Wieden (Wien)

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Wieden
IV. Wiener Gemeindebezirk
Wappen Karte
Wien Wappen Wieden.png
Innere Stadt Leopoldstadt Landstraße Wieden Margareten Mariahilf Neubau Josefstadt Alsergrund Favoriten Simmering Meidling Hietzing Penzing Rudolfsheim-Fünfhaus Ottakring Hernals Währing Döbling Brigittenau Floridsdorf Donaustadt LiesingLage von Wieden (Wien)  in Wien (anklickbare Karte)
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Geographische Lage: 48° 12′ N, 16° 22′ O48.19305555555616.370555555556Koordinaten: 48° 12′ N, 16° 22′ O
Fläche: 1,8 km²
Einwohner: 31.452 (1. Jänner 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 17.473 Einw./km²
Postleitzahl: 1040
Adresse des
Bezirksamtes:
Rechte Wienzeile 105
1050 Wien
Website: www.wien.gv.at
Politik
Bezirksvorsteher: Leopold Plasch (SPÖ)
Bezirksvertretung
(2010[2]):
12
5
12
11
12 12 11 
Von 40 Sitzen entfallen auf:

Die Wieden ist der 4. Wiener Gemeindebezirk und liegt innerhalb des Wiener Gürtels, der an Stelle des ehemaligen Linienwalls angelegt wurde. Der Bezirk entstand 1850 durch Eingemeindung mehrerer Vorstädte, 1861 wurde er geteilt und verlor einen Teil seiner Fläche an den neu geschaffenen 5. Bezirk Margareten. Die Wieden ist ein typischer innerer Bezirk, ein dichtbesiedeltes Gebiet mit wenigen Grünflächen. Der Bezirksname wird mit Artikel verwendet; man wohnt nicht „in Wieden“, sondern „auf der Wieden“.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Die Wieden wird wie folgt begrenzt:

Der 4. Bezirk wird von Nordost nach Südwest von der Wiedner Hauptstraße durchquert, von Norden nach Süden von der Favoritenstraße. Seit einer Grenzänderung im Jahr 2009 gehört kein Teil des Naschmarktes mehr zum 4. Bezirk.

Nutzung[Bearbeiten]

Die Baufläche Wiedens beträgt 67,4 % (Wienweit 33,32 %), wobei rund 77,9 % auf Wohnbaugebiet entfällt. Mit ca. 26 % nimmt die Verkehrsfläche den zweitgrößten Anteil der Bezirksfläche ein (Wienweit 13,75 %). Die Grünflächen nehmen nur 6,56 % der Bezirksfläche ein (Wienweit 48,26 %), wobei 85,5 % für Parkanlagen genutzt werden. Fünf andere Bezirke haben jedoch noch weniger Grünanteil als Wieden. Wälder, Kleingärten, Sport- oder Freizeitflächen sowie landwirtschaftlich genutzte Flächen sind in Wieden nicht vorhanden.[5]

Flächennutzung in ha 2001[5]
Baufläche Grünfläche Gewässer Verkehrsflächen
121,07 11,79 0,19 46,66
Wohnbau Betriebsgebiet öffentliche Einrichtungen Landwirtschaft Parks Wälder Wiesen Kleingärten Freizeit- Flächen
94,29 4,07 22,71 0 10,08 0 1,71 0 0

Bezirksteile[Bearbeiten]

Die Bezirksteile von Wieden sind Wieden, Hungelbrunn und Schaumburgergrund. Sie gehen auf ehemals selbstständige Ortschaften zurück, haben in der politischen Verwaltung jedoch keine Bedeutung.

Eine Gliederung des Bezirksgebiets besteht heute in den Zählbezirken der amtlichen Statistik, in denen die Zählsprengel des Gemeindebezirks zusammengefasst sind. Die vier Zählbezirke in Wieden sind Technische Hochschule, Argentinierstraße, Wiedner Hauptstraße und Schaumburgergrund. Die Grenzen des Zählbezirks Schaumburgergrund sind nicht mit jenen der ehemals selbstständigen Ortschaft gleichen Namens ident.

Geschichte[Bearbeiten]

Karte von Wieden ca. 1830
„Freihaus am Naschmarkt“, Carl Pippich (1916)

Die Wieden wurde 1137 erstmals genannt, sie ist damit eine der am frühesten genannten Vorstädte Wiens. Der Name kommt von Widem, Widum ‚Pfarrhof, -gut‘, ursprünglich als der einer Pfarrei gestiftete (gewidmete) Besitz.[6] Die Hauptstraße (Wiedner Hauptstraße) ist aber sicher noch älter. Unter Ferdinand II. wurde östlich dieser Hauptstraße die kaiserliche Sommerresidenz, genannt Neue Favorita, fertiggestellt und in der Folge mehrfach vergrößert.

1737 wurde auf heutigem Bezirksgebiet einer der wichtigsten Sakralbauten Österreichs fertiggestellt, die nach kaiserlichem Gelübde errichtete Karlskirche. Sie stand am südlichen Ufer des damals völlig unregulierten Wienflusses und war optisch auf die Hofburg, die Wiener Kaiserresidenz in der heutigen Altstadt, ausgerichtet. Der die Kirche umgebende Platz wird seit 1899 nach dem Stifter, Kaiser Karl VI., Karlsplatz genannt.

Seine Tochter Maria Theresia beschloss wenig später, die Neue Favorita nicht mehr zu verwenden und an die Jesuiten zu verkaufen. Sie machten aus der Sommerresidenz eine Erziehungsanstalt, die sich in späteren Jahrzehnten zum privaten und heute höchst angesehenen Gymnasium Theresianum weiterentwickelte. (Auch Österreichs Diplomatische Akademie ist hier untergebracht.)

Der Fahrweg, der an der Hauptfront der Neuen Favorita bergauf nach Süden führte, traf dort seit 1704 auf eine neue Befestigungsanlage, den Linienwall, mit einem bewachten Tor, genannt „Favoritenlinie“. Außerhalb des Tores entwickelte sich in der Folge die „Siedlung vor der Favoritenlinie“, die bis 1874 zur Wieden gehörte. Die Straße dorthin wurde folgerichtig Favoritenstraße genannt und heißt im 4. und 10. Bezirk bis heute so.

Anfang des 18. Jahrhunderts begann die Entwicklung der Wieden zur Vorstadt. Es wurden unter anderem viele Adelspaläste errichtet. Zwei kleine Vorstädte auf dem Gebiet des heutigen 4. Bezirks waren Hungelbrunn und der Schaumburgergrund, der erst 1813 entstanden ist.

Diese drei Vorstädte wurden neben einer Reihe anderer am 6. März 1850 unter dem Bezirksnamen Wieden als 4. Bezirk nach Wien eingemeindet. Wegen der sozialen und wirtschaftlichen Unterschiede wurde 1861 der zentrumsfernere, weniger wohlhabende Bezirksteil als neuer 5. Bezirk, Margareten, vom 4. Bezirk abgetrennt. Zu dieser Zeit umfassten die Wieden und nun auch Margareten als einzige Bezirke Gebiete außerhalb, südlich des Linienwalls; diese wurden 1874 als 10  Bezirk, Favoriten, abgetrennt.

1854 wurde über den Wienfluss an einer Stelle, wo die erste Brücke schon 1211 erwähnt worden war, zur Verbindung der Wiedner Hauptstraße mit der Altstadt die Elisabethbrücke errichtet. 1895–1900 erfolgte die Regulierung des Wienflusses im gesamten Stadtgebiet. Der Fluss wurde im Bereich des heutigen Naschmarktes (der 1902 an diesen Standort übersiedelte) und des seit 1899 Karlsplatz genannten Areals komplett eingewölbt; die 1867 errichteten Brückenstatuen der 1897 abgetragenen Elisabethbrücke übersiedelten auf den Rathausplatz. Gleichzeitig wurde die Wiener Stadtbahn gebaut; ihre Station Karlsplatz ist heute U-Bahn-Knotenpunkt (Linien U1, U2, U4).

In der Gründerzeit wurden viele Wohnbauten errichtet, hier befand sich aber auch schon seit etwa 1700 das so genannte Freihaus, damals das größte Mietshaus Wiens. Es wurde nach und nach bis 1970 abgetragen.

Der Gürtel als Umfahrungsstraße für die neuen Bezirke 3 bis 9 entstand abschnittsweise. 1880 war der südliche Gürtel erst als Projekt vorhanden, 1882 wurde der Name Wiedner Gürtel festgelegt. Nachdem per 1. Jänner 1892 zahlreiche Vororte der Stadt im Nordwesten, Westen und Südwesten eingemeindet worden waren, wurde der obsolet gewordene Linienwall in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts abgetragen (ein kleiner Mauerrest im Hof des Hauses Weyringergasse 13 ist erhalten geblieben). Nun konnte der Wiedner Gürtel breit angelegt und an seinem nördlichen Rand verbaut werden.

In der Zwischenkriegszeit wurde das Rundfunkhaus für die RAVAG (heute: ORF) in der Argentinierstraße gebaut, aus dessen Sendesaal nach wie vor Live-Hörfunksendungen übertragen werden. Beim versuchten NS-Putsch wurde die Rundfunkanstalt am 25. Juli 1934 von den Aufständischen vorübergehend besetzt. In den Jahren der Besatzung (1945 bis 1955) war die Wieden Teil des sowjetischen Sektors von Wien, da die Russen die Sendeanlagen in ihrem Einflussbereich haben wollten.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Sankt-Josef-Kinderspital zerstört. Der Abbruch des Wiedner Krankenhauses und der an seiner Stelle errichtete Neubau des Bertha von Suttner-Hofes erfolgte 1956. 1954 wurde neben der Karlskirche auf dem Karlsplatz das Historische Museum der Stadt Wien (heute: Wien Museum) gebaut. 1957 wurde die Kammer für Arbeiter und Angestellte auf den Gründen des ehemaligen Palais Rothschild in der Prinz-Eugen-Straße 20–22 errichtet. Das Amtshaus für den 4. Bezirk wurde 1969 in der Favoritenstraße 18 neu gebaut. Mit der Eröffnung der U1 1978 folgte eine Umgestaltung des Resselparks und des Karlsplatzes mit Teich vor der Karlskirche.

Auch die Technische Universität Wien bekam ein neues Institutsgebäude und Bibliothek zwischen der Wiedner Hauptstraße und der Operngasse.

Das Theater Akzent wurde 1989 eröffnet und 1995 folgte die Eröffnung des Bezirksmuseums und des Rauchfangkehrer-Museums im ehemaligen Volksbad in der Klagbaumgasse 4. 1999 kam es zu einer geringfügigen Änderung der Bezirksgrenzen, wobei im Bereich des Schwarzenbergplatzes und der Prinz-Eugen-Straße der Grenzverlauf zum 3. Gemeindebezirk und im Bereich der Kettenbrückengasse der Grenzverlauf zum 5. Gemeindebezirk verschoben wurde.[7]

Um 2001 erfolgte der Bau der endgültigen Version der Kunsthalle Karlsplatz. 2009 wurde die Bezirksgrenze im Bereich des Naschmarkts dahingehend geändert, dass dessen in Wieden liegender Teil an den 6. Bezirk abgetreten wurde.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Daten lt. Statistik Austria [1]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Im Jahre 1869 lebten im Bezirksgebiet 55.682 Menschen. In den darauf folgenden Jahren bis 1910 stieg die Einwohnerzahl auf fast 63.000. Seitdem wird bis 2001 eine Abnahme der Wohnbevölkerung verzeichnet. In den letzten Jahren folgte die Wieden dem Wiener Trend und die Bevölkerungszahl steigt wieder an.

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten]

Der Anteil der Menschen, die 60 Jahre und älter sind, ist mit 24,3 % überdurchschnittlich, da im gesamten Wiener Stadtgebiet dieser Anteil 22,2 % beträgt. Der Anteil der Bevölkerung unter 15 Jahren betrug 12,1 %. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung liegt mit 54,1 % ebenfalls über dem Durchschnitt Wiens.[8]

Herkunft und Sprache[Bearbeiten]

Der Anteil der Wiedner mit ausländischer Staatsbürgerschaft lag 2001 mit 15,3 % rund 2 % unter dem Durchschnitt Wiens. Dabei hatten 3,7 % Wiedner eine Staatsbürgerschaft von Serbien oder Montenegro, 1,5 % sind Deutsche Staatsbürger. Dahinter folgen sonstige EU-Bürger (1,8 %), türkische (1,0 %), Kroaten (1,0 %) und Bosniaken sowie sonstige Ausländer, deren Anteil an der Bevölkerung jedoch unter 1 % liegt. Insgesamt waren 2001 etwa 25,4 % der Wiedner Bevölkerung in einem anderen Land geboren, daher gaben auch nur 76 % der Wiedner Deutsch als Umgangssprache an. Weitere 5,4 % sprachen hauptsächlich Serbisch, 2,2 % Türkisch, 2 % Kroatisch und 1,4 % Ungarisch.[8]

Religionsbekenntnis[Bearbeiten]

Der Anteil der Menschen mit römisch-katholischem Bekenntnis beträgt 48,1 %. Es gibt im Gemeindebezirk vier römisch-katholische Pfarren, die zum Stadtdekanat 4/5 gehören. Anteilsmäßig hinter den Personen mit römisch-katholischem Bekenntnis folgen 6,7 % mit evangelischem Glauben (dies ist der der zweithöchste Wert den sich Wieden mit Liesing teilt). und 6,0 % mit orthodoxem Bekenntnis. Die Anhänger des Islam liegen mit 4,6 % mit an der vierten Stelle. 26,3 % der Wiedner geben an, ohne religiöses Bekenntnis zu sein.[8]

Politik[Bearbeiten]

Bezirksvorsteher seit 1945
Herbert Prix (unbekannt) 4/1945–5/1945
Gottfried Albrecht (SPÖ) 5/1945–1946
Franz Stöger (ÖVP) 1946–1952
Franz Ramel (ÖVP) 1952–1969
Herbert Walkersdorfer (ÖVP) 1969–1973
Herta Haider (ÖVP) 1973–1987
Karl Lengheimer (ÖVP) 1987–1997
Susanne Emmerling (ÖVP) 1997–2001
Susanne Reichard (ÖVP) 2001–2010
Leopold Plasch (SPÖ) 2010–
Bezirksvertretungswahl
 %
40
30
20
10
0
28,22 %
(-1,13 %p)
28,19 %
(+0,06 %p)
28,13 %
(-2,15 %p)
12,05 %
(+5,10 %p)
1,27 %
(+0,02 %p)
1,15 %
(+0,43 %p)
1,00 %
(+0,31 %p)
keine
(-2,63 %p)
2005

2010


Der Bezirk Wieden war traditionell ein bürgerlich geprägter Bezirk. Seit dem Zweiten Weltkrieg war die ÖVP seit 1946 durchgehend die stimmenstärkste Partei und stellt damit den Bezirksvorsteher. Dahinter lag traditionell die SPÖ und die FPÖ, die ab dem Ende der 80er Jahre ihren Stimmenanteil in Wien stark steigern konnte. Durch den Einstieg der Grünen in die Politik in den 80er Jahren verloren ÖVP und SPÖ zusehends an Stimmen. Als 1996 auch das Liberale Forum (LIF) antrat, ging das erneut auf Kosten von ÖVP und SPÖ. Während die FPÖ und das LIF jedoch ab 2001 wieder zusehends an Stimmen verloren, setzten die Grünen ihre Stimmengewinne fort. 2005 lag die ÖVP nur noch knapp vor der SPÖ, die den Abstand zur ÖVP stark verringern konnte. Die Grünen landeten mit einem Plus von rund 6 % nur knapp dahinter auf dem dritten Platz. Bei der Landtags- und Gemeinderatswahl in Wien 2010 konnte die SPÖ die ÖVP, die insgesamt bei diesen Wahlen sehr schlecht abschnitt, um wenige Stimmen überholen.

Wappen[Bearbeiten]

Wien Wappen Wieden.png

Das Wappen des Bezirkes Wieden setzt sich aus den Wappen dreier ehemaliger Wiener Vorstädte zusammen, die ganz oder teilweise auf dem heutigen Bezirksgebiet lagen. Der linke, obere Wappenteil steht für den Bezirksteil Wieden und zeigt einen Weidenbaum. Dieses Wappen entstand auf Grund einer Fehlinterpretation des Namens Wieden, der sich nicht vom Weidenbaum, sondern vom Begriff "Widum" (Pfarrhof/Pfarrgut) ableitet. Der rechte, oberer Wappenteil steht für den Bezirksteil Schaumburgergrund. Er zeigt den Stephansturm, umgeben von der starhembergischen Grafenkrone. Diese steht für die Verteidigung Wiens 1683 durch Ernst Rüdiger von Starhemberg, der auf der Wieden das Freihaus besaß. Der untere Wappenteil zeigt schließlich das Wappen der Vorstadt Hungelbrunn, von der ein kleiner Teil im heutigen 4. Bezirk liegt. Es zeigt einen Ziehbrunnen, über dem der Heilige Leopold, Landespatron von Niederösterreich, schwebt. Daneben stehen der heilige Petrus und der heilige Florian, dem die benachbarte Florianikirche in Matzleinsdorf geweiht ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Wieden

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Karlskirche in Wien

Kultur[Bearbeiten]

Die Wieden gehört großteils zur Welterbestätte Historisches Zentrum von Wien. Dessen Außenzone wird gegen Süden von der Kolschitzkygasse und der Weyringergasse und gegen Westen von der Klagbaumgasse und der Schönburggasse begrenzt. Der Karlsplatz mit der Karlskirche, dem Wien Museum, dem Hauptgebäude der Technischen Universität und der Evangelischen Schule gehört zur Kernzone der Welterbestätte.

Museen[Bearbeiten]

Das meistbesuchte Museum im Bezirk Wieden ist das Wien Museum Karlsplatz, das in seinen Ausstellung die Geschichte Wiens im Laufe der Jahrhunderte dokumentiert und über eine Kunstsammlung und historische Sammlung verfügt. Zum Wien Museum gehört auch Schuberts Sterbewohnung in der Kettenbrückengasse, wo die letzte Lebensphase des Komponisten dargestellt wird. Eine weitaus umfangreichere Dokumentation über Franz Schubert befindet sich in seinem Geburtshaus (Nußdorferstraße/Alsergrund). Die Sammlung der Generali Foundation verfügt über eine Sammlung von rund 2.100 zeitgenössischen Werken von etwa 170 internationalen Künstlern. Die ältesten Kunstwerke stammen aus den 1950er Jahren. Die Kunsthalle Wien, die auf ein Provisorium am Karlsplatz zurückgeht, verfügt an diesem Ort noch heute über einen Standort. Des Weiteren verfügt der Bezirk Wieden über das Bestattungsmuseum der Bestattung Wien, das Rauchfangkehrer-Museum und das private Dritte Mann Museum. Das Bezirksmuseum Wieden setzt seine Schwerpunkte unter anderem auf die Dokumentation des Freihaus auf der Wieden, des Wiedner Mühlfelds, des Linienwalls sowie alter aufgelassener Wiener Betriebe.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Individualverkehr[Bearbeiten]

Der Bezirk wird im Norden (Wienzeile), im Süden und Westen (Gürtel) von wichtigen Hauptverkehrsstraßen begrenzt. Quer durch den Bezirk verlaufen die Wiedner Hauptstraße und die Favoritenstraße. Zusätzlich ist auch der Südtiroler Platz ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Insgesamt verfügt Wieden über ca. 29 km Gemeindestraßen (2005).[10]

Die Radverkehrsanlagen im Bezirk umfassen ca. 8,5 km (2005) und bilden somit ein engmaschiges Netz. Der Radverkehr nimmt im Bezirk (wie in den übrigen Innenstadt-Bezirken) eine immer wichtigere Stellung beim Individualverkehr ein, da mit dem Fahrrad auch gegen einige Einbahnen gefahren werden darf. Jedoch gibt es noch viele Lücken im Radnetz. Außerdem verfügt Wieden über mehrere Citybike Stationen, welche über den ganzen Bezirk verteilt sind. Weitere Stationen liegen in der Nähe der Bezirksgrenze.

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

Der öffentliche Verkehr wird von den Wiener Linien abgewickelt. Der 4. Bezirk hat drei Stationen der U1 (Karlsplatz bis Südtiroler Platz) und an der Bezirksgrenze gibt es Stationen von U2 und U4. Darüber hinaus liegt sowohl der voraussichtlich 2015 fertiggestellte Wiener Hauptbahnhof als auch die S-Bahn-Stammstrecke an der Bezirksgrenze zum 10. Bezirk.

Durch die Wieden führen auf der Wiedner Hauptstraße die Straßenbahnlinien 1, 62 und die Badner Bahn und durch die Prinz-Eugen-Straße die Linie D. Neben der Straßenbahn existieren auch zwei Buslinien (13A und 59A).

In der Nacht wird Wieden von vier Bussen der NightLine bedient. Drei dieser Buslinien sind täglich zwischen ca. 0:30 Uhr und ca. 05:00 Uhr in Betrieb, die Vierte nur am Wochenende. Folgende Nightline-Linien können im Bezirk benutzt werden: N60, N62, N66 und N71.

Der Südtiroler Platz ist ein großer Verkehrs- und Umsteigeknotenpunkt im Süden, da innerstädtische und regionale Buslinien, Nachtbuslinien, Straßenbahn-Linien, die U-Bahn und S-Bahn-Linien diesen Platz anfahren.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt in Wieden sechs Volksschulen, drei Hauptschulen, drei Gymnasien, eine Höhere Technische Lehranstalt als Abendschule, ein Musik-Konservatorium, den Fachhochschul-Studiengang für Finanzwesen und Controlling der FH Wien und die Technische Universität Wien.

Besonders erwähnenswert sind der Schulzweig des Wiedner-Gymnasiums mit dem Ziel der Begabtenförderung (Sir-Karl-Popper-Schule) und das bekannte Nobelgymnasium Theresianum. Eine Weiterbildungsmöglichkeit der Wiener Volkshochschule ist das polycollege Wieden, eine Zweigstelle des polycollege in Margareten.

Sicherheit[Bearbeiten]

In Wieden sind zwei Polizeiinspektionen der Bundespolizei etabliert, diese befinden sich in der Taubstummengasse 11 und in der Rainergasse 21 (eigentlich Johann-Strauß-Gasse 18, es handelt sich um eine Identadresse). Organisatorisch gehören sie dem Stadtpolizeikommando Margareten an, welches für die Gemeindebezirke Wieden, Margareten und Mariahilf zuständig ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Felix Czeike: Wiener Bezirkskulturführer: IV. Wieden. Jugend und Volk, Wien 1979, ISBN 3-7141-0469-0
  • Felix F. Czeipek: Wien – Wieden: historische Bezirksbilder. Sutton, Erfurt 2004, ISBN 3-89702-715-1
  • Peter Diem, Michael Göbl, Eva Saibel: Die Wiener Bezirke. Ihre Geschichte – Ihre Persönlichkeiten – Ihre Wappen. Deuticke Verlag, Wien 2003, ISBN 3-85223-463-8
  • Carola Leitner (Hg.): Wieden: Wiens 4. Bezirk in alten Fotografien, Ueberreuter, Wien 2007, ISBN 978-3-8000-7307-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wieden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria – Bevölkerung zu Jahresbeginn seit 2002 nach Politischen Bezirken
  2. Bezirksvertretungswahlen 2010
  3. Information über die Verschiebung auf der Website der Stadt Wien
  4. Wiener Landesgesetz aus 2009, Plandokument
  5. a b Magistratsabteilung 5 (MA5): Nutzungsarten nach Bezirken
  6. und nicht etwa von Weiden(-bäumen), Wied ‚Au‘, wie wohl wurzelverwandt der Wienfluss über keltisch Veidinia ‚Waldfluss‘ zu romanisch *Vēdinia, tschechisch Vídeň. Angabe nach Heinz-Dieter Pohl, Birgit Schwaner: Das Buch der österreichischen Namen – Ursprung, Eigenart, Bedeutung. ISBN 978-3-85431-442-4 (Angabe nach dem auf der Webseite des Autors gebenen Auszug Wussten Sie, …, 1. Punkt)
  7. Gesetz über Änderungen der Grenzen zwischen dem 3., 4. und 5. Bezirk. LGBl. für Wien 13/1999, ausgegeben am 5. Februar 1999.
  8. a b c Volkszählung 2001 (PDF; 10 kB)
  9. Wieden Bezirksvertretungswahlen 2010 Magistratsabteilung 62, Wien
  10. Öffentliche Straßen