelskirchen eine eigenständige Gemeinde.

Geographie[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 855 Millimeter und liegt damit im oberen Drittel der von den Messstellen des Deutschen Wetterdienstes erfassten Werte. 73 % zeigen niedrigere Werte an. Der trockenste Monat ist der April; am meisten regnet es im Dezember. Im niederschlagreichsten Monat fällt ca. 1,6-mal mehr Regen, als im trockensten Monat. Die jahreszeitlichen Niederschlagschwankungen liegen im unteren Drittel. In nur 22 % aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.

Geschichte[Bearbeiten]

DDR-Staatsratsvorsitzender Erich Honecker und Oberbürgermeister Peter Neuber 1987 in Neunkirchen
Wiebelskirchen als Briefmarkenmotiv Saar 1949
Wibilohaus

Der Ortsname, der 765 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird, ist die älteste nachgewiesene christliche Ortsbezeichnung im Saarland. Man nimmt an, dass ein Franke namens Wibilo hier im Frühmittelalter auf seinem Grundbesitz eine Eigenkirche errichtet hat.

Wiebelskirchen hatte womöglich seinen Ursprung dort wo heute das Freibad ist (am Kirchberg), denn hier wurden Überreste einer Kirche, eines römischen Landhauses und sonstiger Gebäude aus der frühen Gründungszeit gefunden, die im historischen Museum des Heimat und Kulturverein Wiebelskirchen e. V. im Wibilohaus ausgestellt sind. Sagen zufolge hätte ein Geheimgang von der Kirche am Kirchberg bis zum Kloster Neumünster in Ottweiler geführt. Die Sage gab Anlass zu einer Grabungskampagne Anfang der 1980er Jahre. Der Geheimgang konnte allerdings nicht gefunden werden. In späterer Zeit lag das Siedlungszentrum etwa 1 km südöstlich davon an der Einmündung der Oster in die Blies. Hier wurde eine weitere Kirche errichtet, die heutige evangelische Kirche. Im Kirchenmuseum sind Teile dreier Skelette aus dem 15. Jahrhundert ausgestellt. Sie wurden bei Ausschachtungsarbeiten im Durchgang zwischen Turm und Kirche gefunden. Die katholische Gemeinde erbaute von 1914 bis 1916 eine eigene Kirche.

Zu den Schicksalsstunden in Wiebelskirchen gehören die Zerstörungen 1635 während des Dreißigjährigen Krieges und 1676 während des Holländischen Krieges. Die Hochwasser der Jahre 1930, 1993 und 1995 überfluteten die Straßen und Gebäude in den Flussauen von Oster und Blies.

Im Rahmen der saarländischen Gebiets- und Verwaltungsreform wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Wiebelskirchen am 1. Januar 1974 der Stadt Neunkirchen zugeordnet.[1]

Heute[Bearbeiten]

Wiebelskirchen verfügt über drei Schulen: Die Grundschule Friedrich von Schiller, die Maximilian-Kolbe-Schule und die Freiherr-vom-Stein-Schule.

An der katholischen Dreifaltigkeitskirche findet sich ein Kunstwerk des „Malerpastors“ Christoph März. Vor der Kirche befindet sich eine Marienstatue (sogen. „Fatima-Madonna“) in einer Kapelle, die ein Einwohner in der Erfüllung des Gelübdes, wenn Wiebelskirchen von den Bomben des Zweiten Weltkriegs verschont bleibe, würde er eine Kapelle stiften, errichtete.

In Wiebelskirchen unterscheidet man noch heute die „Seiters“ und die „Dorfler“. Die Dorfler sind diejenigen, die um die evangelische Kirche wohnen (rechts der Blies) und die Seiters diejenigen links der Blies.

Wiebelskirchen wurde 1860 an die Nahetalbahn angebunden; ein 313 m langer Eisenbahntunnel unterquert den Kirchberg.

Nachdem die Siedlungsgebiete von Neunkirchen und Wiebelskirchen aufeinander zugewachsen waren, wurden sie 1974 durch die Kommunalreform auch verwaltungsmäßig vereint. Die Banngrenze am Kuchenberg ist heute nicht mehr erkennbar.

Wiebelskirchen hat im sanierten Ortskern Fachgeschäfte und Einkaufsmärkte. Darüber hinaus verfügt es über ein solarbeheiztes Freibad, reizvoll gelegene Neubaugebiete und eine Naturlandschaft zum Erholen.

Politik[Bearbeiten]

Wiebelskirchen bildet zusammen mit Hangard und Münchwies einen Gemeindebezirk der Stadt Neunkirchen. Von 15 Sitzen im Ortsrat entfallen 9 auf die SPD und 4 auf die CDU. Die Grünen stellen und die Linke stellen jeweils ein Ortsratsmitglied. Ortsvorsteher ist Rolf Altpeter (SPD).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter von Wiebelskirchen

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Johann Friedrich Wilhelm Pustkuchen (1793–1834), evangelischer Geistlicher und Schriftsteller, starb in Wiebelskirchen und liegt auf dem dortigen neuen Friedhof begraben.
  • Alex Deutsch (1913–2011), KZ-Überlebender, lebte bis zu seinem Tod in Wiebelskirchen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 806.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wiebelskirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien